Donnerstag, 16. September 2004

Fett wie das Leben und zweimal so hässlich



16. September 2004


Ein Mann von edlem Hause, der seinen Wohlstand durch sein Äusseres zum Ausdruck bringt. Geizig, egoistisch, kümmert sich einen Dreck um die anderen. Die Armen. Jene, die nicht mal annährend so viel haben, wie er selbst. Auf der einen Seite, die reichen mit ihren Festen, prunkvoll und überladen, wie das Tachmahal. Daneben das krasse Gegenstück. Die Armen, die verhungern. Daher mein Titel „Fett wie das Leben und zweimal so hässlich“ wie es. Hässlich gleich der Grausamkeit der Spezies Mensch mit Seinesgleichen. Doch im Schatten lauert immer der Tod. Die ganzen Hirnwindungen kreisen um diesen Gedanken:
Sterben muss jeder irgendwann.

Auch sehe ich darin den stetigen Wandel. Den langsamen Verfall, der bei der Geburt einsetzt und vermutlich erst dann aufhört, wenn der Tod einsetzt. Erst dann, wenn Gevatter Tod sich Deiner bemächtigt.

Das Bild eines jungen Mannes, daneben ein halb verwester Leichnam. Abgesehen vom Gesicht fast gänzlich verrottet. Von Würmern zerfressen. Ein zerfressner Leichnam.
Oh ja, ist denn nicht die Welt auch einer? Ein zerfetzter Leichnam? Meine ist es. Und dies nur wegen dem Giftmüll. Giftmüll. So masse ich mir an, die Menschheit zu nennen. Er modert, tötet, schlachtet, metzelt, zerstört und kommt damit auch noch durch. Macht sich aber in die Hose, wenn sich unsere Mutter Natur mal zur Wehr setzt. Zu viele Tote gibt es dann zu beklagen. Die Götter werden aus Verzweiflung verflucht. Zu unrecht. Denn es ist Eigenverschulden.

Mit einem Herzen, welches sich voll herbstmelancholischer Freude in ein schwärzeres Schwarz verfärbt, schrieb ich diesen Text.

Und am Ende wartet auf jeden und alles, kein Geringerer als Gefatter Tod.



© Navi M.