Oh meine Leser, es ist dem Zufall oder dem Schicksal zu verdanken, dass ich die letzte Nacht überdauert habe. Mein Ableben wäre durchaus möglich gewesen...
Dann klopfte es mit kräftiger Faust gegen die Haustür. Ich erschrak dergestalt, dass ich mein iPhone fallen lies. Es hämmerte regelrecht dagegen. Draussen heulte der Wind. Der Regen hämmerte an die Fensterscheiben. Und wieder hämmerte eine Faust gegen meine Haustür. Ich schrieb meinem Droog, "In dieser Nacht werde ich sterben. Jemand hämmert an meine Haustür." Das war die letzte Nachricht, die sie von mir erhalten sollte. Danach war der Akku meines portablen Wi-Fi-Routers alle. Das Ladegerät lag wunderbar im unteren Stock. Scheisse. Wieder hämmerte es gegen die Haustür. Ich setzte mich auf den Boden neben der Couch und harrte aus. Schliesslich hörte ich etwas im Wandschrank direkt vor mir! Ich starrte auf die Schranktür. Sie war geschlossen. Kein Platz für Nozokime (ein neuer japanischer Horrorfilm. Nozokime bedeutet, Augen in den Spalten. Sei es Spalten zwischen den Vorhängen, wenn eine Tür nicht richtig verschlossen ist, etc. Der Metal Dude erzählte mir von dem Film und ich schaute natürlich den Trailer und wurde regelrecht paranoid). Es klang so, als sässe jemand im Wandschrank, der sich bewegt. Als ziehe dieser jemand, oder dieses Etwas, sein Bein an sich. Mit Gänsehaut der übelsten Sorte redete ich mir ein, oder versuchte mir einzureden, "Das bildest du dir ein... Das bild ich mir nur ein... Das ist nicht real." Das klappte ganz gut, bis ich aus dem Schrank ein Geräusch vernahm, als schiebe jemand eine schwere Kartonkiste über den Boden. Unten hämmerte es wieder gegen die Tür. "Was wenn ich einfach die Augen schliesse? Habe ich dann eine Überlebenschance?"
Man stelle sich vor, ich wäre tatsächlich dahingesiecht, dann hätte ich nicht über die Ereignisse der letzten Nacht schreiben können und Ihr hättet nie erfahren, was mir zugestossen ist...
Es kommt ein Sturm
Schon der ganze Tag war recht windig. Was sage ich "recht", war verdammt windig. In der Nacht zuvor, war ich mit dem Metal Dude in Shinjuku etwas trinken. Da es geregnet hat, hatte ich meinen Knirps dabei, welcher auch vonnöten war. Wieder zuhause, habe ich den Knirps aufgespannt und zum trocknen vor der Haustüre gelassen. Wer hätte mit starken Bodenwinden am frühen Morgen gerechnet? Jedenfalls ist mir im Laufe des Nachmittags, da als mir beinahe ein Fenster entgegen geflogen ist, eingefallen "Scheisse! Mein Schirm!". Ein Blick aus dem Badezimmerfenster (und was, liebe Rechtschreibprüfung ist am Wort "Badezimmerfenster" falsch???) bestätigte meine Befürchtung: Mein Schirm war einfach nicht mehr da. Der ist wohl durch halb Sumida geflogen und hat irgendwo sein Ende gefunden. Ein Grund nach Asakusa rüber zu gehen und einen neuen Schirm zu kaufen. Hach ja... Zwei Jahre hat dieser Schirm Regen, Schnee und Wind überdauert und nun ist er einfach nicht mehr da. Ich konnte mich nicht einmal mehr verabschieden v_v
Der Himmel verdunkelte sich zunehmend und der Wind wurde stärker und stärker. Die Abdeckung der Waschmaschine, die sich im Vorgarten befindet, ist auch davon geflogen. Der Sichtschutz vor dem, Achtung wieder das falsche Wort, Badezimmerfenster, ist erstaunlicherweise noch da. Das ganze Haus bebte und gab seltsame Laute von sich. Knarren und Scharren und Klopfen...
"Lassen sie mich rein! Ihr seid alle des TODES!!!"
Irgendwann am späten Nachmittag erklang die Türklingel, welche ich erstmals hören durfte. Ich ignorierte den fremden Besucher. Einerseits, erwartete ich keinen Besuch und andererseits befand ich mich im oberen Stock und hätte runter gehen müssen. Wozu? Niemand weiss, dass ich hier wohne. Und mein Vermieter hätte sich via E-Mail angemeldet. Also ignorierten wir die Klingel.
Am Abend, während der Dämmerung, klingelte es erneut. Ich ignorierte es wieder. Da ich mit einer Freundin via Whatsapp Sprachnachrichten austauschte, berichtete ich ihr davon. Sie meinte auch, sie würde nicht öffnen. Ob ich nicht sehen könne, wer es ist. Nein. Ich müsste auf den Balkon gehen und dann würde mich der Eindringling sehen. Ein Guckloch in der Tür gibt es hier nicht.
Sie meinte dann, vielleicht ist es jemand von den E-Werken. Ich entgegnete, "Als Mensch, der seine Kindheit und Jugend mit dem Konsum von Filmen zugebracht hat, weiss ich, dass sich Einbrecher, Mörder etc. oftmals als Menschen von E-Werken und co tarnen." Wir lachten. Schliesslich war es ja schon irgendwie witzig. Dann machten wir uns Gedanken darüber, wer es wohl sein könnte und mit welcher Absicht.
Schliesslich meinte sie, vielleicht möchte mir jemand meinen Schirm zurückbringen? "Ach, den können sie auch über den Zaun schmeissen."
Erinnert Ihr, oh meine geschätzten Leser, Euch an Poltergeist 2? "Reverend" Kane steht vor der Tür der Freelings und will ums verrecken das Haus betreten. "Lassen sie mich rein. Ehe es zu spät ist." Als ihm der Zutritt verweigert wird, schreit er schliesslich "Ihr seid alle des Todes! Des TOOODES!" Ehrlich gesagt, habe ich für einen kurzen Moment mit so etwas gerechnet. Aber Kane interessiert sich wohl wahrlich nur für Carol Ann und nicht für Navi M. Gray.
Der Eindringling und unheimliche Geräusche aus dem Wandschrank
Draussen war es bereits dunkel. Ich befand mich im zweiten Stock meines Häuschens und war nach wie vor fleissig mit chatten beschäftigt. Einerseits mit meinem Droog via Whatsapp und mit anderen Freunden via LINE und Wechat. Draussen pfiff der Wind durch die nahezu menschenleeren Strassen Tokyos. Es krachte und knallte. Sachen flogen durch die Gegend. Schliesslich begann es noch zu regnen und weit weg war ein Donnern zu vernehmen. Ein richtiges Frühlingsgewitter? Ich machte mir Gedanken zu Blitzableitern bei japanischen Häusern... Wie sicher sind die? HELP!
Schliesslich klingelte es wieder. Ich machte keine Anstalten, die Tür zu öffnen.
Hier muss ich erwähnen, dass sich die Klingel vor dem Gartentor befindet. Sprich der Besucher steht erstmal nicht direkt vor der Haustür.
Dann klopfte es mit kräftiger Faust gegen die Haustür. Ich erschrak dergestalt, dass ich mein iPhone fallen lies. Es hämmerte regelrecht dagegen. Draussen heulte der Wind. Der Regen hämmerte an die Fensterscheiben. Und wieder hämmerte eine Faust gegen meine Haustür. Ich schrieb meinem Droog, "In dieser Nacht werde ich sterben. Jemand hämmert an meine Haustür." Das war die letzte Nachricht, die sie von mir erhalten sollte. Danach war der Akku meines portablen Wi-Fi-Routers alle. Das Ladegerät lag wunderbar im unteren Stock. Scheisse. Wieder hämmerte es gegen die Haustür. Ich setzte mich auf den Boden neben der Couch und harrte aus. Schliesslich hörte ich etwas im Wandschrank direkt vor mir! Ich starrte auf die Schranktür. Sie war geschlossen. Kein Platz für Nozokime (ein neuer japanischer Horrorfilm. Nozokime bedeutet, Augen in den Spalten. Sei es Spalten zwischen den Vorhängen, wenn eine Tür nicht richtig verschlossen ist, etc. Der Metal Dude erzählte mir von dem Film und ich schaute natürlich den Trailer und wurde regelrecht paranoid). Es klang so, als sässe jemand im Wandschrank, der sich bewegt. Als ziehe dieser jemand, oder dieses Etwas, sein Bein an sich. Mit Gänsehaut der übelsten Sorte redete ich mir ein, oder versuchte mir einzureden, "Das bildest du dir ein... Das bild ich mir nur ein... Das ist nicht real." Das klappte ganz gut, bis ich aus dem Schrank ein Geräusch vernahm, als schiebe jemand eine schwere Kartonkiste über den Boden. Unten hämmerte es wieder gegen die Tür. "Was wenn ich einfach die Augen schliesse? Habe ich dann eine Überlebenschance?"
Ich versuchte rational zu denken. Unten steht möglicherweise ein Serienkiller vor der Tür. Was heisst hier möglicherweise? Komm schon! In einer stürmischen Nacht, prügelt jemand an meine Haustür. Das kann sich nur um einen Serienkiller handeln. Im Schrank vor mir befindet sich kein Jemand sonder ein Etwas. Seit DAGON wissen wir, wir haben immer zwei Möglichkeiten. Will ich von einem paranormalen Wesen in eine andere Welt verschleppt oder von einem Serienkiller unter Höllenqualen und Folter ausgeweidet werden?
Ich hatte die Bilder vor mir. Er gelangt ins Haus. Fegt meine Kosmetika vom Tisch. Schmeisst mich auf diesen und rammt mir sein Messer in den Bauch. Zieht es von oben nach unten sodass meine Eingeweide rausquellen. Auf dem Fussboden entleert sich die Flasche mit dem Gesichtstonic von
SHISEIDO. Mein Blut vermischt sich mit dem Tonic auf dem Fussboden. Er trennt mir Arme und Beine ab, da er ein Sammler ist. Er hat zuhause eine Art Museum, mit abgetrennten Gliedmassen in Pflanzentöpfen. Die einen sind schon fast ganz bis auf die Knochen zersetzt. Überall tummeln sich Maden und sonstiges Getier (Guinea Pig - Flowers of Flesh and Blood) Während ich da liege und vor mich hin sterbe, geht er nach oben, öffnet die Schranktür und wird von dem Wesen im Schrank ins Jenseits befördert. Zu spät für mein sterbendes Ich.
Das Wesen aus dem Schrank kriecht, seltsame Geräusche von sich gebend, die Treppe herunter. Beugt sich über mich und starrt mich an. Ich sterbe. Ich bin eigentlich schon tot. Als ich wieder aufwache, befinde ich mich im Schrank und bin ein Geisterwesen.
Wollte mich das Wesen im Schrank warnen? Gar beschützen? Da es, Jahre zuvor, vom selben Typen ermordet worden ist? Ähnlich, wie die Frau im Spiegel, in der einen Folge von X-Factor aka Beyond believe? Wir werden es nie erfahren...
Was wirklich geschehen ist
Oben Erwähntes hätte ja wirklich passieren können. Ich meine, schliesslich lebe ich allein in einem Haus, einem möglicherweise verfluchten Haus, in Japan. Schon einmal JU-ON gesehen? Möglich wärs.
Mein Wi-Fi-Router-Ladegerät befand sich mit mir im zweiten Stock. Die Wi-Fi-Verbindung war nie getrennt. Ich war stetig in Kontakt mit meinen Freunden. Irgendwann klingelte es wieder an der Tür. Und ich hörte Stimmen von der Strasse her kommen. Ob die etwas mit dem Klingeln zu tun hatten, werden wir nie erfahren. Ich rechnete ernsthaft mit einem Klopfen an der Tür, dies blieb aber aus.
Ein Knarren und Scharren hörte ich auch. Auch eine Art Klopfen. Jedoch erst sehr viel später in der Nacht. Als ich bereits in diesem steinharten und unbequemen Bett lag und schlafen wollte. Ich schrieb es dem Wind zu. Selbst wenn es wirklich aus dem Schrank gekommen ist, ich wollte es einfach nicht wissen. Wer öffnet schon mitten in der Nacht, in der Dunkelheit eine Schranktür?
Jedenfalls hätte sich so etwas tatsächlich ereignen können. Ich meine, die besten Voraussetzungen für den Anfang eines Horrorfilms oder Psychothrillers waren gegeben:
Ein altes japanisches Haus, eine Frau allein zuhause, eine stürmisch-regnerische Nacht, ein Fremder vor der Tür. Kommt schon Leute, ehrlich, wie viele Filme fangen so an? Da ich ja völlig abgeklärt bin und mich bei Filmen immer über diese Idioten aufrege, die der Herkunft des Geräuschs auf den Grund gehen oder die Tür öffnen wollen und immer sage, so etwas würde ich ganz bestimmt nicht machen, machte ich dies auch nicht. Ich verharrte einfach im zweiten Stock.
Ich schickte meinem Droog eine Sprachnachricht, in der ich ihr mitteilte, ich müsse so etwas von dringend Pipi, aber die Pipibox befinde sich im unteren Stock. Und ich habe nicht einmal einen Eimer hier oben. Ich harrte aus. Ehe es zu einer Notwasserung kommen konnte, ging ich dann aber doch nach unten. In meiner rechten Hand hielt ich, festumklammert, einen Kugelschreiber mit dem silbernen HILTON Logo. Ein Kugelschreiber ist besser, als gar keine Waffe zu haben. Obschon ich mit einer Silhouette vor der Haustür (Milchglastür) gerechnet hatte, war keine zu sehen. Es sass auch kein Mädchen in weissem Kleid im Wohnzimmer. Und auch kletterte keine Sadako aus der Badewanne. Das Haus war leer und ich konnte ganz beruhigt die Pipibox aufsuchen. Schrieb meinem Droog zuvor, "Ich gehe jetzt Pipibox. Falls du nichts mehr von mir hörst, alarmiere die Luftwaffe!" Sie hörte jedoch nach dem Besuch der Pipibox gleich wieder von mir.
-> Jetzt just in diesem Moment, wo ich hier sitze und schreibe, klingelt es wieder an meiner Tür...
Dafuq? ?_?
Dafuq? ?_?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen