Es geschah im Jahr 2004...
Wo soll das alles noch hinführen?!
Sitzt
man im ICN von Winterthur nach Olten. Mit dabei, im überfüllten Zug,
eine indische Familie. Das ohnehin schon fette Kind schreit und brüllt
und heult. Mama holt schnell diese uns allen bekannte braune Tüte
hervor, jene mit dem gelben M auf rotem Hintergrund und holt eine Cola
und eine Schachtel hervor. Noch immer schreit das fette Kind, welchem
eine Schüssel voller Salat besser bekommen würde, wie dieses
fetttriefende ungesunde Zeug, welches die gute und ebenfalls fette Mama
in den Knaben hinzustopfen beginnt. Obwohl sich nun dieser unangenehme
Geruch im ganzen Wagon ausbreitet, ja sich regelrecht in die Sitzbezüge
frisst, hat das ganze einen Vorteil: Der fette Knabe schreit nicht mehr.
Nein. Manch einer würde sich da glücklich schätzen. Aber nicht jemand,
dem Schmatzgeräusche und Ge-ka-utes dermaßen gegen den Strich gehen!
Denn der fette Bengel kaut mit offenem Mund, zermantscht diesen ohnehin
schon eklig anzuschauenden Burger und schafft es doch irgendwie, nur
Gott allein weiss wie, wieder zu schreien! Den Hals könnte ich dir
umdrehen! Würde ich vielleicht auch machen, wenn ich nicht in der Angst
leben würde, dass du mir dann dein Zerkautes anspucken würdest...
Jedenfalls greift die werte Frau Mama, bereit alles zu geben um ihrem
Kinde stets zu Hilfe zu kommen, vehement zum Colabecher. Wohlgemerkt:
Large! Der fette Junge, im Alter von vielleicht neun Jahren, schafft es
doch tatsächlich die Cola zu trinken OHNE dass sein zermantschter
Burger aus dem Mund quillt. Dafür gibts doch immerhin ein BRAVO!!!
Anmerkung: Nein, der eben erwähnte Geruch ist nicht verflogen, im Gegenteil! Die Fressorgie hat eben erst begonnen: Das fette Kind hat doch tatsächlich diesen BigMac klein gekriegt und macht sich nun, vielleicht aus Angst zu verhungern?, über die große Packung Chicken-Nuggets her.
Ich
verbinde den Geruch so langsam mit dem Nebel in "The Fog- Nebel des
Grauens". So furchtbar ist er! Er breitet sich aus. Frisst sich in meine
Kleidung, unfähig es zu verhindern sitze ich da und sehe meinem Ende
entgegen. Der Geruch hat einen Weg in meine Nase gefunden. Nun ist es
aus!
"Nächster Halt, Lenzburg!"
Neeeeeiiiiiiiiin!
Sie bleiben sitzen. Entweder weil das noch nicht ihre Station ist oder
weil sie ihre Hintern, diese geradezu wuchtigen Hintern, nicht mehr
hochkriegen. Wie auch immer, so oder so, mein Elend ist bestehend.
Mit
dem Öffnen der Türen hat sich zumindest der üble Geruch etwas verzogen.
Heil dir, oh du Sauerstoff! Unverbraucht und klar! Reinheit der Natur!
Dir sei Dank!
Mit
dem Gedanken, dass es nun nicht mehr schlimmer werden kann schaue ich
aus dem Fenster. Eine Stimme: "Ist hier noch frei?" Ein Rentner, der
sich ins Abteil neben dem meinigen pflanzt. So viel zum Thema, es kann
nicht mehr schlimmer werden! Der MC-Geruch ist nur noch sekundär. Denn
geradezu überwältigend ist der Geruch, welcher von diesem "Knochensarg"
freigesetzt wird! Ich könnte kotzen. Einfach so auf den Boden kotzen!
Wieso duschen die sich nicht mehr? Als ob das nicht schon genug wäre,
fängt er an zu röcheln und zu schmatzen, wie die Senioren das so gut
können und mich zur Weißglut treiben!
Der ältere Herr verlässt uns in Aarau jedoch. Dem Himmel sei Dank!
Nun hoffe ich die Strecke bis Olten ohne meine Nase beleidigende Gerüche fortsetzen zu können. Kuhl! Hat geklappt, denn: "Nächster Halt Olten!"
Ich bin frei!!!
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