Donnerstag, 29. Mai 2014

Wenn das Telefon nicht mehr klingelt - eine Reise durch die Wirren der Cablecom

Dieses Ereignis würde, wäre es denn ein Buch, veröffentlicht bei BASTEI LÜBBE in der Reihe "Erfahrungen", den Titel tragen: "In den Fängen der Cablecom - Der harte Überlebenskampf einer Familie ohne Internet und Telefon"

Es war ein warmer Tag im Frühsommer, als der TV die Sender plötzlich nicht mehr in gewohntem (unvorteilhaftem) HD ausstrahlte. Störungen. Der digital receiver war defekt.
So rief mein Vater bei der CABLECOM an und wurde fast schon genötigt sich doch für die HORIZON-Box zu entscheiden. Nach langem Gerede wurde gleich telefonisch ein neuer Vertrag aufgesetzt. Kurz darauf erhielten wir die HORIZON... just to make bad things worse

Am Tag danach funktionierte noch immer nichts. Wieder wurde mit dem Kundendienst telefoniert.
Irgendwann funktionierte dann der Fernseher wieder. Doch der PC meines Vaters wollte sich nicht mit dem Internet verbinden (mein iMac hatte zu diesem Zeitpunkt noch die volle Verbindung -_^). Auch unser Telefon war dann tot.

Wieder rief mein Vater bei der CABLECOM an, langsam nicht mehr so geduldig und auch nicht mehr ganz so freundlich. Wieder hiess es, "bis morgen Abend wird es gehen."

Schliesslich kam ein "Fachmann" vorbei. Fachmann... Er schaute sich das Gerät an. Steckte alle Stecker erneut ein und aus. Installierte die HORIZON neu und meinte, das wars. Mehr könne er auch nicht machen. Er verstehe nicht, warum der PC meines Vaters keine Internetverbindung herstellen könne... Ob die Tochter (also ich) ein Notebook habe, das er sich mal ausborgen könne? Auf den empörten und sehr viel sagenden Blick meiner Mutter, meinte er dann sogleich, dass es auch ohne gehen würde.
Der "Fachmann" ging in den Feierabend - und ward nicht mehr gesehen. Zurück blieb eine Familie ohne funktionierendes Telefon und einem internetlosen Computer.

Am Tag darauf, es war ein Donnerstag, war ich mehr denn je auf eine Internetverbindung angewiesen, hatte ich doch einen Auftrag erhalten, eine neue Webseite zu erstellen. Mein iMac sagte mir aber, dass es kein Netzwerk "M." mehr geben würde. AAAAAAAAAAA!
Wurde unser Modem abgeschaltet, da wir mit der HORIZON ja kein Modem mehr brauchten... Bis morgen Abend wird es dann alles funktionieren, hiess erneut seitens CABLECOM.

Ich installierte die Box erneut und fragte mich, wieso das Kennwort, welches auf der Box aufgedruckt ist, denn FALSCH sei... Denn unser W-LAN war da - mit einem neuen Namen. Nur hatten wir keinen Zugriff darauf.
Schliesslich stellte sich dann heraus, dass der "Fachmann" das Kennwort der HORIZON in das Kennwort unseres W-LAN's geändert hatte. Allerdings hatte er nicht kapiert dass "PW" für Passwort steht und keinesfalls mit ins Passwort des W-LAN's gehörte... So änderten wir unsere W-LAN Kennwörter (auf jedem einzelnen Gerät) mit PW davor und schon hatten wir wieder eine Verbindung zum Word Wide Web. Alle - ausser mein Vater.
Da sollte sich dann, mittels Fachmann bei FUST, herausstellen, dass sich sein Security package nicht mit dem der HORIZON verträgt und deswegen war das W-LAN lahmgelegt.

Das Telefon funktionierte weiterhin nicht. In der folgenden Woche kam ein Schreiben der CABLECOM ins Haus geflattert. Es war ein Standardschreiben von wegen "Herzlich willkommen bei der Cablecom... schön, dass sie sich für uns entschieden haben... hier ist ihre neue Telefonnummer: XXX XXX XX XX
Mein Vater rastete aus! Seit nunmehr 25 Jahren besitzen wir die gleiche Telefonnummer! Was fällt denen ein!
Wieder ein Anruf beim Kundendienst der CABLECOM, der möglicherweise in Indien stationiert ist, sprachen doch ALLE ein recht seltsames "Deutsch"...
Unverständnis bei der Cablecom... Niemand wusste warum und wieso...

Weitere zwei Tage später, war die Nummer noch immer nicht geändert. Ein erneuter Anruf mit Androhung von K-TIPP und BEOBACHTER und Wechsel zur SWISSCOM (die laut Hörensagen auch nicht besser sein soll).
Da wurde mein Vater zu einem Schweizer durchgestellt, der sich der Sache dann angenommen und erledigt hatte.

Nach nahezu 1,5 Wochen ohne Telefon und weiteren 1,5 Wochen mit einer neuen Nummer, haben wir nun unsere, seit 25 Jahren bestehende Telefonnummer wieder zurück bekommen...






Sonntag, 25. Mai 2014

Geisel der SBB

Dieses Ereignis würde, wäre es denn ein Buch, veröffentlicht bei Bastei Lübbe in der Reihe "Erfahrungen", den Titel tragen: "Ich war eine SBB-Geisel - Die verheerende Geschichte im Kampf um die Freiheit"...

Feierabend! Man möchte nur noch nach hause gehen. Geht zielstrebig durch den "Züri HB", um, am Perron angekommen, beim Anblick eines alten "Kriegswaggons" zurückzuschrecken! Man blickt voller Hoffnung dem Zug entlang und sieht, einzig die Waggons der 1. Klasse sind moderner und klimatisiert. Passagiere der 2. Klasse dürfen sich in nicht klimatisierten, fast schon fossilen, Waggons einfinden. Man zieht ernsthaft in Erwägung, 30 Minuten auf nächsten Zug zu warten...
Fenster und Türen stehen weit offen, sodass ein laues Lüftchen durch den stickigen Waggon weht.
Die Wärme ist erdrückend. Die Luft liesse sich in Scheiben schneiden. Die Gemüter der Passagiere bewegen sich zwischen genervt und kochend vor Wut, was die hitzige Atmosphäre noch mehr aufheizt und dann bellt noch einer mit seiner bebenden Stimme in sein Mobiltelefon rein. Da eine Zweite und noch einer. Es werden immer mehr. Ähnlich den "Zombies" in Stephen King's "Cell" mutieren sie von liebevollen Menschen in schnaubende Bestien, tun sie alle ihren Unmut über die "Unfähigkeit der SBB" kund.
"Eine Katastrophe ist das! Ich ersticke in diesem Scheisszug!"
"Scheiss SBB!"
"Sie haben's wieder geschafft, scheiss SBB!"
und so weiter...

Der Zug setzt sich 6 Minuten zu spät in Bewegung. Alle Fenster stehen offen. Es weht ein kühler Wind durch die Waggons.
Irgendwann kurz nach Spreitenbach bleibt der Zug stehen, um sich schleichend wieder in Bewegung zu setzen.
Ich erinnere mich, an die Erzählung einer Bekannten. Sie erzählte mir, wie sie den SBB-Supergau erlebt hatte. Sass sie in einem Zug, kurz vor dem Tunnel bei Spreitenbach, als alles versagte. Das gesamte Schienennetz war lahm gelegt (wegen eines Eichhörnchens... darüber sollte man jetzt gar nicht weiter nachdenken...). Sie war mit unzähligen anderen Passagieren über eine Stunde lang in dem Waggon eingesperrt. Garend. Irgendwann wurden dann die Türen geöffnet und sie konnten ins Freie und frische Luft atmen. Man bedenke hier, dass bei einem Stromausfall auf keine Klimaanlage mehr funktioniert und sich so ein Waggon, in der prallen Sonne stehend, doch recht schnell aufheizt...

Jedenfalls war es dann 19:00 Uhr und wir hatten noch nicht einmal Aarau erreicht. Ich rief meinen Vater an, ob er mich in Olten abholen möchte, was er dann auch getan hat.
Bei Dulliken schlich die Kiste wieder in einem Tempo, dass man jede Schnecke für einen Sprinter gehalten hätte. Der Gestank der Bremsen durchströmte den Waggon. Wir drohten zu ersticken. War dies ein perfider Plan, um die Überbevölkerung im Keim zu ersticken?

10 Minuten zu spät trafen wir dann in Olten ein. Die Anschlüsse konnten natürlich nicht abgewartet werden. Besonders dann nicht, wenn die Passagiere den Zug nicht verlassen. Die Türen der alten Waggons liessen sich nicht öffnen. Wir standen, einander anstarrend, in den Gängen. Wieder stimmte man in Klagelieder gegen die SBB ein.
Schliesslich sah man ein paar Menschen am Zug entlang gehen. Sie mussten von hinten kommen. So machten sich alle Passagiere auf den Weg zum hintersten Waggon, dessen eine Tür offen stand. Ich hatte glücklicherweise nur zwei Waggons zu passieren. Andere Passagiere hatten da einen weit längeren Fussmarsch vor sich. Tatsächlich, diese eine Tür stand unter Einfluss eines ohrendurchdringenden hohen Pfeiftons offen.
Wir gingen neben dem Zug entlang wieder die ganze Strecke nach vorne in Richtung Unterführung. Ein gestresster Schaffner passierte mich rennenderweise und schrie seinem Kollegen zu, dass sich die Türen nicht öffnen liessen. Noch immer gab es ein paar gefangene Menschen, die hinter den Türen standen und raus in die Freiheit wollten...


Wie ich die Unterführung verlassen hatte und bei den Parkplätzen stand, war auch der Zug nicht mehr am Bahnhof. Offenbar konnten doch noch alle Menschen befreit werden.

Während der Heimfahrt sahen wir einen Zug auf der Brücke Richtung Bern stehen. Der stand einfach still, als würde er auf bessere Zeiten warten. Es war eben dieser Zug mit den Kriegswaggons...

Hach SBB, Eure Passagiere lieben Euch für solche Survival-Abenteuer! ^_^


Freitag, 23. Mai 2014

Hanging in the balance

(Orignal German text was written on Saturday, 2013/09/28 "Auf der Kippe")


Her picture in the mirror seemed to be unreal. This woman wasn't her. Couldn't be her. The bursted lip. The dried up blood spatters in her face. The formerly white and now blood soaked summer dress. The dark blue, nearly black, and swollen right eye. From her perfectly drawn black eyelid line were only some dark smudged lines left. Her preferred eyeliner from Shiseido, which had let look her so perfect and so beautiful yesterday, turned her into a monster over night. She was only a shadow of herself now. 

"This is not me!"
She stared into the strange face in the mirror, and that face just stared back.
A parallel universe had just to exist. An other world, in which she was staying in front of the mirror, brushing her hair with a smile and where she was happy. Tears run down over her cheeks. Tears of the lack of comprehension. Tears of fear. Tears of desperation - tears of hate.
The view from her deformed self in the mirror averting, she groped after her scalpel. But she felt no pain. There was a huge and deep wound in her leg. The blood was running down and built a small puddle round her foot. Again and again she dragged the cold blade through her naked skin. Nothing. Just emptiness. There was no sign of the usual relief. The blade felt down. She left the bathroom.
Beside her bed cowering on the cold floor, she was reflecting the past night. How could he have done that? How could she have let him do that? Has she ever been happy together with him?
Certainly they had spent good and beautiful hours together, but they had often fought together as well. Way too often. She couldn't remember, when he had caused her physical pain for the first time. It must have been a long time ago in the past...
Lately, it happened more and more often, that he was hurting her. That he vent his wrath on her. All his accumulated aggressions. Why, she didn't know.
She thought of her best friend, who told her on the phone recently, that she would not recognize her: "I've always looked up to you. You've always been my role model. What happened?! Why do YOU of all people acquiesce that?!" She didn't know an answer. When did this negative metamorphosis start? In former times she didn't acquiesce something from anyone.
She was deeply astonished by the fact, that Vanessa, her best friend, looked up to her. She admired her all the time. Vanessa was such a strong woman and she was so proud of being friends with this "amazon". But now? She was nothing! Because of HIM she had turned away from her friends. Even her horse she had turned away her back, because of her boyfriend was more important. Her boyfriend. Her first boyfriend. Everyone wanted him, but she has got him! And now? What did she has now? Nothing. She had a violent and hot-tempered goon, who had found his true love in cigarettes and alcohol. She couldn't explain, why she was together with such a person for such a long time. What happened with her? She had given him all her love, but it was never enough. She had done everything for him, but it just was not enough. She always had bowed to him. He wanted it that way. He was the lord. He was in authority - always. Contradiction meant torture. She had learned that slowly and painful. She had never lied nor cheated on him. He lied constantly and had some affairs, what she had suspected. Later on, her suspicion should be confirmed. She learned of all his girls and was able to uncover some lies. When she had spoken to him about that, he lost control of his temper, denied everything and threw her one of his combat boots in the face. Despite the pain, she had dared, even presumed to counter something. The answer came in a flash hurtled towards her - in the form of his fist, which gouged between her ribs and his combat boots, with whom he had beaten her until the darkness of unconsciousness occurred her.
While she thought further about it, she took off her stiff summer dress. In some places it stuck on her skin. Stucket the clotted blood. Back in the bathroom she stood unter the shower. The cold water was a blessing. She washed the blood out of her hair and from her skin. She wanted to clean herself. She wanted to wash herself free of her past and so she remained for 50 minutes under the cooling water jet. 


Despite of her injuries, the woman, who was now staring at her in the mirror, didn't look broken and desperate anymore. Something had changed. The eyes of the woman in the mirror shone full of joie de vivre. On her face was a smile of trimuph. In her mind she saw the last pictures of her ex boyfriend. How his motionless body lay on the sofa. He had no more power over her. He was no more the lord over her. 


In the mirror cabinet was still the "murder weapon", which she had to destroy. So she unscrewed the lid of the small dark glass bottle and poured the deadly rest into the toilet. The bottle landed in the trash can. To see was the white label added with the beautifully curved writing "Wolfsbane". Beside lay a book with the title "The deadliest plants of Europe".



Freitag, 9. Mai 2014

In the cemetery of Montmartre

(orignal text was written on Thursday, 2009/03/09 "Auf dem Friedhof von Montmartre")

«In the cemetery of Montmartre, cries from the winter sky»

Cold, the air in February. I can just barely feel my legs yet, but it doesn't matter. I'm remembering the christmas eve. This one fateful night... How tortured he must have been suffering to dead. For hours and hours... and hours... till the end came.
The snow is falling. Again. There is already so much snow on the ground. All the gravestones have got white bonnets. In the winter night, the cemetery looks like it was a beautiful painting.
I'm inflaming the match and lightening the red grave candle's wick with its flame. The shadows of the relief-like letters of his name are dancing with the candle's flame in the wind. Dancing on a cold stone. I'm shivering while I'm reading his name. Erik. Why? Why was it you?! What have I done?!

I'm getting overhauled by the memories of the christmas eve. I see us. Erik and me, dancing at the "Danse macabre". There are others dancing around us. Others like us. Black. All are we wearing black clothes. Erik is wearing a flouncy shirt of white silk combined with a black blazer. Baroque. I'm peering into his green eyes. Everything I feel is love. Deep true love. We are meant for each other.

The ball is over. Too fast. Erik and me are walking through the car park. I'm slipping on a iced place, but he catches me softly. We're laughing. For the first time of my life, I'm happy. Honestly... After my bad childhood with several foster parents, which never have loved me, did I finally find someone, who loves me.

Imperatively do I want do drive the car. I just have the learner's license indeed, but nevertheless am I a good driver. Erik is sceptic. Means it is too dangerous tonight. I insist. I'm looking with begging eyes into his green ones, till he says yes. He is smiling, whereupon his long vampire fangs are visible.  He throws the keys over to me.

The streets are white. The trees are white too. We're driving through a peaceful winter wonderland. We're alone in the streets. The world is us. The future as well.
Erik tells me how deep his love for me is. Everything is perfekt.

I'm slamming on the brakes! I'm trying to alter the course! Everything is turning. I'm losing control... I lost the control over the car. A pound! The crash! The airbag! A dark curtain is falling down. I'm passing out.

Erik is sitting next to me. Perforated with metal and branches. But he is alive. He must have horrible pain. Blood is running out of his mouth.
I wouldn't know that, if I hadn't seen the pictures the police showed me. When the firefighters fetched him out of the wreck of his car after two hours, is he dying.

I can see his green eyes, just as green as the pill with the skull picture. His green eyes. He loves me. The green pill. It promises fun. The green pill. It makes you happy. The green pill.
Erik avoids drugs. Me too, actually... but...
Erik is dead... me too - in some way.

Because of a woman and a bound of rosy elephants in the street did I kill my boyfriend. It was hallucination. Green pills and rosy elephants.

I'm no more able to move. The winter is too cold. I'm crying lying in the snow. The sky is crying too. I can feel its cold tears on my cold skin.
We both are crying. Erik up in the sky and me down here on earth. On the ground.

I'm lying in front of his grave. I can't move anymore. I'm tired. The black curtain. I'm dying.
Can you see me dying? I'm dying alone...

Erik, soon I will be together with you again.