- Vorwort -
7. April 2004
Dieser Text war reine Provokation. Ich war damals in meiner Gothic-Phase und ganz klischeehaft angetan von Satan, von der dunklen Seite (der Macht - ja mit hat Imperator Palaptine immer am besten gefallen), von Anton Szandor LaVey (dessen Werke ich noch immer in meiner Bibliothek führe, da seine sarkastischen Worte einfach wunderbar zu lesen sind) und von allem, was irgendwie mit Horror zutun hatte oder andere Menschen schockierte. Ich durfte einen Sargrucksack mein Eigen nennen, welcher für reichlich Gesprächsstoff bei den Einheimischen gesorgt hatte.
Jedenfalls hatte ich erfahren, dass unser Lehrer, jener für den dieser Aufsatz bestimmt gewesen war, ein Vollchrist sei. Ein Jesusfreak. Ein Zeuge Jehovas. Aus Indiana Jones und der letzte Kreuzzug haben wir gelernt, dass sich Jehova im Lateinischen mit "I" schreibt. Also Zeuge Iehovas.
Also betrachtete ich es als meine Pflicht, diesen Menschen zu provozieren. Und so lieferte ich eine vor lauter Klischees nur so triefende Erzählung ab, auf die ich auch noch stolz war.
Nett, dass ich immerhin soviel Grösse besessen hatte, und nicht vom "Nekronomikon" sondern vom "Delomelanicon" geschrieben hatte.
Meine Informationen hatte ich von einer Website, die Satan huldigte.
7. April 2004
Tief
in einer Welt, wo Gefühle nichtig sind, war er eingesperrt, vor Hass
schon völlig blind. Die Rede ist von Haboryin, welcher aus der Unterwelt
empor gestiegen kam, die Erde an sich zu reißen...
Nachdem
gossen Krieg, der letzen Schlacht, dem Krieg zwischen Himmel und Hölle
im Jahre 2666, hatte sich die Erde, so wie wir sie kannten verändert.
Die Städte lagen in Schutt und Asche. Die Menschheit war beinahe
gänzlich ausgerottet, von den Tieren ganz zu schweigen. Als Schlachtfeld
zwischen Himmel und Hölle diente die Erde. Haboryin und seine
Höllenbrut gingen als Sieger hervor. Haboryin, Luzifer, Satanayel oder
schlicht und einfach der Teufel, wie er von den Christen bezeichnet
wird, war nun Herrscher der Erde. Gott ist tot, so die Gedanken vieler.
Doch sie irrten. Denn es gab ihn noch. Haboryin und eine Gruppe
rebellischer Menschen wussten um das Geheimnis den endgültigen Tod
Gottes herbeizuführen. Das Delomelanicon. In Haut gefallener Engel
gebunden und mit Menschenblut geschrieben birgt es die Geheimnisse aller
Grimoiren und magischen Systeme. Dieses Wissen in des Teufels Händen
oder eines anderen Höllenwesens würde das Aus für Gott und die
Menschheit bedeuten. Haboryins Graf der unhimmlischen Engel Halphas
hatte die Aufgabe seine Heere in die Erde hinauszuschicken, mit dem Ziel
das Delomelanicon zu finden.
Die
noch wenigen Menschen glaubten sich verloren, was sie sicherlich auch
gewesen wären, hätte es da nicht Van, Sohn des Valafar, dem Herzog der
unhimmlischen Engel, und Velu mate, der Friedhofsmutter, gegeben. Unter
den Menschen wurde gemunkelt, dass Van der Auserwählte sein müsse, der
aus der Unterwelt zur Erde gekommen, die Menschheit zu retten. Zweifel
und großes Misstrauen waren berechtigt, denn Van selbst ist ein Wesen
der Unterwelt…
Van
durchstreifte einen Friedhof, was er immer tat, wenn er seine Mutter
sehen wollte. Vor einem großen keltischen Kreuz blieb er stehen und las
die in Stein gemeißelten Zeilen: „Gewidmet all denen, die ihr Leben in
der Letzen Schlacht ließen“ Es war ein Massengrab. Bei so vielen
Menschen war dies die einzige Lösung, denn so viele Gräber wie es
Leichen gab, hätte man gar nicht ausheben können. „Mutter?!“ Kaum hatte
er ausgesprochen erschien ihm mit einem sanften Windstoss, die
Reinkarnation seiner Mutter. „Van mein Sohn, höre mich an: Der Krieg
zwischen dem Himmels- und Höllenreich hat viele Opfer gefordert. Die
größten Zahlen findest du bei den Menschen, von welchen es nur noch
wenige gibt. Einige Rebellen, die in der Letzten Schlacht gekämpft haben
um ihren Planeten und einige verängstigte, die zufälligerweise noch am
Leben sind. Van, diese Menschen haben alles verloren. Ihre Familien,
ihre Freunde, ihre Heimat. Alles. Die Zahl der Rebellen sinkt von Tag zu
Tag. Du weißt um die Macht des Delomelanicon und auch wo es sich
befindet. Und genau dies ist wichtig! Haboryin weiß nicht um den Ort, wo
es sich befindet. Van, es ist an dir die Erde zu retten und Haboryin
dahin zurückzuschicken wo er hingehört! Ich weiß, dass es schwierig ist.
Zumal Valafar dein Vater ist, und diese Tat Hochverrat bedeuten würde.
Du würdest deinen Vater und sämtliche Dämonenwesen kränken und in so
eine Rage versetzen, dass es ihnen egal wäre wer du bist und du einen
elendigen Tod sterben würdest. Den Anfang würden deine Qualen am
Vaitarane machen, dem Fluss auf dem Weg der Verdammten zur Hölle, der
Urin, Eiter und Blut anstelle von Wasser führt. Was danach auf dich
zukommen würde, will ich mir gar nicht vorstellen. Van, du bist der
Einzige, der diese Macht besitzt. Du weißt um die Geheimnisse Narakas,
unserer Heimat. Es tut mir weh, dich meinen einzigen Sohn mit dieser
Aufgabe in den Kampf gegen Luzifer zu schicken. Van, es liegt nun an
dir. Wirst du dich den Gefahren stellen und dem Bösen entsagen?“ Van saß
mittlerweile neben dem Keltenkreuz. Ungläubig starrte er seine Mutter
an. Er konnte nicht fassen, dass all die Geschichten, die von einem
Auserwählten der Hölle erzählen, nun wahr werden würden und ER dieser
jenige sein würde. „Mutter…ich …ich…ich kann nicht…ich …“ „Van, auch ich
könnte auf Gottes Herrschaft verzichten. Aber was ist die Erde ohne die
Menschen? Luzifer sieht das nicht. Wenn alle Menschen tot sind, wo
bleibt dann meine Aufgabe? Ich bin Totenwächterin werde dann aber keine
Toten mehr haben. Was ist mit Hananel, Pan, Grendel und all den anderen
Dämonenwesen? Sie alle würden ihre Aufgaben verlieren und am Ende bliebe
uns nur noch einander gegenseitig zu bekämpfen und zu töten. Wir würden
uns auslöschen und jegliche Form von Leben mit dazu. Und am Ende gäbe
es nichts mehr, außer ein paar Wenigen, die überlebt haben würden.
Überlebt nur um sich dem Tod entgegen zu sehnen.“ Van nickte seiner
Mutter zu und machte sich auf den Weg zu dem Ort wo vor einigen Jahren
noch die Schweiz war. Er ging ein Bündnis mit den Rebellen ein, welche
ihm auf der Suche nach dem Delomelanicon eine große Hilfe waren. Einige
der Rebellen trauten dem Sohn des Dämonen nicht über den Weg andere
schlossen Freundschaft mit ihm und waren gewillt für ihn zu sterben.
Der
Weg ins einstige Bern war ein Leichtes. Denn erst kurz davor wurden sie
von Basasael, dem 13. der Gefallenen Engel entdeckt. In Naraka, dem
Höllenreich gab es ein riesengroßes Aufsehen, da Van sich mit dem Feind
verbündet hatte. Valafar war gewillt seinen Sohn zu quälen und zu töten,
wie sie es für gewöhnlich mit den Engeln des Himmelreiches zu machen
pflegten. Haboryin hatte nun den Anhaltspunkt, dass das Delomelanicon
irgendwo im einstigen Bern sein musste. Sofort schickte er sämtliche
Dämonen- und Höllenwesen dorthin, was für Van und die Rebellen höchste
Gefahr zu bedeuten hatte. Denn was kann ein Mensch gegen einen Dämon
ausrichten? Und mit wie vielen Dämonen würde ein Einzelner fertig
werden?
Vor
den Ruinen der Landesbibliothek, in deren Innern sich das Delomelanicon
befindet, wurden sie aufgehalten. Haboryin wusste nun wo das
Delomelanicon war. Also konnte er den Befehl geben, die Rebellen töten
zu lassen. Was er auch tat.
Aus
dem Nichts tauchten plötzlich die 3 Höllenhunde auf, welche sich sofort
auf die Menschen stürzten. Van entkam mit einigen Rebellen in die
Ruinen der Landesbibliothek. Er stieg immer weiter nach unten, die
Menschen mit ihm. Zu unterst angekommen, schauten sie sich kurz um.
Schon kam Hefaido Hen, geflügelter Götterkönig der Unterwelt, in
höllischem Tempo angebraust. Die Rebellen waren ihm egal. Seine 3
glühend roten Augen waren ausschließlich auf Van gerichtet. Hefaido Hen
ging zum Angriff über. Ehe Van abwehren konnte, kam schon Satael, einer
der 200 gefallenen Engel, der es ebenfalls auf Van abgesehen hatte. Die
Rebellen schossen mit Pfeil und Bogen und Gewehren und verteidigten sich
mit Schwertern. Grendel, ein dämonisches Moorungeheuer, welches sich
von Menschenfleisch ernährt, nahm sich ihrer an. Flink wie er ist, nagte
er sich von einem Menschen zum anderen ohne verletzt zu werden.
Van
lag am Boden. In seinem Bauch klaffte eine große Fleischwunde. Hefaido
Hen hatte mit seinen Klauen begonnen, Stücke aus Van zu reißen. Trotz
entsetzlicher Schmerzen gelang es Van zum Dolch zu greifen und ihn in
Hefaido Hens Auge zu stoßen, worauf dieser schrille und gleichzeitig
krächzende Schreie ausstoßend die Flucht ergriff. Satael und Grendel
gingen nun auf Van zu. Er wusste, dass dies wohl das Ende sein würde. In
jener scheinbar ausweglosen Situation erschien auf einmal Babel, einer
der heiligen 12 Engel. Er kam Van zu Hilfe damit dieser weiter in die
Gemäuer der Bibliothek vordringen konnte um das Delomelanicon zu finden.
Aus seiner Wunde rann Blut. Rotes Blut, was für einen Dämonen untypisch
ist. In einem der unzähligen Korridore stieß er auf eine Menge alter
Bücher. Er wusste, dass da das Delomelanicon sein musste. Hinter sich
hörte er schlurfende Schritte, wie es nur Grendel sein konnte. Umso mehr
Grund für Van sich zu beeilen. Von Regal zu Regal arbeitete er sich vor
und fand es schließlich in einem der hintersten Regale. Das
Delomelanicon! Als Grendel, welcher inzwischen dicht bei ihm stand, das
Delomelanicon sah, wich er voller Demut und einer Spur Angst zurück.
„Ateh!
Malkuth! Ve-Geburah! Ve-Gedulah! Leolam! Amen!!!“ schrie Van die
Formel, welche das Buch veranlasste, sich zu öffnen. Mit dem Öffnen des
Buches war ein Donnergrollen zu hören. Violette und rote Blitze schossen
umher. Windstürme wirbelten Bücher durch die Räume. Ein Getose gleich
der Apokalypse…
Sämtliche
Dämonenwesen ergriffen in dem Getose die Flucht. Konnte es wirklich
sein? Hatte er es wirklich geschafft? Hatte er das Böse besiegt? Denn
die grauen Wolken welche seit der Letzten Schlacht den Himmel der Erde
behangen hatten verzogen sich und strahlend blauer Himmel kam zum
Vorschein.
Alle Menschen, etwa 500 kamen im einstigen Bern zusammen um den vermeintlichen Helden zu feiern.
Der
Rest der Menschheit wurde im Krieg ausgelöscht. Man lebte auch in dem
Glauben, die Dämonenwesen mit samt der Hölle wären vernichtet worden.
Gott
offenbarte Van sein Gesicht und zeigte seine Dankbarkeit, in dem er der
Menschheit noch eine Chance gab. Aber sie sollten die Erde diesmal mit
mehr Bedacht nutzen.
Und am ersten Tag schuf Gott klaren Himmel und eine Erde, so wie sie vorher war und er sah, dass es gut war…
Tief im Höllenreich hörte man Haboryin schreien: „Daath – Uranos!!!!!“ Und so geschah es. Und Satan sah, dass es gut war…
© Navi M.
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