Sonntag, 23. Februar 2014

Der neue Lehrer

Was er über seinen Vorgänger wusste, waren recht unerfreuliche Sachen. Um sich bei seiner Klasse beliebt zu machen, wollte er dessen Fehler nicht wiederholen. Frischen Wind ins Klassenzimmer bringen! DAS, ja das war seine Mission! Er würde es schon schaffen!

Seine Klasse, eine Abschlussklasse bestehend aus 16-jährigen starrköpfigen Teenagern, beäugte ihn sehr kritisch. Auf seinen Morgengruss wollte kaum einer eingehen. So schrieb er seinen Namen in grossen Lettern mit weisser Kreide an die Wandtafel.
Gernot Rudolfshain
Seine Schüler tuschelten. GerNOT, ja in Note werden wir den versetzen!
Er drehte sich um und schaute mit seinen leuchtend blauen Augen in die finster dreinblickenden Gesichter seiner Klasse 4B. Einer der Schüler drückte auf dem Mobiltelefon herum, was zu dem Zeitpunkt eher aussergewöhnlich war.
Er nahm die Kreide wieder auf:
Gernot Rudolfshain
Als er sich mit seinem blonden Haarschopf wieder umdrehte, schaute er in lauter fragende Gesichter. So versuchte er es auf die gönnerhafte Art. "Nennt mich Gernot.", verkündete er sich seiner Sache sicher.
Er hatte die Kids! Das Eis schien gebrochen!

Gernot merkte nicht, wie ihm alles entglitt. Anfangs mochten ihn alle Schüler, doch mit der Zeit tanzten sie ihm auf der Nase herum. So brüllte er den Jungen mit dem Mobiltelefon nahezu täglich an, das (anfänglich) Ding und (schliesslich) das scheiss Ding wegzulegen. Der Junge grinste hämisch und telefonierte während den Stunden.
Gernot wollte hart durchgreifen und bediente sich den Methoden seines Vorgängers. So brüllte er den Jungen mit dem Mobiltelefon an, er möge dieses verdammte scheiss Ding endlich weglegen, sonst müsse er nachsitzen!
Da kicherte das aufsässige dicke Mädchen in der 2. Reihe. Auf seinen grimmigen Blick reagierte sie mit abwertendem Gelächter.
"Gernot, du bist ein Versager! Glaubst du wirklich, du kannst herkommen, einen auf Kumpel machen und dann wenn dich keiner ernst nimmt, auf streng machen? Bei deinem Vorgänger hats funktioniert. Das war auch ein Despot. Aber du? Sorry. No chance."
Weitere Stimmen meldeten sich in ähnlicher Weise:
"GerNOT, oh GerNOT, sehe sie doch, deine NOT!"
"Hey Keule, nimms easy. Kriegst die Kohle ja doch - egal ob der Laden läuft oder nicht!"
"Ja Alter! Meinst musst jetzt auf dicke Hose machen und wir nehmen dich ernst?"
"Komm runter. Mach dich nicht lächerlich!"
"Ja Gerni, ziehs durch! Sind ja nur noch 10 Monate!"
"Rudi bleib zuhaus. Wir rocken die Bude schon!"
"Ey Chef, du hast eh keine Ahnung, von dem was du tust. Also lass es! Wir wissens besser!"
"Joa! Wir sind die Chegger! Verzieh dich!"

Gernot wusste sich nicht mehr zu helfen. So verliess er sein Klassenzimmer auf der 7. Etage und ging nach unten ins Lehrerzimmer. Dort heulte er sich bei den anderen Lehrern und dem Hauswart über seine Klasse aus.
"Ich ertrage das nicht mehr! Die tanzen mir auf der Nase rum! Ich verstehe das nicht! Schlimmer als mein Vorgänger kann ich ja kaum sein! Wieso machen die das?! Ich habe die Kontrolle verloren. Jeder macht, was er will! Ich habe versagt... *snieff* Wie bekomme ich die je wieder in den Griff?! Es ist nicht auszuhalten, was da abgeht! Ich drehe noch durch! *snieff* Meine Klasse... Chaos! Das sind keine Teenager, das sind Monster! Monster, die mir entglitten sind! Oder es waren keine Monster und ich habe sie zu welchen gemacht... Ich will nicht mehr!"

Keiner der Teenager der Klasse 4B hätte sich je träumen lassen, was sie am kommenden Tag im Klassenzimmer vorfanden. Der leblose Körper des revolutionären Lehrers Gernot Rudolfshain hing, an einem um den Hals geknüpften Strick, von der Decke. Die beigefarbene Hose wies dunkle, durch die letzte Darmentleerung hervorgerufene Flecke auf. Die Hitze des Sommers bildete mit den Fäkalien einen unerträglichen Geruch, der noch Wochen nach seiner Bestattung im Zimmer hing.
An seinem rosafarbenen Hemd war eine DIN A4 Seite befestigt, auf der geschrieben stand "Ich wollte nicht hören, ich wollte nicht sehen und ich wollte nichts sagen.  Ich habe versagt."

Ein Gewinn für die Menschheit

Unschlüssig darüber, ob sie angesichts der gegenwärtigen politischen Situation etwas über die Herkunft ihres damaligen Vorgesetzten sagen soll oder nicht, sitzt sie vor ihrem Macbook Air... 

Jener Tag wird in die Geschichte eingehen als "Der Tag, an dem ihr Gesicht stillstand - und zu einem Dauergrinsen erstarrt war".
Wir schreiben den 31. Oktober 20XX, einen "kalten Winterbastard" von Morgen. Draussen ist es noch dunkel, wie könnte es auch anders sein, wenn man das Studio um 05:10 Uhr verlassen muss... Der Weg zum Hotel ist zu Fuss zwar nur an die fünf Minuten lang, aber man muss ja 10 Minuten vor der Zeit anfangen, nicht wahr? 

Obschon das Frühstück offiziell um 06:00 Uhr beginnt, stehen die ersten geschäftigen Gäste oft schon gegen kurz nach halb sechs verwirrt um sich blickend im Restaurant. So auch an diesem letzten Tag im Oktober 20XX. 
Zusammen mit der Lehrtochter wird sie das Frühstück bewältigen, was an diesem ruhigen Tag leicht machbar ist. 
Gegen 08:00 Uhr kommen zwei Menschen gleichzeitig auf sie zu und sprechen sie an. Einerseits der gefürchtete (und von ihr verachtete) Managing Director, den wir (um etwaigen Proceßen zu entgehen) Jochen Kruse nennen, andererseits ein chinesischer Gast. Da der Gast Vorrang hat, wendet sie sich diesem zu. Kurz darauf betritt sie das Office, wo der gute Jochen Kruse, mit der Frisur eines 12-jährigen Schuljungen, abgespreizten Fingers den Zucker in seinem Kaffee umrührt. Angesichts der vier Zuckertütchen, hiesse es wohl eher, "den Kaffee in seinen Zucker rührt"... 
Nun gut, den Blick in seine Tasse gerichtet, herrscht er sie an: "Haben Sie verlernt guten Morgen zu sagen oder was?!" 
Es folgt der 1:1 Dialog:
"Guten Morgen Herr Kruse, geht es ihnen gut?", sagt sie ganz unbekümmert, wohl wissend, was am Abend zuvor geschehen war.
"Ja! Aber ich glaube ihnen geht es nicht mehr gut, oder?!"
"Mir geht es wieder besser, danke der Nachfrage." war sie doch die Tage zuvor von einer üblen Magendarm heimgesucht worden, was unter Anderem Grund für dieses Wortgefecht war...
"Sie sollten sich besser mal entschuldigen, für das, was am Samstag hier los war!"
"Ich? Wofür denn?"
"Sie haben ja keine Ahnung, was hier los war!", worin er sich kräftig irrte. Natürlich war ihr bereits zugetragen worden, was sich an besagtem Abend so alles ereignet hatte:
Einerseits hatte er sie alleine im ausgebuchten Restaurant eingeteilt gehabt. Alle anderen sollten im Saal eingesetzt werden. Weil sie aber aufgrund der Magendarmgrippe nicht anwesend war, musste er ans Werk. Gäste, die ein 3-Gang-HP-Menü gebucht hatten, bekamen plötzlich ein 5-Gang-Menü. Die Gäste mussten recht lange auf ihr Essen warten, da er teilweise vergas, Tische abzurufen. Sei er angeblich runter in die Küche gerannt und habe gebrüllt, er brauche sofort das verdammte Fressen für Tisch 11! Die warten schon eine Ewigkeit! Vom Sous-Chef kam nur die Reaktion, dass sie keinen Bon für Tisch 11 hätten. Das wäre ihm grad scheissegal! Er brauche das verdammte Essen! Worauf der Sous-Chef entgegnete, dass es kein Essen ohne Bon gebe, Weisung von ihm persönlich. So hätte es in seinem Gehirn kurz rotiert und er habe wohl überlegt, wie viel Sinn es machte, noch weiter zu diskutieren, oder ob es nicht klüger wäre, wie jeder Kellner, an die Kasse zu gehen und den Tisch abzurufen. Er entschied sich für Letzteres, worauf er dann auch das Essen bald bekam. Er sei so etwas von abgesoffen. Da wären Gäste ganz ohne Getränke gewesen, andere hätten den falschen Wein bekommen, und so weiter. 
Sie erfreute sich an diesen Nachrichten natürlich, hatten der gute Jochen Kruse und sie doch einmal ein Gespräch, in dem es darum ging, dass er gerne mal ihr Jöbchen machen könne und sie seinen harten Job! (Aus sicherer Quelle wusste sie, dass er sich gelegentlich einer Flasche Weisswein widmete, worauf sie fast gesagt hätte, "Im Büro sitzen, Leute schikanieren und Weisswein trinken, ja ich denke, nach ein paar Jahren des harten Studiums, schaffe ich dies auch", um der Quelle nicht in den Rücken zu fallen, unterliess sie es aber) Tja, offenbar war er doch nicht in der Lage ihr "Jöbchen" zu bewältigen.

"Hier war das reinste Chaos! Andere hatten auch ein bisschen Magenschmerzen, aber die sind alle zur Arbeit gekommen und haben sich nicht einfach so einen schönen Abend gemacht, nicht so wie sie, die sich einfach mal so eine 4-tägige Auszeit nimmt!"
"Herr Kruse, ich war wirklich krank."
"Och, SIE tun mir aber leid... Da kommen mir gleich die Tränen!"
"Hätte ich herkommen und über ihren Schreibtisch kotzen sollen, damit sie mir das glauben?"
Ein irritierter Blick, da nicht gewohnt, dass ein Mitarbeiter so mit ihm spricht, gefolgt von einem seichten Lächeln.
"Und wenn ich sie schon anrufe, könnten sie auch ans Telefon gehen!"
"Ich war die ganze Nacht damit beschäftigt, mich zu übergeben und habe folglich am Nachmittag geschlafen."
"Sie haben mein vollstes Mitleid!"
"So etwas will und brauche ich nicht, Herr Kruse. Merken sie eigentlich, in welchem Ton sie mit den Mitarbeiterin reden? Das ihre Ausdrucksweise ebenfalls zu wünschen übrig lässt? Genauso die Ansage auf meiner Combox."
"Was soll denn damit gewesen sein?!"
"DAS wissen sie selber ganz genau. - Schön dass sie ans Telefon gehen! - und dann war noch das wegen der -angeblichen- Krankheit."
"Genau! Ich bekomme noch ein rechtsgültiges Zeugnis von ihnen!"
"Herr Kruse, ich habe den Arzt gefragt, ob das so gültig ist. Selbst wenn er es auf ein Stück benutztes Toilettenpapier geschrieben hätte, wäre es gültig."
"Das ist mir scheissegal! Das akzeptiere ich jedenfalls so nicht!"
"Wie sie meinen. Gerne bringe ich ihnen heute Nachmittag ein Neues."
"Ich bitte darum!"

Während dem Gespräch musste sie ihn 5x fragen, ob es ihm denn lieber wäre, wenn sie den November nicht mehr machen würde. Ging ihr eigentlicher Saison-Vertrag nur bis Ende Oktober, wurde aber angefragt, den November durch noch zu bleiben. Natürlich hatte er diese Frage immer umgangen.
Schliesslich:
"Nein Herr Kruse, ich behafte sie jetzt darauf. Ziehen sie es vor, den November ohne mich zu machen?"
Er wägte offensichtlich kurz ab, was das zu bedeuten hätte. Einerseits wollte er sie nicht mehr im Hotel haben, andererseits waren sie dann eine Person zu wenig - und er hatte keine Lust noch einmal im Service auszuhelfen.
"Das müssen sie entscheiden!"
"Gut, dann habe ich heute meinen Letzten."
"Dann bekomm ich aber noch eine schriftliche Kündigung von ihnen!"
"Ja, bringe ich ihnen heute Nachmittag sehr gerne vorbei."

Das erstaunlichste an dieser Unterhaltung war, das er sie permanent angebrüllt hatte, sie aber total ruhig geblieben war. 
Sie hatte die Stimme ihrer Mutter im Kopf, die sagte, sie solle ruhig bleiben und bloss nicht ausfallend werden. An diesen Rat hielt sie sich - fast...
Als er das Office durch die Bar verlassen wollte und ihr den Rücken gekehrt hatte, konnte sie nicht umhin, ihm noch einpaar abschliessende Worte mit auf den Weg zu geben: 
"Sie sind ein Gewinn für die Menschheit, Herr Kruse." , sagte sie im Ton von Peter Jecklin in der Rolle des Rico Prader in "Grounding". Er blieb darauf kurz stehen, ging dann aber weiter. Der Mann, im Sessel der Bar sitzend, hielt sich die Zeitung vors Gesicht und lächelte ihr gewinnend zu, als sie an ihm vorbei ging. Die Gäste im Restaurant hatten alles mitbekommen, war das Office doch recht ringhörig. Zwei junge Schweizer hörte sie sagen "War das der Chef? Scheisse was für ein Arschloch!", ein Rentnerpärchen meinte, "Das hat sie richtig gemacht! So eine Person sollte kein Chef sein!"
Alle Gäste nickten ihr gewinnend zu, die einen lachten permanent. 
Den ganzen Tag über hatte sie ein breites Grinsen im Gesicht, was bis zum Abend dann doch ein bisschen schmerzhaft war... -_^

-> Kurz nach ihrer Kündigung, wurde Jochen Kruse entlassen. Man benötige seine Dienste nicht mehr, hiess es seitens Management. 
Ausschlaggebend dafür waren wohl seine Nachricht auf ihrer Combox (welche sich als Soundmodul in diesem Blog, sicher gut machen würde), welche die Direktorin zu hören bekommen hatte. Dazu kamen noch diverse belastende Aussagen einiger Angestellter. Es machte den Anschein, als wäre Mobbing für ihn die wichtigste Führungsqualität gewesen. Von den weiteren Anschuldigungen und der darauffolgenden Gerichtsverhandlung erfuhr sie nichts. 

Montag, 17. Februar 2014

There is someone walking behind me...

Im DVD-Player rotierte Final Destination 3. Im Kino war ihr die Ironie des Songs nicht aufgefallen. Oder doch, und sie erinnerte sich einfach nicht mehr daran... There is someone walking behind you ertönte aus dem Autoradio, just in dem Moment als sich der führerlose LKW bedrohlich den Akteuren näherte...
Über solche Ereignisse amüsierte sie sich jedes Mal erneut. Schliesslich konnte sie da noch nicht ahnen, dass dieser Songtext bald Bezug zu ihrem Leben nehmen würde...

Sie war ein Freak, lebte in einer Welt bestehend aus Filmzitaten. Sie war das personifizierte IMDB. Oft wurde sie von anderen Filmfreaks so bezeichnet, was sie mit Stolz erfüllte.
Kontakt zu Gleichgesinnten pflegte sie nur über Foren und Chatrooms im Internet. Wahre Freundschaften kannte sie nicht. Hatte sie nie kennen gelernt. In der Sparte about me ihres Chatprofils stand daher, wie nicht anders zu erwarten, ein Filmtitel, dem es nichts weiter hinzu zufügen gab: Odd girl out

Ihre besorgte Mutter warnte sie vor der Gefahr aus dem Internet. Da würden sich nur Pädophile und anderweitig Geisteskranke herumtreiben. 
Ihre Mutter hatte keine Ahnung! Na ja, vielleicht doch, in Anbetracht des Films Megan is missing... Aber IHR würde so etwas nicht passieren. Schliesslich traf sie sich nie mit Menschen. Also wäre die Chance, als Leiche in einer blauen Plastiktonne verscharrt zu werden, sehr gering.

Ihre zahlreichen Accounts wurden plötzlich vermehrt angeklickt. Anhand der IPs erkannte sie, dass da draussen jemand war, dem sie wohl imponierte. Sie erntete immer mehr und mehr Klicks und Likes. Von jener IP schienen verschiedene Konten auszugehen. Möglicherweise ein Internetkaffee? 

Sich über ihre ansteigende Popularität im Internet freuend, machte sie sich, nichts böses ahnend, auf den Weg zur Arbeit. Die Arbeit... Ein Ort, für welchen sie diverse treffende Filmtitel aufzählen konnte: 
Cube, Ein Gebäude voller Räume, in welchen grosse Gefahr lauerte, wie bei ihrer Arbeit als Zimmermädchen... 
Stephen King's Misery, weil sie sich angesichts ihrer Cheffin, wie Paul Sheldon fülte...
Men behind the sun, weil sie sich teilweise in der Rolle eines "Baumstammes" wiederfand. Als unfreiwilger Teilnehmer an einem Experiment der Unit 731...
Das Haus der Vergessenen, weil die gefangenen Kinder, genau wie der Abteilungsleiter und dessen Assistenz, nichts hörten, nichts sahen und nichts sagten... 
Und so weiter... 

Immer öfter hörte sie auf dem Heimweg Schritte hinter sich, konnte aber nie jemanden sehen. In ihrer Handtasche lagen alsbald eine Schere, ein Springmesser, ein Butterfly, ein Pfefferspray als auch Schlagringe verborgen. Sie wollte sich ja verteidigen können...- im Ernstfall... 

Eines Tages sah sie eine finstere Gestalt unter ihrem Fenster stehen. Sie meinte, jene Gestalt auch auf dem Heimweg schon gesehen zu haben. War sie in Halloween?! Verfolgt von Michael Myers?! Wohl kaum! Aber ganz wohl war ihr nicht mehr... 

Als ob dieser Stalker nicht schon genug gewesen wäre, nahmen auch die Mobbingattacken seitens ihres Abteilungsleiters zu. Er liess keine Gelegenheit aus, um ihr eins reinzuwürgen. Zum einen waren ihre Arbeitszeiten Jenseits von Eden und auch aus ihren 2 freien Tagen wurde ein Tag und zwei halbe. Er kritisierte sie, wo er nur konnte. Ihn hätte man in einer blauen Kunststofftonne verscharren sollen! 

Die Gestalt trieb sich täglich vor dem Plattenbau herum, in dem sie wohnte. Sie erhielt anonyme Anrufe und dazu fand sie nahezu jeden Tag einen anonymen Brief in ihrem Briefkasten vor. 

Ihre Mutter meinte, das wäre bestimmt einer dieser Freaks aus dem Internet! 
Woher hätte sie denn wissen sollen, dass es ihrer Tochters Chef war, der sie stalkte und belästigte? 
Der freundlich und sympathisch wirkende blonde Mann mit den trübblauen Augen, der sie immer so fröhlich anlächelte, wenn sie ihre Tochter von der Arbeit abgeholt hatte... 

Im Gerichtssaal gestand er dann seine Tat ein. Er sei es gewesen, der das 18-jährige Mädchen brutal vergewaltigt und sie anschliessend, bei lebendigem Leib, in den grossen Wäschetrockner gesteckt hatte. Er hatte so etwas in My bloody Valentine gesehen. Natürlich im Remake von 2009. Sie kannte die Szene aus dem Original von 1981. 

Während ihr verbrühter, mit Blasen überzogene Körper im Trockner rotierte, lief im Radio Don't fear the reaper.

Sonntag, 16. Februar 2014

Der Riss im Raum-Zeit-Kontinuum

Eine Reise in die Vergangenheit sah in "Back to the Future" recht spassig aus. Spätestens in Stephen King's "Langoliers" (aka "Verschollen im Zeitloch") sah man eine andere Version der Zeitreisen. Nachdem Passiern eines Schwarzen Loches erreichte das Flugzeug eine verlassene Parallelwelt, welche zum Schluss *SPOILER* von den Langoliers vernichtet wurde.

So ähnlich ergeht es mir am heutigen Morgen in der Früh. 
Der Bahnhof in Oftringen ist verlassen. Ja noch nicht einmal ein Auto kam mir während meinem Fussmarsch dahin entgegen. 
Kurioserweise ist auch am, sonst belebten, Oltner Bahnhof keine Menschenseele, ja noch nicht einmal eine seelenlose Menschenhülle zu sehen. 
In meinem Wagon des ICN 509 befindet sich ausser mir niemand sonst. 
Der Zug hält in Aarau, was bedeutet, dass zumindest der Lokführer leben muss.
Aber auch an diesem Bahnhof ist keine Spur von Leben auszumachen. 

Meine erste Theorie gilt der Sutter-Cane-Apokalypse, welche ich wohl verpasst habe. Es sei denn, mir wird die Rolle Sam Neil's zu Teil. 
Dann dachte ich an 28 days later. Allerdings waren die Strassen nicht zugemüllt (zumindest nicht mehr als sonst) und es waren weder Blutspuren noch Leichen oder Mutanten zu sehen.
Dann kam ich auf die Theorie mit dem Riss im Raum-Zeit-Kontinuum. Wird es dem Lokführer und mir ähnlich ergehen, wie den Protagonisten in Langoliers? 
Hat da draussen Jemand überlebt, der diesen Eintrag zu lesen im Stande ist?

Was soll ich machen, wenn der HB und auch der Flughafen menschenleer sind? 
Gut, ich müsste dann nicht arbeiten - wohl nie wieder... 

Und falls jemand nicht um die Sutter-Cane-Apokalypse wissen sollte, hier ein kurzer Trailer:

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Donnerstag, 6. Februar 2014

Eine Auszeichnung - ein Abschied

Liebe Leser, geschätztes Publikum

Im Glauben vorsichtig genug zu sein, erstellte ich diesen Blog und schrieb unbekümmert Geschehnisse aus dem Alltag in der Gastronomie nieder. Witzig und unterhaltend waren sie.

Mich unbekümmert in den Gefilden des www aufhaltend, schreibend, lachend und einfach verweilend, begann ich einen Fehler, dessen Echo mich gestern in Form eines Schriftstücks ereilte. Ich möge dies bitte unterlassen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schickte ich meine Texte heute Morgen in die ewigen Jagdgründe. Wurde nicht auch Eric Draven dahingeschickt?
Wäre ich Mrs. Rockefeller und könnte mir, gekleidet in ein CHANEL Kostüm, Pelzmantel um die Schultern und der echten Louis Vuitton (wobei diese Marke ihren Glanz verloren hat, daher eher einer Yves Saint Laurent, oder PRADA) am Arm, die CHANEL goat boots an den Füssen, den Gerichtssaal betreten und die Kosten gleich bar mit Scheinen aus meiner goldenen mit Swarovski besetzten Geldklammer entrichten, würde ich weiterziehen.
Allerdings bin ich nicht Mrs. Rockfeller, noch Mrs. Gates und auch nicht die Tochter Howard Hughes. Ich bin ein ganz normaler "Büezer" aus dem Mittelland, der sich zu beugen hat.

Sollte mein Buch je erscheinen, werde ich mich wohl gen Elba ins Exil begeben müssen. Oder sonst wohin XD Kleiner Scherz am Rande (des Wahnsinns).

Jedem Schriftsteller (noch masse mich mir nicht an, mich so zu nennen, existiert mein Erstling doch in unvollendeter Form zuweilen als xxx.pages) bricht das Herz, wenn er der Zensur unterliegt. Zusehen muss, wie sein Herzblut versiegt. (Die schwarze Spinne). Daher mein weinendes Auge. Das Lachende aber, rührt daher, dass ich zensiert wurde!
Bin ich doch nicht "webfamous" (dies nur in sehr begrenztem Rahmen) und doch wurde ich zensiert!
Meine Werke sind der Zensur zum Opfer gefallen! Zugegeben, es erfüllt mich schon ein wenig mit Stolz. ^_^

Nun denn, "gastrogeplauder" exisitert nun nicht mehr. "snieff"