Freitag, 26. Oktober 2018

Es war der Gärtner...

Wer kennt nicht das Spiel Cluedo? Wer hat wen, womit und wo umgebracht?
In meinem Fall war es der Gärtner mit blossen Händen in seinem Wohnzimmer.

Mir ist nach wie vor unverständlich, wie man so völlig von Sinnen sein kann. So absolut bekloppt. Geisteskrank. Wahnsinnig. Gestört. Dumm! Wie kann man so dumm sein?
Wie kann man zu einem fremden Mann nach hause gehen? Dazu noch zu einem, den man übers Internet kennengelernt hat? Tja, diesen Fehler macht man einmal und dann nie wieder. Man überlebt nicht.

Von Charlotte Link existiert ein Buch mit dem Titel "Die letzte Spur", in dem es um eine Frau geht, die am Flughafen auf einen Fremden trifft, mit ihm mitgeht und dann ward sie nicht mehr gesehen.

So erging es auch meiner ehemaligen Mitbewohnerin Sofia. Sie lernte im Internet, auf Facebook einen Typen kennen. Tag und Nacht waren die beiden am facetimen. Sie schwärmte, als wäre sie wieder 15 Jahre alt. Als sie mir dann sagte, sie würde sich mit ihm treffen, fragte ich nach dem Ort. Sie würde zu ihm nach hause gehen. Er habe ein grosses Haus am Zürichsee. Er sei ohnehin voll der Bonz.
Ich fragte sie, ob sie bescheuert sei. Wie kann man in unseren aufgeklärten Zeiten zu einem wildfremden Menschen nach hause gehen?! Wie. Was stimmt in diesem Oberstübchen nicht?
Steht man wirklich eines Tages auf und denkt sich, "so, heute lasse ich mich ermorden."? Wirklich?
Nun gut... Sofia wollte nicht auf mich hören. Ich sei zu ängstlich, schrie sie mir entgegen. Dies sei einer der zahlreichen Gründe, wieso ich Single sei. Sie kenne ihn. Er sei super und ich hätte keine Ahnung! Mit den Worten knallte sie die Tür hinter sich zu und verschwand. Im wütenden Stechschritt stampfte sie zum Bahnhof, stieg in den Zug nach Zürich und verschwand aus meinem Leben.

Sofia wollte zu Lebzeiten immer instafame sein. Nach ihrem Tod hatte sie ein paar Wochen des Ruhmes. Ihr Gesicht zierte, manchmal mit Zensurbalken über den Augen, manchmal ohne, die Titelseiten diverser Zeitungen. Der Blick widmete ihr eine Doppelseite. Ihr kennt den Blick. Der Text begann wahrhaftig mit "Es war ein wunderbarer Herbsttag, als Sofia S.* (*Name der Redaktion bekannt) ihr wohlbehütetes Zuhause verliess und in einen Zug nach Zürich stieg. Während der Fahrt blickte sie verträumt aus dem Fenster und betrachtete die bunten Herbstfarben...." Ehrlich?! Blick? Ernsthaft?!
TeleM1 berichtete über den "grausigen Fund" einer Leiche. Auch das deutsche Fernsehen berichtete über diesen Fall. Einige Zeitungen brachten Vergleiche mit John Wayne Gacy und Ted Bundy. "Als wären Gacy und Bundy in einer Person auferstanden" schrieb ein pickelgesichtiger Praktikant von 20min. Es waren nur wenige Textzeilen, aber die hatten mehr Fehler als er Pickel im Gesicht.
Als man des Gärtners Garten umgegraben hatte, fand man die Leichen von 12 jungen Frauen. Die verstümmelten und geschändeten Leichen von 12 Teenagern. Der angebliche "Bonz" war ein abgehalfterter 56jähriger ehemaliger Gärtner, der vom Amt lebte. Das Haus am See gehörte nicht ihm. Er bewohnte es, da es leer stand.
Im Internet gab er sich als 22-jähriger Züricher-Bonzenboooi aus. Seine Bilder hatte er von Google. Für Facetime nutzte er einen Filter.
Ja, und so lockte er zahlreiche Teens in "sein" Haus am See. Die Einen wurden mit Wein abgefüllt. Andere betäubt. Alle wurden sie geschändet - postmortem. Hinterher verstückelt und im Garten vergraben. Der Typ verbrachte verdammt viel Zeit mit Gartenarbeit, sagten die Nachbarn in einem Interview.

Tja, was sagt uns das? Das Internet ist voller Psychopathen. Und ich? Ich musste mir eine neue Mitbewohnerin suchen. 



Freitag, 12. Oktober 2018

Internet-Stalker II: Verfolgt!

Ich werde verfolgt. Nun ist es offensichtlich. Es kann nicht geleugnet werden. Ich werde wahrhaftig verfolgt!
Als ich heute Morgen das Haus verlassen hatte, war alles normal. Niemand hockte in den Büschen. Kein schmieriger nach Alk und Qualm stinkender Ben oder seinesgleichen. Als ich aber vorhin auf dem Weg nach hause war, bemerkte ich eine verhüllte Gestalt, die mir schon in Winterthur am Bahnhof aufgefallen war. Sie stand da. Die Kaputze tief ins Gesicht gezogen und neigte den Kopf immer wieder verstohlen in meine Richtung. In Winthi gibt es zahlreiche gestörte Gestalten, weshalb ich mir nichts weiter dabei gedacht habe. Die Gestalt stieg in den Zug. In einen Waggon weiter vorne und kam dann durch meinen Waggon spatziert, wo sie sich in das Abteil vor meinem setzte. Am HB angekommen stieg sie aus. Ich auch. Dann traf ich auf einen Freund und verlor die Gestalt aus den Augen und aus dem Sinn. Wir quatschten kurz und setzten uns dann noch ins Fedi auf ein Bierli.
Als ich dann an meiner Haltestelle ankam und durch die finsteren Strassen ging, hörte ich Schritte hinter mir. Als ich um die Ecke bog, erhaschte ich einen Blick auf die Person, deren Schritte ich gehört hatte. Es war die Gestalt aus dem Zug! Ich bin mir so sicher! Also nahm ich noch zwei drei Seitengassen und ging schliesslich zum Nachbarshaus, in der Hoffnung, die Haustüre würde auch dort wieder offenstehen. Sie tat es. Ich ging rein. Hastete die Treppe runter ins Untergeschoss, von wo aus ich durch das schmale Fenster auf die Strasse schaute. Die Gestalt stand vor dem Haus und schaute vom Nachbarshaus, in dem ich war zu meinem Haus und wieder zurück. Schliesslich nahm sie ihr Smartphone aus der Jackentasche und tippte etwas. Hoffentlich hatte ich sie verwirrt. Eventuell war sie nicht mehr sicher, in welchem Haus ich denn nun wohnte. Hoffentlich!
Er kann ja nicht wissen, dass die vier Häuser unterirdisch miteinander verbunden sind. Ich gebe zu, dass diese unterirdischen Gänge gruselig sind. Jedes Mal habe ich eine Gänsehaut, wenn ich in den Keller gehe und in diesen Gang schaue. Altes Steingemäuer voller Spinnennetze. Eigentlich könnte man hier einen Teil von Indiana Jones 5 drehen. Die Kulisse wäre perfekt!
Jedenfalls habe ich mich furchtlos durch den finsteren Korridor begeben. Lediglich drei uralte Glühbrinen erhellen den Gang punktuell mit ihren geschätzten 30 Watt. Ich bin mir fast sicher, dass diese Glühbirnen die ersten ihrer Art sind. Solche, die Thomas Edison auf der Weltausstellung vorgestellt hatte. Jene, die er laut Patentamt am 21.10.1879 erfunden hatte. Die man damals telegraphisch bestellt hatte und die mit dem Pony-Express ausgeliefert wurden.
Im Haus 1 angekommen, stieg ich in der Dunkelheit die Treppe rauf und verriegelte die Tür hinter mir.

Ich fühle mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr sicher! Wenn ich nach hause komme, prüfe ich erst jede Ecke. Hat sich etwas verändert. Hat sich gar jemand hier drin versteckt? Jedes Mal wenn ich unters Bett schaue, schlägt mein Herz so laut, dass es bestimmt bis in den Kanton Graubünden zu hören ist. Jedes Mal stelle ich mir die Frage, was mache ich, wenn einmal wirklich einer unter meinem Bett liegt? Was? Schreien und zur Haustür raus? Und dann? Renne ich, verfolgt von einem goldne Axt schwingenden Irren, durch die Strassen, wie diese Tussen in Horrorfilmen das machen? Na wunderbar! Oder denke ich mir nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach, "gut, stich mich ab. Ich mag jetzt nicht davon rennen!" ? Ganz ehrlich? Wie reagiert man? Ich will es nicht herausfinden müssen.

Draussen war wieder ein Geräusch zu vernehmen. Licht war zwischen den Storenlammellen (eben gegooglet, und in Deutschland wird das, was bei uns "Store" heisst, als Jalousie bezeichnet oder als Gelenkarmmarkise, wenn es denn die auf dem Balkon ist. Bei uns heisst das schlicht Sonnenstore. Damit werde ich meine Deutschschüler quälen XD) zu sehen. Etwa das Licht einer Taschenlampe? Ein Auto kann es nicht gewesen sein. Auf jener Seite befindet sich nur der Waldrand. Ich höre Stimmen. Just in diesem Moment höre ich Stimmen. Ich höre Schritte. Jemand macht sich an den Jalousien zu schaffen. Ein Kratzen ist zu vernehmen. Meinen Taser habe ich griffbereit vor mir. Es klingelt an meiner Tür. Ich werde den Teufel und öffnen. Ich öffne meine Tür nie, wenn ich niemanden erwarte. Ausserdem ist es bereits 23:10 Uhr. Jetzt klopft es an meiner Tür. Jemand ist IM Gebäude. Steht vor meiner Tür und klopft. Ich reagiere nicht. Aufgrund dessen, dass auf youtube grad I'm going slightly mad von Queen läuft, wird die Person vor der Tür wissen, dass ich zuhause bin. Oder sie hält mich für einen derart verschwenderischen Menschen, der die Geräte laufen lässt. Es klopft wieder. Etwas energischer. Scheisse. Bitte verzieh dich! Das Klopfen wird noch etwas eindringlicher. Stärker. Bedrohlicher. Jetzt wird mit der ganzen verdammten Faust gegen meine Tür geprügelt. Am Fenster sehe ich wieder dieses Licht. Es sind zwei. Mindestens zwei. Kann ich mit zwei von ihnen fertig werden? Ich höre Schritte. Sie gehen weg. Entfernen sich. Ich blicke zur Tür. Darunter ist ein weisser Umriss in der Dunkelheit auszumachen. Ein Umschlag? Ich gehe hin. Schaue nach. Bin doch so dumm, wie diese Tussen in den Horrorfilmen. Ich schaue nach. Es ist ein Briefumschlag. Soll ich ihn öffnen? Milzbrand? Briefbombe? Die Neugierde siegt über den klaren Verstand. Ich öffne den Umschlag. Darin liegt ein Zettel. In krakeliger Schrift steht da nur:

Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast!

Kleiner Scherz am Rande. Ich denke in meiner gegenwärtigen Situation sollten mir solche Scherze erlaubt sein. auf dem Zettel stand in krakeliger Schrift geschrieben: "das speiel"
Dass nicht einmal diese "Warnung" korrekt geschrieben wurde, lässt das Ganze recht lächerlich erscheinen. Was für ein Spiel? Spielt er auf Stephen Kings "Das Spiel" aka Gerald's Game an? Ich weiss es nicht... 

Jedenfalls werde ich jetzt nochmals alles kontrollieren und dann leg ich mich schlafen. Mit dem Taser in Griffnähe... 


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Internet-Stalker II - Danach

11.10.2018

Die Atmosphäre könnte treffender nicht sein. Ich sitze in der Dunkelheit. Mein Gesicht erhellt vom Schimmer des Bildschirms. Vor mir steht ein Kilkenny. iTunes spielt Linkin Park. Obschon die Jalousien zu sind, die Fenster und Türen verschlossen und die Schlösser verstärkt fühle ich mich nicht wirklich sicher. Ihr werdet mich für paranoid halten, wenn ich Euch sage, dass ich überall in meiner Loftwohnung Waffen versteckt habe. Unter meinem PC-Schreibtisch klebt ein Eispickel. Unter meinem fetten Gamersessel von noblechairs klebt ein japanisches Sashimimesser. Würde ich alles aufzählen, wären wir morgen noch dabei. Sagen wir einfach, in meinem Loft sind mehr als 30 Messer- und Stichwerkzeuge versteckt. Lebte ich in den USA wären sicherlich noch Schusswaffen dabei. In der Schweiz kommt als Normalsterbliche nicht so leicht an eine Handfeuerwaffe. Eventuell könnte ich mich mal im Dark Web umsehen, aber nach zahlreichen Horrogeschichten ums Dark Web auf Reddit ist es mir vergangen. Schliesslich treiben sich im Internet schon genügend Verrückte rum. Wie wird es da wohl erst im Dark Web sein? Ganz ehrlich? Ich will es gar nicht wissen, denn mein Facebookstalker ist noch immer da draussen! Er ist auf freiem Fuss…

Heute hatte ich wieder eine Nachricht über den Facebook-Messenger bekommen. Wieder von einem anonymen Account. Heute standen da die Worte „Goldene Axt.“ Fast täglich bekomme ich nun solche Nachrichten. Eine besagte „kopf ab“. In einer anderen stand „der tod Ist Besser“. Ich habe sie alle gescreenshottet.
Ich gebe es zu, dass ich nun solche Nachrichten erhalte, habe ich mir selbst zuzuschreiben. Ich hätte diesen schmierigen Stalker nicht reizen sollen. Aber was habe ich in einem Anflug von Sensationsgeilheit gemacht? Ich habe darüber gebloggt. Ich war so dämlich, dass ich fast den gesamten Chatverlauf in über 23 Blogeinträgen gepostet habe. Seit der letzte Eintrag online gegangen ist, bekomme ich diese Nachrichten. Ich bin mir sicher, dass es mein Stalker ist, der mich belästigt. Über die Nachricht „ich Finde dich“ musste ich erst lachen. Dann aber stellte ich mri die Frage, ob er eventuell Menschen in seinem Umfeld hat, die wirklich herausfinden konnten, wo ich wohne. Der Stalker wohnt in Deutschland. In Calw. Ich wohne in der Schweiz. In Zürich. Calw ist laut Google Maps nur 2 Stunden 14 Minuten weit entfernt. Mit dem Auto. Mit den ÖV sind es zwischen 2-5 Stunden, je nach Verbindungen. Also nicht allzu lange. Er könnte wirklich in den Büschen vor meinem Fenster hocken. Bei jedem Knacken schrecke ich zusammen und blicke um mich. Er könnte es sein.

Wo waren all die Psychopathen vor dem Internetzeitalter? Oder hat die Anonymität des Internets einfach mehr Psychopathen hervorgebracht? Gibt’s dazu Statistiken?
Die 50er hatten Ed Gein. Die 60er hatten den Zodiac-Killer. Die 70er hatten John Wayne Gacy. Ted Bundy und Charles Manson. Die 80er und frühen 90er hatten Jeffrey Dahmer. 2010 trieb der Craigslist-Killer sein Unwesen. So viel zu den USA. In der Schweiz hatten wir Hans Vollenweider im Jahr 1939, der übrigens Besitzer einer Handfeuerwaffe war, genau wie Paul Irniger. In den 80ern wurde die Schweizer Jugend von Michel Peiry dezimiert und gefoltert. In den 80ern machte Werner Ferrari Schlagzeilen, indem er in acht verschiedenen Kantonen Kinder entführt, missbraucht und erdrosselt hatte. Nach ihm kam dann Roger Andermatt, der „Todespfleger von Luzern“, der 22 Menschen in 6 Jahren tötete. Ja, auch in der Schweiz haben wir Serienmörder. Die sind nur nicht ganz so bekannt, wie die aus den Staaten. Hollywood macht ja auch keine Filme über Schweizer Serienmörder. Wir sehen also, ein paar wenige Psychopathen gab es auch schon vor dem Internet. Nur war es für sie schwieriger, Opfer zu finden. Heute quatscht man einfach jemanden in einem der zahlreichen sozialen Netzwerke an, verabredet sich mit der Person, hält ihr einen in Chloroform getauchten Lappen aufs Gesicht, vergewaltigt und tötet sie. Irgendwann beginnen sich dann die Nachbarn zu fragen, wieso man wohl so häufig den Garten umgräbt und Jahre später werden dann die Leichen bzw. Skelette der Opfer gefunden. Folglich macht sich heute jeder verdächtig, der zu viel Zeit mit Gartenarbeit verbringt.

Jemand geht draussen durch die Büsche. Ich höre es. Draussen ist es dunkel. Kinder werden es kaum sein. Und welcher Erwachsene würde durch die Büsche schleichen und nicht den Pflasterewg nehmen? Welcher Erwachsene, der keine Tötungsbasicht verfolgt. 
Unter meinen Fenstern habe ich Nagelbretter in den Fussboden geschraubt. Komm ruhig rein. Ich bin bereit.

Ich bin abgeschweift. Ich habe ein Stück weit selbst dran Schuld. Vielleicht hätte er mich in Ruhe gelassen, hätte ich nicht über ihn gebloggt. Vielleicht hätte er mich in Ruhe gelassen, hätte ich nur über ihn gebloggt, aber keine Bilder gezeigt. Vielleicht hätte er mich auch trotz des Blogs in Ruhe gelassen, nicht aber wegen der Facebookseite, den Warnungen auf Twitter, meinem Youtube-Video und dem Eintrag auf Reddit. Wären meine Posts in Englisch gewesen, würde jetzt vielleicht der Typ von Llama Arts ein animiertes Video davon machen. Wer weiss. Ich gebe es zu. Ich habe es übertrieben. Aber es war mir wichtig, die Welt vor diesem Scheusal zu warnen.
Wenn Ihr daran interessiert seid, dann besucht mal die Facebookseite „Stalker Ben Bock, Calw, DE“. Dort gibt es sämtliche Screenshots von seinem verdorbenen Facebookfeed. Selfies, die der alte Säufer gepostet hat mit fragwürdigen Sprüchen, wie „Mütter Versteckt eure töchter . der Alte dreckige Mann ist in der City.“ oder „such mir heut Ne kleine max 20 jährige für das alte rein raus spiel“. Mit der Rechtschreibung hat er es nicht. Weitere Sprüche von ihm, wenn er einen guten Tag hat, an dem sein Ego so gross wie der Himalaya ist:
„Ich bin schon Eine geile sau!“
„heut ein mädel gesehen … will sie ficken und in Meinen keller sperren!“
„das alter ist Egal. ich fick sie auch mit 14 ! hallo mama der geile Ben ist da !“
„bin Down. meine ex gesehen ! prügel steht ihr gut !“
Das macht den alten geifernden Pädo doch richtig sympathisch nicht? Sämtliche Screenshots sind auf der Facebookseite zu sehen. Mit Name, Foto und Datum.
Nachdem mein Blog online war, hat er gepostet, „ich hasse das leben ! ok. sone Dreckige bitch !“ In den Kommentaren wurde ihm Mitleid ausgesprochen, was er natürlich mit beiden Händen angenommen hat. Aber genug davon. Wer sich dafür interessiert, kann ihn googlen.

Er geht immer gleich vor: er tritt irgendwelchen Gruppen auf Facebook bei, ist schon Mitglied oder gründet selbst welche. Dort hält er sich erst zurück. Irgendwann scrollt er durch die Mitgliederliste, schaut sich alle weiblichen Profilbilder an und beginnt dann, sämtliche Beiträge zu liken. Ein paar Tage später beginnt er mit dem Kommentieren. Irgendwann hat man ihn dann im Messenger und wird ihn nicht mehr los. Erst schreibt er normal - für seine Verhältnisse. Dann will er einem Geheimnisse entlocken. Schreibt selbst über seine ach so beschissene Situation oder Verangenheit und drängt dazu, auch Geheimnisse preiszugeben. Macht man das nicht, wird er entweder ausfallend oder kommt mit der Mitleidstour. Er versucht dann, alles so zu drehen, dass man selbst ein riesiges Arschloch ist. Wenn man nicht schon mit so manipulativen Kreaturen zu tun gehabt habt, tappt man eventuell in die Falle. Ich tat es nicht und so musste ich mir immer wieder durchlesen, wie schlecht es ihm geht und dass er alles nur nett meint, und dass ICH immer so von oben herab sei, etc. Dann fängt er an von seinen Geldproblemen zu reden. Er lässt das immer irgendwie miteinfliessen. Anfangs ganz dezent, dann immer offensichtlicher. Er will Geld. Hin und wieder macht er eine Andeutung auf sexueller Ebene. Reagiert man nicht, lässt er es bleiben und fängt am Tag darauf wieder an. Er fragt dann immer eindringlicher nach Geheimnissen, Wünschen, Bedürfnissen. Fragt nach Bildern. Schickt Bilder. Bilder, die man nicht sehen will.
Mir hatte er ein Foto von sich geschickt, in einem schwarzen Frauenbody. Dazu trug er Hasenohren und hatte eine Peitsche im Mund.
Über die Facebookseite haben mich diverse seiner Opfer angeschrieben. Eine hat erzählt, er habe sie gefragt, ob sie sich mal treffen könnten, er möchte sich von ihr anpinkeln lassen. Einer Anderen hat er Fotos von sich in Latexoutfits geschickt, was bei seinem Bierwanzt ganz grässlich aussieht. Bei einer aus der Gothicecke hat er von seinem Peniskäfig angefangen und Fotos geschickt. Die hatte er glücklicherweise von Google geklaut, wie die Googlebildersuche uns zeigte. Mit einer 15jährigen wollte er sich „zum Kaffee trinken“ verabreden. Das war übrigens an dem Tag, an dem er den Post gemacht hatte, „ich fick sie auch mit 14“.
Eine Mutter hatte geschrieben, dass sie diesen widerlichen Typen schon oft an der Schule ihrer Tochter gesehen hat. Er würde wohl den ganzen Tag dort herumhocken und „an sich herumspielen“. Einmal habe ihn ein Lehrer dabei gesehen und dann sei er davongerannt.

Während meiner Schreiberei habe ich recherchiert. Er war verheiratet. Der Name seiner Frau ist Eleonora. Er hat erzählt, sie habe ihn betrogen und verlassen. Die Wahrheit besagt aber, dass er sie im Suff immer wieder verprügelt hat. Eleonora hat heute ein Glasauge auf der linken Seite. Das verdankt sie Ben. Er hat sogar die gemeinsame Tochter verprügelt und den gemeinsamen Sohn missbraucht. Passiert ist ihm jeodch nichts. Wieso nicht? Eleonora lebt seither in einem Frauenhaus. Der Sohn wurde tot in einem Waldstück gefunden. Die Tochter lebt irgendwo im Ausland. Es gab keine Zeugen, niemanden der hätte aussagen können. Ben Bock kam davon. Er postet jedoch immer mal wieder auf Facebook, was für eine „drecks Hure“ seine Ex doch sei.

Seit das Internet über ihn Bescheid weiss, postet er hin und wieder Sachen wie „die bitch ist Tod“.  Ich gehe davon aus, dass er mich damit meint. Ich hoffe, dass seine Worte darüber, dass er gänzlich mittellos ist, der Wahrheit entsprachen. Dann müsste ich nicht befürchten, dass er hier auftaucht. Ich stelle mir täglich die Frage, ob ich, sollte er hier auftauchen, wirklich etwas zu befürchten hätte.
Ich habe seine Bilder gesehen. Er scheint träge zu sein. Er ist ein versoffenes und verqualmtes Loch. Ich denke, in einem Duell hätte ich eine reelle Chance gegen ihn…. dennoch! fühle ich mich beobachtet. Ich bin nicht paranoid. Ich bin mir sicher, dass mir jemand folgt. Dass hin und wieder jemand durch mein Fenster glotzt. Eine Parterrewohnung ist scheisse, wenn man einen Stalker hat. Ich werde umziehen. Schaue mir täglich Wohnungsinserate an. Ich muss hier weg. In ein Hochhaus. In den 12. Stock oder so. Einfach weg. Wenn nich er selbst, dann stalked mich jemand in seinem Auftrag. Jemand weiss, dass ich hier wohne und beobachtet mich. Ich traue mich nicht einmal mehr unbewaffnet in die Waschküche runter. Immer habe ich Angst, jemand könnte mir auflauern. Was ein Leichtes wäre, da die Nachbarn immer diese verdammte Eingangstür offen stehen lassen.
Ich werde verfolgt. Ich werde observiert. Morgenfrüh muss ich raus. Ich bin nervös. Was wenn jemand auf mich lauert? Die ganze Nacht über? Mich morgenfrüh um 04:20 Uhr attackiert? Wenn er es ist, dann weiss ich mich zu wehren. Was wenn es jemand in seinem Auftrag ist? Den Weg zum Bahnhof werde ich live auf Facebook sein und meine Gegend filmen. Sollte mich jemand attackieren, wüde er so auf Film festgehalten werden. Mittlerweile besitze ich 3 iPhones. Deises Livezeugs frisst so viel Akku.

Scheisse… ich hätte das alles nicht tun sollen. Ich hätte nie mit dem reden sollen. Aber dazu ist es jetzt ein bisschen zu spät. Ich werde noch wahnsinnig.