Sonntag, 1. Februar 2015

Buchhändler-Humor und Versprecher

"Meine Kollegin im Computer schaut das gerne für sie nach."

"Kafka gibt es nicht in englischer Übersetzung."
"Das wäre auch sehr kafkaesk!"
"Ein wahrer Buchhändler-Witz" *hust*

"Den nächsten Kunden, der des Grüssens nicht mächtig ist, erschlage ich mit einem Reclam!"
"Wieso mit einem Reclam und nicht mit einem fetten Lexikon?"
"Weil es mit einem Reclam länger dauert und somit schmerzhafter ist!"

Ich erzähle "kompletten Scheiss"

Es war ein ruhiger Winterabend, draussen war es bereits seit rund drei Stunden dunkel und der Feierabend rückte in greifbare Nähe. Ein normal wirkender Kunde betrat den Laden, erkundigte sich nach einem Buch, welches nur noch in einer anderen Filiale vorhanden war, war der Faulheit wegen nicht gewillt die paar Meter zu jener Filiale zu gehen und wollte den Titel bestellen.
Immer wieder wundere ich mich über die Faulheit des Menschen... Man kann bei uns vor der Tür ins Tram ein- und vor der Tür der nächsten Filiale aussteigen. Aber gut.
Der Herr bedankte sich und verliess das Geschäft, verlor sich in der Dunkelheit einer Winternacht, wie sie so nie wieder sein würde. Und ich für meinen Teil, ahnte nichts vom Grauen, welches noch folgen mochte...

Rund 10 Minuten später kam jener Kunde erboster Miene und festen Schrittes in die Buchhandlung geeilt. Seine zur finsteren Fratze verzogenen Gesichtszüge liessen nichts Gutes erahnen. So fauchte er gleich los: "Was erzählen Sie mir eigentlich für einen kompletten SCHEISS?!"
"Entschuldigung?"
"Wenn es in der anderen Filiale vorrätig ist, dauert die Lieferung sicher nicht bis Donnerstag! Dann haben sie es morgen hier!"
"Nein haben wir nicht. Wir beziehen die Waren bei unseren Lieferanten und nicht von anderen Filialen."
"BULLSHIT! Das haben sie immer gemacht! Sie erzählen mir einen absoluten Mist!"
"Was genau ist der Grund dafür, dass sie mich hier so anfahren?"
"Weil sie mich so schlecht bedienen! Wo ist die Chefin?!"
"Um diese Zeit ist weder eine Abteilungs- noch die Filialleitung im Haus."
"Ja klaaaar! Verarschen kann ich mich selbst! Was für ein Zufall!"
"Sie können gerne morgen Vormittag wieder kommen, dann sind meine Vorgesetzten im Haus."
"Wie ist ihr Name!"
Obschon es mehr ein Ausruf denn eine Frage war, sagte ich ihm meinen Namen mit der Frage, ob ich ihm diesen sonst aufschreiben solle. Er stapfte eine Etage weiter und jammerte meiner Arbeitskollegin sein Leid. Diese bestätigte, dass wir keine Ware bei anderen Filialen beziehen. Da schien es allerdings kein Problem mehr zu sein...
Schliesslich kam er wieder in meine Etage und bellte mir entgegen: "Ihre Kollegin hat die Bestellung so ausführen können, wie ICH das GEWOLLT habe! SIE konnte das! Nicht so wie sie! Sie können es nicht!"
"Ja anscheinend muss ich ein richtiger Idiot sein, was?"
"ÄCH!", winkt ab, geht ab.
"Noch einen schönen Abend!"

Mitleidige Kundinnen wünschten mir in freundlichstem Tonfall einen schönen und wohlverdienten Feierabend.

Sollte dieser Mensch nochmals bei mir auftauchen, wird er gleich an einen anderen Kollegen verwiesen. Oder ich erschlage ihn mit einem Buch vom Lappi von Olten. -_^

...und dann fiel eine Tür mit lautem Knall ins Schloss...

Heute wurde mir einmal mehr die Ehre zu Teil einen Stehlunch betreuen zu dürfen.
Ganze 20 Personen (4120 Knochen, man stelle sich das vor!) waren gemeldet. Davon versprach ich mir eigentlich einen ruhigen Mittagsdienst. Denkste.

Der Lunch war aufgebaut, die Küche abgezogen, Vorleger verteilt und da marschierten auch bereits die ersten zwei Gäste ins Foyer. Jenes Foyer grenzt an einen, heute nicht belegten und daher meine Abräumstation beherbergenden, Konferenzraum. Die Abräumstation war auch startklar und wartete nur auf verschwendete Nahrungsmittel, darunter u.a. zerstückelte, marinierte und gekochte Tierkadaverteile, schmutzige Teller und Tassen und einer dieser weissen riesigen Plastikeimer wollte mit schmutzigem Besteck gefüllt werden - ob er das wollte, wage ich allerdings zu bezweifeln, denn wer möchte schon mit schmutzigem Besteck gefüllt werden?

Da ich vergessen hatte, mir ein Plateau, eines der guten, mitzunehmen, ging ich nochmals zurück in die Pantry. Auf dem Rückweg zum Foyer telefonierte ich mit dem Sous-Chef und klärte gewichtige Fragen bezüglich Lunchthemen. Wieder im Foyer (noch immer telefonierend) krähte ein Gast auf mich ein. Ich deutete auf mein Telefon, sagte, ich sei gleich bei ihm und ging in den Konferenzraum. Der leicht cholerisch wirkende und sich nicht ganz unter Kontrolle zu haben scheinende Gast (mit einer gelben Krawatte, die farblich so gar nicht zu diesem leicht beigen Hemd passen wollte), brüllte (ja wahrlich, er brüllte! Es war nicht einfach etwas lauter gesprochen, die Tonlage war bereits in Gebrüll übergegangen) "Ich dachte Sie arbeiten hier!", und knallte, seine ganze Aggression in den Arm packend, die Tür hinter mir zu.
Die aufkeimende Aggression meinerseits versuchte ich sogleich im Keim zu ersticken. Echt, schon wieder? War da nicht erst am vergangenen Samstag einer, der mich als Idiot beschimpft hatte. Was war nur los mit den Gästen? Befinden sich allesamt etwa im Weihnachtsstress und haben in der Hektik des Alltags Anstand und Geduld verloren? Der KNIGGE sollte auf deren Wunschliste ganz oben stehen...

Ja, ich spiele mit dem Gedanken, mir 3-6 graue BZ-Boxen gefüllt mit KNIGGE ins Hotel zu bestellen und jedem Gast, von dem ich denke, er sollte sich diesen zu Gemüte führen, einen mitzugeben...

Witzige Kundenfragen und Ähnliches...

2015/01/xx


"Guten Tag, Ich suche das neue Buch von Daiotschiiines."
"?_?" möglicherweise ein mir unbekannter Schriftsteller?
"Diese weissen Bücher! Von diesem Engländer, der Honig geschrieben hat!"
"Meinen Sie Ian McEwan?"
"Ja genau den!"
gemeint war der DIOGENES Verlag, der genau so ausgesprochen wird, wie er sich schreibt. Nichts Englisches, da in der Schweiz ansässig. 

"Grüezi, Ich suche das Buch XXXX."
"Das ist leider vergriffen."
"Das kann nicht sein! Es ist gelb!!!"
"?_?"