31. Juli 2006
Ist euch schon einmal aufgefallen, dass der Mensch immer weniger Anstand besitzt? Kein Guten Morgen, kein Danke, kein ich hätte gerne. Er nimmt nicht mal mehr die Sonnenbrille ab, wenn er ein Geschäft betritt. Manche tragen gar ihre Sonnenbrille und haben die Stöpsel ihres I-Pods in den Ohren, hören in einer für die Ohren gänzlich ungesunden Lautstärke, die zu einem Hörgerät im 23 Lebensjahr führt, Musik und schreien die Buchhändlerin an, weil sie sich sonst selbst nicht hören.
Das
wohl beste Beispiel für die unhöfliche Art des Menschen mit
Seinesgleichen umzugehen ist die Dienstleistung des Geschenkverpackens.
"Das
gibt ein Geschenk!" "Das ist zum Schenken!" "Ich will, dass sie mir das
einpacken!" "Können sie mir das noch ein bisschen einpacken?"
"Geschenk!" "Kann ich das als Geschenk haben?" "Einpacken!"
Für alle, denen das lästig ist:
Auf
jene Fragen: "Das gibt ein Geschenk!" "Kann ich das als Geschenk
haben?" erwidere ich ein: "Schenken kann ich ihnen das nicht."
Meistens merken sie es und fragen, ob man es dann einpacken würde. Meist mit einem Lächeln. Aha.
"Geschenk!"
"Wie
bitte?" als hätte man die Person nicht verstanden. Oder man ignoriert
es einfach, holt eine Plastiktasche hervor und schiebt das Buch hinein.
Dann schaffen es die werten Kunden doch noch ganz höflich zu fragen, ob
man es noch geschenkverpacken könnte.
"Einpacken!" (Was
ein Kunde an Weihnachten 2004 zu J. schrie. Sie holte daraufhin eine
Plastiktasche hervor und packte das Buch hinein. Die Frau des Brüllers
fragte daraufhin ganz höflich und kleinlaut (da ihr das Verhalten ihres
Mannes oberpeinlich und unangenehm war) ob sie es als Geschenk
verpacken könnte.
"Das gibt ein Geschenk!"
a) ignorieren
b) "Aha. Ja hätten sie denn gerne, dass ich es ihnen einpacke?" "Ja gerne."
"Können sie mir das noch ein bisschen einpacken?"
"Ich kann es auch ganz einpacken. Erweist sich meist als einfacher."
Weihnachten 2004
Ein
Kunde zu I.: "Das ist ein Geschenk!" Sie daraufhin ganz erfreut: "Für
mich? Dankeschön!" Der total irritierte Kunde: "Ähm... ich meinte
eigentlich, ob sie mir das einpacken würden."
Kürzlich eine Kundin zu mir: "Packen sie mir die 5 Sachen noch schön ein?"
"Schön ist immer individuell."
"(lacht) ich denke schon, dass sie das schön machen."
Ich
in Gedanken: "Hueregottverdammt, ich weiss ja, dass der Mensch und die
ganze verdammte Zeit in Eile geraten sind, aber ist es wirklich so
verflucht schwierig ein Buch einzupacken?! Der Mensch ist echt nicht
mehr selbstständig! Geht in ein Geschäft und es ist natürlich
selbstverständlich, dass die gekauften Sachen noch verpackt werden. Als
ob man das nicht mehr selber machen könnte. Wäre doch eine ideale
Beschäftigung während dem Fernsehen! Ah diese Idioten immer! Nichts, gar
nichts können sie mehr selbst machen. Sie schaffen es ja nicht mal,
ihre EC-Karte durch das Gerät zu ziehen... Obwohl es noch angezeichnet
ist, wie..."
Tipp von einer Freundin:
Wenn
das nächste Mal einer sagt: "Das gibt ein Geschenk!" Dann das Papier
hervorholen, auch eine Schere und Klebestreifen. Dem Kunden vor die Nase
stellen mit den Worten: "Hier bitte."
Eine
revolutionäre Idee wäre auch der Selbstbedienungs-Päckchentisch. Die
Kunden dürften sich selber im verpacken üben. Wäre ganz bestimmt sehr
amüsant zum zu schauen! (<- mittlerweile gibt es die in div. Geschäften ^_^ Ja, der Wandel der Zeit)
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