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Freitag, 12. Mai 2017

Von Flugkatastrophen und Massensterben

Ahoihoi meine werten Leser,

Einiges an Zeit ist verstrichen und nun durfte ich doch nach Japan fliegen. Dass eine Flugkatastrophe auf mich warten würde, konnte ich ja beim Boarding nicht ahnen...

...und so beginnt die Leidensgeschichte der Navi M. Gray, die, im Bett ihres Deluxe-Zimmers des PARK HYATT TOKYO liegend, sich überlegt, künftig nur noch BUSINESS CLASS zu buchen... Du, mein Leser wirst nun sagen, dass ist doch viel zu teuer. Da gebe ich Dir vollkommen recht, allerdings bist Du auch nicht Opfer von Frauentausch-Assis geworden, noch hat sich jemand neben Dir übergeben... Aber dazu kommen wir später...


Sehnsucht


Der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Dazu zähle ich mich auch. Nahezu jeden Tag wird mir die Ehre zuteil, zusammen mit Sofito das Wunderkind (nein, es heisst nicht "dem" Wunderkind, da es sich hier um einen Namen handelt) gen Winterthur zu reisen. Nicht genug, dass wir 4 Stunden für den Arbeitsweg benötigen, nein wir arbeiten auch noch in der gleichen Bude und so verbringen wir wohl oder übel (obschon "übel" noch nie vorgekommen ist) nahezu 14 Stunden miteinander. Wenn man sich dann aber allein in einem ÖV wiederfindet und Sofito das Wunderkind nicht zugegen ist, dann reden wir von einem fast schon kafkaesken Gefühl... 
So bin ich dann auch alleine im IC zum ZRH gefahren. Als ich dann in der Boeing 737 der holländischen KLM sass - auf Flug 1958 - ereignete sich so Einiges, worüber ich mich, wäre Sofito das Wunderkind, denn zugegen gewesen, mit ihr amüsiert hätte. 
Den Anfang machte der Holland Herald. Ich schlug ihn auf und blickte direkt auf "HANGZHOU". Die Egoparty hatte begonnen. Der Typ auf Platz 5D hat sich nicht mehr so wohl gefühlt, mit einer Irren so nah neben ihm. Lediglich ein leerer Sitz trennte ihn von mir, die einfach vor sich hin schmunzelte und grosse Mühe hatte, sich zu beherrschen.
Sofito, i dem Senn: 
#HANGSOUHOI


Strömungsabriss & Notlandung in der Nordsee

Wenn man sich über Jahre hinweg mit Flugzeugkatastrophen befasst, wohl alles an Literatur intus hat und nahezu jede Folge von Air Crash Investigation mehrmals gesehen hat, der kennt sich ein bisschen aus. Hat man sich dann auch noch mit der Flugzeugtechnologie befasst, kennt man sich noch ein bisschen besser aus.
Ob dieses Wissen nun dienlich oder eher hinderlich auf einer Flugreise ist, sei dahin gestellt. Jedoch hat man, je nach Problem, eine Ahnung, was einem widerfahren könnte - obschon keine Katastrophe der anderen gleicht. 
Damit ein Flugzeug oben bleibt, braucht es die Strömung. Reisst diese ab, fällt der Metallsarg vom Himmel. Jedes Mal, wenn sich die Kiste nahezu bis zum Maximum neigt, denke ich an Strömungsabriss - allerdings weiss der Pilot, was er tut - nicht so wie ich. 


Dieses Mal ist die B737 eine untypische Strecke geflogen. Direkt über der Nordsee sind wir vorbei an Den Haag und co geflogen. Die 737 war im Sinkflug durch eine hübsche Wolkendecke, durch die man nichts sehen konnte. Ja das erinnert Kenner an LANGOLIERS und den berüchtigten Satz, dass man nicht aus Wolken direkt in eine Betondecke krachen möchte. Unter den Wolken tat sich dann die See auf. Flug KL1958 sank munter weiter und weiter. Das Wasser kam immer näher. Seltsame Geräusche waren zu vernehmen. Kamen sie vom Triebwerk? Möglich wärs. Und wir sanken teilweise etwas holpernd weiter. Als wir dann so tief waren, dass ich die Riffe durch die Wasseroberfläche sehen konnte, musste ich unweigerlich an die Landung auf dem Hudson denken. Wo war SULLY? Würden wir eine Notwasserung hinlegen? Wenn ja, würden wir auch zu den wenigen 3% gehören, die so etwas unbeschadet überlebten? Oder erginge es uns wie zahlreichen anderen? Die 737 würde hart auf der Nordsee aufschlagen, sich überschlagen und zerbrechen. Menschen würden panisch umher schreien. Umherfliegende Gepäckstücke würden sie zum Schweigen schlagen. Gliedmassen würden abgetrennt werden. Eine gewaltige Explosion würde dann die Überlebenden dahinraffen. In den Nachrichten würden Bilder gezeigt, wie Wrackteile geborgen werden. Mein Vater würde einen Anruf erhalten. Meine Überreste, falls welche gefunden würden, kämen in einen schwarzen Sarg - wie beim Desaster auf Teneriffa 1977. Geld würde den Besitzer wechseln. Schön habe ich bei der KLM gebucht, wo es keine max. Limite für eine ausgehauchte Seele gibt. 
Ich musste an Sofito das Wunderkind denken. Sie wäre wohl an Herzversagen gestorben v_v 
Kurz nach dem Noorderbuitenkanaal gab es eine Rechtskurve und wir würden nicht mehr länger auf dem Wasser, sondern über Land abstürzen. Ich habe uns bereits als Einzelteile über die Niederlanden segeln sehen. Doch nichts Dergleichen sollte geschehen - einmal mehr. 
Wir erreichten Schiphol und setzten ganz sanft - typisch für die KLM - auf, rollten dann zum Gate und verliessen unbeschadet die unbeschadete 737. 
- ENDE - 


Massensterben


Als ich dann irgendwann im Holland Herald weiter blätterte stiess ich auf eine Todesanzeige. Wann hat man je erlebt, dass eine Todesanzeige publiziert wird, die den Tod ankündigt? Es ist eine Tragödie. Wir leben in harten Zeiten und Tragödien nehmen täglich zu. Mir ist, nicht erst seit King's Erzählung Everything's eventual bewusst, dass Alles ein Ende hat. Jeder findet sich früher oder später mit Gevatter Tod konfrontiert. Und doch will ich es nicht akzeptieren. Und mit mir eine Vielzahl an Nostalgikern und Menschen mit gutem Geschmack. Sind wir ehrlich, welcher Mensch, der noch bei Trost ist, der noch all seine Sinne beisammen hat, der noch im Besitz seiner geistigen Kräfte ist, würde auch nur einen Dreck darum geben, wenn es einen Airbus beträfe? Es betrifft aber kein Modell der Marke Airbus (der Name schon...) es geht hier um das Aussterben der Königin der Lüfte. Auf meinem ersten Flug nach Japan, sass ich im Bauch einer 747 mit Baujahr 1985. Sie war genau so alt wie ich. Sie hat mich sicher nach Tokyo gebracht. Nun ist sie längst tot. Zu alt hiess es. Ausrangiert. Möglicherweise steht sie auf dem Mojave Flugzeugfriedhof in Kalifornien. Jedenfalls steht dort eine mit der selben Lackierung. Sie hatte noch einen dieser scheusslichen fetten dunkelblauen Strich in der Mitte. 
Und nun wird sie Gesellschaft kriegen. Die KLM mustert nun alle 747 aus. Eingesetzt wird sie zB. noch für Flüge nach Osaka KIX. Ich denke, ich werde wohl noch einmal KIX ansteuern müssen, um nochmals in einer 747 sitzen zu können. Mein Herz ist gebrochen. Die 747 in blau-weiss wird aussterben... 😭 Ersetzt wird sie durch die B777 oder auch den Dreamliner, die B787, dessen Sitzanordnung bei der KLM einfach zum heulen ist. 
Halten wir einen Moment inne, schweigen und gedenken dem schönsten Flugzeug, das je durch unsere Lüfte gezogen ist. 

In loving memory ✝

Flugangst

Es gibt Menschen, einige davon kenne ich persönlich, die Angst vorm Fliegen haben. Oder Angst davor dabei draufzugehen. Meine Flugangst betrifft meine Mitreisenden:
Eine Bekannte von mir, durfte während eines Langstreckenfluges mal in den Genuss kommen, ihrem Sitznachbarn beim Knipsen der Zehennägel zuzusehen und sich vor dem Geschoss zu retten. 
Ernsthaft jetzt?! Wo bleiben die guten alten Manieren? 
Ehe ich schlafen konnte in der Nacht vor meinem Flug, kreisten meine Gedanken um meinen möglichen Sitznachbarn. Bitte niemand der stinkt! Bitte niemand mit einem Baby! Bitte niemand mit Läusen oder der sich permanent kratzt! Bitte niemand der sich Gottweisswas aus den Haaren klaubt! Bitte keiner, der mir die Rübe abtrennt! Was man sich eben so wünscht. In meinem Stossgebet habe ich etwas vergessen. Die Nationalität. Den Anstand. Und diese Unachtsamkeit musste ich bitter bezahlen... und so kommen wir zu FRAUENTAUSCH! 😔


Frauentausch

Frauentausch ist eine Sendung, die seit Jahren auf RTL II ausgestrahlt wird. Zwei Frauen (oder so) tauschen für ein paar Tage die Familien. Meist wird eine Frau mit Anstand mit einer Assitante getauscht. Hauptsache es entstehen Spannungen. Aha... 
Ich sitze also auf meinem Sitz 63G am Gang und bete, das schreiende Kind möge nicht in meiner Nähe sitzen. Unweigerlich muss ich an die Anfangssequenz von Flight 7500 denken. Die eine Tussi, die bei jedem Passagier Stossgebete zu ihrer Gottheit schickt, diese Kreatur möge nicht neben ihr sitzen. So erging es mir. 
Die einzige Zweierreihe auf Flug KL861 hatten sich zwei Holländer geschnappt. Junge Typen, die den ganzen Flug über gegamet haben. Einmal ist mir mein iPhone runtergefallen und der Typ am Gang hat es für mich aufgehoben. Nett <3
Jedenfalls kam dann eine Frau daher, die sich dann als meine Sitznachbarin entpuppen sollte. Sie sagte "Hallo" und ich war irritiert. Moment! Ich fliege ab Amsterdam, wieso um alles in der Welt sollte sie Deutsch sprechen?! Meist bin ich die einzige Deutschsprachige an Bord. Hinter ihr, ihr Gatte. Ihr Gemahl. Sie gingen hinten durch die Küche rum und sie pflanzte sich in ihren Sitz. Liess sich fallen, wie ein Sack Kartoffeln gefallen wäre. Dabei stiess sie mich an. Ich wollte mich gar nicht aufregen. Dann stiess sie immerzu gegen mich und ich überlegte mir bereits, ob ich sie fragen solle, ob das nun den ganzen Flug so gehe?! Ich sagte nichts. Sie beanspruchte die ganze Armlehne und ihr verfluchter Arm war bereits auf meiner Seite. In MEINEM VERDAMMTEN TERRITORIUM, FÜR DAS ICH MEINE KOSTBAREN MEILEN HABE DRAUFGEHEN LASSEN! Ich sagte nichts. Setzte mich aber genauso hin, dass ich schön in der Mitte meines Sitzes sass. Ich überlegte, ob ich fragen soll, ob sie kuscheln möchte, oder wieso sie so zu mir rüber lehnt? Ich tat es nicht. 
Es gab noch ein paar freie Plätze und ich überlegte, ob ich wechseln sollte. Dann dachte ich aber, NEIN, wieso sollte ich? Für diesen Platz habe ich bezahlt! ER GEHÖRT MIR! Wenn sie mehr Platz braucht, dann soll sie Economy Comfort oder Business buchen. 
Plötzlich war ihr Schuh nah, zu nah, an meinem Calvin-Klein-Rucksack und ihr verdammter Fuss war unter meinem Vordersitz. Ich musste mich so platzieren, dass sie ihren Fuss zurückziehen musste. Das ist mein Platz! (ein Hoch auf die gute alte Borniertheit der Schweizer 😂)
Kaum sass sie dann irgendwie, rutschte sie, wie ein verdammter Blob in ihren Sitz, liess die Lehne runter und wollte einen Film schauen. Die B777 stand noch immer am Gate. "Oh schau! Ich schau
mia die Bchitschett Tschoons an!" Ihr Ellenbogen stiess in meine Seite. Worte der Entschuldigung, des Bedauerns blieben aus. Innerlich schrie ich. Was fürne Assitante. 
"Cabin Crew prepare for take-off" ertönte es durch den Lautsprecher. Eine japanische Flight Attendant wies meine freundliche Sitznachbarin darauf hin, sie möge ihren Sitz in eine upright position bringen. Die Deutsche zu ihrem Mann "Was will die?!" Hätte die FA Japanisch gesprochen gut, aber sorry, soviel Englisch sollte man für einen Langstreckenflug gerade noch können. Und wenn nicht, die GESTE hat alles gesagt! "Du sollsden Sitz hochmachn." sagte der überbissige Göttergatte. "Ahsooo... na dann." Widerwillig zwar, aber sie hat es getan. 
Es ging dann den ganzen Flug so, dass sie meinte, MEINEN BEREICH, MEIN AREAL, MEIN GEBIET beanspruchen zu müssen. Als es dann Essen gab, überlegte ich mir, ob ich ihr meine Plastikgabel in den Hals rammen sollte. Aus Angst, es könnte ein Air Marshall an Bord sein, habe ich es dann unterlassen. Nicht wissend, dass ich sie verstehe, lachte sie mich aus: "Oh ne du! Hast gehöat? Ein VEGANES Menü bekommt die feine Dame neben mir. Schon wieda so eine!"
Was war ihr Problem? 
Jedes Mal wenn ich aufgestanden bin, was aufgrund meiner neuen Paranoia des Blutgerinselbekommens verdammt oft war, war sie mit einem Körperteil in meinem Gebiet. Hier wünschte ich mir, ich wiegte 200kg und wäre Sir Lunchelot (Insider, Sofito) und mein Fett würde blobartig zu ihr rüberschwappen. Soll ich mir wirklich so viel anfressen? Auf dem besten Weg dazu bin ich ja 😂
Ne ich glaube, ich fliege dann lieber Business. 😂
Jedes Mal wenn ihr Filmchen aufgrund einer Durchsage unterbrochen worden ist, hat sie sich aufgeregt, weil ja kein Mensch Japanisch verstehen würde. Hier kam ich nicht umhin mich zu fragen, wie sich die Japaner dann wohl verständigen 😳
Als ich nach längerem Aufenthalt im Notausgangsbereich wieder zu meinem Platz zurückkehrte, war die Frauentauschanwärterin nicht mehr auf ihrem Platz. Ihr verdammter ausgelatschter Schuh lag dafür vor meiner DKNY-Tasche! Angewidert ergriff ich das Ding und schubste es unter ihren Vordersitz. 
Irgendwann kam noch ein Deutscher daher, der zu dieser Reisegruppe zählte. Er blieb neben meinem Sitz stehen, als hätte man ihn eingepflanzt. Sie unterhielten sich zu Dritt über meinem Kopf. Irgendwann schaute ich ihn an und fragte, ob es ihm etwas ausmachen würde, sich auf die andere Seite zu verfügen. Er entschuldigte sich und tat, wie ihn gebeten. Frauentausch neben mir gaffte mich an. Er und der Gatte von Frauentausch waren dann mit Bieren beschäftigt, so wie es sich für deutsche Landsleute gehört. Ich war eher entsetzt, weil Hawaiihemd meinte, das Heineken sei super! Das HEINEKEN?! WTF... o_O
Als die Flight Attendant (holländischer Herkunft), da noch bester Laune, fragte, ob sie Tea or coffee haben möchte, herrschte die charmante Sitznachbarin ein genervtes Kaffe! entgegen. Was ist aus dem guten alten "Bitte" geworden? Gebietet es nicht der Anstand, dass man sagt, coffee please möglicherweise sogar gefolgt von einem thank you, sobald man das Getränk ausgehändigt bekommen hat? Als die gleiche FA dann in meinem Gang die Tabletts eingesammelt hat und eigentlich nur meines mitnehmen wollte, da ihre Kollegin die andere Seite bediente, hielt meine wohlerzogene Sitznachbarin ihr Tablett direkt vor meinen Riechkolben. Die FA nahm es dann an sich. MERCI. Als sie bei der rechten Gangseite abräumen wollte, bellte es von meiner Sitznachbarin He da! und schon hatte ich das Tablett des Göttergatten vor dem Gesicht. Natürlich blieb auch hier ein Minimum des Anstandes aus und es kam kein Danke. Also brummelte ich vor mich hin, Im Galopp dord Chenderstobe?. Ganz ehrlich? Bei solchem, wie der gute Klaus Kinski es zu formulieren wusste, Geschmeiss wünscht man sich doch eine Klappe im Boden, durch die man sich solcher Passagiere entledigen könnte, wie etwa in James Bond - A view to a kill so hübsch demonstriert wird.

Wie dem auch sei, ich machte mit meiner Attitüde klar, dass mein Sitzplatz MEIN Sitzplatz ist und kein Körperteil von ihr da etwas verloren hatte. 
Als dann die ALIEN registration cards ausgeteilt wurden, war Frauentausch total überfordert. "Wat wolln die denn da allet wissn?! Wozu?!" "Wasn EMMMBARAKTION?! und hia dieses OKUPATION?! Gibts die ned in Deutsch?!" Ihr Mann wusste auch nicht, ob er bei Embarkation nun NRT oder AMS oder irgendwas in DE eintragen muss. Ich sagte nichts. Schliesslich wurde ich ja nicht gefragt. Frauentausch starrte dann meinen Pass in einer Art an, dass ich mir dachte, ob sie auch einen roten Pass mit weissem Chrüzli haben möchte. Vielleicht ist ihr auch einfach klar geworden, dass ich all ihre Unterhaltungen verstanden habe. 😂
Ich hab noch gar nicht erwähnt, dass ein unangenehmer Duft nach nicht-waschen in der Luft lag. Erstaunlicherweise nur, wenn sie neben mir sass. War sie nicht da, war auch der der Gestank auf magische Weise verschwunden... Hueresiech!!! Wiso stenkts öberall?! Wann haben die Menschen aufgehört auf Köfperhygiene zu achten? 
Und wieso treffe ich, wenn ich auf Deutsche treffe, meist auf die aus Assihausen? 
Dies hat mich auf die Idee gebracht, dass Airlines eigentlich bei den Passagierpräferenzen ein Feld haben sollten, neben welcher Nationalität man nicht sitzen will. Wenn man dann seinen Platz mit Meilen bezahlt, wird der Platz nebenan automatisch für diese Nationalität geblockt. Das wäre doch etwas... 😂

Jedenfalls war das Ellbögeln mit der stinkenden Assifrau neben mir genug. Die 60 Minuten Wartezeit in der Schlange, die nicht vorangehen wollte bei der Immigration gaben mir dann den Rest. Zumal ich die Assifrau wieder jammern gehört habe. 
Meine Bekannte, die neben der sich einer übergeben hat, und ich sind zum Schluss gekommen, dass wir wohl künftig nur noch buchen, wenn wir uns die Business Class leisten können. Im Flugzeug verhält es sich wie im Zug (ich spreche hier von der SBB), in der Economy bzw. 2. Klasse befinden sich zu viele Menschen, die keinen Anstand gelernt oder diesen wieder verlernt haben. Will man anständige Menschen um sich herum haben, muss man drauflegen und 1. Klasse bzw. Business buchen. 


So das wars erst Mal... 😊 Nach diesen Strapazen muss ich sagen, ich habe mir das PARK HYATT TOKYO absolut verdient. 😎

Samstag, 26. November 2016

Das Schweizer Messer



Bei der Wahl eines adäquaten Titels, dachte ich mir,  ich könnte einen wählen, der so gar nichts mit dieser freundlichen Geschichte am Hut hat - so wie der Heyne Verlag das bei den Büchern Richard Laymons zu machen pflegt.
Zu Ehren Vitali Kaloyevs steht nun eine mögliche Mordwaffe im Titel. Wo die Geschichte jedoch hinführt, dies werden wir noch sehen...

Die Boeing 747-406 mit dem Namen City of Seoul der holländischen KLM stand geduldig am Gate und wartete darauf, die nächsten Passagiere beherbergen zu dürfen. Einer der 197 Economy-Sitzplätze sollte Bob gehören. Bob hatte von einem seiner Angestellten gehört, dass der stabilste Teil eines Flugzeugs die Mitte sei. Direkt bei den Tragflächen. Zwar grämten ihn die CHF 45.- Gebühren, um einen Sitzplatz wählen zu können, jedoch hing er an seinem Leben und so entschied er sich für Platz 37K. Direkt über den Tragflächen am Fenster. Aber wir greifen etwas vor...

Bob Lazina, der bei seinen Angestellten unter den Namen Lazy Bob, der fette Bob oder auch nur Blob, bekannt war, hatte endlich mal wieder Urlaub von seinen lästigen Angestellte, die ihn und die Unternehmung nur Geld kosteten und wollte es sich gut gehen lassen. Allerdings hatte er keine Ahnung, wohin er verreisen sollte und parkierte seinen voluminösen Hintern daher auf den Schreibtischen diverser Angestellter, um nach einem angenehmen Ferienort zu fragen und sie von ihrer Arbeit abzuhalten. Karibik, USA, Thailand, Japan, China, Singapur... etc.
Dolores empfahl ihm einen Aufenthalt in Kyoto, Japan und meinte, er solle den Flug bei der KLM buchen, weil die noch einen erstklassigen Service bieten würden. Japan interessierte Bob gar nicht, aber als er von den Onsen genannten Thermalbädern gelesen hatte, in die man sich nackt setzte, buchte er sich kurzerhand einen Flug nach Japan und ein Hotel in Hakone, dem Ort fürs Nacktbaden.

Bob Lazina reihte sich fluchend hinter den Wartenden vor dem Security Check des Zürcher Flughafens ein. Wieso ein Mann von seinem Format mit solch einem Pöbel warten musste, konnte er nicht nachvollziehen. Als er endlich heran gewinkt wurde, fluchte er die sogenannten Bodychecker an, weshalb sie so langsam arbeiten würden. Wäre er ihr Boss, hätte er sie längst alle gefeuert. Annie, die seit 10 Jahren in diesem Beruf arbeitete, kannte solche Aufschneider und blieb daher unbeeindruckt, was Bob noch mehr in Rage versetzte. Widerwillig entledigte er sich seines Gürtels, der Geldbörse uns seines Palm. Ja richtig gelesen. Bob war einer der wenigen Menschen, die im Jahr 2016 noch ein Palm benutzten. Seine Rolex wollte er jedoch anbehalten, schliesslich könnte die ja abhanden kommen und so dauerte die Abfertigung des grossen Bob Lazina gute 10 Minuten...

Der Flug von Zürich nach Schiphol verlief ohne grosse Probleme, ausser dem Einen. Der Sitz war etwas zu schmal, als dass der voluminöse Bob darin Platz gefunden hätte. Sein Fett schwabbte auf den Nachbarsitz, wo sich ein dünnes Mädchen ans Fenster quetschte, um bloss nicht von ihm berührt zu werden.

Beim Security Check in Amsterdam fluchte Bob erneut. Weshalb er nochmals kontrolliert würde?! Schliesslich hätten die Schweizer das schon gemacht und diese würden bestimmt einen besseren Job machen, als die Holländer oder irgendwelche Inder, die in Holland lebten und ihm seine Rolex abknüpfen wollten. Der Inder, blieb unbeeindruckt. Zum Einen, weil Bob nicht der einzige Mensch mit zu grossem Ego war und zum Anderen, weil er ihn kaum verstehen konnte. Bob's Englischkenntnisse liessen zu wünschen übrig. Besonders die Aussprache.

Beim Boarding drängelte er sich vor, weil es einfach nicht schnell genug voran ging. Endlich parkierte er seinen gewaltigen Arsch auf Sitz 73K der B747-Combi. Als sich eine Frau mit einem schreienden Baby in die Reihe hinter Bob setzte, platzte ihm endgültig der Kragen. Erst fauchte er die Frau an, dann die Flight Attendant. Die Economy war ausgebucht und so bekam die Frau mit ihrem Baby einen Sitz in der Economy-Comfort, wo kein Passagier etwas sagte, die Blicke jedoch Bände sprachen. Glücklich war man nicht...
Bob schäumte vor Wut, weil dieses Weibsstück ein Upgrade erhalten hatte. Vielleicht würde er künftig doch First Class fliegen, wobei das zu teuer war...

Der Start verlief ohne Schwierigkeiten, doch während Bob im kleinen Bildschirm "A Walk in the Woods" schaute, schreckte er aufgrund eines seltsam mechanischen Geräuschs zusammen. Er blickte aus dem Fenster, konnte aber ausser Rauch nichts erkennen. RAUCH! Bob brüllte nach einer der Flight Attendants. Diese versuchte ihn zu beruhigen. Der Pilot habe alles im Griff. Kaum hatte sie ihren Satz beendet, ertönte die Stimme des Piloten aus dem Lautsprecher. Triebwerk 3 funktionierte nicht mehr richtig und wurde abgeschaltet. Bob brach in Panik aus. Sein Sitznachbar, ein Aviatikstudent, versuchte ihn zu beruhigen, in dem er ihm erklärte, dass der Ausfall von einem Triebwerk kein Problem darstelle.
Eine Stunde später hörte Bob erneut diese seltsamen mechanischen Geräusche. Er schaute aus dem Fenster uns sah in der Dunkelheit der Nacht gerade noch die Flammen, die vom defekten Triebwerk zur Tragfläche hoch züngelten. Es gab einen lauten Knall und just in dem Moment, in dem Bob losbrüllen wollte, verspürte er einen stechenden Schmerz in seiner Flanke. Er blickte nach unten und sah ein Loch in der Wand unterhalb des Fensters. Er sah Blutspritzer und realisierte, dass ein Teil des Triebwerks order der ausgefransten Tragfläche in seiner Seite steckte. Mit dem Realisieren seiner Verletzung kam der Schmerz. Unvorstellbare Qualen. Die Passagiere, die in seinem Umkreis gesessen hatte, waren auf die andere Seite der Maschine geflohen. Bob war allein. Ihm wurde warm und immer wärmer. Durch die Fensterscheibe konnte er die direkt davor tanzenden Flammen sehen. Auf seiner Haut bildeten sich Blasen. Bob schrie und brüllte aus Leibeskräften. Ihm wurde bewusst, er würde verbrennen. Ein weiterer Knall und weitere Metallteile schossen durch die Wand der Boeing 747. Bob wurde durchlöchert. Er verlor sein rechtes Bein, unterhalb des Knies. Das heisst, der Rest des Unterschenkels baumelte an ein paar Sehnen. Bob's rechte Gesichtshälfte schmolz dahin, vergleichbar mit dem Käse auf einer Pizza, und wurde allmählich schwarz. Seine rechte Körperhälfte war mit Brandblasen übersät und drohte ebenfalls schmelzen. Aus Bob's schreien wurde ein Gurgeln. Das Triebwerk wurde abgestellt. Da ertönte die Stimme des Piloten "Passengers, brace for impact."

Jene Passagiere, die auf die andere Seite des Flugzeugs geflohen waren, suchten nach freien Plätzen und hielten sich fest, wo sie nur konnten.
Die Airtrafficcontroller im Tower des Flughafens Moskau-Domodedowo hatten Sichtkontakt zur B747, die sich im Landeanflug befand. Schwarzer Rauch war zu sehen. Die Boeing sank immer tiefer und sämtliche Augenzeugen hielten den Atem an und ihre Kameras bereit. Die Flughafenfeuerwehr war bereit, ein Inferno zu beseitigen.
Der Kapitän setzte mit der City of Seoul sicher auf der Landebahn auf und brachte sie zum stehen. Auf der linken Seite der Maschine wurden die Türen geöffnet und die Notrutschen heruntergelassen. Die Passagiere wurden evakuiert.
Bei der Landung wurden 34 Menschen leicht verletzt. Die weiteren 177 Passagiere kamen unbeschadet davon und so auch die Besatzungsmitglieder.

Das brennende Triebwerk wurde gelöscht. Zwei Männer der Flughafenfeuerwehr betraten die Kabine und fanden einen stark verkohlten Passagier. Sie glaubten ihn tot, bis dieser ein Röcheln von sich gab. Bob wurde aus seinem Sitz gehoben und ins nächste Krankenhaus befördert, wo er unter starken Schmerzen in einem 4-er Zimmer liegt. Ja liegt. Bob Lazina hat Berühmtheit erlangt, als der Mann, der als einziger ernsthafte Verletzungen davongetragen und mit derart starken Verbrennungen überlebt hat. Die Ärzte sagen, es sei ein Wunder, dass er seinen Verletzungen nicht erlegen ist und sie würden alles Mögliche tun, damit er durchkommt.
Bob Lazina wünscht sich wohl, er wäre gestorben... Denn auch wenn er überleben sollte, was die Meisten ausschliessen, wird er für den Rest seines Lebens bewegungsunfähig bleiben und auf starke Medikamente angewiesen sein.

Gestern war ein Bericht über ihn in den Nachrichten. Ein Reporterteam wollte ihn interviewen. Bob Lazina's "Worte" waren lediglich ein blubbern. Er wird nie wieder sprechen können...

In dem Sinne: alles Gute Bob...




Dienstag, 11. März 2014

Meine Sitzreihe ist nicht vorhanden

Ich mag den Typen vom KLM-Kundendienst, mit dem ich dieses sympathische Telefonat führen durfte wirklich.

Kurz nach Erhalt der Mail über den Flugzeug-change verfiel ich in panische Angst. Auslöser war die Frage nach dem Sitzplatz, welchen ich im A380 mit Bedacht gewählt hatte.
Über die Website war beim Seatmap noch immer das des A380 hinterlegt, also blieb mir nichts anderes übrig, als den Kundendienst anzurufen.
Ein sehr sympathischer, entweder neuer oder noch recht junger, Mitarbeiter meldete sich. Mit meinem Anliegen war er kurz überfordert und fragte, ob ich kurz Zeit hätte, er würde seinen Supervisor diesbezüglich fragen. Natürlich hatte ich Zeit :-)
Er meldete sich kurz darauf wieder und verkündete die frohe Botschaft:
Die Sitzplätze werden übernommen. Das heisst, Sie haben in der B777 die gleiche Sitzplatznummer, wie im A380. 
DAS irritierte mich doch stark, denn hatte ich doch das Seatmat der AF B777-200 auf dem Bildschirm vor mir und da war keine Sitzreihe L verzeichnet. Reihe K war die Letzte. Dies teilte ich dem Mitarbeiter mit und brachte ihn so etwas ins Schleudern. Ein witziger Dialog folgt:
"Sind Sie sicher? Das... ähm... kann eigentlich nicht sein."
"Ja, ich habe das Seatmap der B777-200 vor mir, und da existiert keine Sitzreihe L."
"Ähm... *seufz*... ja da bin ich grad überfragt. Haben Sie noch etwas Zeit? Ich würde meinen Supervisor nochmals fragen."
"Ja natürlich, kein Problem."
"Vielen Dank. Kleinen Moment. Bin gleich zurück. - Sind sie noch da?"
"Ja."
"Danke fürs wiederholte Warten! Also, mein Supervisor hat gesagt, die Sitzplätze werden übernommen und die Sitzreihe L ist in der B777-200 vorhanden."
"Okeee? Jetzt bin ich irritiert."
"Woher haben Sie denn das Seatmap?"
"Von der Page der AirFrance."
"Omg... ähm... ja dann wird es sich wohl um ein Altes handeln. Also Sie haben wirklich den Sitzplatz XX L, denn das ist bei uns im System so erfasst und in diesem System können wir keine Sitzplätze vergeben, die nicht vorhanden sind."
"Achso. Oke. Na gut. Und wo genau befindet sich denn dieser Platz? Ich achte immer auf Notausgang und vorallem darauf, dass ich keinen **** Gof hinter mir sitzen habe."
"Ähm ja... also Sie haben zwei Sitzreihen hinter sich."
"Kann man das noch ändern?"
"Leider nein. Ich habe nur noch einen freien Sitzplatz und der befindet sich in der Mitte in der Mitte."
"Omg...nein Danke. Das nun wirklich nicht. Und den Flug umbuchen, ginge das?"
"Moment.... nein leider nicht, weil Sie bei den Tarifbestimmungen akzeptiert haben, dass Umbuchungen nicht möglich sind. Hald weil der Flug so günstig war."
"Und gegen Aufpreis geht auch nicht?" frage ich mit leichter Verzweiflung in der Stimme.
"*lach*, leider nein. Ich kann wirklich nichts für Sie tun. Tut mir leid."
"Na ja, dann kann man nichts machen. Schade, aber trotzdem vielen Dank."
"Ja sehr gerne. Und über den Sitzplatz machen Sie sich keine Sorgen. Der wird schon da sein."
"Ja da bleibt mir ja nichts anderes übrig, als Ihnen zu vertrauen, was?"
"Hehe, ja scheint so."
"Gut, dann gehe ich am 30. in diese B777 und lasse mich überraschen, ob mein Sitzplatz vorhanden ist."
"*lach*, ich hoffe doch! Also Sie werden bestimmt einen Sitzplatz haben."
"Und wenn nicht, mache ich Tragflächen-Surfing. *lach*"
"*lachanfall* oder so!"
"Gut, vielen Dank nochmals."
"Ich danke auch - und frohe Weihnachten."
"Das wünsche ich Ihnen auch  - Dankeschön."

Tja, und so lasse ich mich überraschen, ob die B777-200 der Air France einen Sitzplatz für mich bereit hält. Eine Freundin meinte, wenn nicht, kannst Du Business fliegen. Ist doch auch schön. Haha wir werden sehen.

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#navilicious