Es war ein ruhiger Winterabend, draussen war es bereits seit rund drei Stunden dunkel und der Feierabend rückte in greifbare Nähe. Ein normal wirkender Kunde betrat den Laden, erkundigte sich nach einem Buch, welches nur noch in einer anderen Filiale vorhanden war, war der Faulheit wegen nicht gewillt die paar Meter zu jener Filiale zu gehen und wollte den Titel bestellen.
Immer wieder wundere ich mich über die Faulheit des Menschen... Man kann bei uns vor der Tür ins Tram ein- und vor der Tür der nächsten Filiale aussteigen. Aber gut.
Der Herr bedankte sich und verliess das Geschäft, verlor sich in der Dunkelheit einer Winternacht, wie sie so nie wieder sein würde. Und ich für meinen Teil, ahnte nichts vom Grauen, welches noch folgen mochte...
Rund 10 Minuten später kam jener Kunde erboster Miene und festen Schrittes in die Buchhandlung geeilt. Seine zur finsteren Fratze verzogenen Gesichtszüge liessen nichts Gutes erahnen. So fauchte er gleich los: "Was erzählen Sie mir eigentlich für einen kompletten SCHEISS?!"
"Entschuldigung?"
"Wenn es in der anderen Filiale vorrätig ist, dauert die Lieferung sicher nicht bis Donnerstag! Dann haben sie es morgen hier!"
"Nein haben wir nicht. Wir beziehen die Waren bei unseren Lieferanten und nicht von anderen Filialen."
"BULLSHIT! Das haben sie immer gemacht! Sie erzählen mir einen absoluten Mist!"
"Was genau ist der Grund dafür, dass sie mich hier so anfahren?"
"Weil sie mich so schlecht bedienen! Wo ist die Chefin?!"
"Um diese Zeit ist weder eine Abteilungs- noch die Filialleitung im Haus."
"Ja klaaaar! Verarschen kann ich mich selbst! Was für ein Zufall!"
"Sie können gerne morgen Vormittag wieder kommen, dann sind meine Vorgesetzten im Haus."
"Wie ist ihr Name!"
Obschon es mehr ein Ausruf denn eine Frage war, sagte ich ihm meinen Namen mit der Frage, ob ich ihm diesen sonst aufschreiben solle. Er stapfte eine Etage weiter und jammerte meiner Arbeitskollegin sein Leid. Diese bestätigte, dass wir keine Ware bei anderen Filialen beziehen. Da schien es allerdings kein Problem mehr zu sein...
Schliesslich kam er wieder in meine Etage und bellte mir entgegen: "Ihre Kollegin hat die Bestellung so ausführen können, wie ICH das GEWOLLT habe! SIE konnte das! Nicht so wie sie! Sie können es nicht!"
"Ja anscheinend muss ich ein richtiger Idiot sein, was?"
"ÄCH!", winkt ab, geht ab.
"Noch einen schönen Abend!"
Mitleidige Kundinnen wünschten mir in freundlichstem Tonfall einen schönen und wohlverdienten Feierabend.
Sollte dieser Mensch nochmals bei mir auftauchen, wird er gleich an einen anderen Kollegen verwiesen. Oder ich erschlage ihn mit einem Buch vom Lappi von Olten. -_^
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