Seid gegrüsst, oh meine Leser
Lang ist's her, seit meinem letzten Eintrag hier. Lang ist's auch her, dass ich in der Schweiz ein Date hatte. Zumindest bis eben. Als ich gefangen in diesem Irrsinn aus Enterostoma und alkoholfreiem Bier war, wurde mir wieder schlagartig bewusst, wieso ich schon seit Jahren keine Dates mehr hatte - in der Schweiz.
Aber beginnen wir am Anfang.
Es war ein wunderbarer Tag. Einer von diesen Herbsttagen, von denen es mehr geben sollte. Nicht zu heiss und nicht zu kalt. Das Klima war einfach perfekt, um ohne Jacke rauszugehen. Ich trug meinen neuen oversized Hoodie von Urban Classics und freute mich darüber, die Jacke zuhause lassen zu können. Es war sonnig. Der Himmel war blau und vereinzelte Wattewolken schwebten umher.
Im Fluss neben uns paddelten Enten und Schwäne.
Irgendwann setzten sich zwei Touristen in unsere Nähe. Der Eine machte mit seiner Canon Fotos vom Anderen, mit dem Fluss im Hintergrund. Als sich dann ein Schwan zu lange bei ihnen aufhielt, kam der Sitzende auf die folgenschwere Idee, einen Teil seines OK-Energydrinks über den Schwan zu schütten. Der Schwan machte Gebrauch von seinen Flügeln und machte sich zur Attacke bereit. Der Sitzende sprang panisch auf und rannte mit seinem Kumpel aus dieser Geschichte davon.
Der Schwan beruhigte sich wieder und schwamm dann in meine Richtung. Wir sagten einander "Hoi", wonach er weiter paddelte. Ich blieb alleine zurück, auf mein Date wartend, das urinieren war - schon wieder.
Oh meine Leser, ich sags Euch. Es ist gar nicht so leicht, eine Geschichte über eine wahre Begebenheit zu schreiben, ohne dass betreffende Person (hier mein Date), merkt, dass es um sie geht, sollte sie diesen Blog je zu Gesicht bekommen. Schliesslich geht es mir nicht darum, ein menschliches Wesen zu denunzieren (anders als bei gewissen anderen Dates), aber ich muss dieses Erlebnis einfach loswerden!
Also, wie wir da so am Fluss sassen, auf dem in regelmässigen Abständen Enten und Schwäne an uns vorbeischwammen... Moment. Ich greife vor. Spulen wir kurz zurück. Weiter. Noch weiter. Ja.
Treffpunkt beim hässlichen Engel
Eure getreue Erzählerin, Navi M. Gray, steigt aus dem Zug und wandelt zum vereinbarten Treffpunkt. Natürlich ist sie wieder die Erste. Sie ist immer die Erste. Sie muss immer auf die Anderen warten. Sie steht also da in ihrem schwarzen oversized Hoodie, ihre Anna Sui X Coach Tasche geschultert, das iPhone in den Händen mit ihrem Droog schreibend und wartet. Treffpunkt war der hässliche Engel am HB. Einmal hatte ich mich mit einem Bekannten getroffen. Treffpunkt war der Engel. Jeder Mensch wartet am Rand. Dieser Typ nicht. Nein. Er stand direkt unter dem Engel, mitten im Weg und las in seiner Kämpferhose (noch immer auf dem Black-Metal-Tripp seiend) in einem philosophischen Reclam. Da mein Droog über dieses Ereignis Bescheid wusste,
schrieb ich ihr, ob ich mich jetzt auch mitten unter den Engel stellen sollte. Lachen. Schön, dass wir jetzt diese Emojis haben. ^_^
Mit knapp 4 Minuten Verspätung kam dann Enterostoma daher. Er wohnt 15min vom HB entfernt und schaffte es dennoch nicht, pünktlich zu sein. Er müsste noch zum Bankomaten. Also gingen wir ins Zwischendeck des HB, wo er nach links ausscheren wollte, obschon direkt zu unserer Rechten zwei ATMs der ZKB (Züricher Kantonalbank für alle meine Nichtschweizerleser) postiert waren. Ich deutete auf die rechte Seite und er holte noch Bares.
Planänderung:Fedi Pärkli
Wir waren eigentlich für ins Fedi verabredet. Das Fedi heisst Federal und ist eine Brasserie am HB, die keine Ahnung wie viele Biersorten führt.
Da es sich, wie oben erwähnt, um einen perfekten Herbsttag handelte, machte ich den Vorschlag, dass wir uns doch an die Limmat setzen könnten. Enterosoma gab zu bedenken, dass der Boden möglicherweise nass sein könnte. Dann wäre das Pärkli keine so gute Wahl. Wer denkt an den Boden, wenn er ans Pärkli denkt? Ich für meinen Teil denke da immer an das Mürli (kleine Mauer) am Fluss und äusserte dies auch. Enterosoma willigte dann schliesslich ein und meinte, unten gäbe es einen Coop, der alkoholfreies Bier gekühlt habe. Und das wäre ohnehin günstiger, als im Fedi.
Aufgrund brobdingnagischer Alkexzesse trinkt Enterosoma keinen Alkohol mehr. Und weil er kürzlich operiert worden ist. Ich schloss mich dem Alkfreien an, da ich pausieren will, bis sich Haare und Haut wieder regeneriert haben. (Steht man unter Alkkonsum können selbst die Produkte Shiseidos nichts mehr ausrichten).
Mitten im Coop to go, und es ist tatsächlich in der Mitte dieses Ladens passiert, verkündete mir Enterosoma aus voller Kehle, wenn er Bier trinkt müsse er immer so oft aufs WC. Das drücke dann immer so auf die Blase und seit der OP sei es noch schlimmer geworden. Er sei eine richtige Urinmaschine geworden. Ein Coopmitarbeiter schaute ihn fragend an. Ich für meinen Teil wünschte mir einen Niqab herbei. So einer wäre ganz praktisch für ein erstes Date. Was wünschte ich, ich hätte am Abend meines pixleated Date einen getragen... Wäre doch wirklich praktisch. Die Umwelt wüsste so nicht, dass DU grad mit diesem Typen unterwegs bist. Ich werde nachher wohl mal googlen und herausfinden, wo ich so einen herbekomme...
Wir nahmen uns je drei Feldschlösschen Alkfrei mit und gingen gen Kasse. Ich, als die introvertierte Schreiberin, die Ihr, oh meine geschätzten Leser, so schätzen und lieben gelernt habt, schritt gen Self-Checkout. Er, der offenbar sehr extroviert ist, schritt zur bedienten Kasse. Das sei viel sympathischer. Man könne sich so noch mit Menschen austauschen. Beim Self-Checkout fehle der Sozialkontakt. Eben! Darum hat der liebe Gott ja diese Dinger erfunden. Er bezahlte die 6 Bier, was in seiner Bilanz ein Minus von CHF 10.50 hinterlassen hat. Er bezahlte mit einem Hundertfrankenschein. Die Kassiererin fragte, ob er noch 50 Rappen hätte. Und da begann die lange Suche nach einem 50 Rappenstück. Und dann heisst es immer, nur Senioren würden ewig brauchen, um ihr Münz (Kleingeld) herauszuzählen. Mitnichten, meine geschätzten Leser, mitnichten!
Im Pärkli I: Nervosität oder er-ist-einfach-so?
Wir gingen ins Pärkli, vor dessen Eingang sich "Züri-WC" befinden. Als wir diese passierten, meinte er, "Das ist gut, hier hat es ja gleich WCs! Ich werde sicher bald eines brauchen. Hahaha"
Ich für meinen Teil verabscheue diese öffentlichen Toiletten. Ekelhaft! Wie dem auch sei... ich begann mich zu fragen, ob das nur in meiner (möglicherweise verkorksten) Welt ein Nogo war, über das Toilettenbedürfnis zu sprechen, oder ob er einfach keine Schamgrenze hat. Dabei fällt mir wieder die Badezimmerszene eines Exfreundes ein. Oh, das werd ich auch noch bloggen müssen.
Wir passierten das Gitterportal des Pärkli und setzten uns auf die Mauer an der Limmat. Die ersten zwei Bierdosen wurden geöffnet und bereits da wurde mir schlagartig bewusst, dass dieser Mensch kein Rückgrad besitzt. Er begann mit einem "Pröstli" ich mit meinem "Naztrovje" worauf er dann etwas flüsterte, was sich dann gen Ende hin im Stummen verlor: "Prös-naz..."
Seine Haltung war gebückt. Nein, auch ich sitze nicht immer kerzengerade da. Aber ich war mir nicht sicher, ob sich bereits die ersten Ansätze eines Buckels erkennen liessen. Ausserdem erinnerte mich seineGangart (ja sind wir hier bei den Pferden?) seine Art zu gehen an Gaius Pupus. Gut, ganz sooo schlimm wars dann doch nicht, aber Ihr, oh meine Leser, kennt ja meinen Hang zur Dramatik.
Auch ich bin ein Mensch der Gestik und vorallem der Mimik. Jim Carrey verblasst neben mir. 😜 Aber Enterostomas Gestik war schlichtweg nervös. Ausserdem kratzte er sich immer wieder mit einem seiner Skelettfinger am Kopf. Mein leicht genervtes Ich hätte beinahe gefragt, ob er denn eine Flohzucht beherberge. Langjähriges Training in Selbstbeherrschung hielten diese bösen Worte jedoch zurück.
Anfangs unterhielten wir uns über verschiedene Filme. In WhatsApp meinte er in der vergangenen Woche noch, bisher habe ihn niemand in Sachen Horrorfilme schlagen können. Ich mache da die Ausnahme. Ich gehe jetzt mal soweit, dass ich behaupte, nicht nur ich. Denn sein Horrorfilmwissen ist Mainstream. Als wir über Ghostland sprachen, unterbach er just die Unterhaltung und meinte, "Ähm sorry, darf ich wohl ganz kurz aufs WC? Meine Blase drückt. Ich hatte erst ein Bier, aber wie gesagt, ich muss bei Bier dann immer aufs WC... ja und das ist jetzt soweit..."
Er ging gen "Züri-WC" und ich blieb zurück. Allein. Allein mit der Frage, wieso man nicht einfach zum Klo gehen kann, ohne zuvor erst ein verdammtes Referat abgehalten zu haben? Wieso?
Dann kam oben genannter Teil mit dem Schwan.
Als Enterostoma seine Notdurft verrichtet hatte und wieder neben mir weilte, ging unsere Unterhaltung über Filme kurz weiter. Bis sie dann umschlug. In ein befremdliches Thema:
Im Pärkli II: von Zysten und Urinablagerungen
Dieser Typ kennt nichts. Oh meine Leser. Nichts. Gar nichts! Haltet Euch fest und lasset das Essen stehen. Ich werde dies nun genau so unverfälscht wiedergeben, wie ich es meinem Moleskine anvertraut habe:
Goooooooooootverdammt! Erzählt mir dieser Siech doch allen fucking Ernstes von seiner Nieren-OP: Als er einst zu einer Routine-Untersuchung beim Hausarzt war, habe dieser eine Zyste festgestellt. Aber Zysten seien ja nichts schlimmes. Viele Menschen leben und sterben mit Zysten (und viele Menschen krepieren durch Zysten. Anmerkung Eurer Schreiberin). Man müsse sich da ja keine Sorgen machen. Also habe er es dabei belassen. Als er dann eines anderen Problemes wegen (Genitiv ist wundervoll) beim Urologen war (von diesem Problem hat er mir netterweise nicht erzählt), habe er selbst den Urologen gebeten, er möchte sich doch die Zyste auch noch kurz anschauen. Der Urologe kam dieser Bitte nach und sah dann wohl etwas Schwarzes. Etwas Schwarzes sei nie etwas Gutes (Komm auf die dunkle Seite der Macht, Luke). Dann habe es weitere Abklärungen gegeben und ihm wurde dann mitgeteilt, dass die Zyste wohl zwischen Niere und Harnleiter sitze und der Urin von (?) durch (?) die Zyste fliessen würde und so habe sich in einem Strang (jenen Strang hat er bei jedem Erwähnen mit seinen Skelettfingern in die Luft gezeichnet, um zu untermalen, wie fein wohl dieser Strang gewesen sein muss), der wohl porös oder so war, Urin absetzen können. Das seien dann so kleine schwarze Steinchen gewesen. In dem Moment bedankte ich mich für die präzise Ausführung. Daraufhin meinte er, ja er habe sich für die OP entschieden, weil der Arzt meinte, er würde mit 60 dann wohl Probleme bekommen. Und jetzt sei das Problem ja vom Tisch. Er habe jetzt nur eine weitere Narbe. Er habe einige Narben... und somit kommen wir zum nächsten Teil:
Im Pärkli III: Schlüsselbeinbruch im Suff
Dann folgte eine Abhandlung darüber, dass er früher so oft richtig besoffen war. Er habe sich nahezu komatös gesoffen. Gratuliere. Einmal habe er das falsche Tram genommen und sich dann in einem Wäldchen verirrt. Dort sei er so blöd hingeknallt, dass er sich das Schlüsselbein gebrochen habe. Am Tag darauf ist er dann wohl im Unistpital vorstellig geworden wo er dann offenbar diversen Studenten vorgeführt worden sei, weil er einen glatten Bruch hatte. Aha. Da habe er auch eine Narbe davongetragen. Ich hatte mich gerade soweit unter Kontrolle, ihm nicht zu erzählen, wovon ich so meine Narben davongetragen habe... Künftig sollte ich mir ein MARTYRS-Szenario zurechtlegen, wovon ich dann berichten kann. 😂
Es folgten dann weitere Geschichten darüber, was ihm im Suff so alles wiederfahren war.
Zwischen den Erzählungen suchte er noch zweimal die "Züri-WC" uf und hielt jedes Mal zuvor noch ein kurzes Referat übre seine Blase.
Im Pärkli IV: Frühchen mit Enterostoma
Es gab quasi einen fliegenden Wechsel zum Titel dieses Eintrags. Er führte dann aus, dass er ein Frühchen war. Er habe sein Leben also praktisch im Krankenhaus begonnen (wie 90% der Menschen hierzulande. Anmerkung der Schreiberin). Er sei 2 Monate zu früh zur Welt gekommen und hätte lange Zeit in einem Brutkasten verbracht. Man habe ihm da einen künstlichen Darmausgang gelegt gehabt. Ein Künstlicher Darmausgang wird in der Fachsprache, sofern Wikipedia recht hat, Enterostoma genannt. Daran habe er natürlich keine Erinnerung mehr. Aber er stelle sich das als sehr unangenehm vor, denn die Exkremente würden dann ja durch einen Schlauch im Bauch ausgeschieden werden...
Eure werte, geduldige und noch immer freundliche Erzählerin sass da und dachte sich nur, das ist jetzt nicht sein Ernst?! Jedenfalls bin ich dank dieser Ausführung zum Titel dieses Blogs gekommen: Enterostoma. Danach verfügte er sich nochmals gen "Züri-WC". Als er wieder kam, meinte er, ob wir mal was Essen gehen wollen. Er war allerdings immer noch bei seinem letzten Bier. Ich meinte, er müsse nur endlich sein Bier exen (meine Ungeduld rühre daher, dass ich bestimmt gefühlte 30 Liter Bier in mir trug und nicht dieses ekelhafte "Züri-WC" benutzen wollte. Ich wollte die sauberen Toiletten des Fedis aufsuchen). "Ja wir können ja schonmal zum HB gehen."
Wir standen auf. Er war schon im Begriff zu gehen. Ich griff nach 3 leeren Bierdosen. Meinen. Er schaute mich verdutzt an und meinte dann, "Ah ja. Die sollten wir schon noch entsorgen, was?".
"Ich möchte es meinen!"
Also gingen wir zum HB. Zum Fedi.
Am HB: Federal - Des Schämens zweiter Teil
Ich halte inne. Ich überlege mir, ob ich das wirklich schreiben soll, was ich schreiben möchte... Ja, ich werde es tun...
Wir passierten den ersten Mülleimer und standen dann vor dem Fedi. Vor dem Fedi gibt es Tische. Die waren besetzt. Menschen starrten uns an. Denn, wir standen einfach da. Er wollte schon reingehen und ich sagte, er könne bestimmt nicht mit einem Bier in der Hand ins Fedi rein. "Ah ja, hahaha das wäre nicht so gut. Er nahm noch einen Schluck und sagte "Einen Moment noch" nahm dann noch einen Schluck und das Feldschlössli Alkoholfrei war leer. Juhu. Ich deutete auf den nächsten Mülleimer und sagte "Chöbu?" (Mülleimer, Abfalleimer). Er trottete frisch fröhlich zum Abfalleimer und ich ging schon mal ins Fedi - einfach damit ich mich den Blicken der Sitzenden entziehen konnte und weil mir warten zuwider war. Beim Eingang kam mir grad ein Typ entgegen, der mir den Vortritt liess und ganz nett "Sali" sagte. Wieso war der nicht mein Date?
Irgendwann kam dann mein Date ins Fedi getrottet und stellte mit seiner sagenumwobenen Auffassungsgabe fest, "Oh, alles reserviert."
Ich ignorierte das und ging zielstrebig zu meinem neuen Stammplatz. Er dackelte mir fröhlich hinterher. Beim Platz angekommen, suchte er nach einer Speisekarte. Ich ging zur Servicekraft, wegen eines Jetons für die Toiletten. Er folgte mir zur Servicekraft. Also sagte ich "Pipibox" und weg war ich. Es war eine wahre Erleichterung jene oben erwähnten gefühlten 30 Liter loszuwerden.
Dann schaute ich kurz auf Insta, wo mir eine Freundin schrieb und fragte, wo ich denn jetzt sei. Sie hatte meine Instastory mit dem Schwan gesehen gehabt. Ich schrieb, ich sei im Fedi, gefangen in einem Date, ging dann zurück nach oben, wo Enterostoma vor dem Regal mit den Flyern stand und irgendwas von keine Speisekarte murmelte. Ich ignorierte ihn und ging zielstrebig an meinen neuen Stammtisch zurück. Er folgte mir.
Wir sassen dann eine Weile da und unterhielten uns über sein Studium. Irgendwann meinte er, er gehe jetzt mal Essen bestellen. Danke.
Wir unterhielten uns weiter und ich erfuhr, dass er Appleprodukten gar nichts abgewinnen könne. Demonstrativ streichelte ich mein vor mir liegendes iPhone und redete ihm (also dem iPhone) gut zu "Hör nicht auf ihn. Denn er weiss nicht, was er sagt." Dann sagte ich ihm, dass nichts über die Liebe, die man für ein iPhone empfinden kann, hinausgehen würde. Ok, die Liebe zu einer B747 oder einer Antonov vielleicht noch, aber damit hat sichs. Irritiert starrte er mich an, denn er wusste nicht, ob dies mein Ernst war.
Ausserdem kratzte er sich auch da immer mal wieder. Nicht nur an Kopf. Auch mal am Bauch. Am Rücken. An der Seite. Und ich begann mich zu fragen, ob mein Gegenüber, eventuell mit einem Virus infiziert, Patient X war? Na super! Ich date Patient X...
Kein WG-Typ
Während dem wir unsere Pommes assen, was er als "schnabulieren" zu betiteln pflegt (was mich wahnsinnig macht), erzählte er mir eine Story aus seinem WG-Dasein. Er habe abgewaschen und die weisse Abwaschbürste sei dann rot gewesen. Dann haben seine Mitbewohner ein Foto von der roten Bürste gemacht, diese dann gewaschen und dann ein Foto von der wieder weissen Bürste gemacht und ihm geschickt. Ähm, sie haben recht. Aber das ist meine Meinung.
Einmal hätten sie ihn dumm angemacht, weil er mit einem Schwamm den Abwasch getätigt hatte. Der habe zu viele Bakterien aber beide hätten mit ihren iPhones (und wie abwertend er "iPhones" sagte) auf dem Klo gesessen, so von wegen Bakterien. iPhones wären riesige Bakterienschleudern. Daraufhin nahm ich mein iPhone in die Hand, strich liebevoll darüber und redete ihm (iPhone) gut zu "Hör nicht auf ihn, meine geliebte Bakterienschleuder. Er weiss nicht, was er sagt." 😂 Wieder starrte er mich entgeistert an haha.
Die Starbucks-Kontroverse
Bereits per WhatsApp teilte er mir ja einst mit, was er von Starbucks hält. Er selbst war noch nie in einem Starbucks, konnte mir aber sagen, dass der Kaffee scheusslich schmeckt. Aham. Woher will er das wissen? Ganz ehrlich? Solche Menschen kotzen mich an! Sie haben irgendwann mal irgendwo von irgendwem gehört, dass der Kaffee bei Starbucks nicht schmeckt und geben das weiter. Ich selbst besitze ja eine Goldcard von dem amerikanischen Kaffeegiganten. Allerdings auch nur noch solange, bis mein Guthaben aufgebraucht ist, denn seit Starbucks zu Nestlé gehört, will ich diesen Verein nicht mehr unterstützen. Der Kaffee bei Starbucks ist besser, als dieses Spülwasser, welches Nespressokapseln hergeben. Aber lassen wir das. Nespresso kann man nicht trinken und verkauft sich nur, weil George Clooney sich dafür prostituiert hat. (Ich habe eben meine Apple Magic Mouse I gegen die Wand geschmissen, weil sie nicht mehr funktioniert hat. Sie ist zersprungen. Nun funktioniert das Wischen wieder, aber scrollen geht nicht mehr. Habe mir eben die Magic Mouse II bestellt. Hoffe, sie kommt am Dienstag.). Er schickte mir ja per WA mal einen Link zu einer Starbucks-Doku. In dieser Doku war nichts Neues. Man weiss, das Starbucks seine Mitarbeiter und die Kaffeebauern ausbeutet. Enterostoma meinte, sowas dürfe man nicht unterstützen! Es sei schlimm, was die mit den Kaffeebauern machen würden! Aham... und mit den Mitarbeitern? Ah ja... Enterostoma hat noch NIE im Dienstleistungssektor gearbeitet und somit keine Ahnung, was es heisst, täglich Kunden BEDIENEN zu müssen. Aber lassen wir auch das mal.
Enterostoma diniert bei McDonalds. Vielleicht so 2-3x im Monat, laut seiner Aussage. Als ich fragte, wie er Starbucks boikottieren, aber McDonalds unterstützen könne, meinte er nur, dass er den Fleischkonsum ja bereits einschränke. Und er fände es toll, das ich vegan lebe. Aha. Ja man könne nicht von heute auf morgen aufhören. Das sei wie mit dem Rauchen. Enterostoma raucht im Ausgang. Gruppenzwang? Er wisse, dass es schädlich sei, aber man komme nunmal nicht von heute auf morgen davon los. Ich kam mit meiner Standartantwort, dass ich das nicht nachvollziehen könne. Denn schliesslich bin ich keine Süchtige. "Aber nochmals zurück zu McDonalds. Warum genau unterstützt Du einen Betrieb, der die Angestellten, wie auch die Geschäftspartner in gleichem und gar noch schlimmerem Masse ausbeutet, als Starbucks?" "Das Essen schmeckt gut und die beuten ja keine Kaffeebauern aus."
"McDonalds züchtet Kartoffeln der selben Grösse. Ist eine Kartoffel zu klein oder zu gross, wird sie weggeschmissen. Vom Tierleid fange ich jetzt gar nicht erst an, und auch nicht davon, wie sie ihre Mitarbeiter behandeln."
"Aham..."
Solche Menschen nerven mich...
Das erinnert mich an den Typen, der mich in Solothurn belästigt hatte und meinte ich hätte keine Ahnung von Umwelt und so und mich ein VITTEL trinkend sensibilisieren wollte. Als ich ihn darauf hinwies, dass VITTEL Nestlé gehöre und man das nicht unterstützen sollte, wurde er ganz still. Ich hasse solche Menschen... Minusmenschen.
Abschied
Beide Pommes und mein 5cl Mineral hatte ich bezahlt. Er wollte mir eine Zehnernote geben. Ich verneinte testend. Ohne zu insistieren steckte er den Zehner wieder ein. Gut.
Im Stechschritt gingen wir gen Gleis 31. Also ich musste zur 31 und er zur Sihlpost. Ich verabschiedete mich im Gehen und meinte "Wir schreiben.", er stand da in der Halle des HBs mit ausgestreckten Armen, als wäre er der verdammte Jesus am Kreuz und meinte tatsächlich ich würde ihn noch umarmen und meinen Zug verpassen. Er schrie mir noch hinterher "Komm gut nach hause". Ich eilte die Treppe runter und sowie ich im Zug war, gingen die Türen hinter mir zu und der Zug fuhr ab.
Fazit
Ja, was soll ich sagen... Wieso sagen solche Typen nicht einfach, dass sie ein Hemd sind? Somit könnte man sich die Zeit des Dates sparen. Hätte er erwähnt gehabt "Ach übrigens, ich bin ein Hemd mit ADHS und kann nicht still sitzen. Ausserdem bin ich spindeldürr und irgendwie merkwürdig aber total nett." hätte man sich das Date sparen können. Ich bin sauer!
Ich finde, es sollte eine Deklarationspflicht eingeführt werden...
Ja das wars auf jedenfall...
Mein Problem? Ich habe ein Ticket fürs CROSSFAITH Ende September in Zürich im Dynamo. Er wird auch da sein. Nun überlege ich mir, ob ich eventuell zuhause bleiben sollte... Aber Crossfaith sind schon stark...
Lang ist's her, seit meinem letzten Eintrag hier. Lang ist's auch her, dass ich in der Schweiz ein Date hatte. Zumindest bis eben. Als ich gefangen in diesem Irrsinn aus Enterostoma und alkoholfreiem Bier war, wurde mir wieder schlagartig bewusst, wieso ich schon seit Jahren keine Dates mehr hatte - in der Schweiz.
Aber beginnen wir am Anfang.
Es war ein wunderbarer Tag. Einer von diesen Herbsttagen, von denen es mehr geben sollte. Nicht zu heiss und nicht zu kalt. Das Klima war einfach perfekt, um ohne Jacke rauszugehen. Ich trug meinen neuen oversized Hoodie von Urban Classics und freute mich darüber, die Jacke zuhause lassen zu können. Es war sonnig. Der Himmel war blau und vereinzelte Wattewolken schwebten umher.
Im Fluss neben uns paddelten Enten und Schwäne.
Irgendwann setzten sich zwei Touristen in unsere Nähe. Der Eine machte mit seiner Canon Fotos vom Anderen, mit dem Fluss im Hintergrund. Als sich dann ein Schwan zu lange bei ihnen aufhielt, kam der Sitzende auf die folgenschwere Idee, einen Teil seines OK-Energydrinks über den Schwan zu schütten. Der Schwan machte Gebrauch von seinen Flügeln und machte sich zur Attacke bereit. Der Sitzende sprang panisch auf und rannte mit seinem Kumpel aus dieser Geschichte davon.
Der Schwan beruhigte sich wieder und schwamm dann in meine Richtung. Wir sagten einander "Hoi", wonach er weiter paddelte. Ich blieb alleine zurück, auf mein Date wartend, das urinieren war - schon wieder.
Oh meine Leser, ich sags Euch. Es ist gar nicht so leicht, eine Geschichte über eine wahre Begebenheit zu schreiben, ohne dass betreffende Person (hier mein Date), merkt, dass es um sie geht, sollte sie diesen Blog je zu Gesicht bekommen. Schliesslich geht es mir nicht darum, ein menschliches Wesen zu denunzieren (anders als bei gewissen anderen Dates), aber ich muss dieses Erlebnis einfach loswerden!
Also, wie wir da so am Fluss sassen, auf dem in regelmässigen Abständen Enten und Schwäne an uns vorbeischwammen... Moment. Ich greife vor. Spulen wir kurz zurück. Weiter. Noch weiter. Ja.
Treffpunkt beim hässlichen Engel
Eure getreue Erzählerin, Navi M. Gray, steigt aus dem Zug und wandelt zum vereinbarten Treffpunkt. Natürlich ist sie wieder die Erste. Sie ist immer die Erste. Sie muss immer auf die Anderen warten. Sie steht also da in ihrem schwarzen oversized Hoodie, ihre Anna Sui X Coach Tasche geschultert, das iPhone in den Händen mit ihrem Droog schreibend und wartet. Treffpunkt war der hässliche Engel am HB. Einmal hatte ich mich mit einem Bekannten getroffen. Treffpunkt war der Engel. Jeder Mensch wartet am Rand. Dieser Typ nicht. Nein. Er stand direkt unter dem Engel, mitten im Weg und las in seiner Kämpferhose (noch immer auf dem Black-Metal-Tripp seiend) in einem philosophischen Reclam. Da mein Droog über dieses Ereignis Bescheid wusste,
Mit knapp 4 Minuten Verspätung kam dann Enterostoma daher. Er wohnt 15min vom HB entfernt und schaffte es dennoch nicht, pünktlich zu sein. Er müsste noch zum Bankomaten. Also gingen wir ins Zwischendeck des HB, wo er nach links ausscheren wollte, obschon direkt zu unserer Rechten zwei ATMs der ZKB (Züricher Kantonalbank für alle meine Nichtschweizerleser) postiert waren. Ich deutete auf die rechte Seite und er holte noch Bares.
Planänderung:
Wir waren eigentlich für ins Fedi verabredet. Das Fedi heisst Federal und ist eine Brasserie am HB, die keine Ahnung wie viele Biersorten führt.
Da es sich, wie oben erwähnt, um einen perfekten Herbsttag handelte, machte ich den Vorschlag, dass wir uns doch an die Limmat setzen könnten. Enterosoma gab zu bedenken, dass der Boden möglicherweise nass sein könnte. Dann wäre das Pärkli keine so gute Wahl. Wer denkt an den Boden, wenn er ans Pärkli denkt? Ich für meinen Teil denke da immer an das Mürli (kleine Mauer) am Fluss und äusserte dies auch. Enterosoma willigte dann schliesslich ein und meinte, unten gäbe es einen Coop, der alkoholfreies Bier gekühlt habe. Und das wäre ohnehin günstiger, als im Fedi.
Aufgrund brobdingnagischer Alkexzesse trinkt Enterosoma keinen Alkohol mehr. Und weil er kürzlich operiert worden ist. Ich schloss mich dem Alkfreien an, da ich pausieren will, bis sich Haare und Haut wieder regeneriert haben. (Steht man unter Alkkonsum können selbst die Produkte Shiseidos nichts mehr ausrichten).
Mitten im Coop to go, und es ist tatsächlich in der Mitte dieses Ladens passiert, verkündete mir Enterosoma aus voller Kehle, wenn er Bier trinkt müsse er immer so oft aufs WC. Das drücke dann immer so auf die Blase und seit der OP sei es noch schlimmer geworden. Er sei eine richtige Urinmaschine geworden. Ein Coopmitarbeiter schaute ihn fragend an. Ich für meinen Teil wünschte mir einen Niqab herbei. So einer wäre ganz praktisch für ein erstes Date. Was wünschte ich, ich hätte am Abend meines pixleated Date einen getragen... Wäre doch wirklich praktisch. Die Umwelt wüsste so nicht, dass DU grad mit diesem Typen unterwegs bist. Ich werde nachher wohl mal googlen und herausfinden, wo ich so einen herbekomme...
Wir nahmen uns je drei Feldschlösschen Alkfrei mit und gingen gen Kasse. Ich, als die introvertierte Schreiberin, die Ihr, oh meine geschätzten Leser, so schätzen und lieben gelernt habt, schritt gen Self-Checkout. Er, der offenbar sehr extroviert ist, schritt zur bedienten Kasse. Das sei viel sympathischer. Man könne sich so noch mit Menschen austauschen. Beim Self-Checkout fehle der Sozialkontakt. Eben! Darum hat der liebe Gott ja diese Dinger erfunden. Er bezahlte die 6 Bier, was in seiner Bilanz ein Minus von CHF 10.50 hinterlassen hat. Er bezahlte mit einem Hundertfrankenschein. Die Kassiererin fragte, ob er noch 50 Rappen hätte. Und da begann die lange Suche nach einem 50 Rappenstück. Und dann heisst es immer, nur Senioren würden ewig brauchen, um ihr Münz (Kleingeld) herauszuzählen. Mitnichten, meine geschätzten Leser, mitnichten!
Im Pärkli I: Nervosität oder er-ist-einfach-so?
Wir gingen ins Pärkli, vor dessen Eingang sich "Züri-WC" befinden. Als wir diese passierten, meinte er, "Das ist gut, hier hat es ja gleich WCs! Ich werde sicher bald eines brauchen. Hahaha"
Ich für meinen Teil verabscheue diese öffentlichen Toiletten. Ekelhaft! Wie dem auch sei... ich begann mich zu fragen, ob das nur in meiner (möglicherweise verkorksten) Welt ein Nogo war, über das Toilettenbedürfnis zu sprechen, oder ob er einfach keine Schamgrenze hat. Dabei fällt mir wieder die Badezimmerszene eines Exfreundes ein. Oh, das werd ich auch noch bloggen müssen.
Wir passierten das Gitterportal des Pärkli und setzten uns auf die Mauer an der Limmat. Die ersten zwei Bierdosen wurden geöffnet und bereits da wurde mir schlagartig bewusst, dass dieser Mensch kein Rückgrad besitzt. Er begann mit einem "Pröstli" ich mit meinem "Naztrovje" worauf er dann etwas flüsterte, was sich dann gen Ende hin im Stummen verlor: "Prös-naz..."
Seine Haltung war gebückt. Nein, auch ich sitze nicht immer kerzengerade da. Aber ich war mir nicht sicher, ob sich bereits die ersten Ansätze eines Buckels erkennen liessen. Ausserdem erinnerte mich seine
Auch ich bin ein Mensch der Gestik und vorallem der Mimik. Jim Carrey verblasst neben mir. 😜 Aber Enterostomas Gestik war schlichtweg nervös. Ausserdem kratzte er sich immer wieder mit einem seiner Skelettfinger am Kopf. Mein leicht genervtes Ich hätte beinahe gefragt, ob er denn eine Flohzucht beherberge. Langjähriges Training in Selbstbeherrschung hielten diese bösen Worte jedoch zurück.
Anfangs unterhielten wir uns über verschiedene Filme. In WhatsApp meinte er in der vergangenen Woche noch, bisher habe ihn niemand in Sachen Horrorfilme schlagen können. Ich mache da die Ausnahme. Ich gehe jetzt mal soweit, dass ich behaupte, nicht nur ich. Denn sein Horrorfilmwissen ist Mainstream. Als wir über Ghostland sprachen, unterbach er just die Unterhaltung und meinte, "Ähm sorry, darf ich wohl ganz kurz aufs WC? Meine Blase drückt. Ich hatte erst ein Bier, aber wie gesagt, ich muss bei Bier dann immer aufs WC... ja und das ist jetzt soweit..."
Er ging gen "Züri-WC" und ich blieb zurück. Allein. Allein mit der Frage, wieso man nicht einfach zum Klo gehen kann, ohne zuvor erst ein verdammtes Referat abgehalten zu haben? Wieso?
Dann kam oben genannter Teil mit dem Schwan.
Als Enterostoma seine Notdurft verrichtet hatte und wieder neben mir weilte, ging unsere Unterhaltung über Filme kurz weiter. Bis sie dann umschlug. In ein befremdliches Thema:
Im Pärkli II: von Zysten und Urinablagerungen
Dieser Typ kennt nichts. Oh meine Leser. Nichts. Gar nichts! Haltet Euch fest und lasset das Essen stehen. Ich werde dies nun genau so unverfälscht wiedergeben, wie ich es meinem Moleskine anvertraut habe:
Goooooooooootverdammt! Erzählt mir dieser Siech doch allen fucking Ernstes von seiner Nieren-OP: Als er einst zu einer Routine-Untersuchung beim Hausarzt war, habe dieser eine Zyste festgestellt. Aber Zysten seien ja nichts schlimmes. Viele Menschen leben und sterben mit Zysten (und viele Menschen krepieren durch Zysten. Anmerkung Eurer Schreiberin). Man müsse sich da ja keine Sorgen machen. Also habe er es dabei belassen. Als er dann eines anderen Problemes wegen (Genitiv ist wundervoll) beim Urologen war (von diesem Problem hat er mir netterweise nicht erzählt), habe er selbst den Urologen gebeten, er möchte sich doch die Zyste auch noch kurz anschauen. Der Urologe kam dieser Bitte nach und sah dann wohl etwas Schwarzes. Etwas Schwarzes sei nie etwas Gutes (Komm auf die dunkle Seite der Macht, Luke). Dann habe es weitere Abklärungen gegeben und ihm wurde dann mitgeteilt, dass die Zyste wohl zwischen Niere und Harnleiter sitze und der Urin von (?) durch (?) die Zyste fliessen würde und so habe sich in einem Strang (jenen Strang hat er bei jedem Erwähnen mit seinen Skelettfingern in die Luft gezeichnet, um zu untermalen, wie fein wohl dieser Strang gewesen sein muss), der wohl porös oder so war, Urin absetzen können. Das seien dann so kleine schwarze Steinchen gewesen. In dem Moment bedankte ich mich für die präzise Ausführung. Daraufhin meinte er, ja er habe sich für die OP entschieden, weil der Arzt meinte, er würde mit 60 dann wohl Probleme bekommen. Und jetzt sei das Problem ja vom Tisch. Er habe jetzt nur eine weitere Narbe. Er habe einige Narben... und somit kommen wir zum nächsten Teil:
Im Pärkli III: Schlüsselbeinbruch im Suff
Dann folgte eine Abhandlung darüber, dass er früher so oft richtig besoffen war. Er habe sich nahezu komatös gesoffen. Gratuliere. Einmal habe er das falsche Tram genommen und sich dann in einem Wäldchen verirrt. Dort sei er so blöd hingeknallt, dass er sich das Schlüsselbein gebrochen habe. Am Tag darauf ist er dann wohl im Unistpital vorstellig geworden wo er dann offenbar diversen Studenten vorgeführt worden sei, weil er einen glatten Bruch hatte. Aha. Da habe er auch eine Narbe davongetragen. Ich hatte mich gerade soweit unter Kontrolle, ihm nicht zu erzählen, wovon ich so meine Narben davongetragen habe... Künftig sollte ich mir ein MARTYRS-Szenario zurechtlegen, wovon ich dann berichten kann. 😂
Es folgten dann weitere Geschichten darüber, was ihm im Suff so alles wiederfahren war.
Zwischen den Erzählungen suchte er noch zweimal die "Züri-WC" uf und hielt jedes Mal zuvor noch ein kurzes Referat übre seine Blase.
Im Pärkli IV: Frühchen mit Enterostoma
Es gab quasi einen fliegenden Wechsel zum Titel dieses Eintrags. Er führte dann aus, dass er ein Frühchen war. Er habe sein Leben also praktisch im Krankenhaus begonnen (wie 90% der Menschen hierzulande. Anmerkung der Schreiberin). Er sei 2 Monate zu früh zur Welt gekommen und hätte lange Zeit in einem Brutkasten verbracht. Man habe ihm da einen künstlichen Darmausgang gelegt gehabt. Ein Künstlicher Darmausgang wird in der Fachsprache, sofern Wikipedia recht hat, Enterostoma genannt. Daran habe er natürlich keine Erinnerung mehr. Aber er stelle sich das als sehr unangenehm vor, denn die Exkremente würden dann ja durch einen Schlauch im Bauch ausgeschieden werden...
Eure werte, geduldige und noch immer freundliche Erzählerin sass da und dachte sich nur, das ist jetzt nicht sein Ernst?! Jedenfalls bin ich dank dieser Ausführung zum Titel dieses Blogs gekommen: Enterostoma. Danach verfügte er sich nochmals gen "Züri-WC". Als er wieder kam, meinte er, ob wir mal was Essen gehen wollen. Er war allerdings immer noch bei seinem letzten Bier. Ich meinte, er müsse nur endlich sein Bier exen (meine Ungeduld rühre daher, dass ich bestimmt gefühlte 30 Liter Bier in mir trug und nicht dieses ekelhafte "Züri-WC" benutzen wollte. Ich wollte die sauberen Toiletten des Fedis aufsuchen). "Ja wir können ja schonmal zum HB gehen."
Wir standen auf. Er war schon im Begriff zu gehen. Ich griff nach 3 leeren Bierdosen. Meinen. Er schaute mich verdutzt an und meinte dann, "Ah ja. Die sollten wir schon noch entsorgen, was?".
"Ich möchte es meinen!"
Also gingen wir zum HB. Zum Fedi.
Am HB: Federal - Des Schämens zweiter Teil
Ich halte inne. Ich überlege mir, ob ich das wirklich schreiben soll, was ich schreiben möchte... Ja, ich werde es tun...
Wir passierten den ersten Mülleimer und standen dann vor dem Fedi. Vor dem Fedi gibt es Tische. Die waren besetzt. Menschen starrten uns an. Denn, wir standen einfach da. Er wollte schon reingehen und ich sagte, er könne bestimmt nicht mit einem Bier in der Hand ins Fedi rein. "Ah ja, hahaha das wäre nicht so gut. Er nahm noch einen Schluck und sagte "Einen Moment noch" nahm dann noch einen Schluck und das Feldschlössli Alkoholfrei war leer. Juhu. Ich deutete auf den nächsten Mülleimer und sagte "Chöbu?" (Mülleimer, Abfalleimer). Er trottete frisch fröhlich zum Abfalleimer und ich ging schon mal ins Fedi - einfach damit ich mich den Blicken der Sitzenden entziehen konnte und weil mir warten zuwider war. Beim Eingang kam mir grad ein Typ entgegen, der mir den Vortritt liess und ganz nett "Sali" sagte. Wieso war der nicht mein Date?
Irgendwann kam dann mein Date ins Fedi getrottet und stellte mit seiner sagenumwobenen Auffassungsgabe fest, "Oh, alles reserviert."
Ich ignorierte das und ging zielstrebig zu meinem neuen Stammplatz. Er dackelte mir fröhlich hinterher. Beim Platz angekommen, suchte er nach einer Speisekarte. Ich ging zur Servicekraft, wegen eines Jetons für die Toiletten. Er folgte mir zur Servicekraft. Also sagte ich "Pipibox" und weg war ich. Es war eine wahre Erleichterung jene oben erwähnten gefühlten 30 Liter loszuwerden.
Dann schaute ich kurz auf Insta, wo mir eine Freundin schrieb und fragte, wo ich denn jetzt sei. Sie hatte meine Instastory mit dem Schwan gesehen gehabt. Ich schrieb, ich sei im Fedi, gefangen in einem Date, ging dann zurück nach oben, wo Enterostoma vor dem Regal mit den Flyern stand und irgendwas von keine Speisekarte murmelte. Ich ignorierte ihn und ging zielstrebig an meinen neuen Stammtisch zurück. Er folgte mir.
Wir sassen dann eine Weile da und unterhielten uns über sein Studium. Irgendwann meinte er, er gehe jetzt mal Essen bestellen. Danke.
Wir unterhielten uns weiter und ich erfuhr, dass er Appleprodukten gar nichts abgewinnen könne. Demonstrativ streichelte ich mein vor mir liegendes iPhone und redete ihm (also dem iPhone) gut zu "Hör nicht auf ihn. Denn er weiss nicht, was er sagt." Dann sagte ich ihm, dass nichts über die Liebe, die man für ein iPhone empfinden kann, hinausgehen würde. Ok, die Liebe zu einer B747 oder einer Antonov vielleicht noch, aber damit hat sichs. Irritiert starrte er mich an, denn er wusste nicht, ob dies mein Ernst war.
Ausserdem kratzte er sich auch da immer mal wieder. Nicht nur an Kopf. Auch mal am Bauch. Am Rücken. An der Seite. Und ich begann mich zu fragen, ob mein Gegenüber, eventuell mit einem Virus infiziert, Patient X war? Na super! Ich date Patient X...
Kein WG-Typ
Während dem wir unsere Pommes assen, was er als "schnabulieren" zu betiteln pflegt (was mich wahnsinnig macht), erzählte er mir eine Story aus seinem WG-Dasein. Er habe abgewaschen und die weisse Abwaschbürste sei dann rot gewesen. Dann haben seine Mitbewohner ein Foto von der roten Bürste gemacht, diese dann gewaschen und dann ein Foto von der wieder weissen Bürste gemacht und ihm geschickt. Ähm, sie haben recht. Aber das ist meine Meinung.
Einmal hätten sie ihn dumm angemacht, weil er mit einem Schwamm den Abwasch getätigt hatte. Der habe zu viele Bakterien aber beide hätten mit ihren iPhones (und wie abwertend er "iPhones" sagte) auf dem Klo gesessen, so von wegen Bakterien. iPhones wären riesige Bakterienschleudern. Daraufhin nahm ich mein iPhone in die Hand, strich liebevoll darüber und redete ihm (iPhone) gut zu "Hör nicht auf ihn, meine geliebte Bakterienschleuder. Er weiss nicht, was er sagt." 😂 Wieder starrte er mich entgeistert an haha.
Bereits per WhatsApp teilte er mir ja einst mit, was er von Starbucks hält. Er selbst war noch nie in einem Starbucks, konnte mir aber sagen, dass der Kaffee scheusslich schmeckt. Aham. Woher will er das wissen? Ganz ehrlich? Solche Menschen kotzen mich an! Sie haben irgendwann mal irgendwo von irgendwem gehört, dass der Kaffee bei Starbucks nicht schmeckt und geben das weiter. Ich selbst besitze ja eine Goldcard von dem amerikanischen Kaffeegiganten. Allerdings auch nur noch solange, bis mein Guthaben aufgebraucht ist, denn seit Starbucks zu Nestlé gehört, will ich diesen Verein nicht mehr unterstützen. Der Kaffee bei Starbucks ist besser, als dieses Spülwasser, welches Nespressokapseln hergeben. Aber lassen wir das. Nespresso kann man nicht trinken und verkauft sich nur, weil George Clooney sich dafür prostituiert hat. (Ich habe eben meine Apple Magic Mouse I gegen die Wand geschmissen, weil sie nicht mehr funktioniert hat. Sie ist zersprungen. Nun funktioniert das Wischen wieder, aber scrollen geht nicht mehr. Habe mir eben die Magic Mouse II bestellt. Hoffe, sie kommt am Dienstag.). Er schickte mir ja per WA mal einen Link zu einer Starbucks-Doku. In dieser Doku war nichts Neues. Man weiss, das Starbucks seine Mitarbeiter und die Kaffeebauern ausbeutet. Enterostoma meinte, sowas dürfe man nicht unterstützen! Es sei schlimm, was die mit den Kaffeebauern machen würden! Aham... und mit den Mitarbeitern? Ah ja... Enterostoma hat noch NIE im Dienstleistungssektor gearbeitet und somit keine Ahnung, was es heisst, täglich Kunden BEDIENEN zu müssen. Aber lassen wir auch das mal.
Enterostoma diniert bei McDonalds. Vielleicht so 2-3x im Monat, laut seiner Aussage. Als ich fragte, wie er Starbucks boikottieren, aber McDonalds unterstützen könne, meinte er nur, dass er den Fleischkonsum ja bereits einschränke. Und er fände es toll, das ich vegan lebe. Aha. Ja man könne nicht von heute auf morgen aufhören. Das sei wie mit dem Rauchen. Enterostoma raucht im Ausgang. Gruppenzwang? Er wisse, dass es schädlich sei, aber man komme nunmal nicht von heute auf morgen davon los. Ich kam mit meiner Standartantwort, dass ich das nicht nachvollziehen könne. Denn schliesslich bin ich keine Süchtige. "Aber nochmals zurück zu McDonalds. Warum genau unterstützt Du einen Betrieb, der die Angestellten, wie auch die Geschäftspartner in gleichem und gar noch schlimmerem Masse ausbeutet, als Starbucks?" "Das Essen schmeckt gut und die beuten ja keine Kaffeebauern aus."
"McDonalds züchtet Kartoffeln der selben Grösse. Ist eine Kartoffel zu klein oder zu gross, wird sie weggeschmissen. Vom Tierleid fange ich jetzt gar nicht erst an, und auch nicht davon, wie sie ihre Mitarbeiter behandeln."
"Aham..."
Solche Menschen nerven mich...
Das erinnert mich an den Typen, der mich in Solothurn belästigt hatte und meinte ich hätte keine Ahnung von Umwelt und so und mich ein VITTEL trinkend sensibilisieren wollte. Als ich ihn darauf hinwies, dass VITTEL Nestlé gehöre und man das nicht unterstützen sollte, wurde er ganz still. Ich hasse solche Menschen... Minusmenschen.
Abschied
Beide Pommes und mein 5cl Mineral hatte ich bezahlt. Er wollte mir eine Zehnernote geben. Ich verneinte testend. Ohne zu insistieren steckte er den Zehner wieder ein. Gut.
Im Stechschritt gingen wir gen Gleis 31. Also ich musste zur 31 und er zur Sihlpost. Ich verabschiedete mich im Gehen und meinte "Wir schreiben.", er stand da in der Halle des HBs mit ausgestreckten Armen, als wäre er der verdammte Jesus am Kreuz und meinte tatsächlich ich würde ihn noch umarmen und meinen Zug verpassen. Er schrie mir noch hinterher "Komm gut nach hause". Ich eilte die Treppe runter und sowie ich im Zug war, gingen die Türen hinter mir zu und der Zug fuhr ab.
Fazit
Ja, was soll ich sagen... Wieso sagen solche Typen nicht einfach, dass sie ein Hemd sind? Somit könnte man sich die Zeit des Dates sparen. Hätte er erwähnt gehabt "Ach übrigens, ich bin ein Hemd mit ADHS und kann nicht still sitzen. Ausserdem bin ich spindeldürr und irgendwie merkwürdig aber total nett." hätte man sich das Date sparen können. Ich bin sauer!
Ich finde, es sollte eine Deklarationspflicht eingeführt werden...
Ja das wars auf jedenfall...
Mein Problem? Ich habe ein Ticket fürs CROSSFAITH Ende September in Zürich im Dynamo. Er wird auch da sein. Nun überlege ich mir, ob ich eventuell zuhause bleiben sollte... Aber Crossfaith sind schon stark...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen