Mittwoch, 18. Dezember 2013

Auf der Frühlingswiese

Saftiger Löwenzahn mit stechend gelben Blüten spriesst wild aus der Erde. Über die gesamte Wiese ist er verstreut. Dazwischen sind leicht violette Blüten zu sehen, von dieser seltsamen Blume, deren Namen ich stetig vergesse. Wenn man die Blütenblätter, die eher kleine Röhrchen darstellen, abzupft und sie auf die Zunge legt, schmeckt man Honig.
Am Wegesrand zupft ein Mädchen eine Pusteblume ab und pustet die weissen Schirmchen über die Strasse. Voller Freude kichert es.
Zwischen Wegesrand und wiese schlängelt sich ein klarer Gebirgsbach durch die Idylle. Kleine Stromschnellen und Wasserfälle bilden ernste Gefahren für all die unzähligen Papierschiffe, die von den Kindern gerne aufs Wasser gesetzt werden. Sie machen Wettrennnen. Dem Sieger winkt meist eine Tüte voller Süssigkeiten. Die einzige Ausnahme bildet der kleine Ryan. Er beschenkt den Gewinner immer mit einem gesunden Reiskeks oder einer Stange Süssholz, achten doch seine Eltern extrem auf eine gesunde und abfallfreie Ernährung.
Hinten beim Waldrand stehen zwei Rehe, die misstrauisch auf die Strasse blicken. Ein Wildhase hüpft geradewegs auf die Wiese zu. Man sieht gerade noch sein Puschelschwänzchen hinter den Wildblumen verschwinden. Er hüpft vorbei an Bienen, und Stauden. Beim Stumpf des alten Apfelbaumes schert er nach Links aus und hüpft aus dieser Geschichte davon.
Hätte er den Weg nach rechts eingeschlagen, hätte er die kleine Suzie passiert, die mit einem morschen Zweig einen leblosen Frauenkörper piekst. Der Schädel ist zu Brei geschlagen. Der zahnlosgeprügelte Mund steht offen. Die Zähne liegen in der Nähe des Kopfes im Gras. Wo einst ihre Nase war, ragt ein zu einer grotesken Figur geschlagener Fleischklumpen aus dem Gesicht hervor. Vom nackten Fleisch dessen, was am Tag zuvor noch ein Gesicht darstellte, ist kaum etwas zu sehen, laben sich doch bereits Hunderte von Fliegen und anderem Getier daran.
Ein zarte Briese weht über die Wiese. Suzie riecht den Geruch verwesenden Fleisches in der Mittagssonne nicht, steht sie ideal zur Windrichtung. Noch einmal piekst sie den Leichnam, verliert dann aber das Interesse und geht mit ihrem Papierboot in der einen, den Stock in der anderen Hand zum Fluss. Sie hofft auf ihre Freunde, die bald mit ihren Booten kommen sollten. Schliesslich will sie heute gewinnen! 

Freitag, 13. Dezember 2013

Der wiedergefundene Freund - Eine Fabel

Im Hotel zum goldenen Choleriker (höhö wie treffend diese Bezeichnung doch ist) war es, als die Eule mit den bunten Federn auf diesen Praktikanten traf.
Ein kleiner Pfau, kaum grösser als die Eule selbst (oder gar kleiner?), der irgendwie nicht so richtig in diesen Betrieb passen wollte. Er war einfach zu verrückt für das Hotel zum goldenen Choleriker, in dem sich die seltsamsten und exotischsten Kreaturen wiederfanden...
So gab es eine Gestalt, kalt und glatt wie eine Schlange aber mit der Figur einer Giraffe und deren beste Freundin, ebenfalls kalt und glatt wie eine Schlange aber mit der Figur eines Walrosses, welche den Pfau gar nicht mochten. Auch die Eule mit den bunten Federn mochten sie nicht. Überhaupt konnten sie niemanden leiden und verschossen ihre Giftpfeile in alle Richtungen. - Doch dies ist eine andere Geschichte, und soll ein ander Mal erzählt werden...
Der Pfau gab sich gänzlich unbeeindruckt von deren Herrschaft. Schliesslich existierten noch eine Löwin, eine Maus und eine Eule, welche ihm wohlgesonnen waren.
Der cholerische Chef war dem Pfau alles andere als zugetan. Zweifelte er doch an den Fähigkeiten des Pfauen. So fluchte er täglich über die eigene Kurzsichtigkeit und Dummheit, hatte der Pfau doch bereits den langersehnten Lehrvertrag in der Tasche.
Leider sollte der Pfau die anderen bald verlassen, um sich für eine kurze Zeit anderen Aufgaben zu widmen. Eine bittere Lehre blieb an seiner Stelle zurück. Seine geistreichen Spässe konnten auch von den Affen aus der Küche nicht überboten werden, trotz dem sie in diesem Glauben lebten...
Als der Pfau seine Ausbildung beginnen sollte, war die Eule jedoch bereits nicht mehr dort, und so sollten sich die beiden aus den Augen verlieren...
Zwei Jahre später trafen sie wieder aufeinander und waren noch immer ein Herz und eine Seele. Der Pfau hatte ein wunderschönes Federkleid bekommen, von welchem er, mit gespaltener Zunge, sagte, es werde noch viel schöner werden... Sein Herz noch immer am rechten Fleck, wenn man auch über den Verstand in Zweifel geraten könnte... Nicht dass die Eule dies jemals tun würde. Es sind immer die anderen.

Der Pfau wird auf Dauer einen festen Platz im Herzen der Eule mit den bunten Federn haben, mochte sie die "Verrückten" doch immer am meisten.

Montag, 9. Dezember 2013

Der geizige Rassist

Aus wahrhaftiger Angst davor, er könnte mich mit seinem Lieferwagen überfahren, verzichte auf den Gebrauch seines richtigen Namens und auch darauf, sein Hotel zu erwähnen. Gesagt sei so viel: Es ist ein Hotel, das einen dieser, in der Schweiz üblichen Namen trägt wie:
Hotel zum goldenen Ochsen, Gasthof zum Bären, Hotel Krone, Landgasthof König, Restaurant Sonne, Gasthof Löwen...
Der Besitzer, im wahrsten Sinne des Wortes ein Choleriker, wie er im Lexikon beschrieben steht. Geizig und rassistisch noch dazu. Obschon er zum Sous-Chef Z aus Deutschland sagt, er solle dahin zurück gehen, wo er hergekommen ist, beschäftigt er ihn, da er ihm weniger Lohn bezahlen muss. Einmal brüllte der Choleriker durch die Küche (sodass es jeder Gast hören konnte): "Z! Du deutscher Nichtsnutz! Es reicht mir mit Dir! Du bist wahrhaftig eine Geldverschwendung! Die nächste Grenze ist gleich bei Laufenburg! Verschwinde aus meiner Küche und mach Dich auf den Weg über die Grenze! Euch Gesindel kann man für nichts gebrauchen!"

A, sein Spühler, kommt ursprünglich aus Namibia. Obschon er sich täglich über diesen "Abschaum" aufregt, behält er ihn - des Geldes wegen. Eines Tages hat er sich bei mir darüber beklagt: "Dahinten musste ich einen Wohnblock kaufen, damit ich diesen afrikanischen Abschaum irgendwo unterbringen konnte! Diesem Gesindel gibt doch keiner eine Unterkunft! Miete bezhalen die natürlich auch nicht! Ich ziehe es ihm vom Lohn ab! Fressen tut er ja ohnehin hier! Und der frisst weiss Gott viel! Von der Hungersnot da unten ist nichts zu sehen! Der frisst wie ein Mähdrescher, aber ist nach wie vor so mager! Das ist keine Armut da unten! Das liegt an den Genen! Gebrauchen kann man den auch nicht! Aber sonst gibt dem ja niemand Arbeit! Ich schon! Und was ist der Dank?! Häh?! Ich muss mich tagtäglich über diesen Dreckskerl aufregen!"

 Dann gibt es da noch K, einen Kongoaner, der eines der drei Restaurants alleine schmeisst. Der Dank dafür ist ein Lohn von knapp CHF 2000,- und tägliche Rügen. Jeden Tag kommt K vor der Zeit zur Arbeit und macht einen verdammt guten Job. Ehrlichgesagt, für diesen Hungerslohn hätte ich mich nicht dermassen ins Zeug gelegt. Im sicheren Glauben, K werde immer bei ihm bleiben, behandelt er ihn wie den letzten Dreck. Es gab einen Tag, an dem K den Choleriker am Hemdkragen packte und zum Schlag ausholte. Der sonst so stolze und erhabene Choleriker wimmerte nahezu und kreischte nach Z, der ihm zu Hilfe eilen sollte. Z konnte das Schlimmste verhindern. Seit dem Tag nimmt sich der Choleriker ein klein wenig zurück, wenn es um K geht.


Die eine Lehrtochter, eine gebürtige Türkin, die in der Schweiz aufgewachsen ist und perfekt Mundart spricht, ist ihm ein Dorn im Auge. So wehklagte er einst seinem Stammtisch: "So weit sind wir schon in diesem Land! Meine Lehrtochter ist eine Türkin! Jetzt muss ich schon die Türken aushalten! Seht Euch um! Manchmal glaube ich mich in Afrika! Gerade mal zwei Schweizer arbeiten für mich! Der Rest kommt aus Afrika, der Mongolei, Ägypten und der Türkei! Wenn das so weitergeht mache ich bald zu! Hänge ein mächtiges Schild an die Tür mit der Aufschrift: WEGEN ZU VIEL ABSCHAUM GESCHLOSSEN!"

Freitag, 29. November 2013

Ein winterliches Experiment der Unit 731

Wem die Unit 731 unbekannt ist, der möge sich seine Infos hier holen. Bei näherem Interesse empfiehlt es sich den ersten Teil von Men behind the sun zu schauen.
Um mein Empfinden besser unterstreichen zu können, gibt es weiter unten einen Clip aus Men behind the sun. Leser schwächeren Gemütes sollten sich diesen allerdings nicht unbedingt ansehen.

Es war im Jahre 2010 als ich, da noch immer der Meinung künftig die Hotelfachschule Luzern zu absolvieren, eine Stelle als Room Attendant in einem 5-Sterne, Deluxe, Small Leading Hotels of the World, etc... Hotel im winterlichen Skigebiet in der Schweiz angenommen hatte. Mitte November fiel bereits der erste Schnee. Der rapide Temepraturabfall erinnerte enfernt an The Day after tomorrow, gefror doch der Atem in der Nase...
Das Hotel war saniert worden und uns wurde die zweifelhafte Aufgabe zuteil, alle 10 Etagen (inkl. der reich mit Spiegeln ausgekleideten Suiten) vom Baustaub zu befreien. Zu sechst befanden wir uns im Wohnbereich der einen Suite, der allein grösser war, als meine gegenwärtige Wohnung in Zürich. Meine Zimmergenossin A und ich befanden uns im hinteren Teil und versuchten den grauen Wandschrank schwarz zu bekommen. Stunden strichen ins Lande und der Wohnbereich wies kein Staubkorn mehr auf. Es war geschafft!
Unser Supervisor beauftragte einige der Mädchen, sich den Badezimmern anzunehmen, andere sollten die Balkons putzen. So durften A und ich uns auf den Balkon begeben, der die gleiche Fläche wie der Wohnbereich hatte. Unser Supervisor meinte, das bemooste Balkongeländer müsse wieder gänzlich in weiss erstrahlen. Ein heftiger Windstoss veranlasste ihn dann, sich besser wieder ins warme Innere des Hotels zu verfügen. A und ich blieben auf dem Balkon und schauten einander mit dem typischen "ernsthaft jetzt?"-Blick an.
Jede von uns führte einen Eimer mit heissem Wasser und einen Putzlappen mit sich. Handschuhe gab es natürlich keine. Die erst vereinzelt fallenden Schneeflocken vermehrten sich zunehmend. Nach rund 15 Minuten, die wir frierend auf dem Balkon verbrachten, war der Himmel trüb und ein Schneesturm sollte über uns hereinbrechen. A und ich tauchten unsere geschundenen Hände erneut in den Wassereimer und versuchten die bemoosten Stellen zu entfernen. Da allerdings das gesamte Geländer mit Moos und Dreck versehen war, dauerte dies einige Zeit.
Kalter nasser Schnee peitschte uns ins Gesicht. Wir hatten genug und wollten wieder ins Hotel. Die Balkontür war jedoch geschlossen. So klopfte A leicht genervt an die Glasscheibe. Unser Supervisor kam zum Vorschein und fragte, ob wir fertig wären. Nein. Aber es herrscht ein regelrechter Blizzard. Wir sollen mal nicht übertreiben. Das muss heute fertig sein! Ihr habt noch eine Stunde Zeit. So schloss er die Tür wieder und sperrte uns auf Balkon, auf dessen Boden mittlerweile eine undurchsichtige Schneeschicht lag.

Das Wasser in den Eimern war inzwischen kalt. Die Hände brannten. Jedem sollte das Gefühl von frostigem Winterwind auf nassen Händen bekannt sein... Es dürfte nicht weiter für Erstaunen sorgen, dass mir die eine Szene aus Men behind the sun durch den Kopf schoss: Die blanken Hände einer Chinesin werden dort abermals in der Winterkälte mit Wasser übergossen, bis sich schliesslich eine Eisschicht bildet... Etwas später werden diese Hände in heisses Wasser getaucht, um hinterher geschält zu werden. Natürlich alles im Dienste der Wissenschaft... So schaute ich um mich, um etwaige, in weisse Kittel gekleidete, japanische Wissenschaftler mit Klemmbrett zu erspähen...
Mit bereits tauben Fingerspitzen putzten wir weiter, einfach um nicht zu erfrieren...

Eine Stunde später war das Geländer blitzblank und erstrahlte unter der Eisschicht in makellosem Weiss! Unsere Lippen waren rissig, so auch die Hände. Die tauben Fingerspitzen tauten langsam wieder auf. Wir waren bis auf die Knochen durchgefroren und lagen am kommenden Tag mit Fieber im Bett. - Aber der Balkon war wieder blitzblank - und das ist doch die Hauptsache!



Freitag, 1. November 2013

Befremdlicher Besuch - Hah?



Im vergangenen Jahr kam da eine E-Mail. Wir kannten uns aus dem Internet. Sie fliegt jedes Jahr nach Deutschland, um Ferien zu machen. Sie wollte dann wissen, ob sie in die Schweiz kommen und eventuell bei mir wohnen könnte. Nach langem hin und her wurde jedoch nichts daraus.
In diesem Jahr fragte sie mich wieder. Wieso ich mich darauf eingelassen habe? Keine Ahnung. Wieso dieser Besuch schliesslich eskalierte? Ich kann nur raten… jedoch will ich nicht vorgreifen… Meine Schilderung soll am Donnerstag, dem 19. September 2013 am Flughafen Zürich (ZRH) beginnen. An dem Ort, wo die Geschichte (oder die Tragödie) ihren Anfang nahm…
Die Anzeigetafel der ankommenden Flüge teilte mir (und jedem, der es sonst wissen wollte) mit, dass Lufthansa Flug 1196 von Frankfurt planmässig um 17:20 Uhr landen sollte. Gepäckausgabe 19 Ankunft 1. Also machte ich mich auf den Weg, um meinen Gast aus Japan in Empfang zu nehmen. 

17:25 Uhr –  LH 1196 Warten auf Gepäckausgabe | LH 1196 Waiting for baggage claim

Um 17:30 Uhr schaute ich zum Gepäckband 19 und erspähte nebst einem potentiellen Terroristen, einem Bierbauch, der den Anschein machte, gleich an Herzversagen zu verenden, einem pseudo Metaller/Gothic (oder in welche Sparte dieser Möchtegern sich auch immer einzureihen versuchte – und kläglich scheiterte), der wohl beim Security Check so seine Schwierigkeiten gehabt haben dürfte, befand sich doch die halbe „Schrauben & Muttern“ Abteilung des Baumarktes an seiner Hose. Und um dem sonst schon lächerlichen Auftreten noch etwas Würze zu verleihen, baumelte an einem der unzähligen D-Ringe eine gelbe Plüschente. Hinter diesem merkwürdigen Menschen, mit Neandertalerbart (den er wohl Courtney Gains in der Rolle des HANS in Meine teuflischen Nachbarn abgekupfert hatte) standen zwei wahre (oder auch trve) Metaller in ihren Lederjacken. Sie schienen sich köstlich über den Neandertalerbart mit Plüschente zu amüsieren. Auch ich musste lächeln.
Nebst vielen anderen Menschen war da eine kleine, wohl ca. 145cm grosse, verschüchterte und recht verwahrlost dreinschauende Japanerin, gehüllt in einen kakifarbenen Mantel. Den Mantel hatte ich schon auf Facebook gesehen. Auch den roten Rucksack hatte ich dort schon gesehen. Das musste sie einfach sein. Meine Besucherin, mein Gast aus Japan. Yoshiko.
Sie schaute zu mir rüber, unsicher ob ich ich war. Also winkte ich ihr zu und sie schien erleichtert zu sein, dass ich auch wirklich am Flughafen war. – Wäre ich besser zuhause geblieben. 


Die Ankunft

Die Tore öffneten sich und Yoshiko kam mit einem giftgrünen Rollkoffer, um den einer dieser, für Asiaten typischen, Koffergürtel geschnallt war, auf mich zu. Die Begrüssung erfolgte in Japanisch. Ein kurzer Austausch wie es ihr ginge, die üblichen Floskeln. Darauf erfolgte schon ein nicht enden wollender Monolog ihrerseits, von dem ich gerademal 40% zu verstehen in der Lage war.
Obschon sie mir mitteilte, dass sie total müde sei, fragte ich sie, ob sie hungrig sei und etwas essen gehen möchte. Sie verneinte mit der Begründung, dass in Japan jetzt Trinkzeit wäre und sie lieber schlafen gehen würde.

"Varideeto"

Als wir in der Nähe des SBB-Schalters waren, fragte ich Yoshiko, ob sie ihr Zugticket, des Swiss Flexipass habe. Sie nickte.
Wir gingen nach oben zum Ausgang in Richtung Tramstation, wo ich ihr mitteilte, das unser Tram in 9 Minuten kommen wird. Sie nickte zufrieden. Das Tram kam vor uns zum stehen, ich hatte bereits den ersten Fuss reingesetzt, als ich bemerkte, dass Yoshiko noch immer am gleichen Platz stand. Sie schaute mich fragend an. Ich winkte ihr zu. Sie verneinte und blieb einfach stehen, also ging ich zu ihr hin und fragte, was los sei. Sie kramte in ihrem Rucksack herum und zeigte mir ihren Flexipass. "Varideeto!". Da ich noch nie im Besitz eines solchen Passes war, wusste ich nicht um die Handhabung. Sie händigte mir eine A4-Seite aus. "Varideeto.". Die A4-Seite war gänzlich in Japanisch. Sie konnte mir aber nicht erklären, was genau sie von mir wollte. Also händigte sie mir einen Flyer aus, der nebst Japanisch auch in Englisch war. Ach so, der Flexipass musste am Bahnschalter aktiviert werden. Da ich keine Lust hatte nochmals nach unten zu dem ohnehin überfüllten Schalter zu gehen, und Yoshiko kein Tramticket lösen wollte, fuhr sie eben schwarz. 


Als wir in meine Strasse, mit den individuell und sehr eigen gestalteten Wohnhäusern einbogen, musste sie von jedem Haus ein Foto machen und war hellbegeistert über die Tatsache, dass sie die nächsten 3 Tage in so einem Haus wohnen durfte. „Eeeeeeh, sugoi, ne?!“
Nachdem wir rund 30 Minuten in meiner Wohnung zugebracht und uns bei einer Tasse japanischen Grüntees ausgetauscht hatten, fragte sie mich, ob wir nicht irgendwo essen gehen könnten. Obschon ich etwas erstaunt darüber war, willigte ich ein. Aber hatte ich nicht 40 Minuten zuvor gefragt, ob sie essen gehen möchte? Antwortete sie daraufhin nicht, sie sei müde und möchte schlafen gehen?

In Gesellschaft toter Fische

Wir gingen zurück zum Flughafen ins Foodland, wo ich mich nie wieder blicken lassen kann, brachten wir doch über 20 Minuten vor der Theke von Nordsee zu. Jede einzelne Speise sollte (und wurde) von mir ins Japanische übersetzt werden. Jede Fischgattung wurde erfragt. Schliesslich isst man nicht einfach irgendetwas. Eine solch gewichtige Entscheidung will wohlüberlegt sein.
-> An dieser Stelle möchte ich kurz auf den mitleidigen Blick der Verkäuferin hinweisen, der auf mir ruhte.
 Schliesslich entdeckte sie den NordseeBurger, und wollte natürlich wissen, welcher Fisch hier (in ermordeter, zerstückelter und frittierter Form) vor ihr in der Theke lag. So belästigte ich erneut die Verkäuferin, mit der Frage, welcher Fisch denn für diesen Burger jäh dem Leben entrissen worden war (natürlich nicht mit diesen Worten, aber solche Gedanken waren doch gegenwärtig).
Yoshiko entschied sich dann, nach weiteren zwei Minuten Bedenkzeit, für eben diesen Burger. Der Letzte wurde allerdings von der Kundin vor uns weggeschnappt. Die Verkäuferin meinte, es gäbe gleich neue Burger, wenn wir einen Moment warten möchten. Als das für die gute Yoshiko doch in Ordnung ging – obschon ihr das Warten zuwider war – verspürte ich eine nicht in Worten und Zahlen messbare Erleichterung!
Als sie dann ihren Burger bezahlen sollte und die Kassiererin fragte, ob sie etwas zu trinken dazu möchte, ging die Langeweile von vorne los. Ich übersetzte ins Japanische, ob sie etwas zu trinken dazu haben möchte. Yoshiko fragte mich, von der Getränkevitrine hinter der Kassiererin völlig unbeeindruckt, was es denn zur Auswahl gäbe. Ich betete ihr die ganze Liste runter und sagte zur Kassiererin, sie solle ruhig weiter bedienen, es könnte bei uns wieder eine Weile dauern… Diese lächelte dankend und wandte sich den anderen Kunden zu.
Yoshiko entschied sich nach weiteren gefühlten 2 Stunden für ein kleines Mineralwasser ohne Kohlensäure, was ich der Kassiererin weitergab. In deren Augen sah ich einen Anflug von Panik aufflackern, als sie ganz leise zu mir sagte, dass sie nur noch Halbliterflaschen habe. Das war mir nun wirklich egal. Ehe ich noch mehr Zeit in diesem Fischfriedhof zubringen wollte, sagte ich, das wäre ok und erntete einen amüsierten Blick der Kassiererin. ^_^
Während den 40 Minuten, in denen Yoshiko ihren Burger buchstäblich genoss, hatte ich alle Zeit, ihr zu erklären, dass die kleinen Wasser ausverkauft waren, studierte sie doch noch ehe sie den ersten Bissen nahm, die Quittung und bekundete ihre Verwunderung über Preis und Grösse des Wassers. Es war aber in Ordnung, denn der Burger war gut. Und zum dritten Mal fragte sie nach, wieso ich kein Fleisch esse…
Nachdem Essen besuchten wir noch meine Kollegen, die an der Flughafenbar arbeiteten und blieben auf einen Cocktail dort. Die Cocktails gingen auf mich, machte sie doch keine Anstalten nach ihrem Geld zu greifen… Nun gut.
Wieder bei mir zuhause stellte sie die Frage in den Raum, ob Schweizer denn jeden Tag duschen würden? Auf meine Bejahung entgegnete sie, dass man in Japan nur einmal in der Woche duschen würde und faselte irgendwas von wegen Wasser, was ich aber nicht ganz verstanden hatte. Ich war ohnehin damit beschäftigt Harrison Ford in STAR WARS aus meinem Kopf zu kriegen, war doch ab „1x/Woche duschen“ die Szene im Müllschacht präsent: „Oh welch betörenden Geruch Sie entdeckt haben.“

Von Gratisessen und bösen Fremden

Am nächsten Morgen versetzte sie mir einen heftigen Schreck! Nicht an Besucher gewöhnt, erwachte ich völlig unbekümmert aus dem Schlaf, schlurfte in die Küche um mir einen Kaffee zu machen und da sass sie. In der Küche. An meinem Tisch. Auf meinem Stuhl und fönte ein „Ohayou“ in den Raum, gefolgt von irgendwelchen japanischen Worten. Da mein Gehirn aber noch im Stand-by modus war, verstand ich sogar das „Ohayou“ nur ganz knapp. Schliesslich fragte sie, ob wir denn nicht frühstücken würden, was mich etwas irritierte, denn hatte ich ihr in einer der zahlreichen Mails geschrieben, ich würde normalerweise nicht frühstücken und wir würden uns unterwegs etwas kaufen. Ich machte mir einen Kaffee und fragte, ob sie auch einen haben möchte. Den hätte ich mir schenken können, nippte sie lediglich zweimal daran und liess ihn unbeachtet stehen. Ich goss ihn vor der Abreise in den Abfluss, wo er seine Reise in eine unbekannte Welt fortsetzte und somit aus dieser Geschichte floss… 

Wieder wollte sie kein Tramticket lösen und fuhr nochmals schwarz. "Varideeto?" Ja, am Flughafen. Wir gingen zum SBB-Schalter, an dem wir gut 10 Minuten anstehen mussten und sie schaute neugierig in alle Richtungen. Dann kramte sie nach ihrem Flexipass, zeigte ihn mir und fragte erneut "Varideeto?". Ja, deswegen stehen wir hier an.
Am Bahnschalter fragte ich, ob man den Flexipass aktivieren könnte. Ja. Yoshiko schaute die Dame am Schalter an: "Varideeto?" Die Dame nickte. Sie brauchte aber noch einen "Passport". Yoshiko schaute mich fragend an: "nani?" Ich antwortete ihr mit "Pasupoot", was sie dann doch zu verstehen in der Lage war. Meiner Meinung nach klingt Passport im englischen Original ja sehr ähnlich mit dem japanischen "Pasupoot", aber gut.
Die nette Dame am Schalter erklärte mir die Handhabung des Flexipasses. Yoshiko verstaute dann alles wieder in ihrer Minniemouse-Mappe, die sie aus dem Tokyo Disneyland mitgebracht hatte (was sie der netten Dame am Schalter voller Stolz mitteilte) und fragte erneut: "Varideeto?". Ja.
In Olten am Bahnhof kaufte ich mir eine Brezel und einen Kaffee. Sie hingegen drückte sich die Nase an Brezeltheke ab - kaufte aber nichts. Im Zug gen Interlaken sitzend starrte sie unentwegt auf meine Brezel, weshalb ich ihr etwas davon anbot. Sie brach sich ganz wenig davon ab und befand sie für sehr köstlich, also bot ich ihr nochmal an, sich etwas davon zu nehmen. Yoshiko ergriff die Papiertüte und stopfte sich die ganze Brezel allein rein. War zwar nicht so gedacht, aber gut, ich hatte ja noch meinen Kaffee. ^_^
In Interlaken gingen wir beim Mexikaner essen. Glücklicherweise spricht mein Bekannter, der da im Service arbeitet etwas Japanisch! Sie machte sich gar nicht erst die Mühe etwas zu verstehen und war froh, als er ihr das iPad mit Fotos der verschiedenen Gerichte reichte. Natürlich war ihre erste Frage: „regomend?“ (← Die Erläuterung dazu findet sich weiter unten im Text)
Nach dem Essen fragte sie, ob wir gehen wollen. Kaum hatte ich genickt, stand sie auf, zog ihren Mantel an und ging zum Ausgang. Ich schaute sie leicht irritiert an, auch mein Bekannter starrte sie an. Ich fragte nach der Rechnung, welche er uns gleich brachte. Erst machte sie keine Anstalten nach ihrem Geldbeutel zu greifen, erst als mein Bekannter und ich ihr 3x den noch offenen Betrag nannten, griff sie mürrischen Blickes in ihren „Vicotorinoxu“-Rucksack und kramte nach dem Portemonnaie.
Vor der Schiffsanlegestelle verschwand sie dann spurlos. Sie müsse noch ein Geschenk für ihre Mutter besorgen. Nun gut, wir hatten ja über eine Stunde Zeit dazu. Ich blieb zurück und holte mir lediglich ein Bier. Während dem Trinken unterhielt ich mich kurz mit einem Touristen aus Texas über das Schweizer Bier. Als Yoshiko zurückkam und sah, dass ich mich mit einem wildfremden Menschen und dessen Frau unterhielt, blieb sie hinter einem Baum stehen und spähte, wie so ein kleiner Waldschrat, hervor. Erst als die beiden Texaner ihren Bus bestiegen und aus meinem Radius verschwunden waren, kam sie langsam hinter dem Baum hervor, den Blick nicht vom Bus abwendend. Die Texaner könnten ja möglicherweise zurückkommen – mit Kettensäge.
Yoshiko fragte, was das für Bier sei. Schweizer Bier aus Interlaken. Rugenbräu. Ah so. Sie schaute so lange auf die Bierdose in meiner Hand, bis ich ihr anbot, davon zu probieren. Eigentlich hätte mir ja klar sein müssen, dass ich das Bier nicht zurückbekommen würde – und so geschah es dann auch. Nun gut, das Bier war inzwischen warm und so war es mir eigentlich egal. 

Grandhotel Giessbach

Als ich ihr sagte, die nächste Station wäre unsere, schaute sie mich überrascht an. Schien sie gar nicht zu wissen, dass wir im Grandhotel Giessbach nächtigen würden. Hatte ich ihr nicht unzählige Mails geschrieben und auch den Link zur Hotelseite mitgeschickt gehabt?
Wir teilten uns die Giessbachbahn mit einer Gruppe Franzosen, die Yoshiko nicht geheuer waren. Wir checkten mit ihnen ein, die gute Yoshiko hielt aber stets den Sicherheitsabstand von gut 5 Metern ein. Als wir über die Treppen nach oben gingen, fragte sie allen Ernstes, ob es denn keinen Aufzug gäbe. Nein. Natürlich gibt es einen, aber wenn man noch jung und gut zu Fuss ist, UND im Giessbach absteigt, geht man über die Treppe und bestaunt die viktorianische Architektur!
Ich hatte noch nicht mal die Tür hinter uns geschlossen als sie bereits den Fernseher einschaltete. Wozu? Sie verstand doch ohnehin kein Wort.
Wir wollten noch rausgehen, um ein paar Fotos zu machen. Sie stand schon im Korridor, als ich sie dann fragte, ob sie nicht noch die beiden Lampen ausmachen wollte? Unverständnis. Doch sie ging nochmal ins Zimmer und knipste die Lichter aus.
Beim Zimmer neben dem unseren, stand die Tür offen. Die Franzosen hatten drei Zimmer in diesem Flügel und gingen vom einen zum anderen. Als ich vorne beim Treppenhaus war, bemerkte ich, dass Yoshiko nicht bei mir war und so drehte ich mich um… Gar beschämender Anblick bot sich mir: Yoshiko stand vor dem Zimmer mit der offenen Tür und gaffte ganz interessiert hinein. Einer der Franzosen kam aus dem Zimmer, schaute sie an. Schaute mich an. Ich zuckte mit den Schultern. Er schloss die Tür vor Yoshikos Nase. Unverständnis. Dann zottelte sie mir hinter her und sah, dass es doch einen Aufzug gab. „Erebeta!“ Unbeeindruckt von ihrer Entdeckung nahm ich die Treppe – sie folgte mir.
Draussen war sie überwältigt von der Pracht des Giessbach.
So überwältigt, dass sie plötzlich verschwunden war. Nach 10minütiger Suchaktion ging ich zurück ins Zimmer um mich fürs Abendessen fertig zu machen.
Danach ging ich nochmal durch das riesige Eingangsportal und da stand Yoshiko, vor Kälte zitternd auf dem Treppenabsatz und starrte mich an.
Ob sie sich auch noch umziehen möchte? Nein.
Sie sass mir gegenüber, diese scheussliche Mütze auf dem Kopf und in den ausgeleierten kakifarbenen Mantel gehüllt. Die Gürteltasche um den Bauch geschlungen. Ihre Mütze, aus einer Vielzahl verschiedenfarbiger, nichtzueinander passenden Stoffplätzen zusammengenäht, nahm sie dann irgendwann ab. IMMERHIN! Ihren alten Mantel, mit, möglicherweise waren es Mottenlöcher, hängte sie dann auch über die Stuhllehne. Ich will ja nicht als oberflächlich abgestempelt werden, aber wir waren in einem 4-Sterne Hotel, zumindest eine bisschen Klasse wäre da wünschenswert gewesen…
Sie schaute sich das Menü an und verstand kein Wort, war es doch in Deutsch und Französisch geschrieben. Wie war das nochmal mit, sie spreche mittlerweile recht gut Deutsch?
Ich übersetzte ihr das Menü ins Japanische und Englische. Beim Pumpernickel stiess ich allerdings an meine Grenzen. Also umschrieb ich ihr in Englisch, was ein Pumpernickel sei. Natürlich verstand sie da kein Wort und ihr typisches mit hoher Fistelstimme gesprochenes „Hah?“ wurde zum running gag.
Unser Kellner wollte die Bestellung aufnehmen und fragte sie in Englisch, was sie denn haben möchte. Yoshiko hörte ihm aufmerksam zu und sagte dann: „Engrish please?“ Der Kellner schaute mich irritiert an. Was mich angeht, ich brachte sämtliche Ressourcen der Selbstbeherrschung auf, um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Der Kellner fragte mich dann, ob sie kein Englisch spricht. Nein, nur Japanisch. Ich übersetzte nochmals alles. Beim Hauptgang war sie dann nicht sicher, wofür sie sich entscheiden sollte. Schliesslich will man nicht in der Schweiz sein und durch das Essen eines „falschen“ Gerichtes in der Heimat zum Gespött werden. Grauenerfüllt, dachte ich zurück an die Szenerie bei Nordsee und da ich mich künftig wieder im Giessbach blicken lassen möchte, beschloss ich dem Treiben Einhalt zu gebieten! Also empfahl ich ihr, da sie den vegetarischen Hauptgang vorher schon abgelehnt hatte, das inzwischen tote Baby einer Kuhmutter. Yoshiko’s Augen leuchteten voller Begeisterung und so fragte sie: „regomend in Swiss?“ Der Kellner empfahl ihr das Schwein. „regomend?“ Er nickte. Also bestellte sie das Schwein. 

Homosexualität – Japaner sind immun!

Während wir beim Essen waren, spähte Yoshiko immerzu rüber zum Nachbarstisch, an welchem zwei Männer sassen. Yoshiko fragte mich dann irgendwann, worüber die Beiden reden. Keine Ahnung, ich belausche die doch nicht. Ob das zwei Schwule wären? Keine Ahnung.
Und dann… Welten prallten aufeinander! Supernovas! Mein Weltbild wurde erschüttert! Ein gänzlich neues Universum geschaffen! Wo war Stephen Hawking, als ich ihn so dringend gebraucht hätte?!
Yoshiko sagte tatsächlich zu mir, die ich nach wie vor fassungslos bin:
„Das ist ja normal hier, oder?“
„Was ist normal hier?“
„Schwul zu sein. Mann und Mann, Frau und Frau. Normal in Europa, nicht?“
„Wie meinst du normal?“
„Ja es gibt viele. Sie sind überall… Europa und auch Amerika. Es gibt viele. Nicht in Japan.“
Da ich mir nicht sicher war, sie richtig verstanden zu haben, fragte ich nach:
„Du meinst, in Japan gibt es keine Homosexuellen?“
„Nein. Das ist eine europäische und amerikanische Krankheit. Eine Krankheit der weissen und schwarzen! In Japan und wohl ganz Asien gibt es das nicht!“, mit wohlgemeintem gesenktem Blick schnitt sie den gebratenen Schweineleichnam auf ihrem Teller entzwei und schüttelte beim Wort „nicht“ leicht den Kopf um ihre Verneinung zu untermalen.
„Meinst du das ernst?“
„Ja. Gibt es nicht! Auch alleinerziehende Mütter… ist hier ja auch normal. Gibt es in Japan auch nicht. Jedes Kind hat einen Vater und eine Mutter. Niemand wächst allein auf! Oder mit zwei Müttern oder zwei Vätern. Das ist nicht normal. Das ist ekelhaft.“
(Diese Aussage erinnerte mich an ein altes Medizinbuch meiner Mutter um das Jahr 1950, in dem Homosexualität als Krankheitsbild definiert steht. Heilung kann nur mittels Psychotherapie – und in besonders schweren Fällen mit Elektroshocks – gewährleistet werden.)
Zurück im Zimmer, wurde wieder als erste Aktivität überhaupt der Fernseher eingestellt. Sie soll den bitte ausmachen. Es nervt.
Sie meinte dann total stolz, sie würde morgen auch duschen! Schön, nach zwei Tagen des Nicht-duschens… freute mich das sehr!  

Regomend?

Am kommenden Morgen war sie vor mir auf und brachte rund zwei Stunden im Badezimmer zu. Duschen, Haare waschen, Haare föhnen, Bad überfluten…
Die Tür war zu. Doch während dem Föhnen der Haare öffnete sie die Tür einen Spalt. Was war das? Eine Art Wecker, der mich brummend aus dem Schlaf reissen sollte?! Danke! Auch das Licht im Zimmer liess sie brennen, während sie im Bad war. Was für eine nette Person… Sehr rücksichtsvoll.
Vor dem Frühstücken ging ich noch kurz ins Bad und war… erschrocken und erstaunt zu gleich! Alle Handtücher lagen wasserdurchtränkt auf dem Fussboden vor der Dusche. Was hatte diese Person in diesem Badezimmer nur gemacht?! Tsunami gespielt?!
Wir besichtigten die verschiedenen Etagen und Salons des Hotels. Yoshiko hatte ihre pinkfarbene kleine Kamera stets griffbereit um den Hals hängen. Im Salon Davinet, in dem ein Gemälde des Herren Davinet thront, fragte Yoshiko wer das denn gewesen sei. „Hah?“ und als nächstes fragte sie „regomend? Regomend in swiss?“ Bei wirklich jedem Gemälde, jedem Möbelstück und jeglicher Zierrat kam diese Frage auf. Mit „Regomend“ war u.a. gemeint, ob das etwas Bekanntes ist, etwas dass man kennen oder sehen muss. Bei einem JA, machte sie ein bis drei Fotos davon. Sagte ich NEIN, wurde die Kamera teils etwas zögernd, teils gleich ausgeschaltet… Ich begann mich zu fragen, ob sie nur Sachen fotografierte, die „regomend“ waren…

Yoshiko verschwindet spurlos

Beim Auschecken hielt sie einen Sicherheitsabstand von 5 Metern. Fragte auch nicht, wie hoch die Rechnung war, und was sie mir denn schulde. Nichts. Gut, rechnen wir zuhause ab, dachte ich mir.
Wir hatten einen straffen Zeitplan, in welchen sie involviert war. Doch beim Fotografieren der Wasserfälle, war sie auf einmal verschwunden. Nahezu 1,5 Stunden war ich damit beschäftigt Yoshiko zu suchen. Ich schaute den Fluss entlang runter, vielleicht war sie ja ausgerutscht? Vielleicht war etwas Schlimmes passiert? In Gedanken sah ich ihren roten Victorinox-Rucksack im Wassertreiben. Am Rücken einer einen kakifarbenen Mantel tragenden Leiche. Ich suchte sie überall und ging sicher 2x zum Hotel zurück. Nichts. Keine Spur! Also wanderte ich runter zur Schiffsanlegestelle. Nichts. So langsam war ich wütend. Ich dachte mir, ich gehe jetzt noch einmal zurück zum Hotel. Wenn sie nicht da ist, gehe ich nachhause und dann soll sie selber schauen, wie sie ihren Koffer, der noch in meiner Wohnung steht, wieder bekommt. Wieder oben beim Hotel sass sie auf der Mauer und winkte mir zu. Ich war kurz vorm Explodieren. Diese Person hatte meine Handynummer, war aber nicht in der Lage mal kurz anzurufen und zu sagen, wo sie war… Ich war so sauer und fragte sie (recht energisch) dreisprachig, wieso zur Hölle sie nicht angerufen habe! Ich hätte sie über 1,5 Stunden lang gesucht! Sie habe ja schliesslich meine Nummer. Als dann als Antwort ihr typisches „Hah?“ kam, wars vorbei. Ich sprach kein Wort mehr mit ihr und wollte nur noch nachhause! 

Finstere Blicke und good bye

Auf dem Heimweg schaute sie mich erst böse an, weil ich mich erdreistet hatte etwas zu Essen für mich zu kaufen. Sie schaute mir aus zwei Meter Entfernung mit knurrendem Magen beim Essen zu. Wir sprachen kein Wort.
Im Zug nach Luzern, in dem wir eine sehr lange Zeit zubrachten, sprachen wir kein Wort. Während ich die wundervolle Aussicht auf das Berner Oberland genoss, starrte Yoshiko auf den Boden. Die scheussliche Mütze tief ins Gesicht gezogen.
In Luzern am Bahnhof verstand sie die Welt nicht mehr. Ich eilte im Stechschritt dem Zug entlang gen Sektor A. Der Zug war jedoch voll. Also sollte der IC Luzern ohne mich verlassen. Yoshiko stand vor dem Eingang des Zuges und schaute irritiert um sich. Ich machte mich auf zu den Toiletten. Als ich wieder rauskam stand sie hinter der Schranke und schaute mich finster an und deutete auf die Schranke am Eingang der Toiletten. Sollte ich das jetzt etwa auch noch bezahlen? Keine Chance. Ich schaute sie fragend an. Sie sagte nichts und senkte den Blick wieder in Richtung Gravitation. Es schien wirklich so, als ob dieser Kopf ein besonderes Verhältnis zur Gravitation zu haben schien, war er doch stetig gen Boden geneigt….
(Wenn man dieses Phänomen nun untersuchen wollte, gehörte das in den Bereich der Physik?)
Als wir wieder auf dem Bahnsteig waren, spielte Yoshiko wieder Verstecken. Sie kauerte hinter dem Wartehäuschen auf dem Boden. Gürteltasche umgeschnallt. Victorinox-Rucksack ebenfalls umgeschnallt. Sie kauerte in seltsamer Pose hinter diesem Häuschen, von zahlreichen Pendleraugen angestarrt. Bis heute weiss ich nicht, ob sie da hingepisst hatte oder nicht… o_O
Ich achtete nicht mehr länger auf sie. Sie folgte mir jedoch wie ein Schatten von ÖV zu ÖV.
Wieder bei mir in der Wohnung, wimmerte sie ein Arigatou und plötzlich war sie weg. Samt Gürteltasche und Victorinox-Rucksack. Sie verliess, ihren giftgrünen Koffer vor sich her rollend, in der Abenddämmerung diese Geschichte… Zurück blieben nur ihre offene Rechnung bei mir und der blaue Koffergürtel, welcher zum jetzigen Zeitpunkt auf irgendeiner Müllkippe auf sein Ende wartet…
Sayounara! さようなら!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Blut & Schweiss (Endfassung)


Und wieder roch die ganze Büroetage nach diesem schrecklichen AXE-Deo, dessen süsslich beissender Geruch, jedes Mal Übelkeit in ihr hervorrief. Wenn der Typ seine Schweissdrüsen schon nicht operieren liess, wieso konnte er dann nicht wenigsten ein wohlriechendes Deo kaufen? Sie hatte teilweise so gar kein Verständnis für ihre Mitmenschen. Des Weiteren verstand sie nicht, wieso sie eine solche Deo-Dose auf ihrem Schreibtisch dulden musste! Überhaupt standen die überall herum! Auf ihrem Schreibtisch. Neben der Pflanze am Empfangsdesk. In seinem Büro standen sie zu dritt herum. In jedem Waschraum – ja auch in dem der Damen. Diese Deos schienen sie zu verhöhnen! Erstens nutzten sie ja doch nichts und zweitens stanken alle einfach nur abscheulich – zumindest an ihrem Chef!
An ihrem Schreibtisch sitzend und eben die Bestellung von ihrem, trotz übermässig mit Deo eingesprühtem beissend nach Schweiss stinkenden, Vorgesetzten lesend spürte sie, wie etwas in ihr tobte. „Es tobt ein Krieg in mir.“ Sie las die Bestellung immer und immer wieder und bemerkte nicht, die blutende Stelle in ihrem Handgelenk, in die sie ihre Fingernägel bohrte. Hasserfüllt.
Guten Morgen L.
Heute wünsche ich zwei Buttergipfel – aber die grossen! Dazu bringen Sie mir zwei Donuts mit Schokoladenglasur! Ach ja, und heute sorgen Sie für ausreichend Zucker in meinem Kaffee. Diese bittere Brühe von gestern war ja unter aller Sau!
Mittagessen: Reservieren Sie mir einen Tisch im Freddy’s! Ich werde alleine essen. Die sollen den Tisch ab 11:00 Uhr freihalten. Ich werde zwischen elf und eins dort eintreffen.
Dann bringen Sie mir die Abschrift von gestern sofort in mein Büro! (ch verstehe ohnehin nicht, wieso die gestern nicht schon auf meinem Tisch lag!)
Dann habe ich Ihnen gegen 10:00 Uhr etwas zu diktieren! Ich erwarte Sie daher pünktlich in meinem Büro!
L griff zum Hörer und wählte die Nummer vom Freddy’s um ihrem netten und wie immer zuvorkommenden Chef einen Tisch zu reservieren. Kein leichtes Unterfangen angesichts des breiten Zeitfensters. Doch, wie immer, schaffte sie es auch heute. War ihr Ekel von Chef dort bestens bekannt und keiner hatte Lust dazu, sich auf eine Debatte mit ihm einzulassen. Einerseits weil er immer gleich sehr laut wurde und die Diskussion gleich darauf fluchtartig zu verlassen pflegte. Ja der gute Herr J. war bekannt – nicht zuletzt wegen dieser beissenden Duftwolke, die ihn umhüllte.
Mit zwei Buttergipfel – aber den grossen, zwei Donuts mit Schokoladenglasur und einer Tasse Kaffee mit Zucker (oder in diesem Fall einer Tasse Zucker mit Kaffee) ging L ins Büro von ihrem sehr beliebten Chef. Schon die grauen Lettern mit seinem Namen auf der Glastür zu seinem Büro liessen sie erschaudern. Sollte er doch noch ungesünder essen (oder in seinem Fall wäre wohl „schlingen“ das bessere Wort) und noch fetter werden. Sein Schweissproblem bekäme er so garantiert nicht in den Griff.
Sie klopfte an und er winkte sie herein. Kaum einen Fuss in seinem Büro, wünschte sie sich nicht in einem dieser neuen minergetischen Gebäuden zu arbeiten, wo sich kein Fenster öffnen liess. Die Luft in diesem quadratischen Raum mit dem grossen, nicht zu öffnenden Fenster, war so dick, man hätte sie mit einem Messer in Scheiben schneiden können.
„Haben Sie meine E-Mail gelesen, L?“ fönte er ihr entgegen, während er sich mit einem Kleenex den Schweiss von der Stirn wischte.
Natürlich hatte sie das!
„Was bringen Sie mir denn da Schönes, L?“
„Ihre Bestellung. Zwei Buttergipfel – aber die grossen mit einer Tasse Zucker mit Kaff- ähm Kaffee mit Zucker. Dazu bringe ich Ihnen zwei Donuts mit Schokoladenglasur.“
Herr J., der von allen nur „der Schwitzer“ genannt wurde, schaute sie prüfend an. „Dann können Sie ja jetzt wieder an die Arbeit! Ich bezahle Sie nicht fürs Rumsitzen! Ist mein Tisch reserviert?!“
Natürlich war er das.
Sie hielt das nicht mehr aus. Was für ein Möchtegern-Despot! Zuhause hatte die Frau die Hosen an und daher spielte er hier den Gewaltherrscher! Wieso war gerade sie seine Assistentin?! Wieso?! Ein Danke oder Bitte war seinem Wortschatz fremd. Aber mit Exklamationszeichen geizte er nie. Dem Typen gehörte einfach mal eine ausgewischt. L setzte sich an ihr Notebook, um sich über einige, ätzende Stoffe zu informieren. Wo wären wir heute ohne Google und Wikipedia?
Nach ihrer Informationsbeschaffung war L zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich froh darüber, in einer Pharmaunternehmung zu arbeiten, hatte sie doch während ihrer exakt 28minüten Mittagspause etwas aus dem Lager zu holen. Ihr guter Freund K würde ihr schon dabei helfen. Mit einem zufriedenen Grinsen nahm sie ihre eigentliche Arbeit wieder auf.
Nach ihrer Mittagspause fand sie eine neue E-Mail vom schweisstriefenden Schwitzer in ihrem Posteingang vor:
Nur zu Ihrer Information: Das Essen im Freddy’s war ausgezeichnet, nur die Bedienung etwas unfreundlich! Sie sorgen dafür, dass ich das nächste Mal zuvorkommend bedient werde! Schliesslich bin ich ein guter Gast und sollte auch so behandelt werden! Das werden Sie nach Ihrem Feierabend machen! Sie werden da vorbeigehen und denen mitteilen, dass ich ein Anrecht darauf habe, zuvorkommend behandelt zu werden!
Ich werde heute Nachmittag früher Feierabend machen. Ich arbeite schliesslich ausgesprochen hart (was man nicht von allen hier behaupten kann). Sie hingegen werden noch Dokument A bearbeiten! Sie wissen schon, das ist irgendwo in diesem grossen Pharmaordner abgelegt. Sie werden es finden! Ich erwarte morgen einen vollständig überarbeiteten Bericht mit Randnotizen! Schliesslich muss ich das bei der Sitzung meinem Boss vorlegen. Also sorgen Sie dafür, dass alles perfekt ist! Ich will mich nicht schämen müssen! Und dieses Mal, erklären Sie diese Fremdwörter gefälligst!  
PS: Bringen Sie mir nochmal so einen Kaffee! Der war nicht so schlecht wie der gestern! Dazu bringen Sie mir noch diese mit Sahne gefüllten süssen Dinger mit dem Puderzucker!
Na wunderbar! Sie wollte heute pünktlich Feierabend machen und mit einem alten Bekannten ins Kino gehen. „Es tobt ein Krieg in mir!“
Sie brachte ihm den Kaffee und die Windbeutel. Der Kaffee allerdings war nicht genau gleich, wie der vom Vormittag. Beinhaltete er dieses Mal ein paar Tropfen einer übern Mittag aus dem Lager geholten Flüssigkeit. „Wohl bekomms!“
Sie würde diese Tropfen allerdings über einen längeren Zeitpunkt anwenden müssen, ehe sich eine Wirkung zeigen sollte. Sie hatte ja Zeit.
Ihr Blick fiel auf die kleine schwarze Deospraydose, die auf ihrem Schreibtisch stand. Sie würde eine aus dem Waschraum der Männer mitgehen lassen. Das war sicherer. Morgen.
Am Tag darauf kam der Schwitzer nur für kurze Zeit ins Büro. L wusste warum. Er setzte sich, wie jeden Morgen, mit seinem breiten Hintern auf ihren Schreibtisch, schaute auf sie herab und gab seine üblichen Floskeln preis: „Na, L. Wie geht es uns denn heute. Ist Dokument A erledigt?!“
Mit der rechten Hand griff er zum Deo und besprühte sich damit. Bereits früh am Morgen zeichneten sich Schweissränder auf seinem Hemd ab. Nicht nur unter den Armen. Wieso trug er auf immer diese hellblauen Hemden? Mit Schwarzen würde diese konstante Bewässerungsanlage immerhin ein wenig vertuschen können.
Etwa 10 Minuten später verliess er das Gebäude fluchtartig und tippte von unterwegs eine E-Mail an L über sein veraltetes Blackberry:
L! Ich werde heute nicht mehr kommen! Sie besorgen das Alltagsgeschäft! Enttäuschen Sie mich nicht!
L grinste fies und dachte sich nur, dass er wohl morgen auch nicht erscheinen wird. Überhaupt die ganze Woche nicht. Ja, gewisse Liquide überzeugen doch in ihrer einfachen Anwendung. Der gute Schwitzer würde nun einige Tage noch übler riechen. Buttersäure richtig eingesetzt, kann wahre Wunder bewirken.
Dies jedoch sollte nur der Anfang sein…
Am darauffolgenden Tag erhielt sie zwei Fläschchen von ihrem Kollegen aus dem Labor. Cyanwasserstoff und Schwefelsäure. Sollte das Eine ihn nicht dahinraffen, dann das Andere ganz bestimmt. L machte sich daran, zwei Deoflaschen zu präparieren.
Zwei Wochen später kam der Schwitzer zurück in die Firma. Der Geruch nach faulen Eiern war verflogen. Natürlich konnte er sich nicht erklären, woher dieser Gestank kam und verdächtige auch keinen der Mitarbeiter. Er glaubte, an eine allergische Reaktion auf irgendetwas.
Kurz nachdem er sich mit der blauen Axeflasche besprüht hatte, ging seine Atmung etwas schwerer. Der Schwitzer hatte zur richtigen Deodose gegriffen, begünstigt doch Schweiss die Aufnahme des Cyanid erheblich, da Blausäure eine hohe Wasserlöslichkeit besitzt. Die Sauerstoffbindungsstelle in der Atmungskette der Körperzellen wird blockiert. Durch die Deaktivierung des Enzyms kommt die Zellatmung zum erliegen, was zur inneren Erstickung führt. Darauf reagiert der Körper mit erhöhter Atemfrequenz, was die Aufnahme gasförmiger Blausäure erhöht. Die Zellen sterben schliesslich an Sauerstoff- und ATP-Mangel.
Da er sich immer gerne mit zwei verschiedenen Deos besprühte, griff er sogleich zur roten Axedose. Diese benutzte er weniger als Deo und mehr als Parfüm. Als die ersten Tropfen seine Haut berührten, spürte er ein leichtes Brennen. Gleichzeit machten sich die ersten Anzeichen der Cyanidvergiftung bemerkbar. Dem Schwitzer wurde furchtbar schwindlig und so stürzte er noch im Waschraum stehend, zu Boden. Er begann zu hyperventilieren und rang nach Sauerstoff. Nur schwach nahm er wahr, wie sich die Schwefelsäure allmählich durch seine Haut frass. Hätte er um den Inhalt der beiden Deodosen gewusst, wäre er L sicherlich dankbar um die Blausäure gewesen. Denn ohne die hätte er sich im grossen Spiegel des Waschraumes liegen sehen mit weit offenen Wunden an den Stellen, an denen die Schwefelsäure seine Haut getroffen hatte und sich immer tiefer ins Fleisch zu fressen begann. Danach wäre ein langer qualvoller Heilungsprozess eingetreten, mit sehr schmerzhaften und nur langsam und schlecht verheilenden Wunden. Dank der Blausäure blieb ihm dies erspart. Er verlor das Bewusstsein und blieb reglos auf dem weissen Kachelboden liegen. Die Blutlache um seinen reglosen Körper wurde stetig grösser. Die Wunden tiefer.
Als er gefunden wurde, oder zumindest das, was von ihm übrig geblieben war, waren die Stellen seiner Haut, die nicht zerfressen worden waren mit, bei Cyanidvergiftungen üblichen, leuchtend roten Livores versehen.
Für alle die, die es wissen möchten:
Es war viel von ihm übrig geblieben. Doch war der Anblick nicht unbedingt schöner Gestalt. Frass sich die Schwefelsäure durch seinen Bauch, worauf das im Überfluss vorhandene Fett herauszurinnen begann. So lag er letzten Endes in einer Suppe aus dickem roten Blut und einer weiss-gelblichen Flüssigkeit, die sich mit dem Blut vermischte.
L’s Gedanken beim Anblick des Leichnams waren recht positiv, möchte man sagen. Sie dachte sich, dass seine Schweissdrüsen nun endlich verätzt waren und er auch gleich ein paar Kilo abgenommen hatte. Sie betrachtete dies als eine äusserst positive Wendung und lächelte zufrieden.