Sonntag, 5. November 2017

Internet-Bekanntschaften

Wer von uns hat nicht schon einmal eine Episode von "The fifth estate" gesehen oder eines dieser TV-Dramen unter dem Label "Lifetime" oder einfach eine jener düsteren Legenden, in denen es um Bekanntschaften aus dem Internet geht?
In unserem hochdigitalisierten Zeitalter, in dem sich bei den Meisten das halbe Leben online abspielt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass man diverse Online-Bekanntschaften macht. So auch ich.

Wer nun auf einen Horrorbericht hofft, in dem ein keulenschwingender Halbnackter in den Wäldern auftaucht, wie das etwa in einem Roman von Richard Laymon der Fall wäre, wird enttäuscht. Obschon auch ich einmal die Bekanntschaft eines Psychopathen gemacht habe... Ich habe überlebt. Dieser Satz war nun völlig unnötig, denn hätte ich nicht überlebt, wäre ich wohl kaum in der Lage, diesen Eintrag zu schreiben, nicht?

Online-Bekanntschaften können bestenfalls zu wahren Freundschaften führen - oder aber man findet sich als missbrauchter Leichnam vergraben in einem Hinterhof wieder... (oder in einem Vorgarten)

Wenn man sich einen Account auf Instagram erstellt, lernt man eine Vielzahl Gleichgesinnter kennen. Mit den Einen unterhält man sich über einen gewissen Zeitraum und irgendwann versandet das dann. Mit Anderen hat man nicht so viel Kontakt und irgendwie ergibt es sich dann, dass man sich trifft, wenn man sich zufälligerweise am gleichen Ort aufhält. In etwa so verhielt es sich bei Sung und mir. Sie hat Bilder von mir gelikt und ich Bilder von ihr. Durch sie bin ich auf Airbnb aufmerksam geworden. Sie ist Koreanerin und lebt derweil in Tokyo, wo sie eine Japanisch-Sprachschule besucht. Als ich im vergangenen Jahr in Tokyo war, haben wir uns auf einen Kaffee getroffen. Wir mochten einander gleich und so lud sie mich zu einem Essen ein, welches ich leider absagen musste. Später dann lud sie mich nochmals ein und ich ging hin. Wir haben zusammen diniert und wunderbare Gespräche geführt. Der Humor ist der gleiche.
In zwei Wochen bin ich wieder in Tokyo und ich freue mich schon wahnsinnig darauf, Sung wieder zu sehen. Tagsüber mit ihr Kaffee trinken zu gehen, einen Ausflug nach Shimokitazawa zu unternehmen und abends ein Bierli mit ihr zu trinken.
Unsere anfängliche Internet-Bekanntschaft ist zu einer wunderbaren Freundschaft geworden.

Auch den Metaldude habe ich im Internet kennengelernt. Wir haben so viel Zeit zusammen verbracht, als ich im letzten Jahr in Tokyo war.
Ich hatte bei ihm übernachtet und mein Leben nicht in seinem Apartment ausgehaucht. Auch befinden sich keine abgetrennten Köpfe in seinem Kühlschrank - zumindest gehe ich davon aus. Mitnichten habe ich in seinen Kühlschrank gespäht, ich gehe einfach davon aus. Aber Jeffrey Dahmer hatte ja den abgetrennten Kopf auch nicht im Kühlschrank, sondern in einer hölzernen Box aufbewahrt - wenn man denn der Verfilmung Glauben schenken darf. Wie dem auch sei, er hat geschlafen und ich habe Always geschaut, ein japanisches Drama, von dem es mittlerweile drei Teile gibt.
Dies bringt mich zu dem Punkt, dass Metaller wohl weltweit gleich gestrickt sind.
Man kann abhängen und tierisch viel Spass haben (und Unmengen von Bierli kippen) und freut sich dann, wenn man sich ein Jahr später wieder sieht. (In zwei Wochen heisst es wieder "Metalnight with the Dude" ^_^)

Und Ihr, oh meine Leser, wartet auf das Abgründige und wollt gar nichts über positive Ereignisse wissen... ich weiss ich weiss... Also kommen wir zum Heiratsschwindler...
Heilige Scheisse (bitte entschuldigt die Ausdrucksweise), über diesen Typen gibt es so viel zu berichten, dass sich ein ganzes Buch füllen liesse.
Die Rede ist von Fucktashi Yasuda, wohnhaft in Nagoya.
Diesen Typen hatte ich im Internet kennengelernt. Er hatte mich auf Skype angeschrieben. Niemand weiss, woher dieser Typ meine Skype-ID hatte... jedenfalls haben wir über einen gewissen Zeitraum online miteinander kommuniziert und als ich in Nagoya war, das war 2015, habe ich mich mit ihm getroffen. Etwas merkwürdig war er schon, aber Frau ignoriert ja gerne... nicht wahr?
Er hatte mir aufgetischt, er sei ein berühmter Rockstar gewesen... Die Leier kannten wir bereits von Masanori Yabuki aka PiCa!, Sänger der nicht bekannten Gruppe Ant1nette... übrigens eine andere verstörende Online-Bekanntschaft, über die sich ein ganzer Roman abtippen lassen würde...
Fucktashi jedenfalls erzählte mir, er sei Kouiji, Sänger von japanischen Gruppen, von denen ich noch nie etwas gehört habe (aber ich bin da ja auch nicht sonderlich versiert). Dass er dem wahren Kouiji so gar nicht ähnlich sieht, sei hier nebensächlicher Natur, denn Fucktashi hat für Alles eine Ausrede bereit. XD
Jedenfalls war ich bereits nicht mehr in Nagoya, sondern im Hilton in Daiba, als ich auf Facebook meine Nachrichten angeschaut hatte und von 2 Unbekannten angeschrieben worden war.
Die eine war Dani, meine Pizzafee, die ich dato noch nicht gekannt hatte. Vermeintliche Freundin von Fucktashi. Sie hatte mir geschrieben, dass dieser Typ ihr Freund sei etc.
Die zweite Nachricht, so lange wie der verdammte Rhein, war von Jason. Er wollte mich vor Fucktashi warnen und hat einfach ALLES, was er wusste, in diese Nachricht gepackt. Ich war sprachlos. Er fragte schliesslich ob wir skypen können und so kam es, dass wir die ganze Nacht über bis zum Morgengrauen mit Skypen beschäftigt waren. Jay ist der Mann von Fucktashi's Exfrau und was die beiden zu erzählen hatten, war jenseits aller Vorstellungen. Schliesslich luden wir auch noch Dani zum Skypen ein und es wurde alles noch viel verworrener...
Jedenfalls war ich dann gut eine Woche später in einen internationalen Kriminalfall involviert, in dem gar das FBI ermittelt hat.
Ja auch so kann eine Online-Bekanntschaft enden... XD
Durch den Heiratsschwindler habe ich jedoch drei neue Freunde gewonnen. An dieser Stelle, vielen Dank Fucktashi, wo auch immer du jetzt sein magst (Knast?)....

Wieso ich diesen Eintrag verfasst habe, der so wage ist, dass man selbst genug Raum für eine ganze Armada an Schlussfolgerungen hat? Keine Ahnung. Es musste einfach raus. 

Passagiere der 2. Klasse

Dies ist der erste Eintrag, den ich via App verfasse. Auf das Ergebnis bin ich gespannt 😊

Die Zugreisenden unter Euch werden wissend lächelnd und denken, "oh ja, das ist mir bestens bekannt." Jene unter Euch, die jedoch mit dem Auto unterwegs sind werden sich denken "Dafuq o_O ?!"

Ich möchte Euch von meinen allmorgendlichen Zugfahrten berichten. Nach den Ausführungen werde ich kurz auf das Klassensystem zu sprechen kommen. 

Die S-Bahn, mit der ich glücklicherweise nur eine Station fahren muss, bergerrbergt folgende Kategorien von Menschen:

Die Schlafenden
Sie werden überleben, sollte die S-Bahn auf jener 5-minütigen Strecke durch ein Zeitloch fahren, wie etwa die Boeing 767 in Stephen King's Langoliers.

Die Gestressten
Wer von Olten nach Basel reisen muss, ist offenbar mit einer (zu) knappen Transferzeit geschlagen. Jene Passagiere verlassen ihren Sitzplatz in der S-Bahn bereits noch ehe "Nächster Halt, Olten" aus den Lautsprechern erklingt. Sie versuchen dann, sich einen Weg durch die herumstehenden Menschen zu bahnen. Haben sie es zur Tür geschafft, drücken ganz hektisch auf den grün leuchtenden Knopf, welcher der Türöffnung dient - noch bevor das Perron überhaupt erreicht worden ist. Kaum hat sich die Tür dann einen Spalt weit geöffnet m, quetschen sie sich durch, als wären sie Indiana Jones und rennen, als vergolgte sie ein Abgsenandter der Hölle zu ihrem Ziel. Manchmal werden Unschuldige mitgerissen. Mit Opfern ist nunmal zu rechnen.

Die "Grusige"
Berufsschüler. Sie reden einander mit "Du Grusige" an und verhandeln gar gewichtige Themen wie es meine 3 Lieblinge heite Morgen wieder meisterlich  getan haben. Das Gespräch verlief in etwa so:
"Du Grusige mann"
"Eee andersch Grusige mann!"
Ein paar Minuten später trifft der Dritte im Bunde ein begrüsst Seinesgleichen mit einem fröhlichen: "Eee Der Grusige!"
Dann vertiefen sie sich in ein Gespräch, das sich in etwa so zugetragen hat:
"Eeee du Grusige! Du seisch emmer so es Wort. Was bedütet dä mann?"
"Was föres Wort mann?"
"Jo der zwei haud... emmer sones Wort. Was bedütet das Wort mann?"
"Besch blöd?! Mer rede vöu Wort!"
"Du Loschtige Aute! E Wort!!! 😂"
"Jo weisch eine seit emmer öpis we Du beschi ond de chond ebe da Wort."
Einige Von den zwei "Grusige" werden Worte vorgeschlagen, welche aber von dem "Loschtige" verneint werden. Die S-Bahn hat 4min Verspätung und ich höre mir das nun bereits 10min an. In der S-Bahn dann wird gesuchtes Wort gefunden.
"Däin!"
"Jooo vooou Aute! Däin! Wa heisst da?"
"Esch chorz för dangerous mann."
"Ey jo mann. Du besch vou däin!"
"I schwöre, i chome ned drus!"
"Jo du besch ou blöd."
Das ging dann so weiter und irgendwann wurde ich in die Freiheit entlassen.

Toilettensitzer
Ich steige in die S-Bahn und die Toilette ist besetzt. Kurz vor dem Stopp in Olten wird die Tür geöffnet und der Kickbordtyp steht mit Kickbord im Türrahmen. Jeden Morgen. Immer beim gleichen Streckenabschnitt. Immer der gleiche Typ.

Der Türsteher
Ein Typ mit Rollaktenkoffer versperrt regelmässig die linke Türhälfte, weil er direkt dort steht. Folglich haben die ein- und aussteigenden Passagiere leicht weniger Platz und so verzögert sich das ganze. Solche Menschen sind ein Beispiel für Verspätungen.

Die Sozialen
Deren Kopfhörer oder Stöpsel von derart schlechter Qualität sind, oder sie selbst einfach bereits hörgeschädigt, dass sie den ganzen Waggon mit ihrer Musik unerhalten.

In Olten dann habe ich sogar bei meiner fast immer verspäteten S-Bahn genug Zeit den IC zu erreichen. Zum Glück muss ich nicht nach Basel. Das wäre mir ZU stressig.
Und dann kommen wir zu den Menschen, die mich im IC begleiten:

Berufspendler
Wer täglich um die selbe Uhrzeit die selbe Strecke fährt steigt eigentlich immer im selben Sektor oder gar im selben Waggon ein und hat oft sogar einen fixen Sitzplatz. Da der Berufspendler aber weiss, dass jener Platz auch mal von einer anderen Person als Arschparkplatz genutzt werden kann, hat er dann noch so 2-3 Alternativen. Sind diese auch besetzt wird er nervös und marschiert leicht gestresst durch den Waggon.

Die Burschikose
Windundwassrdicht gekleidet in THE NORTH FACE mit Multifunktionsrucksack der selbigen Marke auf dem Rücken und Wanderschuhen an den Füssen, erkämpft sie sich täglich ihren Sitzplatz. Sie braucht ein Tischchen da sie immer beim Minibarwäglimann einen Kaffee bestellt. Neben dem Becher breitet sie das Kaffeebecherzubehör aus: Holzstäbli, Serviettli, Zuckerpäckchen und noch ein Päkchen. Ihre "Auslegeordnung" hat keine Ordnung. Während sie ihren Kaffe getuned hat, bietet das Tischchen das reinste Schlachtfeld aus Abfall. ABER, nachdem der Kaffeebecher leer ist, wischt sie mit dem Serviettli über das Tischchen und entsorgt alles in ihrem Becher, welcher dann ein Ende in der Mülltonne findet. 

Die Frühstückerin
Täglich sorgt sie für unangenehme Gerüche. Ausgerüstet mit einem isolierten und gepolsterten Foodbag, einer Handtasche und einer Gabel sitzt sie immer in meiner Nähe. Oder zuminest in Riechnähe. Mit grimmigem Gesicht sitzt sie da und kaum setzt sich der IC in Bewegung kramt sie nach ihrer Tupperware 

BOSE QuietComfort 35
Oben Genanntes hat sich früher ereignet. Vor längst vergangener Zeit, als ich noch täglich gen Winterthur reisen musste, um einer Arbeit nachzugehen, die ich halbwegs interessant fand (und dennoch habe ich alles gegeben), bei einer Unternehmung, bei der ich nie wieder arbeiten würde - auch dann nicht, wenn mich jemand mit vorgehaltener Waffe dazu auffordern würde. Ja, oh meine Leser, ich würde Gevatter Tod die Hand reichen und mit ihm und seiner auf Hochglanz polierten Sense ins Jenseits schreiten.
Es war im Sommer 2017 (auch bekannt als "mein Jahr!"), als meine gute Freundin Betty bei mir zu Besuch war. Wir verbrachten einen warmen und angenehmen Sommerabend mit einer Bierten und interessanten Gesprächen auf meinen Balkon, als Betty mir von etwas berichtete, das ihr Leben verändert hatte. Sie holte ihre BOSE Quiet Comfort 35 hervor und setzte sie mir auf. Ohne die Noise-Cancelling-Funktion eingeschaltet zu haben, waren die Geräusche der Hauptstrasse, welche an meinem Haus vorbeiführt, gedämmt. Ich war verliebt. Und dennoch! dauerte es weitere 3 Monate, ehe ich mir diese absolute Glückseligkeit kaufen sollte...
Als ein Mensch, der täglich in einem Zug der SBB zur Arbeit pilgert, und sich kein 1. Klasse-GA leisten kann (ja Buchhändler verdienen verdammt schlecht in diesem Land), dachte ich mir, ich leiste mir diesen "Luxus". Ich leiste mir diese Lebensqualität. So tätigte ich eine Bestellung bei Microspot. Aus Gründen meiner Knauserigkeit, wählte ich Vorauskasse als Zahlungsmethode. Denn Microspot verrechnet, obschon nicht mehr legal in diesem Land, Kreditkartengebühren. Nie erhielt ich eine Vorausrechnung. Auch auf meine Anfragen per Kontaktformular erhielt ich nie eine Antwort. Mich überkam das Gefühl, dass Microspot möglicherweise mit Orell Füssli fusioniert hatte, wo es ja auch normal ist, dass man keine Antwort auf eine Mail erhält  - oder erst Tage oder gar Wochen später.
Wie dem auch sei, ich ging wieder online, nur um festzustellen, dass die BOSE QuietComfort 35 in Schwarz ausverkauft waren. SCHEISSE! Doch am HB sollte es sie noch vorrätig haben, also hetzte ich zum HB und traf auf eine wunderbare Angestellte. Als ginge es um Leben und Tod fragte ich, ob sie die BOSE QuietComfort 35 noch vorrätig hätten. Sie bejahte und fragte, in welcher Farbe ich sie haben möchte. Schwarz. Sie öffnete eine Schublade und holte eine weisse Packung hervor, auf denen die Kopfhörer abgebildet waren. Sie zeigte mir die Packung und ich sagte, voller Euphorie, dass sie mein Leben rette. Sie lächelte und meinte, "ich weiss... ich hab sie auch." Wir lachten. Ich bezahlte und ging mit meiner Lebensqualität für CHF 299.- von dannen.
Es muss gesagt sein: Betty, für diese Empfehlung werde ich Dich selbst über den Tod hinaus noch lieben.
Ich empfehle diese Kopfhörer jedem Pendler. Sie schalten die Umwelt stumm. Ich muss mir nicht länger das Gedöns aus diesem billig Kopfhörern meiner Mitreisenden anhören.
Hier kam einstweilen die Frage eines Bekannten auf, weshalb Apple so billige Kopfhörer mitliefere. Oh, meine Leser, Ihr wisst, ich bin Apple-Anhänger durch und durch und würde, so blauäugig es auch klingen mag, nichts von dieser Firma in Frage stellen, dennoch! frage ich mich auch, wieso ich von diesen Apple-Ohrstöpsel-Höhrern jeden verdammten Ton mithören muss? Wieso gibt Apple zu seinen iPods und iPhones nicht bessere Stöpsel heraus?
Dennoch! würde ich nie von Apple zu Microsoft wechseln. Zu sehr liebe ich meinen iMac und mein Macbook.
Gegenwärtig ziehe ich in Betracht, mich in einem Apple-Store zu bewerben. Wieso? Ich liebe die Firma, die hinter diesem angefressenen Apfel steckt einfach. Ich liebe deren Produkte.
Ausserdem werde ich mir für meine Lehrtätigkeit ein iPad zulegen (müssen). Im Jahr 2017 sollte man  möglichst auf Papier verzichten... Dies gelänge mir mit einem iPad. Bisher konnte ich mir nur noch nicht für das Richtige entscheiden...

"Öööö FESTA!"
Ich stehe am örtlichen Bahnhof und lese in Patrick Senécal's 7 Tage der Rache, erschienen im FESTA-Verlag, als ich eine männliche Stimme sagen höre "öööö FESTA!". Ich blicke auf und sehe einen Typen, ca. in meinem Alter, mit BOSE QuietComfort 35 als Krone, der völlig begeistert von meiner Lektüre scheint. Unglaublich aber wahr: wir unterhalten uns über Bücher des FESTA-Verlags bis der Zug ankommt. Wir unterhalten uns während der Zugfahrt weiter. XD
Allerdings schien er ein Edward-Lee-Jünger zu sein. Aber ich denke, dass diese Art der Literatur nichts für mich ist. Wenn es denn nur noch sadistisch und abartig ist, dann lasse ich die Rollos runter und vernagle die Fenster. Nichts für mich. Ihr, oh meine Leser, wisst ja, wie ich die Bücher von "Wrath" James White bewertet habe...
Irgendwo ein bisschen Handlung begrüsse ich eben doch... Aber dazu mehr auf meinem Rezensionen-Blog.

 

Freitag, 12. Mai 2017

Von Flugkatastrophen und Massensterben

Ahoihoi meine werten Leser,

Einiges an Zeit ist verstrichen und nun durfte ich doch nach Japan fliegen. Dass eine Flugkatastrophe auf mich warten würde, konnte ich ja beim Boarding nicht ahnen...

...und so beginnt die Leidensgeschichte der Navi M. Gray, die, im Bett ihres Deluxe-Zimmers des PARK HYATT TOKYO liegend, sich überlegt, künftig nur noch BUSINESS CLASS zu buchen... Du, mein Leser wirst nun sagen, dass ist doch viel zu teuer. Da gebe ich Dir vollkommen recht, allerdings bist Du auch nicht Opfer von Frauentausch-Assis geworden, noch hat sich jemand neben Dir übergeben... Aber dazu kommen wir später...


Sehnsucht

Der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Dazu zähle ich mich auch. Nahezu jeden Tag wird mir die Ehre zuteil, zusammen mit Sofito das Wunderkind (nein, es heisst nicht "dem" Wunderkind, da es sich hier um einen Namen handelt) gen Winterthur zu reisen. Nicht genug, dass wir 4 Stunden für den Arbeitsweg benötigen, nein wir arbeiten auch noch in der gleichen Bude und so verbringen wir wohl oder übel (obschon "übel" noch nie vorgekommen ist) nahezu 14 Stunden miteinander. Wenn man sich dann aber allein in einem ÖV wiederfindet und Sofito das Wunderkind nicht zugegen ist, dann reden wir von einem fast schon kafkaesken Gefühl... 
So bin ich dann auch alleine im IC zum ZRH gefahren. Als ich dann in der Boeing 737 der holländischen KLM sass - auf Flug 1958 - ereignete sich so Einiges, worüber ich mich, wäre Sofito das Wunderkind, denn zugegen gewesen, mit ihr amüsiert hätte. 
Den Anfang machte der Holland Herald. Ich schlug ihn auf und blickte direkt auf "HANGZHOU". Die Egoparty hatte begonnen. Der Typ auf Platz 5D hat sich nicht mehr so wohl gefühlt, mit einer Irren so nah neben ihm. Lediglich ein leerer Sitz trennte ihn von mir, die einfach vor sich hin schmunzelte und grosse Mühe hatte, sich zu beherrschen.
Sofito, i dem Senn: 
#HANGSOUHOI


Strömungsabriss & Notlandung in der Nordsee

Wenn man sich über Jahre hinweg mit Flugzeugkatastrophen befasst, wohl alles an Literatur intus hat und nahezu jede Folge von Air Crash Investigation mehrmals gesehen hat, der kennt sich ein bisschen aus. Hat man sich dann auch noch mit der Flugzeugtechnologie befasst, kennt man sich noch ein bisschen besser aus.
Ob dieses Wissen nun dienlich oder eher hinderlich auf einer Flugreise ist, sei dahin gestellt. Jedoch hat man, je nach Problem, eine Ahnung, was einem widerfahren könnte - obschon keine Katastrophe der anderen gleicht. 
Damit ein Flugzeug oben bleibt, braucht es die Strömung. Reisst diese ab, fällt der Metallsarg vom Himmel. Jedes Mal, wenn sich die Kiste nahezu bis zum Maximum neigt, denke ich an Strömungsabriss - allerdings weiss der Pilot, was er tut - nicht so wie ich. 

Dieses Mal ist die B737 eine untypische Strecke geflogen. Direkt über der Nordsee sind wir vorbei an Den Haag und co geflogen. Die 737 war im Sinkflug durch eine hübsche Wolkendecke, durch die man nichts sehen konnte. Ja das erinnert Kenner an LANGOLIERS und den berüchtigten Satz, dass man nicht aus Wolken direkt in eine Betondecke krachen möchte. Unter den Wolken tat sich dann die See auf. Flug KL1958 sank munter weiter und weiter. Das Wasser kam immer näher. Seltsame Geräusche waren zu vernehmen. Kamen sie vom Triebwerk? Möglich wärs. Und wir sanken teilweise etwas holpernd weiter. Als wir dann so tief waren, dass ich die Riffe durch die Wasseroberfläche sehen konnte, musste ich unweigerlich an die Landung auf dem Hudson denken. Wo war SULLY? Würden wir eine Notwasserung hinlegen? Wenn ja, würden wir auch zu den wenigen 3% gehören, die so etwas unbeschadet überlebten? Oder erginge es uns wie zahlreichen anderen? Die 737 würde hart auf der Nordsee aufschlagen, sich überschlagen und zerbrechen. Menschen würden panisch umher schreien. Umherfliegende Gepäckstücke würden sie zum Schweigen schlagen. Gliedmassen würden abgetrennt werden. Eine gewaltige Explosion würde dann die Überlebenden dahinraffen. In den Nachrichten würden Bilder gezeigt, wie Wrackteile geborgen werden. Mein Vater würde einen Anruf erhalten. Meine Überreste, falls welche gefunden würden, kämen in einen schwarzen Sarg - wie beim Desaster auf Teneriffa 1977. Geld würde den Besitzer wechseln. Schön habe ich bei der KLM gebucht, wo es keine max. Limite für eine ausgehauchte Seele gibt. 
Ich musste an Sofito das Wunderkind denken. Sie wäre wohl an Herzversagen gestorben v_v 
Kurz nach dem Noorderbuitenkanaal gab es eine Rechtskurve und wir würden nicht mehr länger auf dem Wasser, sondern über Land abstürzen. Ich habe uns bereits als Einzelteile über die Niederlanden segeln sehen. Doch nichts Dergleichen sollte geschehen - einmal mehr. 
Wir erreichten Schiphol und setzten ganz sanft - typisch für die KLM - auf, rollten dann zum Gate und verliessen unbeschadet die unbeschadete 737. 
- ENDE - 


Massensterben

Als ich dann irgendwann im Holland Herald weiter blätterte stiess ich auf eine Todesanzeige. Wann hat man je erlebt, dass eine Todesanzeige publiziert wird, die den Tod ankündigt? Es ist eine Tragödie. Wir leben in harten Zeiten und Tragödien nehmen täglich zu. Mir ist, nicht erst seit King's Erzählung Everything's eventual bewusst, dass Alles ein Ende hat. Jeder findet sich früher oder später mit Gevatter Tod konfrontiert. Und doch will ich es nicht akzeptieren. Und mit mir eine Vielzahl an Nostalgikern und Menschen mit gutem Geschmack. Sind wir ehrlich, welcher Mensch, der noch bei Trost ist, der noch all seine Sinne beisammen hat, der noch im Besitz seiner geistigen Kräfte ist, würde auch nur einen Dreck darum geben, wenn es einen Airbus beträfe? Es betrifft aber kein Modell der Marke Airbus (der Name schon...) es geht hier um das Aussterben der Königin der Lüfte. Auf meinem ersten Flug nach Japan, sass ich im Bauch einer 747 mit Baujahr 1985. Sie war genau so alt wie ich. Sie hat mich sicher nach Tokyo gebracht. Nun ist sie längst tot. Zu alt hiess es. Ausrangiert. Möglicherweise steht sie auf dem Mojave Flugzeugfriedhof in Kalifornien. Jedenfalls steht dort eine mit der selben Lackierung. Sie hatte noch einen dieser scheusslichen fetten dunkelblauen Strich in der Mitte. 
Und nun wird sie Gesellschaft kriegen. Die KLM mustert nun alle 747 aus. Eingesetzt wird sie zB. noch für Flüge nach Osaka KIX. Ich denke, ich werde wohl noch einmal KIX ansteuern müssen, um nochmals in einer 747 sitzen zu können. Mein Herz ist gebrochen. Die 747 in blau-weiss wird aussterben... 😭 Ersetzt wird sie durch die B777 oder auch den Dreamliner, die B787, dessen Sitzanordnung bei der KLM einfach zum heulen ist. 
Halten wir einen Moment inne, schweigen und gedenken dem schönsten Flugzeug, das je durch unsere Lüfte gezogen ist. 

In loving memory ✝

Flugangst

Es gibt Menschen, einige davon kenne ich persönlich, die Angst vorm Fliegen haben. Oder Angst davor dabei draufzugehen. Meine Flugangst betrifft meine Mitreisenden:
Eine Bekannte von mir, durfte während eines Langstreckenfluges mal in den Genuss kommen, ihrem Sitznachbarn beim Knipsen der Zehennägel zuzusehen und sich vor dem Geschoss zu retten. 
Ernsthaft jetzt?! Wo bleiben die guten alten Manieren? 
Ehe ich schlafen konnte in der Nacht vor meinem Flug, kreisten meine Gedanken um meinen möglichen Sitznachbarn. Bitte niemand der stinkt! Bitte niemand mit einem Baby! Bitte niemand mit Läusen oder der sich permanent kratzt! Bitte niemand der sich Gottweisswas aus den Haaren klaubt! Bitte keiner, der mir die Rübe abtrennt! Was man sich eben so wünscht. In meinem Stossgebet habe ich etwas vergessen. Die Nationalität. Den Anstand. Und diese Unachtsamkeit musste ich bitter bezahlen... und so kommen wir zu FRAUENTAUSCH! 😔


Frauentausch

Meine freundliche und wohl riechende Sitznachbarin...
Ist's auch bequem genug? 
Frauentausch ist eine Sendung, die seit Jahren auf RTL II ausgestrahlt wird. Zwei Frauen (oder so) tauschen für ein paar Tage die Familien. Meist wird eine Frau mit Anstand mit einer Assitante getauscht. Hauptsache es entstehen Spannungen. Aha... 
Ich sitze also auf meinem Sitz 63G am Gang und bete, das schreiende Kind möge nicht in meiner Nähe sitzen. Unweigerlich muss ich an die Anfangssequenz von Flight 7500 denken. Die eine Tussi, die bei jedem Passagier Stossgebete zu ihrer Gottheit schickt, diese Kreatur möge nicht neben ihr sitzen. So erging es mir. 
Die einzige Zweierreihe auf Flug KL861 hatten sich zwei Holländer geschnappt. Junge Typen, die den ganzen Flug über gegamet haben. Einmal ist mir mein iPhone runtergefallen und der Typ am Gang hat es für mich aufgehoben. Nett <3
Jedenfalls kam dann eine Frau daher, die sich dann als meine Sitznachbarin entpuppen sollte. Sie sagte "Hallo" und ich war irritiert. Moment! Ich fliege ab Amsterdam, wieso um alles in der Welt sollte sie Deutsch sprechen?! Meist bin ich die einzige Deutschsprachige an Bord. Hinter ihr, ihr Gatte. Ihr Gemahl. Sie gingen hinten durch die Küche rum und sie pflanzte sich in ihren Sitz. Liess sich fallen, wie ein Sack Kartoffeln gefallen wäre. Dabei stiess sie mich an. Ich wollte mich gar nicht aufregen. Dann stiess sie immerzu gegen mich und ich überlegte mir bereits, ob ich sie fragen solle, ob das nun den ganzen Flug so gehe?! Ich sagte nichts. Sie beanspruchte die ganze Armlehne und ihr verfluchter Arm war bereits auf meiner Seite. In MEINEM VERDAMMTEN TERRITORIUM, FÜR DAS ICH MEINE KOSTBAREN MEILEN HABE DRAUFGEHEN LASSEN! Ich sagte nichts. Setzte mich aber genauso hin, dass ich schön in der Mitte meines Sitzes sass. Ich überlegte, ob ich fragen soll, ob sie kuscheln möchte, oder wieso sie so zu mir rüber lehnt? Ich tat es nicht. 
Es gab noch ein paar freie Plätze und ich überlegte, ob ich wechseln sollte. Dann dachte ich aber, NEIN, wieso sollte ich? Für diesen Platz habe ich bezahlt! ER GEHÖRT MIR! Wenn sie mehr Platz braucht, dann soll sie Economy Comfort oder Business buchen. 
Plötzlich war ihr Schuh nah, zu nah, an meinem Calvin-Klein-Rucksack und ihr verdammter Fuss war unter meinem Vordersitz. Ich musste mich so platzieren, dass sie ihren Fuss zurückziehen musste. Das ist mein Platz! (ein Hoch auf die gute alte Borniertheit der Schweizer 😂)
Kaum sass sie dann irgendwie, rutschte sie, wie ein verdammter Blob in ihren Sitz, liess die Lehne runter und wollte einen Film schauen. Die B777 stand noch immer am Gate. "Oh schau! Ich schau
Die Lehne stellt eine GRENZE dar, Du elende XXXX
mia die Bchitschett Tschoons an!" Ihr Ellenbogen stiess in meine Seite. Worte der Entschuldigung, des Bedauerns blieben aus. Innerlich schrie ich. Was fürne Assitante. 
"Cabin Crew prepare for take-off" ertönte es durch den Lautsprecher. Eine japanische Flight Attendant wies meine freundliche Sitznachbarin darauf hin, sie möge ihren Sitz in eine upright position bringen. Die Deutsche zu ihrem Mann "Was will die?!" Hätte die FA Japanisch gesprochen gut, aber sorry, soviel Englisch sollte man für einen Langstreckenflug gerade noch können. Und wenn nicht, die GESTE hat alles gesagt! "Du sollsden Sitz hochmachn." sagte der überbissige Göttergatte. "Ahsooo... na dann." Widerwillig zwar, aber sie hat es getan. 
Es ging dann den ganzen Flug so, dass sie meinte, MEINEN BEREICH, MEIN AREAL, MEIN GEBIET beanspruchen zu müssen. Als es dann Essen gab, überlegte ich mir, ob ich ihr meine Plastikgabel in den Hals rammen sollte. Aus Angst, es könnte ein Air Marshall an Bord sein, habe ich es dann unterlassen. Nicht wissend, dass ich sie verstehe, lachte sie mich aus: "Oh ne du! Hast gehöat? Ein VEGANES Menü bekommt die feine Dame neben mir. Schon wieda so eine!"
Was war ihr Problem? 
Jedes Mal wenn ich aufgestanden bin, was aufgrund meiner neuen Paranoia des Blutgerinselbekommens verdammt oft war, war sie mit einem Körperteil in meinem Gebiet. Hier wünschte ich mir, ich wiegte 200kg und wäre Sir Lunchelot (Insider, Sofito) und mein Fett würde blobartig zu ihr rüberschwappen. Soll ich mir wirklich so viel anfressen? Auf dem besten Weg dazu bin ich ja 😂
Ne ich glaube, ich fliege dann lieber Business. 😂
Jedes Mal wenn ihr Filmchen aufgrund einer Durchsage unterbrochen worden ist, hat sie sich aufgeregt, weil ja kein Mensch Japanisch verstehen würde. Hier kam ich nicht umhin mich zu fragen, wie sich die Japaner dann wohl verständigen 😳
Als ich nach längerem Aufenthalt im Notausgangsbereich wieder zu meinem Platz zurückkehrte, war die Frauentauschanwärterin nicht mehr auf ihrem Platz. Ihr verdammter ausgelatschter Schuh lag dafür vor meiner DKNY-Tasche! Angewidert ergriff ich das Ding und schubste es unter ihren Vordersitz. 
Irgendwann kam noch ein Deutscher daher, der zu dieser Reisegruppe zählte. Er blieb neben meinem Sitz stehen, als hätte man ihn eingepflanzt. Sie unterhielten sich zu Dritt über meinem Kopf. Irgendwann schaute ich ihn an und fragte, ob es ihm etwas ausmachen würde, sich auf die andere Seite zu verfügen. Er entschuldigte sich und tat, wie ihn gebeten. Frauentausch neben mir gaffte mich an. Er und der Gatte von Frauentausch waren dann mit Bieren beschäftigt, so wie es sich für deutsche Landsleute gehört. Ich war eher entsetzt, weil Hawaiihemd meinte, das Heineken sei super! Das HEINEKEN?! WTF... o_O
Als die Flight Attendant (holländischer Herkunft), da noch bester Laune, fragte, ob sie Tea or coffee haben möchte, herrschte die charmante Sitznachbarin ein genervtes Kaffe! entgegen. Was ist aus dem guten alten "Bitte" geworden? Gebietet es nicht der Anstand, dass man sagt, coffee please möglicherweise sogar gefolgt von einem thank you, sobald man das Getränk ausgehändigt bekommen hat? Als die gleiche FA dann in meinem Gang die Tabletts eingesammelt hat und eigentlich nur meines mitnehmen wollte, da ihre Kollegin die andere Seite bediente, hielt meine wohlerzogene Sitznachbarin ihr Tablett direkt vor meinen Riechkolben. Die FA nahm es dann an sich. MERCI. Als sie bei der rechten Gangseite abräumen wollte, bellte es von meiner Sitznachbarin He da! und schon hatte ich das Tablett des Göttergatten vor dem Gesicht. Natürlich blieb auch hier ein Minimum des Anstandes aus und es kam kein Danke. Also brummelte ich vor mich hin, Im Galopp dord Chenderstobe?. Ganz ehrlich? Bei solchem, wie der gute Klaus Kinski es zu formulieren wusste, Geschmeiss wünscht man sich doch eine Klappe im Boden, durch die man sich solcher Passagiere entledigen könnte, wie etwa in James Bond - A view to a kill so hübsch demonstriert wird.

Wie dem auch sei, ich machte mit meiner Attitüde klar, dass mein Sitzplatz MEIN Sitzplatz ist und kein Körperteil von ihr da etwas verloren hatte. 
Als dann die ALIEN registration cards ausgeteilt wurden, war Frauentausch total überfordert. "Wat wolln die denn da allet wissn?! Wozu?!" "Wasn EMMMBARAKTION?! und hia dieses OKUPATION?! Gibts die ned in Deutsch?!" Ihr Mann wusste auch nicht, ob er bei Embarkation nun NRT oder AMS oder irgendwas in DE eintragen muss. Ich sagte nichts. Schliesslich wurde ich ja nicht gefragt. Frauentausch starrte dann meinen Pass in einer Art an, dass ich mir dachte, ob sie auch einen roten Pass mit weissem Chrüzli haben möchte. Vielleicht ist ihr auch einfach klar geworden, dass ich all ihre Unterhaltungen verstanden habe. 😂
Ich hab noch gar nicht erwähnt, dass ein unangenehmer Duft nach nicht-waschen in der Luft lag. Erstaunlicherweise nur, wenn sie neben mir sass. War sie nicht da, war auch der der Gestank auf magische Weise verschwunden... Hueresiech!!! Wiso stenkts öberall?! Wann haben die Menschen aufgehört auf Köfperhygiene zu achten? 
Und wieso treffe ich, wenn ich auf Deutsche treffe, meist auf die aus Assihausen? 
Dies hat mich auf die Idee gebracht, dass Airlines eigentlich bei den Passagierpräferenzen ein Feld haben sollten, neben welcher Nationalität man nicht sitzen will. Wenn man dann seinen Platz mit Meilen bezahlt, wird der Platz nebenan automatisch für diese Nationalität geblockt. Das wäre doch etwas... 😂

Jedenfalls war das Ellbögeln mit der stinkenden Assifrau neben mir genug. Die 60 Minuten Wartezeit in der Schlange, die nicht vorangehen wollte bei der Immigration gaben mir dann den Rest. Zumal ich die Assifrau wieder jammern gehört habe. 
Meine Bekannte, die neben der sich einer übergeben hat, und ich sind zum Schluss gekommen, dass wir wohl künftig nur noch buchen, wenn wir uns die Business Class leisten können. Im Flugzeug verhält es sich wie im Zug (ich spreche hier von der SBB), in der Economy bzw. 2. Klasse befinden sich zu viele Menschen, die keinen Anstand gelernt oder diesen wieder verlernt haben. Will man anständige Menschen um sich herum haben, muss man drauflegen und 1. Klasse bzw. Business buchen. 


So das wars erst Mal... 😊 Nach diesen Strapazen muss ich sagen, ich habe mir das PARK HYATT TOKYO absolut verdient. 😎

Sonntag, 30. April 2017

wandernder Dickdarm mit Reisekrankheit

Der Titel verrät es bereits. Es ist an der Zeit nun nicht mehr länger von meiner Hausärztin sondern von meiner ehemaligen Hausärztin zu sprechen.
Die Schmerzen im Unterleib kämen wohl vom Dickdarm. Könnte eine leichte Entzündung sein. Die Entzündungswerte im Blut waren dann aber bei 0,0000... Möglicherweise hätte ich einfach die Reisekrankheit und die Schmerzen würden sich dann wieder legen, sobald ich in den Ferien weile.
Da die Schmerzen aber vielmehr im Bereich der Leiste angesiedelt sind, gehe ich davon aus, dass mein Dickdarm gewandert ist. Vielleicht ja weil er an der Reisekrankheit leidet?

Heute habe ich knapp 2 Stunden meines Lebens im Notfall des hiesigen Krankenhauses zugebracht. Um die Wartezeit zu überbrücken hatte ich Tammy Cohen's neues Buch dabei.

Ein Rentner meldete sich bei einer der Schwestern und klagte darüber, dass er nicht den ganzen Tag Zeit habe. Er habe noch einen Termin! Genosse Rentner, dies ist eine Notaufnahme. Mit Wartezeiten ist zu rechnen. Würde ich dort arbeiten, würde ich mich wohl eXtrem über solche Patienten aufregen...

Jedenfalls durfte ich dann wieder gehen, mit einem Rezept für eine Ladung Medikamente.
Es ist nun offiziell! Ich darf fliegen! Dann äusserte man sich mir gegenüber (einfach um mein internes Freudenorchester zum Schweigen zu bringen), dass Japan ja ausgezeichnete Krankenhäuser habe, falls etwas sein sollte... Danke.

Ich habe mir, möglicherweise beim Trampolin-Workout (oder einfach durch meine Fettheit) einen Leistenbruch zugezogen. Einer, der nicht so schlimm ist, dass man gleich operieren müsste. Andere Menschen laufen 8 Monate mit einem Leistenbruch umher. Das beruhigte mich dann doch ein bisschen, besonders nachdem ich gelesen hatte, dass das Gedärm davon flutschen und sich so einklemmen kann, was dann eine sofortige Notoperation zur Folge hat - es sei denn, man möchte das Zeitliche segnen.

Tja und so gehe ich mit einem Leistenbruch und 4 Packungen Medikation in den Urlaub. Eigentlich hatte ich ja den zweiten Hiking Trail in Kamakura geplant, aber angesichts meines defekten Daseins, denke ich, es ist von Vorteil übermässige Anstrengungen auszulassen.
Mein anfänglicher Scherz, von wegen ich würde mich dieses Jahr nur auf dem Balkon meines Apartments in Tokyo aufhalten und sonst nichts machen, wird wohl fast die traurige Wahrheit... Wir werden sehen.

Sollte ich mich zu einer Notoperation im St. Lukes, welches wir ja bereits kennen, einfinden, werde ich natürlich darüber berichten. In dem Sinne: schöne Ferien! 

Montag, 17. April 2017

Geschenkt ist noch zu teuer XX - Vollendung & Ade Merciii

Geschenkt ist noch zu teuer I
Geschenkt ist noch zu teuer II - Die Rückkehr
Geschenkt ist noch zu teuer III - Fluch des Wassers
Geschenkt ist noch zu teuer IV - Das Kreuz des Unheils
Geschenkt ist noch zu teuer V - Eingemauert
Geschenkt ist noch zu teuer VI - Dark Water
Geschenkt ist noch zu teuer VII - Der Kühlschrank aka Winterwonderland 
Geschenkt ist noch zu teuer VIII - Fahrstuhl des Grauens
Geschenkt ist noch zu teuer IX - The Day after - Die Küche: Vollendung
Geschenkt ist noch zu teuer X - Dark Water II - Duftnoten
Geschenkt ist noch zu teuer XI - Der Begriff "Bruchbude"
Geschenkt ist noch zu teuer XII - Der tanzende Wasserhahn / Update Küche
Geschenkt ist noch zu teuer XIII - Gute Deutsche Handarbeit & weitere Lügen
Geschenkt ist noch zu teuer XIV - NUSSBAUMER ElektroanlÜgen AG
Geschenkt ist noch zu teuer XV - Tropenzone
Geschenkt ist noch zu teuer XVI - Das Glück zieht ein ins Haus
Geschenkt ist noch zu teuer XVII - NUSSBAUMER Elektroanlagen AG - Mailverkehr
Geschenkt ist noch zu teuer XVIII - Was lüüügsch?
Geschenkt ist noch zu teuer XIX - Das gute Gefühl gekündigt zu haben
Geschenkt ist noch zu teuer XX - Vollendung & Ade Merciii


Seid gegrüsst, oh meine Leser

Ja, meine Einträge sind wieder online, denn ich durfte im November 2016 ausziehen. 
Mein Nachmieter hat bereits nach 2 Monaten das Weite gesucht. Jedenfalls war die Wohnung dann wieder ausgeschrieben. 
Und was mich enorm freut? Seit ich den Anfang gemacht habe, tun es mir so manche Mieter gleich. Andauernd sind wieder Wohnungen im "begehrten Löwenpark" ausgeschrieben. ^_^

Aufgrund des Entgegenkommens seitens Verwaltung, wollte ich die Einträge ja nicht mehr online stellen. Aber dann habe ich von meiner Kaution nicht die volle Summe zurück erhalten, aufgrund der Bankgebühren. Die Reaktion auf meine Mail an die Verwaltung war, diese Kosten müsse ich dann selber berappen. "Gruss E.B." Nicht einmal seinen Namen schreibt der Typ aus. In meinen Augen eine Unverfrorenheit seinesgleichen. 
Was mich auch aufregt ist die Tatsache, dass dieser lügenliebende Mensch noch immer in seinen Inseraten stehen hat "NK pauschal. Es kommen garantiert keine weiteren Kosten auf sie zu." Ah ja? Was ist mit der Kehrichtgebühr? Der Stromrechnung? Aber das sind ja keine weiteren Kosten... 

Wie dem auch sei, immer wenn ich neues Inserat von diesem Menschen sehe, freut es mich wahnsinnig. Es tut ihm nicht weh. Offenbar ist er ein Millionär und kann sich das leisten. In dem Fall bleibt mir nichts anderes übrig, als auch ihm - genauso wie meinen Nachbarn - ein herabstürzendes Triebwerk zu wünschen, das ihm den Garaus macht. ^_^ 

Zu einer Vollendung ist es, zu meiner Zeit, nie gekommen. Aber ich bin dort weg und nun weiterhin auf Wohnungssuche.

Übrigens ist es mir eine wahre Freude, wann immer ich eine dieser Wohnungen ausgeschrieben sehe. ^_^