Donnerstag, 29. September 2005

Edward Munch - Der Schrei



28. September 2005





Mit nur einem Wort lässt sich dieses Bild beschreiben: 



Angst 

Es ist die Edward Munchs selbst. Jene, die ihn laut eines Tagebucheintrages während eines unbeschwerten Spazierganges mit Freunden überkam. Er verspürte einen Hauch von Schwermut, der Himmel färbte sich bedrohlich rot. Er blieb stehen, lehnte sich an den Zaun, wo nicht weit unter dieser Brücke ein Schlachthof stand und in dessen Nähe eine psychiatrische Klinik für Frauen, in der unter anderem auch seine Schwester auf ihren Tod wartete. Er sah die flammenden Wolken wie Blut den blauschwarzen Fjord und die Stadt Olso, welche 1900 von diesem Blickwinkel ein begehrtes Postkartenmotiv war. Seine Freunde gingen unbekümmert weiter, merkten nichts von all dem. Munch jedoch stand da, zitternd vor Angst, einen unendlichen Schrei fühlend, der durch die Natur ging.

Jenes Bild existiert in den verschiedensten Versionen und Techniken. Ein totenkopfcharakterliches Selbstbildnis mit weit aufgerissenen Augen und in einer für den Menschen typischen Geste des Erschreckens.

Beklemmend und zugleich inspirierend.

© Navi M.