11.10.2018
Heute hatte ich wieder eine Nachricht über den Facebook-Messenger bekommen. Wieder von einem anonymen Account. Heute standen da die Worte „Goldene Axt.“ Fast täglich bekomme ich nun solche Nachrichten. Eine besagte „kopf ab“. In einer anderen stand „der tod Ist Besser“. Ich habe sie alle gescreenshottet.
Ich gebe es zu, dass ich nun solche Nachrichten erhalte, habe ich mir selbst zuzuschreiben. Ich hätte diesen schmierigen Stalker nicht reizen sollen. Aber was habe ich in einem Anflug von Sensationsgeilheit gemacht? Ich habe darüber gebloggt. Ich war so dämlich, dass ich fast den gesamten Chatverlauf in über 23 Blogeinträgen gepostet habe. Seit der letzte Eintrag online gegangen ist, bekomme ich diese Nachrichten. Ich bin mir sicher, dass es mein Stalker ist, der mich belästigt. Über die Nachricht „ich Finde dich“ musste ich erst lachen. Dann aber stellte ich mri die Frage, ob er eventuell Menschen in seinem Umfeld hat, die wirklich herausfinden konnten, wo ich wohne. Der Stalker wohnt in Deutschland. In Calw. Ich wohne in der Schweiz. In Zürich. Calw ist laut Google Maps nur 2 Stunden 14 Minuten weit entfernt. Mit dem Auto. Mit den ÖV sind es zwischen 2-5 Stunden, je nach Verbindungen. Also nicht allzu lange. Er könnte wirklich in den Büschen vor meinem Fenster hocken. Bei jedem Knacken schrecke ich zusammen und blicke um mich. Er könnte es sein.
Wo waren all die Psychopathen vor dem Internetzeitalter? Oder hat die Anonymität des Internets einfach mehr Psychopathen hervorgebracht? Gibt’s dazu Statistiken?
Die 50er hatten Ed Gein. Die 60er hatten den Zodiac-Killer. Die 70er hatten John Wayne Gacy. Ted Bundy und Charles Manson. Die 80er und frühen 90er hatten Jeffrey Dahmer. 2010 trieb der Craigslist-Killer sein Unwesen. So viel zu den USA. In der Schweiz hatten wir Hans Vollenweider im Jahr 1939, der übrigens Besitzer einer Handfeuerwaffe war, genau wie Paul Irniger. In den 80ern wurde die Schweizer Jugend von Michel Peiry dezimiert und gefoltert. In den 80ern machte Werner Ferrari Schlagzeilen, indem er in acht verschiedenen Kantonen Kinder entführt, missbraucht und erdrosselt hatte. Nach ihm kam dann Roger Andermatt, der „Todespfleger von Luzern“, der 22 Menschen in 6 Jahren tötete. Ja, auch in der Schweiz haben wir Serienmörder. Die sind nur nicht ganz so bekannt, wie die aus den Staaten. Hollywood macht ja auch keine Filme über Schweizer Serienmörder. Wir sehen also, ein paar wenige Psychopathen gab es auch schon vor dem Internet. Nur war es für sie schwieriger, Opfer zu finden. Heute quatscht man einfach jemanden in einem der zahlreichen sozialen Netzwerke an, verabredet sich mit der Person, hält ihr einen in Chloroform getauchten Lappen aufs Gesicht, vergewaltigt und tötet sie. Irgendwann beginnen sich dann die Nachbarn zu fragen, wieso man wohl so häufig den Garten umgräbt und Jahre später werden dann die Leichen bzw. Skelette der Opfer gefunden. Folglich macht sich heute jeder verdächtig, der zu viel Zeit mit Gartenarbeit verbringt.
Jemand geht draussen durch die Büsche. Ich höre es. Draussen ist es dunkel. Kinder werden es kaum sein. Und welcher Erwachsene würde durch die Büsche schleichen und nicht den Pflasterewg nehmen? Welcher Erwachsene, der keine Tötungsbasicht verfolgt. Unter meinen Fenstern habe ich Nagelbretter in den Fussboden geschraubt. Komm ruhig rein. Ich bin bereit.
Ich bin abgeschweift. Ich habe ein Stück weit selbst dran Schuld. Vielleicht hätte er mich in Ruhe gelassen, hätte ich nicht über ihn gebloggt. Vielleicht hätte er mich in Ruhe gelassen, hätte ich nur über ihn gebloggt, aber keine Bilder gezeigt. Vielleicht hätte er mich auch trotz des Blogs in Ruhe gelassen, nicht aber wegen der Facebookseite, den Warnungen auf Twitter, meinem Youtube-Video und dem Eintrag auf Reddit. Wären meine Posts in Englisch gewesen, würde jetzt vielleicht der Typ von Llama Arts ein animiertes Video davon machen. Wer weiss. Ich gebe es zu. Ich habe es übertrieben. Aber es war mir wichtig, die Welt vor diesem Scheusal zu warnen. Wenn Ihr daran interessiert seid, dann besucht mal die Facebookseite „Stalker Ben Bock, Calw, DE“. Dort gibt es sämtliche Screenshots von seinem verdorbenen Facebookfeed. Selfies, die der alte Säufer gepostet hat mit fragwürdigen Sprüchen, wie „Mütter Versteckt eure töchter . der Alte dreckige Mann ist in der City.“ oder „such mir heut Ne kleine max 20 jährige für das alte rein raus spiel“. Mit der Rechtschreibung hat er es nicht. Weitere Sprüche von ihm, wenn er einen guten Tag hat, an dem sein Ego so gross wie der Himalaya ist:
„Ich bin schon Eine geile sau!“
„heut ein mädel gesehen … will sie ficken und in Meinen keller sperren!“
„das alter ist Egal. ich fick sie auch mit 14 ! hallo mama der geile Ben ist da !“
„bin Down. meine ex gesehen ! prügel steht ihr gut !“
Das macht den alten geifernden Pädo doch richtig sympathisch nicht? Sämtliche Screenshots sind auf der Facebookseite zu sehen. Mit Name, Foto und Datum.
Nachdem mein Blog online war, hat er gepostet, „ich hasse das leben ! ok. sone Dreckige bitch !“ In den Kommentaren wurde ihm Mitleid ausgesprochen, was er natürlich mit beiden Händen angenommen hat. Aber genug davon. Wer sich dafür interessiert, kann ihn googlen.
Er geht immer gleich vor: er tritt irgendwelchen Gruppen auf Facebook bei, ist schon Mitglied oder gründet selbst welche. Dort hält er sich erst zurück. Irgendwann scrollt er durch die Mitgliederliste, schaut sich alle weiblichen Profilbilder an und beginnt dann, sämtliche Beiträge zu liken. Ein paar Tage später beginnt er mit dem Kommentieren. Irgendwann hat man ihn dann im Messenger und wird ihn nicht mehr los. Erst schreibt er normal - für seine Verhältnisse. Dann will er einem Geheimnisse entlocken. Schreibt selbst über seine ach so beschissene Situation oder Verangenheit und drängt dazu, auch Geheimnisse preiszugeben. Macht man das nicht, wird er entweder ausfallend oder kommt mit der Mitleidstour. Er versucht dann, alles so zu drehen, dass man selbst ein riesiges Arschloch ist. Wenn man nicht schon mit so manipulativen Kreaturen zu tun gehabt habt, tappt man eventuell in die Falle. Ich tat es nicht und so musste ich mir immer wieder durchlesen, wie schlecht es ihm geht und dass er alles nur nett meint, und dass ICH immer so von oben herab sei, etc. Dann fängt er an von seinen Geldproblemen zu reden. Er lässt das immer irgendwie miteinfliessen. Anfangs ganz dezent, dann immer offensichtlicher. Er will Geld. Hin und wieder macht er eine Andeutung auf sexueller Ebene. Reagiert man nicht, lässt er es bleiben und fängt am Tag darauf wieder an. Er fragt dann immer eindringlicher nach Geheimnissen, Wünschen, Bedürfnissen. Fragt nach Bildern. Schickt Bilder. Bilder, die man nicht sehen will.
Mir hatte er ein Foto von sich geschickt, in einem schwarzen Frauenbody. Dazu trug er Hasenohren und hatte eine Peitsche im Mund.
Über die Facebookseite haben mich diverse seiner Opfer angeschrieben. Eine hat erzählt, er habe sie gefragt, ob sie sich mal treffen könnten, er möchte sich von ihr anpinkeln lassen. Einer Anderen hat er Fotos von sich in Latexoutfits geschickt, was bei seinem Bierwanzt ganz grässlich aussieht. Bei einer aus der Gothicecke hat er von seinem Peniskäfig angefangen und Fotos geschickt. Die hatte er glücklicherweise von Google geklaut, wie die Googlebildersuche uns zeigte. Mit einer 15jährigen wollte er sich „zum Kaffee trinken“ verabreden. Das war übrigens an dem Tag, an dem er den Post gemacht hatte, „ich fick sie auch mit 14“.
Eine Mutter hatte geschrieben, dass sie diesen widerlichen Typen schon oft an der Schule ihrer Tochter gesehen hat. Er würde wohl den ganzen Tag dort herumhocken und „an sich herumspielen“. Einmal habe ihn ein Lehrer dabei gesehen und dann sei er davongerannt.
Während meiner Schreiberei habe ich recherchiert. Er war verheiratet. Der Name seiner Frau ist Eleonora. Er hat erzählt, sie habe ihn betrogen und verlassen. Die Wahrheit besagt aber, dass er sie im Suff immer wieder verprügelt hat. Eleonora hat heute ein Glasauge auf der linken Seite. Das verdankt sie Ben. Er hat sogar die gemeinsame Tochter verprügelt und den gemeinsamen Sohn missbraucht. Passiert ist ihm jeodch nichts. Wieso nicht? Eleonora lebt seither in einem Frauenhaus. Der Sohn wurde tot in einem Waldstück gefunden. Die Tochter lebt irgendwo im Ausland. Es gab keine Zeugen, niemanden der hätte aussagen können. Ben Bock kam davon. Er postet jedoch immer mal wieder auf Facebook, was für eine „drecks Hure“ seine Ex doch sei.
Seit das Internet über ihn Bescheid weiss, postet er hin und wieder Sachen wie „die bitch ist Tod“. Ich gehe davon aus, dass er mich damit meint. Ich hoffe, dass seine Worte darüber, dass er gänzlich mittellos ist, der Wahrheit entsprachen. Dann müsste ich nicht befürchten, dass er hier auftaucht. Ich stelle mir täglich die Frage, ob ich, sollte er hier auftauchen, wirklich etwas zu befürchten hätte.
Ich habe seine Bilder gesehen. Er scheint träge zu sein. Er ist ein versoffenes und verqualmtes Loch. Ich denke, in einem Duell hätte ich eine reelle Chance gegen ihn…. dennoch! fühle ich mich beobachtet. Ich bin nicht paranoid. Ich bin mir sicher, dass mir jemand folgt. Dass hin und wieder jemand durch mein Fenster glotzt. Eine Parterrewohnung ist scheisse, wenn man einen Stalker hat. Ich werde umziehen. Schaue mir täglich Wohnungsinserate an. Ich muss hier weg. In ein Hochhaus. In den 12. Stock oder so. Einfach weg. Wenn nich er selbst, dann stalked mich jemand in seinem Auftrag. Jemand weiss, dass ich hier wohne und beobachtet mich. Ich traue mich nicht einmal mehr unbewaffnet in die Waschküche runter. Immer habe ich Angst, jemand könnte mir auflauern. Was ein Leichtes wäre, da die Nachbarn immer diese verdammte Eingangstür offen stehen lassen.
Ich werde verfolgt. Ich werde observiert. Morgenfrüh muss ich raus. Ich bin nervös. Was wenn jemand auf mich lauert? Die ganze Nacht über? Mich morgenfrüh um 04:20 Uhr attackiert? Wenn er es ist, dann weiss ich mich zu wehren. Was wenn es jemand in seinem Auftrag ist? Den Weg zum Bahnhof werde ich live auf Facebook sein und meine Gegend filmen. Sollte mich jemand attackieren, wüde er so auf Film festgehalten werden. Mittlerweile besitze ich 3 iPhones. Deises Livezeugs frisst so viel Akku.
Scheisse… ich hätte das alles nicht tun sollen. Ich hätte nie mit dem reden sollen. Aber dazu ist es jetzt ein bisschen zu spät. Ich werde noch wahnsinnig.
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