Donnerstag, 4. Juli 2013

Sprachaufenthalt des Grauens - Einleitung



17-jährige Deutsche bei Sprachaufenthalt in der Slowakei vermisst
Die 17-jährige Yvonne G. aus Hamburg wird seit nunmehr 3 Tagen vermisst. Am vergangenen Wochenende reiste sie alleine in die Slowakei um ihren Sprachaufenthalt anzutreten, für den sie so lange gespart hatte.  Bei ihrer Gastfamilie Andrej und Nevenka K. ist sie jedoch nie angekommen. Eine gross angelegte Suchaktion….

Angelika schloss das Zeitungsapp auf ihrem iPhone wieder. Mehr wollte sie gar nicht wissen. Wer geht auch schon in die Slowakei?!  Ausserdem waren solche Meldungen ja an der Tagesordnung. Wenn es nicht wieder eine Massenvergewaltigung in Indien oder ein Erdbeben in Japan, eine erneute Atomkatastrophe, Hochwasser in Deutschland oder ein Krieg oder Proteste oder ein Bombenattentat oder ein Selbstmordattentäter oder ein Autounfall oder oder oder war, dann verschwand mal wieder ein Mensch, irgendwo in einem Land, mit dem sie nichts zu tun hatte.
Sie blieb in der Schweiz, wo es sicher war. Nie im Leben würde sie die sichere Umgebung von Rafz verlassen. Das höchste der Gefühle, war ja schon, dass sie hin und wieder in Zürichs Innenstadt essen ging. Aber ganz allein ins Ausland? Im Leben nicht!
Und spätestens seit Eli Roth‘ HOSTEL sollten die Menschen, die Slowakei meiden. Ausser man hätte Freude daran, verschleppt und zu Tode gefoltert zu werden…
Tja, und so erging es jetzt bestimmt dieser Nevenka… nein Yvonne. Irgendwo hatte man ihr aufgelauert und sie verschleppt. Hinterher einem gut zahlenden Menschen verkauft, von dem sie nun gefoltert wurde. Arme Yvonne. Sie würde niemals heiraten. Niemals zwei Kinder bekommen. Einen Jungen und ein Mädchen. Niemals. Sie würde sterben ehe sie dazu kommen würde…
Na ja, und wenn sie diese Yvonne finden sollten, sollte man ihr noch eine runterhauen! So dumm und leichtsinnig kann man doch gar nicht erst sein!

Im Fernsehen wurde auch über das Verschwinden der Yvonne G. aus Hamburg berichtet. Die deutsche Polizei arbeite eng mit der slowakischen zusammen.
Sie war nach Wien geflogen und von dort mit dem Reisebus zum Bahnhof gereist, wo sie in einen Zug nach Bratislava eingestiegen war. Dies war sicher, da sich der Schaffner an sie erinnern konnte. Sie hätte ihm das Ticket gezeigt und gefragt, ob das auch der richtige Zug sei und ob der auch pünktlich in Bratislava ankomme. Sie wäre zum ersten Mal alleine unterwegs und würde die nächsten 3 Monate in der Slowakei bleiben um die Sprache zu lernen.
Der Schaffner habe sich noch gefragt, wieso man Slowakisch lernen will, wo in der heutigen Zeit doch Chinesisch treffender wäre. Aber die jungen Leute von heute seien ihm ohnehin alle suspekt…
Er erinnerte sich auch daran, dass sie den Zug am Bahnhof von Bratislava verlassen und ihm noch zugewinkt hatte.
Ein Mann erinnert sich, ein dürres Mädchen mit viel Gepäck gesehen zu haben, das alleine unterwegs war. Sie stieg in ein schwarzes Auto ein. „und fuhr so aus dieser Geschichte davon…“ dachte sich Angelika mit einem fiesen Grinsen im Gesicht.
Die Suche wird nun in der Slowakei fortgesetzt.
Schliesslich wurden noch Freunde und Familie gezeigt, die in die Kamera heulten und die für solche Situationen typischen Sachen sagten. Angelika fragte sich, ob die ein Skript bekommen hätten… Sagen doch alle immer das gleiche. Was für ein guter und netter Mensch sie doch war blabla… von allen gemocht… blabla…
Schliesslich zeigten sie Yvonnes Bruder, der mit verheulten Augen und pseudo finsterem Blick in die Kamera schluchzte, jedoch versuchte das Schluchzen zu unterdrücken. So kamen hohe piepsige Laute aus seinem Mund als er tatsächlich eine Drohung ausstiess. „Wenn ihr das seht un meine Schwesta habt, dann schwöa ich euch, ich töte euch! Ich werd euch alle töten!“ Angelika konnte sich nicht mehr halten vor Lachen! Sie hoffte inständig, dass irgendjemand so geistesgegenwärtig war und dieses Video auf youtube gestellt hatte, damit sie es sich immer und immer wieder ansehen und darüber lachen konnte.
Wen wollte dieser Typ eigentlich mit seinem Auftreten beeindrucken? Seine Haare waren zu etwas wie einem Iro zusammengegelt. Sein grauer Pullover hatte Löcher und auch die schwarze Cordhose (wer trägt heute noch ein Cordhose, der kein kompletter Öko ist?!) hatte ebenfalls einige Löcher.
Na ja… Bruder, diese Typen, die deine Schwester entführt haben, werden sie jetzt ganz bestimmt frei lassen, weil sie so vor deinem Anblick erzittern… haha
In dem Moment piepte ihr iPhone. Auf dem Display erschien das grüne Symbol von Whatsapp. Daneben stand:
Mia’s little iPhone:
Ich habs! Habe eben die Zusage bekommen! Sprachaufenthalt in Japan – Ich komme!!! Angiiiii komm rüber! Hab ne Flasche Moet Pink! Lass uns feiern!