Wir hatten ein gutes Leben. Selbst als wir noch in einer Mietwohnung gewohnt hatten, war unser Leben gut. Dann zogen wir in dieses Haus... in dieses alte Haus... und nein dies hier artet nicht in eine Gruselgeschichte über ein Spukhaus aus - obschon hier paranormale Aktivitäten zu verzeichnen sind, aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Wie dem auch sei, als wir in eben jenes Haus gezogen sind, begrüssten wir die Nachbarn. Zur Rechten ein junges Ehepaar, welches sich das Elternhaus mit der Mutter teilte und dem Hund natürlich. Der Rüde, welcher auf den Namen Ivan hörte, wurde nach dem seine Zeit auf Erden abgelaufen war, durch ein ähnliches Modell gleicher Rasse ersetzt. Diesmal durch eine Hundedame. Jene Nachbarn leben noch immer neben uns, mittlerweile mit einem Kind. Wir unterhalten uns gerne mit ihnen. Es sind angenehme Zeitgenossen. Eben solche Menschen, mit denen man gerne Zaun an Zaun wohnt.
Und hier beginnt sich die Geschichte zu verfinstern... Das Haus zur Linken... ein altes Haus... ein schauderhaftes Haus... ein Haus, welches in den Jahren immer mehr von der dunklen Seite in Besitz genommen wurde... solange bis es schliesslich zum direkten Portal zur Hölle wurde...
Die ersten Nachbarn, die wir in diesem Haus kennen lernen durften, waren Italiener. Ein pensioniertes Ehepaar, welches täglich, ganz nach italienischer Manier, sämtliche Kinder zum Essen bei sich hatte. Der Mittag war daher immer recht laut - aber es waren freundliche und angenehme Menschen, sodass einen das nicht gestört hat. Man konnte sich gar mit dem nervtötenden Gekläffe des Mini-Hundes anfreunden. Doch als die Jahre verstrichen, zog das Ehepaar in eine Wohnung, da man sich nicht mehr in der Lage sah, ein Haus zu bewirtschaften - vom Garten ganz zu schweigen. Abschied wurde zelebriert, Möble wechselten kostenlos ihre Besitzer...
Es folgte ein junges Ehepaar. Bald schon hatten sie einen Hund und mir graute vor dem Tag, an dem eines dieser peinlichen Schilder vor dem Haus oder Banner am Balkon hängen würde, mit den Worten "Wir sind schwanger" oder einfach mit dem Namen des eben geworfenen kleinen Menschen. So weit sollte es jedoch nicht kommen. Erst kam ein Hund, der nach 3 Monaten bereits in den Garten ziehen musste, wo er zwar eine kleine Hütte hatte, aber es doch an Wärme fehlte. An Wärme einer Heizung bei kalten Herbsttagen, und an Wärme der Besitzer. Der Hund verschwand irgendwann wieder, zurück blieb die Hütte. Leer und verlassen.
Dann stellte sich heraus, dass er seine Frau oder Freundin mehrmals in der Woche betrogen hatte. Öfters konnte man ihn mit einer anderen Frau (es war nicht immer die gleiche) auf dem Motorrad davon fahren sehen. Gleich nach der Kurve wurde angehalten und sich leidenschaftlich geküsst. Irgendwann wurde das Haus verkauft und die beiden gingen getrennte Wege...
Hätte er sie mal nicht betrogen, könnten wir jetzt ein schönes Leben führen. So gesehen, ist er Schuld.
Was dann folgte ist an Grauen kaum in Worte zu fassen. Es handelte sich um die Familie Fick, welche ihrem Namen doch alle Ehre macht - 8 Kinder (eines aus erster Ehe - dieser Mann war klug und floh, als er noch konnte), 3 Hunde, ca. 35 Katzen und irgendwelche Nagetiere.
Über Familie Fick liesse sich in der Tat ein Buch schreiben... Was wir alles erleben durften, in den Tagen der Nachbarschaft...
Meiner Theorie zufolge, lebt Herr Fick nur noch in diesem Haus der Verdammnis, weil sich kein Mensch so viele Alimente leisten kann. Zahl mal für 8 Kinder und eine Frau, die mehr breit als hoch und stinkfaul ist. Da kann man sich eigentlich nur noch erhängen...
Oft habe ich versucht mich in diesen Mann hineinzuversetzen und ehrlich, jedes mal bin ich zu dem Schuss gekommen, dass ich entweder auswandern und unter neuer Identität leben oder mich erhängen würde.
Nun wird man sich aufregen und sagen, der Mann sei daran auch beteiligt und so... ja das ist er wirklich, dennoch hält niemand so ein Weib auf Dauer aus.
Würden Sie es denn schätzen, wenn Ihre Frau im Garten steht, bekleidet in ein Nachthemd, dass den 70ern entsprungen ist - und ihrer doch recht umfangreichen Person nicht sehr schmeichelt, da es zwei Nummern grösser hätte ausfallen dürfen, und Sie anbrüllt? Das ist wirklich so geschehen. Sie stand in eben diesem Nachthemd im Garten und brüllte ins Haus, wo sich der Mann aufhielt - bis er dann mit den Hunden spazieren gegangen ist - was sie nicht mitbekommen hat, da im Garten schreiend und so schrie sie weiter ins leere Haus. Da kam die ganze Gossensprache zum Vorschein:
- Fick! Du verdammter Hund! Verpiss dich endlich!
- Fick! Ohne Dich sind wir besser dran! Hau ab, verpiss dich! Lass uns allein!
- Fick! Du elender Waschlappen! Ich hab genug von dir, du verweichlichter Dreckskerl!
- Fick! Du "Schofsäcku", du bist zu nichts nutze!
- Wie konnte ich mir nur auf so einen jämmerlichen Taugenichts einlassen!
und so ging es etwa über 40 Minuten weiter...
Einmal brüllte sie, er wäre eine Flasche im Bett - und doch haben sie 7 Kinder zusammen gezeugt... Irgendetwas muss er ja richtig gemacht haben...
Das Organ dieser Frau ist eine Tortur für jedermanns Ohren. Eine doch recht maskuline Stimme hat sie. Noch nie habe ich sie in einem normalen Ton reden hören. Man möchte meinen, diese Frau arbeite als Marktschreier oder irgendwo auf einem Bazar - aber dafür ist sie ja zu faul. Sie zieht es vor, den ganzen Tag zuhause herum zu hocken, sich nicht um die Kinder, geschweige denn um die Tiere zu kümmern und ihren Mann zur Schnecke zu machen, wenn er nach einer 10-Stunden-Schicht nach hause kommt. Sie züchtet Katzen in ihrem Keller. Die Rasse ist mir nicht bekannt, da ich mich nicht für Katzen interessiere. Jedenfalls handelt es sich um diese langhaarigen Biester mit diesem griesgrämig gezüchteten Gesicht.
Ein Teil ihrer Katzensammlung ist im grossen Regen im Keller ersoffen. Sie waren in den Ferien und hatten niemanden, der für die Tiere organisiert. So kam dann die Feuerwehr, da auch unser Haus sich mit Wasser gefüllt hatte. Und als man dann bei der Familie Fick war, kam ein Feuerwehrmann aus dem Haus gerannt, der sich erstmal auf die Strasse übergeben musste. Mit weit aufgerissenen Augen, in denen das blanke Entsetzen auszumachen war, stammelte er: Er habe noch nie so etwas ekelhaftes gesehen! Der ganze verdammte Keller sei verschissen. Ein paar der Katzen wären versoffen und überall schwimme Scheisse herum. Katzenscheisse. Und der Gestank! Er habe schon vieles gesehen und vieles GEROCHEN, aber so etwas... nein... das sei einfach zu viel...
Ende von Teil 1
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