Montag, 31. Dezember 2018

Freitag, 26. Oktober 2018

Es war der Gärtner...

Wer kennt nicht das Spiel Cluedo? Wer hat wen, womit und wo umgebracht?
In meinem Fall war es der Gärtner mit blossen Händen in seinem Wohnzimmer.

Mir ist nach wie vor unverständlich, wie man so völlig von Sinnen sein kann. So absolut bekloppt. Geisteskrank. Wahnsinnig. Gestört. Dumm! Wie kann man so dumm sein?
Wie kann man zu einem fremden Mann nach hause gehen? Dazu noch zu einem, den man übers Internet kennengelernt hat? Tja, diesen Fehler macht man einmal und dann nie wieder. Man überlebt nicht.

Von Charlotte Link existiert ein Buch mit dem Titel "Die letzte Spur", in dem es um eine Frau geht, die am Flughafen auf einen Fremden trifft, mit ihm mitgeht und dann ward sie nicht mehr gesehen.

So erging es auch meiner ehemaligen Mitbewohnerin Sofia. Sie lernte im Internet, auf Facebook einen Typen kennen. Tag und Nacht waren die beiden am facetimen. Sie schwärmte, als wäre sie wieder 15 Jahre alt. Als sie mir dann sagte, sie würde sich mit ihm treffen, fragte ich nach dem Ort. Sie würde zu ihm nach hause gehen. Er habe ein grosses Haus am Zürichsee. Er sei ohnehin voll der Bonz.
Ich fragte sie, ob sie bescheuert sei. Wie kann man in unseren aufgeklärten Zeiten zu einem wildfremden Menschen nach hause gehen?! Wie. Was stimmt in diesem Oberstübchen nicht?
Steht man wirklich eines Tages auf und denkt sich, "so, heute lasse ich mich ermorden."? Wirklich?
Nun gut... Sofia wollte nicht auf mich hören. Ich sei zu ängstlich, schrie sie mir entgegen. Dies sei einer der zahlreichen Gründe, wieso ich Single sei. Sie kenne ihn. Er sei super und ich hätte keine Ahnung! Mit den Worten knallte sie die Tür hinter sich zu und verschwand. Im wütenden Stechschritt stampfte sie zum Bahnhof, stieg in den Zug nach Zürich und verschwand aus meinem Leben.

Sofia wollte zu Lebzeiten immer instafame sein. Nach ihrem Tod hatte sie ein paar Wochen des Ruhmes. Ihr Gesicht zierte, manchmal mit Zensurbalken über den Augen, manchmal ohne, die Titelseiten diverser Zeitungen. Der Blick widmete ihr eine Doppelseite. Ihr kennt den Blick. Der Text begann wahrhaftig mit "Es war ein wunderbarer Herbsttag, als Sofia S.* (*Name der Redaktion bekannt) ihr wohlbehütetes Zuhause verliess und in einen Zug nach Zürich stieg. Während der Fahrt blickte sie verträumt aus dem Fenster und betrachtete die bunten Herbstfarben...." Ehrlich?! Blick? Ernsthaft?!
TeleM1 berichtete über den "grausigen Fund" einer Leiche. Auch das deutsche Fernsehen berichtete über diesen Fall. Einige Zeitungen brachten Vergleiche mit John Wayne Gacy und Ted Bundy. "Als wären Gacy und Bundy in einer Person auferstanden" schrieb ein pickelgesichtiger Praktikant von 20min. Es waren nur wenige Textzeilen, aber die hatten mehr Fehler als er Pickel im Gesicht.
Als man des Gärtners Garten umgegraben hatte, fand man die Leichen von 12 jungen Frauen. Die verstümmelten und geschändeten Leichen von 12 Teenagern. Der angebliche "Bonz" war ein abgehalfterter 56jähriger ehemaliger Gärtner, der vom Amt lebte. Das Haus am See gehörte nicht ihm. Er bewohnte es, da es leer stand.
Im Internet gab er sich als 22-jähriger Züricher-Bonzenboooi aus. Seine Bilder hatte er von Google. Für Facetime nutzte er einen Filter.
Ja, und so lockte er zahlreiche Teens in "sein" Haus am See. Die Einen wurden mit Wein abgefüllt. Andere betäubt. Alle wurden sie geschändet - postmortem. Hinterher verstückelt und im Garten vergraben. Der Typ verbrachte verdammt viel Zeit mit Gartenarbeit, sagten die Nachbarn in einem Interview.

Tja, was sagt uns das? Das Internet ist voller Psychopathen. Und ich? Ich musste mir eine neue Mitbewohnerin suchen. 



Freitag, 12. Oktober 2018

Internet-Stalker II: Verfolgt!

Ich werde verfolgt. Nun ist es offensichtlich. Es kann nicht geleugnet werden. Ich werde wahrhaftig verfolgt!
Als ich heute Morgen das Haus verlassen hatte, war alles normal. Niemand hockte in den Büschen. Kein schmieriger nach Alk und Qualm stinkender Ben oder seinesgleichen. Als ich aber vorhin auf dem Weg nach hause war, bemerkte ich eine verhüllte Gestalt, die mir schon in Winterthur am Bahnhof aufgefallen war. Sie stand da. Die Kaputze tief ins Gesicht gezogen und neigte den Kopf immer wieder verstohlen in meine Richtung. In Winthi gibt es zahlreiche gestörte Gestalten, weshalb ich mir nichts weiter dabei gedacht habe. Die Gestalt stieg in den Zug. In einen Waggon weiter vorne und kam dann durch meinen Waggon spatziert, wo sie sich in das Abteil vor meinem setzte. Am HB angekommen stieg sie aus. Ich auch. Dann traf ich auf einen Freund und verlor die Gestalt aus den Augen und aus dem Sinn. Wir quatschten kurz und setzten uns dann noch ins Fedi auf ein Bierli.
Als ich dann an meiner Haltestelle ankam und durch die finsteren Strassen ging, hörte ich Schritte hinter mir. Als ich um die Ecke bog, erhaschte ich einen Blick auf die Person, deren Schritte ich gehört hatte. Es war die Gestalt aus dem Zug! Ich bin mir so sicher! Also nahm ich noch zwei drei Seitengassen und ging schliesslich zum Nachbarshaus, in der Hoffnung, die Haustüre würde auch dort wieder offenstehen. Sie tat es. Ich ging rein. Hastete die Treppe runter ins Untergeschoss, von wo aus ich durch das schmale Fenster auf die Strasse schaute. Die Gestalt stand vor dem Haus und schaute vom Nachbarshaus, in dem ich war zu meinem Haus und wieder zurück. Schliesslich nahm sie ihr Smartphone aus der Jackentasche und tippte etwas. Hoffentlich hatte ich sie verwirrt. Eventuell war sie nicht mehr sicher, in welchem Haus ich denn nun wohnte. Hoffentlich!
Er kann ja nicht wissen, dass die vier Häuser unterirdisch miteinander verbunden sind. Ich gebe zu, dass diese unterirdischen Gänge gruselig sind. Jedes Mal habe ich eine Gänsehaut, wenn ich in den Keller gehe und in diesen Gang schaue. Altes Steingemäuer voller Spinnennetze. Eigentlich könnte man hier einen Teil von Indiana Jones 5 drehen. Die Kulisse wäre perfekt!
Jedenfalls habe ich mich furchtlos durch den finsteren Korridor begeben. Lediglich drei uralte Glühbrinen erhellen den Gang punktuell mit ihren geschätzten 30 Watt. Ich bin mir fast sicher, dass diese Glühbirnen die ersten ihrer Art sind. Solche, die Thomas Edison auf der Weltausstellung vorgestellt hatte. Jene, die er laut Patentamt am 21.10.1879 erfunden hatte. Die man damals telegraphisch bestellt hatte und die mit dem Pony-Express ausgeliefert wurden.
Im Haus 1 angekommen, stieg ich in der Dunkelheit die Treppe rauf und verriegelte die Tür hinter mir.

Ich fühle mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr sicher! Wenn ich nach hause komme, prüfe ich erst jede Ecke. Hat sich etwas verändert. Hat sich gar jemand hier drin versteckt? Jedes Mal wenn ich unters Bett schaue, schlägt mein Herz so laut, dass es bestimmt bis in den Kanton Graubünden zu hören ist. Jedes Mal stelle ich mir die Frage, was mache ich, wenn einmal wirklich einer unter meinem Bett liegt? Was? Schreien und zur Haustür raus? Und dann? Renne ich, verfolgt von einem goldne Axt schwingenden Irren, durch die Strassen, wie diese Tussen in Horrorfilmen das machen? Na wunderbar! Oder denke ich mir nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach, "gut, stich mich ab. Ich mag jetzt nicht davon rennen!" ? Ganz ehrlich? Wie reagiert man? Ich will es nicht herausfinden müssen.

Draussen war wieder ein Geräusch zu vernehmen. Licht war zwischen den Storenlammellen (eben gegooglet, und in Deutschland wird das, was bei uns "Store" heisst, als Jalousie bezeichnet oder als Gelenkarmmarkise, wenn es denn die auf dem Balkon ist. Bei uns heisst das schlicht Sonnenstore. Damit werde ich meine Deutschschüler quälen XD) zu sehen. Etwa das Licht einer Taschenlampe? Ein Auto kann es nicht gewesen sein. Auf jener Seite befindet sich nur der Waldrand. Ich höre Stimmen. Just in diesem Moment höre ich Stimmen. Ich höre Schritte. Jemand macht sich an den Jalousien zu schaffen. Ein Kratzen ist zu vernehmen. Meinen Taser habe ich griffbereit vor mir. Es klingelt an meiner Tür. Ich werde den Teufel und öffnen. Ich öffne meine Tür nie, wenn ich niemanden erwarte. Ausserdem ist es bereits 23:10 Uhr. Jetzt klopft es an meiner Tür. Jemand ist IM Gebäude. Steht vor meiner Tür und klopft. Ich reagiere nicht. Aufgrund dessen, dass auf youtube grad I'm going slightly mad von Queen läuft, wird die Person vor der Tür wissen, dass ich zuhause bin. Oder sie hält mich für einen derart verschwenderischen Menschen, der die Geräte laufen lässt. Es klopft wieder. Etwas energischer. Scheisse. Bitte verzieh dich! Das Klopfen wird noch etwas eindringlicher. Stärker. Bedrohlicher. Jetzt wird mit der ganzen verdammten Faust gegen meine Tür geprügelt. Am Fenster sehe ich wieder dieses Licht. Es sind zwei. Mindestens zwei. Kann ich mit zwei von ihnen fertig werden? Ich höre Schritte. Sie gehen weg. Entfernen sich. Ich blicke zur Tür. Darunter ist ein weisser Umriss in der Dunkelheit auszumachen. Ein Umschlag? Ich gehe hin. Schaue nach. Bin doch so dumm, wie diese Tussen in den Horrorfilmen. Ich schaue nach. Es ist ein Briefumschlag. Soll ich ihn öffnen? Milzbrand? Briefbombe? Die Neugierde siegt über den klaren Verstand. Ich öffne den Umschlag. Darin liegt ein Zettel. In krakeliger Schrift steht da nur:

Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast!

Kleiner Scherz am Rande. Ich denke in meiner gegenwärtigen Situation sollten mir solche Scherze erlaubt sein. auf dem Zettel stand in krakeliger Schrift geschrieben: "das speiel"
Dass nicht einmal diese "Warnung" korrekt geschrieben wurde, lässt das Ganze recht lächerlich erscheinen. Was für ein Spiel? Spielt er auf Stephen Kings "Das Spiel" aka Gerald's Game an? Ich weiss es nicht... 

Jedenfalls werde ich jetzt nochmals alles kontrollieren und dann leg ich mich schlafen. Mit dem Taser in Griffnähe... 


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Internet-Stalker II - Danach

11.10.2018

Die Atmosphäre könnte treffender nicht sein. Ich sitze in der Dunkelheit. Mein Gesicht erhellt vom Schimmer des Bildschirms. Vor mir steht ein Kilkenny. iTunes spielt Linkin Park. Obschon die Jalousien zu sind, die Fenster und Türen verschlossen und die Schlösser verstärkt fühle ich mich nicht wirklich sicher. Ihr werdet mich für paranoid halten, wenn ich Euch sage, dass ich überall in meiner Loftwohnung Waffen versteckt habe. Unter meinem PC-Schreibtisch klebt ein Eispickel. Unter meinem fetten Gamersessel von noblechairs klebt ein japanisches Sashimimesser. Würde ich alles aufzählen, wären wir morgen noch dabei. Sagen wir einfach, in meinem Loft sind mehr als 30 Messer- und Stichwerkzeuge versteckt. Lebte ich in den USA wären sicherlich noch Schusswaffen dabei. In der Schweiz kommt als Normalsterbliche nicht so leicht an eine Handfeuerwaffe. Eventuell könnte ich mich mal im Dark Web umsehen, aber nach zahlreichen Horrogeschichten ums Dark Web auf Reddit ist es mir vergangen. Schliesslich treiben sich im Internet schon genügend Verrückte rum. Wie wird es da wohl erst im Dark Web sein? Ganz ehrlich? Ich will es gar nicht wissen, denn mein Facebookstalker ist noch immer da draussen! Er ist auf freiem Fuss…

Heute hatte ich wieder eine Nachricht über den Facebook-Messenger bekommen. Wieder von einem anonymen Account. Heute standen da die Worte „Goldene Axt.“ Fast täglich bekomme ich nun solche Nachrichten. Eine besagte „kopf ab“. In einer anderen stand „der tod Ist Besser“. Ich habe sie alle gescreenshottet.
Ich gebe es zu, dass ich nun solche Nachrichten erhalte, habe ich mir selbst zuzuschreiben. Ich hätte diesen schmierigen Stalker nicht reizen sollen. Aber was habe ich in einem Anflug von Sensationsgeilheit gemacht? Ich habe darüber gebloggt. Ich war so dämlich, dass ich fast den gesamten Chatverlauf in über 23 Blogeinträgen gepostet habe. Seit der letzte Eintrag online gegangen ist, bekomme ich diese Nachrichten. Ich bin mir sicher, dass es mein Stalker ist, der mich belästigt. Über die Nachricht „ich Finde dich“ musste ich erst lachen. Dann aber stellte ich mri die Frage, ob er eventuell Menschen in seinem Umfeld hat, die wirklich herausfinden konnten, wo ich wohne. Der Stalker wohnt in Deutschland. In Calw. Ich wohne in der Schweiz. In Zürich. Calw ist laut Google Maps nur 2 Stunden 14 Minuten weit entfernt. Mit dem Auto. Mit den ÖV sind es zwischen 2-5 Stunden, je nach Verbindungen. Also nicht allzu lange. Er könnte wirklich in den Büschen vor meinem Fenster hocken. Bei jedem Knacken schrecke ich zusammen und blicke um mich. Er könnte es sein.

Wo waren all die Psychopathen vor dem Internetzeitalter? Oder hat die Anonymität des Internets einfach mehr Psychopathen hervorgebracht? Gibt’s dazu Statistiken?
Die 50er hatten Ed Gein. Die 60er hatten den Zodiac-Killer. Die 70er hatten John Wayne Gacy. Ted Bundy und Charles Manson. Die 80er und frühen 90er hatten Jeffrey Dahmer. 2010 trieb der Craigslist-Killer sein Unwesen. So viel zu den USA. In der Schweiz hatten wir Hans Vollenweider im Jahr 1939, der übrigens Besitzer einer Handfeuerwaffe war, genau wie Paul Irniger. In den 80ern wurde die Schweizer Jugend von Michel Peiry dezimiert und gefoltert. In den 80ern machte Werner Ferrari Schlagzeilen, indem er in acht verschiedenen Kantonen Kinder entführt, missbraucht und erdrosselt hatte. Nach ihm kam dann Roger Andermatt, der „Todespfleger von Luzern“, der 22 Menschen in 6 Jahren tötete. Ja, auch in der Schweiz haben wir Serienmörder. Die sind nur nicht ganz so bekannt, wie die aus den Staaten. Hollywood macht ja auch keine Filme über Schweizer Serienmörder. Wir sehen also, ein paar wenige Psychopathen gab es auch schon vor dem Internet. Nur war es für sie schwieriger, Opfer zu finden. Heute quatscht man einfach jemanden in einem der zahlreichen sozialen Netzwerke an, verabredet sich mit der Person, hält ihr einen in Chloroform getauchten Lappen aufs Gesicht, vergewaltigt und tötet sie. Irgendwann beginnen sich dann die Nachbarn zu fragen, wieso man wohl so häufig den Garten umgräbt und Jahre später werden dann die Leichen bzw. Skelette der Opfer gefunden. Folglich macht sich heute jeder verdächtig, der zu viel Zeit mit Gartenarbeit verbringt.

Jemand geht draussen durch die Büsche. Ich höre es. Draussen ist es dunkel. Kinder werden es kaum sein. Und welcher Erwachsene würde durch die Büsche schleichen und nicht den Pflasterewg nehmen? Welcher Erwachsene, der keine Tötungsbasicht verfolgt. 
Unter meinen Fenstern habe ich Nagelbretter in den Fussboden geschraubt. Komm ruhig rein. Ich bin bereit.

Ich bin abgeschweift. Ich habe ein Stück weit selbst dran Schuld. Vielleicht hätte er mich in Ruhe gelassen, hätte ich nicht über ihn gebloggt. Vielleicht hätte er mich in Ruhe gelassen, hätte ich nur über ihn gebloggt, aber keine Bilder gezeigt. Vielleicht hätte er mich auch trotz des Blogs in Ruhe gelassen, nicht aber wegen der Facebookseite, den Warnungen auf Twitter, meinem Youtube-Video und dem Eintrag auf Reddit. Wären meine Posts in Englisch gewesen, würde jetzt vielleicht der Typ von Llama Arts ein animiertes Video davon machen. Wer weiss. Ich gebe es zu. Ich habe es übertrieben. Aber es war mir wichtig, die Welt vor diesem Scheusal zu warnen.
Wenn Ihr daran interessiert seid, dann besucht mal die Facebookseite „Stalker Ben Bock, Calw, DE“. Dort gibt es sämtliche Screenshots von seinem verdorbenen Facebookfeed. Selfies, die der alte Säufer gepostet hat mit fragwürdigen Sprüchen, wie „Mütter Versteckt eure töchter . der Alte dreckige Mann ist in der City.“ oder „such mir heut Ne kleine max 20 jährige für das alte rein raus spiel“. Mit der Rechtschreibung hat er es nicht. Weitere Sprüche von ihm, wenn er einen guten Tag hat, an dem sein Ego so gross wie der Himalaya ist:
„Ich bin schon Eine geile sau!“
„heut ein mädel gesehen … will sie ficken und in Meinen keller sperren!“
„das alter ist Egal. ich fick sie auch mit 14 ! hallo mama der geile Ben ist da !“
„bin Down. meine ex gesehen ! prügel steht ihr gut !“
Das macht den alten geifernden Pädo doch richtig sympathisch nicht? Sämtliche Screenshots sind auf der Facebookseite zu sehen. Mit Name, Foto und Datum.
Nachdem mein Blog online war, hat er gepostet, „ich hasse das leben ! ok. sone Dreckige bitch !“ In den Kommentaren wurde ihm Mitleid ausgesprochen, was er natürlich mit beiden Händen angenommen hat. Aber genug davon. Wer sich dafür interessiert, kann ihn googlen.

Er geht immer gleich vor: er tritt irgendwelchen Gruppen auf Facebook bei, ist schon Mitglied oder gründet selbst welche. Dort hält er sich erst zurück. Irgendwann scrollt er durch die Mitgliederliste, schaut sich alle weiblichen Profilbilder an und beginnt dann, sämtliche Beiträge zu liken. Ein paar Tage später beginnt er mit dem Kommentieren. Irgendwann hat man ihn dann im Messenger und wird ihn nicht mehr los. Erst schreibt er normal - für seine Verhältnisse. Dann will er einem Geheimnisse entlocken. Schreibt selbst über seine ach so beschissene Situation oder Verangenheit und drängt dazu, auch Geheimnisse preiszugeben. Macht man das nicht, wird er entweder ausfallend oder kommt mit der Mitleidstour. Er versucht dann, alles so zu drehen, dass man selbst ein riesiges Arschloch ist. Wenn man nicht schon mit so manipulativen Kreaturen zu tun gehabt habt, tappt man eventuell in die Falle. Ich tat es nicht und so musste ich mir immer wieder durchlesen, wie schlecht es ihm geht und dass er alles nur nett meint, und dass ICH immer so von oben herab sei, etc. Dann fängt er an von seinen Geldproblemen zu reden. Er lässt das immer irgendwie miteinfliessen. Anfangs ganz dezent, dann immer offensichtlicher. Er will Geld. Hin und wieder macht er eine Andeutung auf sexueller Ebene. Reagiert man nicht, lässt er es bleiben und fängt am Tag darauf wieder an. Er fragt dann immer eindringlicher nach Geheimnissen, Wünschen, Bedürfnissen. Fragt nach Bildern. Schickt Bilder. Bilder, die man nicht sehen will.
Mir hatte er ein Foto von sich geschickt, in einem schwarzen Frauenbody. Dazu trug er Hasenohren und hatte eine Peitsche im Mund.
Über die Facebookseite haben mich diverse seiner Opfer angeschrieben. Eine hat erzählt, er habe sie gefragt, ob sie sich mal treffen könnten, er möchte sich von ihr anpinkeln lassen. Einer Anderen hat er Fotos von sich in Latexoutfits geschickt, was bei seinem Bierwanzt ganz grässlich aussieht. Bei einer aus der Gothicecke hat er von seinem Peniskäfig angefangen und Fotos geschickt. Die hatte er glücklicherweise von Google geklaut, wie die Googlebildersuche uns zeigte. Mit einer 15jährigen wollte er sich „zum Kaffee trinken“ verabreden. Das war übrigens an dem Tag, an dem er den Post gemacht hatte, „ich fick sie auch mit 14“.
Eine Mutter hatte geschrieben, dass sie diesen widerlichen Typen schon oft an der Schule ihrer Tochter gesehen hat. Er würde wohl den ganzen Tag dort herumhocken und „an sich herumspielen“. Einmal habe ihn ein Lehrer dabei gesehen und dann sei er davongerannt.

Während meiner Schreiberei habe ich recherchiert. Er war verheiratet. Der Name seiner Frau ist Eleonora. Er hat erzählt, sie habe ihn betrogen und verlassen. Die Wahrheit besagt aber, dass er sie im Suff immer wieder verprügelt hat. Eleonora hat heute ein Glasauge auf der linken Seite. Das verdankt sie Ben. Er hat sogar die gemeinsame Tochter verprügelt und den gemeinsamen Sohn missbraucht. Passiert ist ihm jeodch nichts. Wieso nicht? Eleonora lebt seither in einem Frauenhaus. Der Sohn wurde tot in einem Waldstück gefunden. Die Tochter lebt irgendwo im Ausland. Es gab keine Zeugen, niemanden der hätte aussagen können. Ben Bock kam davon. Er postet jedoch immer mal wieder auf Facebook, was für eine „drecks Hure“ seine Ex doch sei.

Seit das Internet über ihn Bescheid weiss, postet er hin und wieder Sachen wie „die bitch ist Tod“.  Ich gehe davon aus, dass er mich damit meint. Ich hoffe, dass seine Worte darüber, dass er gänzlich mittellos ist, der Wahrheit entsprachen. Dann müsste ich nicht befürchten, dass er hier auftaucht. Ich stelle mir täglich die Frage, ob ich, sollte er hier auftauchen, wirklich etwas zu befürchten hätte.
Ich habe seine Bilder gesehen. Er scheint träge zu sein. Er ist ein versoffenes und verqualmtes Loch. Ich denke, in einem Duell hätte ich eine reelle Chance gegen ihn…. dennoch! fühle ich mich beobachtet. Ich bin nicht paranoid. Ich bin mir sicher, dass mir jemand folgt. Dass hin und wieder jemand durch mein Fenster glotzt. Eine Parterrewohnung ist scheisse, wenn man einen Stalker hat. Ich werde umziehen. Schaue mir täglich Wohnungsinserate an. Ich muss hier weg. In ein Hochhaus. In den 12. Stock oder so. Einfach weg. Wenn nich er selbst, dann stalked mich jemand in seinem Auftrag. Jemand weiss, dass ich hier wohne und beobachtet mich. Ich traue mich nicht einmal mehr unbewaffnet in die Waschküche runter. Immer habe ich Angst, jemand könnte mir auflauern. Was ein Leichtes wäre, da die Nachbarn immer diese verdammte Eingangstür offen stehen lassen.
Ich werde verfolgt. Ich werde observiert. Morgenfrüh muss ich raus. Ich bin nervös. Was wenn jemand auf mich lauert? Die ganze Nacht über? Mich morgenfrüh um 04:20 Uhr attackiert? Wenn er es ist, dann weiss ich mich zu wehren. Was wenn es jemand in seinem Auftrag ist? Den Weg zum Bahnhof werde ich live auf Facebook sein und meine Gegend filmen. Sollte mich jemand attackieren, wüde er so auf Film festgehalten werden. Mittlerweile besitze ich 3 iPhones. Deises Livezeugs frisst so viel Akku.

Scheisse… ich hätte das alles nicht tun sollen. Ich hätte nie mit dem reden sollen. Aber dazu ist es jetzt ein bisschen zu spät. Ich werde noch wahnsinnig.



Sonntag, 16. September 2018

Dating in der Schweiz #1 Enterostoma

Seid gegrüsst, oh meine Leser

Lang ist's her, seit meinem letzten Eintrag hier. Lang ist's auch her, dass ich in der Schweiz ein Date hatte. Zumindest bis eben. Als ich gefangen in diesem Irrsinn aus Enterostoma und alkoholfreiem Bier war, wurde mir wieder schlagartig bewusst, wieso ich schon seit Jahren keine Dates mehr hatte - in der Schweiz.
Aber beginnen wir am Anfang.

Es war ein wunderbarer Tag. Einer von diesen Herbsttagen, von denen es mehr geben sollte. Nicht zu heiss und nicht zu kalt. Das Klima war einfach perfekt, um ohne Jacke rauszugehen. Ich trug meinen neuen oversized Hoodie von Urban Classics und freute mich darüber, die Jacke zuhause lassen zu können. Es war sonnig. Der Himmel war blau und vereinzelte Wattewolken schwebten umher.
Im Fluss neben uns paddelten Enten und Schwäne.

Irgendwann setzten sich zwei Touristen in unsere Nähe. Der Eine machte mit seiner Canon Fotos vom Anderen, mit dem Fluss im Hintergrund. Als sich dann ein Schwan zu lange bei ihnen aufhielt, kam der Sitzende auf die folgenschwere Idee, einen Teil seines OK-Energydrinks über den Schwan zu schütten. Der Schwan machte Gebrauch von seinen Flügeln und machte sich zur Attacke bereit. Der Sitzende sprang panisch auf und rannte mit seinem Kumpel aus dieser Geschichte davon.
Der Schwan beruhigte sich wieder und schwamm dann in meine Richtung. Wir sagten einander "Hoi", wonach er weiter paddelte. Ich blieb alleine zurück, auf mein Date wartend, das urinieren war - schon wieder.

Oh meine Leser, ich sags Euch. Es ist gar nicht so leicht, eine Geschichte über eine wahre Begebenheit zu schreiben, ohne dass betreffende Person (hier mein Date), merkt, dass es um sie geht, sollte sie diesen Blog je zu Gesicht bekommen. Schliesslich geht es mir nicht darum, ein menschliches Wesen zu denunzieren (anders als bei gewissen anderen Dates), aber ich muss dieses Erlebnis einfach loswerden!

Also, wie wir da so am Fluss sassen, auf dem in regelmässigen Abständen Enten und Schwäne an uns vorbeischwammen... Moment. Ich greife vor. Spulen wir kurz zurück. Weiter. Noch weiter. Ja.

Treffpunkt beim hässlichen Engel

Eure getreue Erzählerin, Navi M. Gray, steigt aus dem Zug und wandelt zum vereinbarten Treffpunkt. Natürlich ist sie wieder die Erste. Sie ist immer die Erste. Sie muss immer auf die Anderen warten. Sie steht also da in ihrem schwarzen oversized Hoodie, ihre Anna Sui X Coach Tasche geschultert, das iPhone in den Händen mit ihrem Droog schreibend und wartet. Treffpunkt war der hässliche Engel am HB. Einmal hatte ich mich mit einem Bekannten getroffen. Treffpunkt war der Engel. Jeder Mensch wartet am Rand. Dieser Typ nicht. Nein. Er stand direkt unter dem Engel, mitten im Weg und las in seiner Kämpferhose (noch immer auf dem Black-Metal-Tripp seiend) in einem philosophischen Reclam. Da mein Droog über dieses Ereignis Bescheid wusste,

schrieb ich ihr, ob ich mich jetzt auch mitten unter den Engel stellen sollte. Lachen. Schön, dass wir jetzt diese Emojis haben. ^_^
Mit knapp 4 Minuten Verspätung kam dann Enterostoma daher. Er wohnt 15min vom HB entfernt und schaffte es dennoch nicht, pünktlich zu sein. Er müsste noch zum Bankomaten. Also gingen wir ins Zwischendeck des HB, wo er nach links ausscheren wollte, obschon direkt zu unserer Rechten zwei ATMs der ZKB (Züricher Kantonalbank für alle meine Nichtschweizerleser) postiert waren. Ich deutete auf die rechte Seite und er holte noch Bares.


Planänderung: Fedi Pärkli
Wir waren eigentlich für ins Fedi verabredet. Das Fedi heisst Federal und ist eine Brasserie am HB, die keine Ahnung wie viele Biersorten führt.
Da es sich, wie oben erwähnt, um einen perfekten Herbsttag handelte, machte ich den Vorschlag, dass wir uns doch an die Limmat setzen könnten. Enterosoma gab zu bedenken, dass der Boden möglicherweise nass sein könnte. Dann wäre das Pärkli keine so gute Wahl. Wer denkt an den Boden, wenn er ans Pärkli denkt? Ich für meinen Teil denke da immer an das Mürli (kleine Mauer) am Fluss und äusserte dies auch. Enterosoma willigte dann schliesslich ein und meinte, unten gäbe es einen Coop, der alkoholfreies Bier gekühlt habe. Und das wäre ohnehin günstiger, als im Fedi.
Aufgrund brobdingnagischer Alkexzesse trinkt Enterosoma keinen Alkohol mehr. Und weil er kürzlich operiert worden ist. Ich schloss mich dem Alkfreien an, da ich pausieren will, bis sich Haare und Haut wieder regeneriert haben. (Steht man unter Alkkonsum können selbst die Produkte Shiseidos nichts mehr ausrichten).

Mitten im Coop to go, und es ist tatsächlich in der Mitte dieses Ladens passiert, verkündete mir Enterosoma aus voller Kehle, wenn er Bier trinkt müsse er immer so oft aufs WC. Das drücke dann immer so auf die Blase und seit der OP sei es noch schlimmer geworden. Er sei eine richtige Urinmaschine geworden. Ein Coopmitarbeiter schaute ihn fragend an. Ich für meinen Teil wünschte mir einen Niqab herbei. So einer wäre ganz praktisch für ein erstes Date. Was wünschte ich, ich hätte am Abend meines pixleated Date einen getragen... Wäre doch wirklich praktisch. Die Umwelt wüsste so nicht, dass DU grad mit diesem Typen unterwegs bist. Ich werde nachher wohl mal googlen und herausfinden, wo ich so einen herbekomme...
Wir nahmen uns je drei Feldschlösschen Alkfrei mit und gingen gen Kasse. Ich, als die introvertierte Schreiberin, die Ihr, oh meine geschätzten Leser, so schätzen und lieben gelernt habt, schritt gen Self-Checkout. Er, der offenbar sehr extroviert ist, schritt zur bedienten Kasse. Das sei viel sympathischer. Man könne sich so noch mit Menschen austauschen. Beim Self-Checkout fehle der Sozialkontakt. Eben! Darum hat der liebe Gott ja diese Dinger erfunden. Er bezahlte die 6 Bier, was in seiner Bilanz ein Minus von CHF 10.50 hinterlassen hat. Er bezahlte mit einem Hundertfrankenschein. Die Kassiererin fragte, ob er noch 50 Rappen hätte. Und da begann die lange Suche nach einem 50 Rappenstück. Und dann heisst es immer, nur Senioren würden ewig brauchen, um ihr Münz (Kleingeld) herauszuzählen. Mitnichten, meine geschätzten Leser, mitnichten!

Im Pärkli I: Nervosität oder er-ist-einfach-so?
Wir gingen ins Pärkli, vor dessen Eingang sich "Züri-WC" befinden. Als wir diese passierten, meinte er, "Das ist gut, hier hat es ja gleich WCs! Ich werde sicher bald eines brauchen. Hahaha"
Ich für meinen Teil verabscheue diese öffentlichen Toiletten. Ekelhaft! Wie dem auch sei... ich begann mich zu fragen, ob das nur in meiner (möglicherweise verkorksten) Welt ein Nogo war, über das Toilettenbedürfnis zu sprechen, oder ob er einfach keine Schamgrenze hat. Dabei fällt mir wieder die Badezimmerszene eines Exfreundes ein. Oh, das werd ich auch noch bloggen müssen.
Wir passierten das Gitterportal des Pärkli und setzten uns auf die Mauer an der Limmat. Die ersten zwei Bierdosen wurden geöffnet und bereits da wurde mir schlagartig bewusst, dass dieser Mensch kein Rückgrad besitzt. Er begann mit einem "Pröstli" ich mit meinem "Naztrovje" worauf er dann etwas flüsterte, was sich dann gen Ende hin im Stummen verlor: "Prös-naz..."
Seine Haltung war gebückt. Nein, auch ich sitze nicht immer kerzengerade da. Aber ich war mir nicht sicher, ob sich bereits die ersten Ansätze eines Buckels erkennen liessen. Ausserdem erinnerte mich seine Gangart (ja sind wir hier bei den Pferden?) seine Art zu gehen an Gaius Pupus. Gut, ganz sooo schlimm wars dann doch nicht, aber Ihr, oh meine Leser, kennt ja meinen Hang zur Dramatik.


Auch ich bin ein Mensch der Gestik und vorallem der Mimik. Jim Carrey verblasst neben mir. 😜 Aber Enterostomas Gestik war schlichtweg nervös. Ausserdem kratzte er sich immer wieder mit einem seiner Skelettfinger am Kopf. Mein leicht genervtes Ich hätte beinahe gefragt, ob er denn eine Flohzucht beherberge. Langjähriges Training in Selbstbeherrschung hielten diese bösen Worte jedoch zurück.
Anfangs unterhielten wir uns über verschiedene Filme. In WhatsApp meinte er in der vergangenen Woche noch, bisher habe ihn niemand in Sachen Horrorfilme schlagen können. Ich mache da die Ausnahme. Ich gehe jetzt mal soweit, dass ich behaupte, nicht nur ich. Denn sein Horrorfilmwissen ist Mainstream. Als wir über Ghostland sprachen, unterbach er just die Unterhaltung und meinte, "Ähm sorry, darf ich wohl ganz kurz aufs WC? Meine Blase drückt. Ich hatte erst ein Bier, aber wie gesagt, ich muss bei Bier dann immer aufs WC... ja und das ist jetzt soweit..."
Er ging gen "Züri-WC" und ich blieb zurück. Allein. Allein mit der Frage, wieso man nicht einfach zum Klo gehen kann, ohne zuvor erst ein verdammtes Referat abgehalten zu haben? Wieso?
Dann kam oben genannter Teil mit dem Schwan.
Als Enterostoma seine Notdurft verrichtet hatte und wieder neben mir weilte, ging unsere Unterhaltung über Filme kurz weiter. Bis sie dann umschlug. In ein befremdliches Thema:

Im Pärkli II: von Zysten und Urinablagerungen
Dieser Typ kennt nichts. Oh meine Leser. Nichts. Gar nichts! Haltet Euch fest und lasset das Essen stehen. Ich werde dies nun genau so unverfälscht wiedergeben, wie ich es meinem Moleskine anvertraut habe:

Goooooooooootverdammt! Erzählt mir dieser Siech doch allen fucking Ernstes von seiner Nieren-OP: Als er einst zu einer Routine-Untersuchung beim Hausarzt war, habe dieser eine Zyste festgestellt. Aber Zysten seien ja nichts schlimmes. Viele Menschen leben und sterben mit Zysten (und viele Menschen krepieren durch Zysten. Anmerkung Eurer Schreiberin). Man müsse sich da ja keine Sorgen machen. Also habe er es dabei belassen. Als er dann eines anderen Problemes wegen (Genitiv ist wundervoll) beim Urologen war (von diesem Problem hat er mir netterweise nicht erzählt), habe er selbst den Urologen gebeten, er möchte sich doch die Zyste auch noch kurz anschauen. Der Urologe kam dieser Bitte nach und sah dann wohl etwas Schwarzes. Etwas Schwarzes sei nie etwas Gutes (Komm auf die dunkle Seite der Macht, Luke). Dann habe es weitere Abklärungen gegeben und ihm wurde dann mitgeteilt, dass die Zyste wohl zwischen Niere und Harnleiter sitze und der Urin von (?) durch (?) die Zyste fliessen würde und so habe sich in einem Strang (jenen Strang hat er bei jedem Erwähnen mit seinen Skelettfingern in die Luft gezeichnet, um zu untermalen, wie fein wohl dieser Strang gewesen sein muss), der wohl porös oder so war, Urin absetzen können. Das seien dann so kleine schwarze Steinchen gewesen. In dem Moment bedankte ich mich für die präzise Ausführung. Daraufhin meinte er, ja er habe sich für die OP entschieden, weil der Arzt meinte, er würde mit 60 dann wohl Probleme bekommen. Und jetzt sei das Problem ja vom Tisch. Er habe jetzt nur eine weitere Narbe. Er habe einige Narben... und somit kommen wir zum nächsten Teil:

Im Pärkli III: Schlüsselbeinbruch im Suff
Dann folgte eine Abhandlung darüber, dass er früher so oft richtig besoffen war. Er habe sich nahezu komatös gesoffen. Gratuliere. Einmal habe er das falsche Tram genommen und sich dann in einem Wäldchen verirrt. Dort sei er so blöd hingeknallt, dass er sich das Schlüsselbein gebrochen habe. Am Tag darauf ist er dann wohl im Unistpital vorstellig geworden  wo er dann offenbar diversen Studenten vorgeführt worden sei, weil er einen glatten Bruch hatte. Aha. Da habe er auch eine Narbe davongetragen. Ich hatte mich gerade soweit unter Kontrolle, ihm nicht zu erzählen, wovon ich so meine Narben davongetragen habe... Künftig sollte ich mir ein MARTYRS-Szenario zurechtlegen, wovon ich dann berichten kann. 😂
Es folgten dann weitere Geschichten darüber, was ihm im Suff so alles wiederfahren war.
Zwischen den Erzählungen suchte er noch zweimal die "Züri-WC" uf und hielt jedes Mal zuvor noch ein kurzes Referat übre seine Blase.

Im Pärkli IV: Frühchen mit Enterostoma
Es gab quasi einen fliegenden Wechsel zum Titel dieses Eintrags. Er führte dann aus, dass er ein Frühchen war. Er habe sein Leben also praktisch im Krankenhaus begonnen (wie 90% der Menschen hierzulande. Anmerkung der Schreiberin). Er sei 2 Monate zu früh zur Welt gekommen und hätte lange Zeit in einem Brutkasten verbracht. Man habe ihm da einen künstlichen Darmausgang gelegt gehabt. Ein Künstlicher Darmausgang wird in der Fachsprache, sofern Wikipedia recht hat, Enterostoma genannt. Daran habe er natürlich keine Erinnerung mehr. Aber er stelle sich das als sehr unangenehm vor, denn die Exkremente würden dann ja durch einen Schlauch im Bauch ausgeschieden werden...
Eure werte, geduldige und noch immer freundliche Erzählerin sass da und dachte sich nur, das ist jetzt nicht sein Ernst?! Jedenfalls bin ich dank dieser Ausführung zum Titel dieses Blogs gekommen: Enterostoma. Danach verfügte er sich nochmals gen "Züri-WC". Als er wieder kam, meinte er, ob wir mal was Essen gehen wollen. Er war allerdings immer noch bei seinem letzten Bier. Ich meinte, er müsse nur endlich sein Bier exen (meine Ungeduld rühre daher, dass ich bestimmt gefühlte 30 Liter Bier in mir trug und nicht dieses ekelhafte "Züri-WC" benutzen wollte. Ich wollte die sauberen Toiletten des Fedis aufsuchen). "Ja wir können ja schonmal zum HB gehen."
Wir standen auf. Er war schon im Begriff zu gehen. Ich griff nach 3 leeren Bierdosen. Meinen. Er schaute mich verdutzt an und meinte dann, "Ah ja. Die sollten wir schon noch entsorgen, was?".
"Ich möchte es meinen!"
Also gingen wir zum HB. Zum Fedi.

Am HB: Federal - Des Schämens zweiter Teil
Ich halte inne. Ich überlege mir, ob ich das wirklich schreiben soll, was ich schreiben möchte... Ja, ich werde es tun...
Wir passierten den ersten Mülleimer und standen dann vor dem Fedi. Vor dem Fedi gibt es Tische. Die waren besetzt. Menschen starrten uns an. Denn, wir standen einfach da. Er wollte schon reingehen und ich sagte, er könne bestimmt nicht mit einem Bier in der Hand ins Fedi rein. "Ah ja, hahaha das wäre nicht so gut. Er nahm noch einen Schluck und sagte "Einen Moment noch" nahm dann noch einen Schluck und das Feldschlössli Alkoholfrei war leer. Juhu. Ich deutete auf den nächsten Mülleimer und sagte "Chöbu?" (Mülleimer, Abfalleimer). Er trottete frisch fröhlich zum Abfalleimer und ich ging schon mal ins Fedi - einfach damit ich mich den Blicken der Sitzenden entziehen konnte und weil mir warten zuwider war. Beim Eingang kam mir grad ein Typ entgegen, der mir den Vortritt liess und ganz nett "Sali" sagte. Wieso war der nicht mein Date?
Irgendwann kam dann mein Date ins Fedi getrottet und stellte mit seiner sagenumwobenen Auffassungsgabe fest, "Oh, alles reserviert."
Ich ignorierte das und ging zielstrebig zu meinem neuen Stammplatz. Er dackelte mir fröhlich hinterher. Beim Platz angekommen, suchte er nach einer Speisekarte. Ich ging zur Servicekraft, wegen eines Jetons für die Toiletten. Er folgte mir zur Servicekraft. Also sagte ich "Pipibox" und weg war ich. Es war eine wahre Erleichterung jene oben erwähnten gefühlten 30 Liter loszuwerden.
Dann schaute ich kurz auf Insta, wo mir eine Freundin schrieb und fragte, wo ich denn jetzt sei. Sie hatte meine Instastory mit dem Schwan gesehen gehabt. Ich schrieb, ich sei im Fedi, gefangen in einem Date, ging dann zurück nach oben, wo Enterostoma vor dem Regal mit den Flyern stand und irgendwas von keine Speisekarte murmelte. Ich ignorierte ihn und ging zielstrebig an meinen neuen Stammtisch zurück. Er folgte mir.
Wir sassen dann eine Weile da und unterhielten uns über sein Studium. Irgendwann meinte er, er gehe jetzt mal Essen bestellen. Danke.
Wir unterhielten uns weiter und ich erfuhr, dass er Appleprodukten gar nichts abgewinnen könne. Demonstrativ streichelte ich mein vor mir liegendes iPhone und redete ihm (also dem iPhone) gut zu "Hör nicht auf ihn. Denn er weiss nicht, was er sagt." Dann sagte ich ihm, dass nichts über die Liebe, die man für ein iPhone empfinden kann, hinausgehen würde. Ok, die Liebe zu einer B747 oder einer Antonov vielleicht noch, aber damit hat sichs. Irritiert starrte er mich an, denn er wusste nicht, ob dies mein Ernst war.
Ausserdem kratzte er sich auch da immer mal wieder. Nicht nur an Kopf. Auch mal am Bauch. Am Rücken. An der Seite. Und ich begann mich zu fragen, ob mein Gegenüber, eventuell mit einem Virus infiziert, Patient X war? Na super! Ich date Patient X...

Kein WG-Typ
Während dem wir unsere Pommes assen, was er als "schnabulieren" zu betiteln pflegt (was mich wahnsinnig macht), erzählte er mir eine Story aus seinem WG-Dasein. Er habe abgewaschen und die weisse Abwaschbürste sei dann rot gewesen. Dann haben seine Mitbewohner ein Foto von der roten Bürste gemacht, diese dann gewaschen und dann ein Foto von der wieder weissen Bürste gemacht und ihm geschickt. Ähm, sie haben recht. Aber das ist meine Meinung.
Einmal hätten sie ihn dumm angemacht, weil er mit einem Schwamm den Abwasch getätigt hatte. Der habe zu viele Bakterien aber beide hätten mit ihren iPhones (und wie abwertend er "iPhones" sagte) auf dem Klo gesessen, so von wegen Bakterien. iPhones wären riesige Bakterienschleudern. Daraufhin nahm ich mein iPhone in die Hand, strich liebevoll darüber und redete ihm (iPhone) gut zu "Hör nicht auf ihn, meine geliebte Bakterienschleuder. Er weiss nicht, was er sagt." 😂 Wieder starrte er mich entgeistert an haha.


Die Starbucks-Kontroverse
Bereits per WhatsApp teilte er mir ja einst mit, was er von Starbucks hält. Er selbst war noch nie in einem Starbucks, konnte mir aber sagen, dass der Kaffee scheusslich schmeckt. Aham. Woher will er das wissen? Ganz ehrlich? Solche Menschen kotzen mich an! Sie haben irgendwann mal irgendwo von irgendwem gehört, dass der Kaffee bei Starbucks nicht schmeckt und geben das weiter. Ich selbst besitze ja eine Goldcard von dem amerikanischen Kaffeegiganten. Allerdings auch nur noch solange, bis mein Guthaben aufgebraucht ist, denn seit Starbucks zu Nestlé gehört, will ich diesen Verein nicht mehr unterstützen. Der Kaffee bei Starbucks ist besser, als dieses Spülwasser, welches Nespressokapseln hergeben. Aber lassen wir das. Nespresso kann man nicht trinken und verkauft sich nur, weil George Clooney sich dafür prostituiert hat. (Ich habe eben meine Apple Magic Mouse I gegen die Wand geschmissen, weil sie nicht mehr funktioniert hat. Sie ist zersprungen. Nun funktioniert das Wischen wieder, aber scrollen geht nicht mehr. Habe mir eben die Magic Mouse II bestellt. Hoffe, sie kommt am Dienstag.). Er schickte mir ja per WA mal einen Link zu einer Starbucks-Doku. In dieser Doku war nichts Neues. Man weiss, das Starbucks seine Mitarbeiter und die Kaffeebauern ausbeutet. Enterostoma meinte, sowas dürfe man nicht unterstützen! Es sei schlimm, was die mit den Kaffeebauern machen würden! Aham... und mit den Mitarbeitern? Ah ja... Enterostoma hat noch NIE im Dienstleistungssektor gearbeitet und somit keine Ahnung, was es heisst, täglich Kunden BEDIENEN zu müssen. Aber lassen wir auch das mal.
Enterostoma diniert bei McDonalds. Vielleicht so 2-3x im Monat, laut seiner Aussage. Als ich fragte, wie er Starbucks boikottieren, aber McDonalds unterstützen könne, meinte er nur, dass er den Fleischkonsum ja bereits einschränke. Und er fände es toll, das ich vegan lebe. Aha. Ja man könne nicht von heute auf morgen aufhören. Das sei wie mit dem Rauchen. Enterostoma raucht im Ausgang. Gruppenzwang? Er wisse, dass es schädlich sei, aber man komme nunmal nicht von heute auf morgen davon los. Ich kam mit meiner Standartantwort, dass ich das nicht nachvollziehen könne. Denn schliesslich bin ich keine Süchtige. "Aber nochmals zurück zu McDonalds. Warum genau unterstützt Du einen Betrieb, der die Angestellten, wie auch die Geschäftspartner in gleichem und gar noch schlimmerem Masse ausbeutet, als Starbucks?" "Das Essen schmeckt gut und die beuten ja keine Kaffeebauern aus."
"McDonalds züchtet Kartoffeln der selben Grösse. Ist eine Kartoffel zu klein oder zu gross, wird sie weggeschmissen. Vom Tierleid fange ich jetzt gar nicht erst an, und auch nicht davon, wie sie ihre Mitarbeiter behandeln."
"Aham..."
Solche Menschen nerven mich...
Das erinnert mich an den Typen, der mich in Solothurn belästigt hatte und meinte ich hätte keine Ahnung von Umwelt und so und mich ein VITTEL trinkend sensibilisieren wollte. Als ich ihn darauf hinwies, dass VITTEL Nestlé gehöre und man das nicht unterstützen sollte, wurde er ganz still. Ich hasse solche Menschen... Minusmenschen.

Abschied
Beide Pommes und mein 5cl Mineral hatte ich bezahlt. Er wollte mir eine Zehnernote geben. Ich verneinte testend. Ohne zu insistieren steckte er den Zehner wieder ein. Gut.
Im Stechschritt gingen wir gen Gleis 31. Also ich musste zur 31 und er zur Sihlpost. Ich verabschiedete mich im Gehen und meinte "Wir schreiben.", er stand da in der Halle des HBs mit ausgestreckten Armen, als wäre er der verdammte Jesus am Kreuz und meinte tatsächlich ich würde ihn noch umarmen und meinen Zug verpassen. Er schrie mir noch hinterher "Komm gut nach hause". Ich eilte die Treppe runter und sowie ich im Zug war, gingen die Türen hinter mir zu und der Zug fuhr ab.

Fazit
Ja, was soll ich sagen... Wieso sagen solche Typen nicht einfach, dass sie ein Hemd sind? Somit könnte man sich die Zeit des Dates sparen. Hätte er erwähnt gehabt "Ach übrigens, ich bin ein Hemd mit ADHS und kann nicht still sitzen. Ausserdem bin ich spindeldürr und irgendwie merkwürdig aber total nett." hätte man sich das Date sparen können. Ich bin sauer!
Ich finde, es sollte eine Deklarationspflicht eingeführt werden...
Ja das wars auf jedenfall...
Mein Problem? Ich habe ein Ticket fürs CROSSFAITH Ende September in Zürich im Dynamo. Er wird auch da sein. Nun überlege ich mir, ob ich eventuell zuhause bleiben sollte... Aber Crossfaith sind schon stark...



Samstag, 18. August 2018

Vom Wunsch, Schädel einzuschlagen....

Seid gegrüsst, oh meine Leser

Na, was solls denn heute sein? Geht es Euch gut? Geniesst Ihr das Wochenende? Nun, mein Samstagmorgen war bis vor wenigen Minuten noch wunderbar. Was sich vor wenigen Minuten ereignet hat, ist Grund für diese Eintragung.
Allerdings war ich erst nicht sicher, ob es auf diesen Blog gehört. Was solls...

Ich fahre nach Bern. Unterrichte heute noch. Gehe in der Welle in die dortige Migros. Schleicht eine faltige Bürgerin aus Innsmouth (entschuldigt, ich lese mal wieder Lovecraft, und die Fischaugen dieser Alten, erinnerten mich irgendwie daran) mit ihrem verdammten Tablett, auf dem sich zwei Kaffee Gesellschaft leisteten  vor mir her durch die Gänge. Ziellos, wie es scheint. Schlurf.
Ich gehe in meinem üblichen Stechschritt an ihr vorbei, da ich um 11:00 Uhr unterrichte und nicht, anders als sie, den ganzen Tag Zeit habe. Ich stehe vor dem Regal und schaue, sie quetscht sich zwischen mich und Regal und greift mir gierigen Fingern in die Brotauslage. Sie fasst an, dreht um, legt zurück. Igitt. Da überlegte ich schon, ob ich etwas sagen soll, tue es aber nicht. Denn noch immer bin ich guter Laune. Schliesslich hat sie ihre Brote aufs Tablett geladen und quetscht sich an mir vorbei, wobei sie mich leicht anschuppst. Sie hätte neben mir vorbeigehen können. Hat sie aber nicht getan. Ich rege mich auf und als ihr Ohr auf meiner Höhe ist, gebe ich ein echauffiertes "Entschuldigung!" von mir. Sie schaut mich genervt an, schüttelt den Kopf. Ihr Mund formt Worte, die ich nicht verstehe, da ich meine BOSE QuietComfort35 trage und ich die Aussenwelt somit nicht höre. Dennoch raste ich aus! Ich schubse die Alte ins Regal. Sie holt zur Gegenwehr aus. Ich entreisse ihr das Tablett und prügle auf sie ein. Immer mitten in die Fresse rein. Als ihre hässliche Nase dann endlich gebrochen ist, greife ich nach ihren Haaren, wickle meine Finger schön darin ein und schlage ihre Visage immer wieder gegen das Regal. Das hohle anfängliche Poltern endet in schmatzenden Lauten. Irgendwann realisiere ich, dass alles voller Blut ist. Von der Alten Gesicht ist nichts mehr übrig. Nur noch eine breiige Masse, die an den Haaren hängt, die ich noch immer fest umschlossen halte. Ein Teil ihres Gesichts hat sich über die Brote ergossen, die sie zuvor wieder zurückgeworfen hatte. Ich habe mein Werk vollendet. Lasse die grauen Haare los und gehe zur Kasse. Das Blutbad hinter mir kann jemand anderes aufwischen.

Gut, meine Leser. In einer perfekten Welt, wäre das so abgelaufen. Es ist auch alles so passiert, ausser dem Teil, in dem ich auf sie eingeschlagen habe.
Ich habe nicht gehört was sie gesagt hat. Sie ist dann zur Kasse geschlurft. Zwei junge Typen neben mir haben sich darüber amüsiert, dass ich die Alte zurechtweisen musste. Woah echt! Diese Trotzhaltung! So à la, ICH GEHE HIER LANG! GEHT MIR ALLE AUS DEM WEG!
Auf dem Weg zum Self-Checkout steht sie an der Kasse und schaut mich grimmig an. Ich starre zurück mit erhobener Augenbraue. Ich bin bereit Alte! Wenn Du kämpfen willst, wir tragen es aus! Sie wendet sich ab. Ich gehe zum Self-Checkout und verlasse nach dem Bezahlen die Migros. Dabei sehe ich, wie sie einen jungen Typen anrempelt, der vor ihr steht. Sie will zu einem der Tische und bringt es nicht fertig an dem Typen vorbei zu gehen. Nein. Denn es ist IHR VERDAMMTER WEG!
Solche Menschen sollten echt zuhause bleiben!



Samstag, 11. August 2018

Geständnis einer Lehrerin

Seid gegrüsst, oh meine Leser

Mir ist die Tatsache bewusst, dass bereits wieder viel Zeit verstrichen ist, seit ich hier etwas Neues geschrieben habe. Wieso, möchtet Ihr nun bestimmt wissen. Nun, es gab da nichts. Nichts, was interessant genug gewesen wäre, um hier erwähnt zu werden... Und um mit ehemaligen Arbeitgebern abzurechnen, dafür fehlte mir der Groll.
Aber letzte Woche hat sich etwas ereignet... Ich muss Geständnis ablegen. Aber nur hier. Nicht bei der Polizei. Nicht bei den Angehörigen. Nicht bei den Behörden.
Ich habe getötet. Ich habe gemordet. Ich habe Lebenslichter ausgelöscht. Haha sind wir ehrlich. Jeder von uns hat gewusst, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, ehe ich endlich Menschen töten werde. Meine verkommene Seele ist geradezu geschaffen dafür!

Ehe ich zu den Ereignissen des Tatabends komme (was absolut bescheuert klingt. Hätte ich ein paar Stunden gewartet, hätte ich Tatnacht schreiben können), noch kurz ein paar Dinge vorweg.

Also erstens krabbelt eine Assel auf mich zu. Ich weiss nicht, ob ich mein Zeug packen und panisch kreischend in meine Stube rennen soll. zweitens hat sich eine Wespe zu mir gesellt. Aktuell krabbelt sie an der leeren Braufrischdose hoch. Solange sie da bleibt, ist alles gut. Von der Wespe abgelenkt, habe ich die Assel ausser Acht gelassen und nun ist ihre Position nicht mehr auszumachen. Scheisse.

Wir erinnern uns an die Zeit, als selbst ich, Nara M. jung war und die hiesige Kirche besuchen musste, um eine bescheuerte Stempelkarte voll zu bekommen, die der Einlass zur Konfirmation war. Wieso haben wir uns konfirmieren lassen? Es gab Geld. Haha Schweizer. Kapitalismus anstelle eines Schnullers mit in die Wiege gelegt bekommen. Allah, was sind wir doch für ein verkommenes Volk! (Na? Seid Ihr auch alle schön irritiert, dass ich anstelle von "Gott" "Allah" geschrieben habe? haha gut so!)
Jedenfalls sagte mir ja damals einer dieser Schnorris der hiesigen Kirche, ich behaupte noch heute, dass diese Gruppierung einer Sekte gleichkommt, meine Seele stehe an einem Abgrund. Dies, weil ich Horrifilme- und Literatur konsumiert hatte, wie andere Kaffee. Die Seele sei ein Abfalleimer und der sei irgendwann voll. Und bei mir dauere es nicht mehr lange, ehe dieser voll ist und die dunkle Seite Besitz meiner Seele ergreifen würde. Mit der dunklen Seite war natürlich Belzebub aka Satan gemeint. Erzengel Gabriel. Ganz ehrlich? Wenn Gabriel so war, wie von Christopher Walken in God's Army verkörpert, habe ich nichts gegen seinen Besuch einzuwenden.
Jedenfalls sollte es noch weitere 15 Jahre dauern, ehe ich die Kontrolle über mich verlieren und endlich morden sollte.
Also ich für meinen Teil, bewundere mich für meine Ausdauer. Schliesslich hatte ich diesen Drang immer in mir und konnte ihn unterdrücken. Zumindest bis zur letzten Woche...

Also, angefangen hatte alles ganz harmlos. Die Kameras zeigten eine grüne Wiese. Einen Hund, der sich im Gras wälzte und eine fröhliche intakte Familie. Das wäre zumindest so gewesen, lebten wir in einem Horrorfilm. Aber das wahre Leben ist ganz anders.
Grünes Gras gibt es aktuell nicht. Durch die grosse Hitzewelle 2018 war alles braun, verdorrt und tot. Ich sass im Lehrerzimmer und unterhielt mich mit zwei Lehrerkollegen. Einer von ihnen ist ebenso sarkastisch und zynisch wie Eure werte Mörderin... uiuiui... Erzählerin. Die andere weniger.
Wir machten Spässe und tauschten uns darüber aus, dass man manchmal einfach keine Geduld mehr hat und ausrasten möchte. Ich meinte dann mit der trockenen und nüchternen Stimme Muldoons in Jurassic Park "Man sollte sie alle töten.". Der zynische Lehrer lachte Tränen, kannte er doch den Film. Die Lehrerin sah mich entsetzten Asudruckes an. Als hätte sie gewusst, dass dieser Spruch bald schon Realität werden würde. Wir sponnen den Gedanken weiter und meinten, Lehrer wäre die perfekte Begebenheit für einen Massenmörder. Einfach ist Zimmer kommen, alle umbringen, Geld kassieren und dann bei der nächsten Klasse genau das gleiche.
Nein, meine getreuen Leser. Es ist nicht meine Klasse, die ich getötet habe. Obschon ich mir heute, wenn ich so zurückblicke wünschte, ich hätte die eine Frau dem Sensenmann übergeben. Die eine, deren Parfüm mich beinahe kotzen lässt - so süss ist es. So etwas sollte verboten werden.

Wie dem auch sei. Ich war in der Schule und unterhielt mich mit einem der Chefs. Wieso sind Chefs immer so uneinsichtig? Jedenfalls ging es darum, dass die Lehrer immer mehr Arbeiten übernehmen sollten und dies natürlich unbezahlt. Denn die Haltung der Schule ist wahrhaftig die, dass die Mitarbeiter kostenlos arbeiten sollen. Da ich natürlich anderer Meinung bin, wurde unsere anfänglich friedliche Unterhaltung zunehmends hitziger. Als er dann vom Stuhl aufsprang und mir dergestalt ins Gesicht brüllte, sodass meine Haare nach hinten flogen, dass ich die längste Zeit Lehrerin gewesen sei, da ich kein bisschen Einsatz für die Schule zeigen würde, war es einfach genug! Ich fragte ihn ganz ruhig, ob das nun sein Ernst sei. Er entlasse mich, weil ich nicht gratis arbeiten wolle. Er brüllte mir alles mögliche entgegen. Das konnte ich nicht zulassen, schliesslich bin ich eine der Besten. Noch immer war ich ganz ruhig. Das war der Moment, in dem ich selbst feststellen musste, dass ich eine Psychopathin bin. Ich fragte ihn, mit einem Lächeln im Gesicht, ob das nun sein letztes Wort gewesen sei. Er brüllte mir ein Ja entgegen und marschierte zur Tür. Ich griff zur Schreibmaschine, die auf dem Tisch stand. Es handelte sich um eine alte Royal 10. haha ganz genau! Das gleiche Modell, dass Paul Sheldon in Misery verwendet. Nur dass, bei dieser hier das N noch nicht fehlen sollte. Wie dem auch sie, ich griff zur Schreibmaschine und schlug sie meinem Chef auf den Hinterkopf. Als er sich zusammensackend der Gravitation hingab, glotzte er mich mit weit aufgerissenen Augen an. Sein Blick sagte mir, dass sein Gehirn noch nicht verarbeitet hatte, was mit ihm geschah. Saudämlich glotzte er mich offenen Mundes an. Ich schlug nochmals zu und nochmals und nochmals. Wie oft ich die Royal 10 auf seinen Schädel habe runtersausen lassen, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls muss es oft gewesen sein. Sein Gesicht war nicht mehr zu erkennen. Gehirnmasse klebte an der petrolfarbenen Wand. Scheisse.... Ich hätte die Wände mit Zeitung oder Plastikfolie abdecken sollen. Habt Ihr eine Ahnung, wie lange es dauert, Blut von Wänden abzuwaschen und Gehirnmasse abzukratzen??? Ausserdem spritzte sein verdammtes Gehirn auf den Sichtbeton, den zu bekleben uns ja verboten war. Der Sichtbeton musste belassen werden, wie er war. Ja super!
Nachdem ich diesen gottverdammten Leichnam in zerteilt hatte, begann ich damit die Wände, Tische und Stühle zu schrubben. Wir hatten nicht einmal ein Hackebeil! Einzig ein Brotmesser. Ja richtig. Ich war gezwungen, diesen Wichser mit einem Brotmesser zu zerteilen! Ihr könnt Euch ja sicherlich denken, dass das eine ganze Weile gedauert hat. Das war mir jedenfalls eine Lehre. Ich habe mir ein Hackebeil gekauft, welches ich nun stets in meiner Handtasche herumtrage. Man weiss ja nie, wann man den Nächsten töten muss.
Die ganze verdammte Nacht lang hatte ich damit zugebracht, die Wände zu säubern. Der verdammte Sichtbeton (Tenshi, Dési. Dä Siech esch Euch gwedmet!) ist nun wieder sauber. So auch die Wände. Die Tür. Die Tische. Die Stühle. Den Chef habe ich entsorgt. ^_^
Mit unserer Schule dürfte es nun bergauf gehen. Und was haben wir von Edward Furlong (was war ich als Teenie in ihn verliebt... also in den Terminator 2 und Friedhof der Kuscheltiere 2 und American History X Furlong) in American History X gelernt? Man soll immer einen starken Abgang hinlegen und wenn einem selbst keiner einfällt, soll man mit einem Zitat abziehen. Also ich beende dieses Geständnis mit einem Zitat aus American Psycho 2:

"Ich töte für eine bessere Zukunft."

Samstag, 24. Februar 2018

"Die huere schiss SBB immer!"

Meine lieben Leser, heute durfte ich mal wieder eine Erfahrung machen, über die ich Euch unbedingt berichten muss. Ereignet hat sich alles genauso, wie es hier zu lesen steht, heute Morgen.

Noch in meinem gemütlichen Zuhause stehend, blicke ich auf die Uhr. Uuups. Ein bisschen spät dran bin ich. Die Zeit reicht nicht mehr aus, um noch meine neuen Timberland Schnürstiefel anzuziehen. Das Schnüren dauert immer ewig. Also schlüpfe ich in meine UGGs. Ohnehin die bessere Entscheidung, bei diesen sibirschen Temperaturen. Ich greife nach meinem Schlüssel, schultere die Tasche und eile aus dem Haus, direkt zur Bushaltestelle. Es ist bereits 07:37 Uhr. Um diese Zeit sollte der Bus die Haltestelle verlassen. Obschon Samstag ist, kommt der Bus zu spät. Mein Glück. Um 07:40 Uhr fährt er, mit mir im Innern, gen Bahnhof. Einige Menschen hechten noch in den Avec. Laut SBB-Fahrplan bleiben ihnen dafür ganze drei Minuten. Mir wäre das zu stressig, jedoch scheinen manche Menschen nicht auf ihr Comella und ihr Gipfeli verzichten zu wollen/können.
Ich für meinen Teil gehe direkt zum Perron. Die Anzeigetafel zeigt uns, weiss auf blau, dass die S-Bahn pünktlich abfahren wird. Nämlich um 07:46 Uhr. Als sie um 07:48 Uhr noch nicht zu sehen, ist das für die geübten Pendler noch kein Grund, um in Panik auszubrechen. Wir sind uns das ja gewohnt. Besonders unter der Woche und wenn es kalt ist, oder wenn Schnee fällt. Oder wenn es stark regnet. Oder wenn es richtig heiss ist. Oder wenn es neblig ist. Oder wenn es windet. Oder wenn das Wetter überhaupt keinen Grund spielt. Jedenfalls erklingt dann eine Durchsage, die ich sogar höre, da ich meinen BOSE QuietComfort35 zwar trage, aber dieser noch ausgeschaltet ist. Die bekannte, halbmenschliche und halbmechanische pseudo feminie Stimme teilt uns mit:

"Die SX nach Olten wird
ca. 10 Minuten später abfahren. 
Grund dafür ist das Abwarten
auf einen anderen Zug."

Hiess es nicht mal, dass keine Züge mehr abgewartet würden? Dies war wohl nur ein leeres Versprechen. Jedenfalls reichen meine Mathematikkenntnisse gerade noch aus, um kurz die Uhrzeiten gedanklich zu überschlagen. Wenn die S-Bahn um 07:56 Uhr abfährt, bei einer Fahrzeit von 4-5 Minuten und der Anschluss gen Zürich HB um 08:00 Uhr abfährt, habe ich keine Chance diesen zu erwischen. Also öffne ich meine STARBUCKS-App und prüfe, ob ich auf meiner Goldcard noch genug Geld für einen Grande Latte habe. 
Eine Frau stampft ganz hecktisch von einem Bein aufs andere. Ein junger Typ, ebenfalls BOSE tragend, zündet sich noch eine Zigarette an. 
Dann, um 07:54 Uhr verlässt die S-Bahn den Bahnhof, mit uns halb durchgefrorenen Pendlern an Bord. Sie beschleunigt. Das bedeutet, ich könnte den Anschluss nach Zürich noch schaffen. Ich stehe bei der Tür, wie immer. Mir gegenüber steht eine Frau, die ganz zwangsneurotisch alle 50 Sekunden auf ihre Armbanduhr starrt, den Kopf schüttelt, aus dem Fenster schaut und dann das ganze Spiel von vorne beginnt. Ich bin amüsiert. Aus einem Abteil hört man genervte Menschen. Aus einem anderen Abteil höre ich "Easy, de nänd mer haud de Nögscht!"
Kurz vor Olten wird die S-Bahn immer langsamer und hält schliesslich an. Sie steht drei Minuten. "Ned e mol en Info gänds dore, die Schofsäckle!", hört man ein altes Müeti wettern. JAWOLL! Nicht einmal eine Info bekommt man! Na und? Wir wissen ja ohnehin, dass der Zug Verspätung hat. Dann spielen diese 3 Minuten auch keine Rolle mehr. 
Die Menschen drängen sich, wie Vieh, zu den Türen. Als ob sie so schneller am Bahnhof wären. 
Um 07:59 Uhr öffnen bleibt der Zug in Olten stehen. Die Türen öffnen sich und die ganze gestresste Pendlerschaar ergiesst sich übers Perron. Wenn es um Leben und Tod geht, ist sich jeder selbst der Nächste. So auch an den Bahnhöfen. Viele Menschen mit Koffern hetzen gen Unterführung. Ein auf dem Perron stehender Mann wird von einer hektischen und bekofferten Trulla gerammt. "Chasch ned luege?!", ruft er ihr hinterher. Sie erwidert, während sie an mir vorbei rennt "Ja du au, du dumme Siäch!". Koffer werden gegen Säulen, Mülleimer und Beine geschlagen. Hinternisse müssen bezwungen werden! Menschen werden geschubst, gerammt, zur Seite gedrängt. Dass es zu keinem Blutbad gekommen ist, grenzt hier an ein Wunder.
Wie kann man sich zivilisiert nennen, wenn man sich wegen einer simplen Verspätung aufführt wie Wilde?! Selbst eine wilde Affenbande hat mehr Anstand, als dieses Geschmeiss an den Bahnhöfen!

Vor den Treppen bilden sich Trauben aus Menschen. Jeder will so schnell wie möglich nach unten. Und schon kräht eine ältere Frau mit Brille und dem typischen Haarschnitt:

"Ufd Site!!! Mir müend an Flughafe!!!"
"Üse Flug goht am Zähni!"

Erstens wird sie bestimmt die Einzige, unter all den bekofferten Menschen sein, die zum Flughafen muss.
Zweitens hat sie selbst Schuld. Welcher Mensch, der bei klarem Verstand ist, plant so wenig Zeit ein? Olten-ZRH mit dem Zug dauert locker eine Stunde. Dann muss man noch durch den Flughafen, zum Check-in, sein Gepäck aufgeben und dann ist man bereits einer der Letzten beim Boarding - wenn man überhaupt pünktlich ankommt. Das sind dann genau die Menschen, die so geheckt durch den Flughafen rennen und sich überall vordrängeln. Sie dürfen ja, schliesslich müssen sie ihren Flug erwischen! Alle anderen Menschen, die vor dem Security Check warten, müssen ja sicher nicht auf einen Flug. Die machen das einfach hobbymässig. 

Ein Gesicht in der Menge schaut extrem finster umher. Der Mund öffnet sich:

"Die huere schiss SBB immer!"

Die bekofferten Menschen rennen zu Gleis 3. Es ist jedoch aussichtslos, denn der Zug gen HB steht schon gar nicht mehr dort. Wenn die Leute in ihrer Panik mal rübergeschaut hätten, hätten sie den Zug abfahren sehen können. Keine Minute hat er gewartet.
Was soll's? Um 08:20 Uhr fährt ja dann der ICN auf Gleis 7 nach Zürich. Ich werde den nehmen. Also schlendere ich amüsiert zu Gleis 7/4. Durch die Fenster eines auf Gleis 4 wartenden Zuges sehe ich das Szenario auf Gleis 3. Menschen mit verwirrten, irritierten, erznüten und sogar verzweifelten Gesichtern tummeln sich, wie die Figuren in Sims. Ohne ein Ziel. Sie sind einfach da. Ausgesetzt in einer wahnsinnig gewordenen Welt. Ohne Hoffnung. Ohne Glück. Ich muss unweigerlich lächeln, denn ich sehe Frau Ufd-Site-Mir-müend-an-Flughafe. Na dann, kann sie ja auch den ICN nehmen. Vielleicht sehe ich sie dann ja nochmal? XD
Gerne wüde ich mir dieses unterhaltsame Schauspiel noch ein bisschen länger ansehen, aber ich lebe in panischer Angst davor, dass meine Augenlider erfrieren und abfallen könnten, wie damals 1812 bei einigen Soldaten Napoleons während der Rückkehr aus dem Russlandfeldzug geschehen, und begebe mich ins Innere des Starbucks, wo meine Goldcard tatsächlich noch genug Geld für einen Grande Sojalatte gespeichert hat. Geld und Kaffee wechseln die Besitzer. Was für ein wunderbares Tauschgeschäft! 

Ich begebe mich aufs Perron und warte auf den ICN. Weiter hinten in der Menge sehe ich Frau Ufd-Site-Mir-müend-an-Flughafe wieder. Ich hoffe, sie erwischt ihren Flieger in die Wärme (möglicherweise) noch. 

Samstag, 27. Januar 2018

Polo Hofer von Minamar

Irgendwann im Jahr 2015...

Ich erinnere mich an dieses obskure Szenario, als wäre es eben erst passiert.
Ich hatte Dienst mit der holden Miralind. Wir standen in der Belletristikabteilung, unserem kleinen Reich, welches sich im EG befindet und somit Anlaufstelle für sämtliche verirrten Kunden und Touristen ist. Oftmals waren wir mehr Kundenleittafel und Infopoint denn Buchhändlerinnen in der Belle.
Wie dem auch sei, die Sonne schien durch die grossen Fenster und verkündete einen angenehmen Tag. Da öffneten sich die Türen und eine hektische Kundin kam hereingestürmt. Wie so oft in Zürich, verschwendete sie keine Zeit mit der gesellschaftlichen Konvention des Grüssens. Wieso denn auch? Sklaven der Dienstleistungsbranche grüsst man nicht. Wir sind es nicht wert, dass man die kostbare Zeit an uns verschwendet.
Sie schoss auf mich zu, bereits von der Tür her krähend "***o ****er****mar!". Ich konnte sie nicht verstehen, also wiederholte sie das, was für sie wohl eine Frage darstellen sollte nochmals, als uns nur noch knapp ein Meter voneinander trennte: "Polo Hofer von Minamar!"
Wollte sie mir damit mitteilen, dass Polo Hofer nun ein von in seinem Namen trägt und diesen durch Minamar ergänzt hat? Oder war Minamar ein hipper Ausdruck für Gottweisswas?
Irritiert sagte ich "Entschuldigung?"
"Minamar! Ein Land in der Karibik!", belehrte sie mich bereits sichtlich genervt von meiner dümmlichen Unwissenheit. Noch irritierter als ohnehin schon, brachte ich gerade noch heraus: "Reiseabteilung. Zweiter Stock." Ohne sich zu bedanken, kramte sie Steigeisen und Eispickel hervor und machte sich an den beschwerlichen Aufstieg an der Nordwand empor in den zweiten Stock. Zumindest klang es bei vielen Kunden so, als müssten sie die Nordwand besteigen, um in den zweiten Stock gelangen zu können.

Wir rätselten... welcher Fleck auf diesem Planeten Minamar heisst. Dazu konsultierten wir GoogleMaps. Die Antwort war "Keine Ergebnisse gefunden". In Florida gibt es ein Miramir. Aber Florida liegt nicht in der Karibik.

Schliesslich riefen wir in der Reiseabteilung an und fragten unsere Kollegin in den schwindelnden Höhen, nach dem kuriosen Wunsch.

Gesucht war ein Polyglott-Reiseführer. Sie hat also doch nicht nach Polo Hofer gesucht. Der gesuchte Fleck auf Erden war MYANMAR. Meine Geografiekenntnisse sind ja schlecht, aber gar ich weiss, dass Myanmar in Asien, irgendwo bei Laos und Thailand liegt...

Na dann, liebe Züribergbitch: Wir wünschen Dir einen guten Flug mit Deinem Polo Hofer, nach Myanmar oder Minamar in der Karibik... 😂

Donnerstag, 25. Januar 2018

Der Fluch der Bundeslade - und wie man sich ihm entledigt

Draussen scheint die Sonne. Eine warme Wintersonne. Es ist gerade mild genug, um bereits seit 1,5h bei geöffneter Balkontür, im lila Schimmer meiner Vorhänge, an meinem MacBook Air zu sitzen. Neben dem Notebook steht ein rotes Anker auf dem weissen Tisch. Häshtäg Schwiizerbier. 
Ehe ich mit dem Schreiben dieses Eintrages beginnen konnte, bedurfte es einer Konsultation bei Freund Google. Bilder, aber auch animierte Bilder genannt GIFS mussten gesucht und gefunden werden, einfach um diese Eintragung noch dramatischer zu gestalten und mit Einfältigkeit zu untermalen. Der nächste Unterricht beginnt um 18:30 Uhr. Dies, weil meine Nachmittagsschülerin heute verhindert ist. So bleibt mir Zeit, um ein bisschen zu schreiben.
Ach übrigens, ich habe CHILDREN OF BODOM wieder entdeckt! Deren wunderbarer Melodic Metal dröhnt derweil aus den Lautsprechern meines iPod-Players? Nennt sich dieses Gerät so? Gestern habe ich mit meinem good old Droog darüber philosophiert, wie diese Vorrichtung aus Holz denn eigentlich heisst, in der Schienen eingelassen sind, in die man die Vorhänge einhängen kann. Droog meinte, eventuell Vorhangrahmen. Ich war für Vorhangschienenbrett. Wir wissen es bis heute nicht. Himmel... wie soll das nur herauskommen, wenn ich ab nächstem Monat mein Studium wieder aufnehme? Ich kann mich ja nicht einmal auf meinen eigenen geistigen Erguss fokussieren ohne abzuschweifen. Wie soll ich da, dann 4 Lektionen lang zuhören können? Die Zeit wirds offenbaren... 
Kommen wir nun zum Wesentlichen, noch immer COB hörend. Alexi Laiho ist einfach ein verdammt starker Gitarrist!
Hier möchte ich anmerken, dass ich heute bei meinen Eltern zum Mittagessen eingeladen war. Meine Mutter meinte, sie stelle ein Fluchglas auf. Offenabr habe ich das wunderhübsche "verdammt" zu oft gebraucht.

War nicht jeder von uns schon einmal auf der Suche nach der Bundeslade? Ich denke doch. Die Bundeslade, hier mit Bezug auf Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes, kann man als stellvertretende Metapher für so Vieles aus dem Leben nehmen. Man kann immer dann von der metaphorischen Bundeslade sprechen, wenn man etwas unbedingt gewollt, es schliesslich bekommen hat und danach aber so gar nicht glücklich damit war.

Nachdem ich mich meinem Job, dem Kohleschaufeln in der Hölle, entledigt hatte - oder vielmehr hatte dieser Job sich mir entledigt, war ich auf der Suche nach einem neuen. Es war nicht der Job, der  mir nen Arschtritt als Dankeschön gegeben hatte, vielmehr war es Eidechse. Die Eidechse könnte treffender nicht sein. Ich habe mir diesen Namen aus dem Stephen King Roman "Thinner" geliehen. Cary Rossington, meine Damen und Herren! Aber, lieber Carry Rossington, mit Dir rechne ich später noch ab...😏

Jedenfalls war ich auf der Suche nach der Bundeslade. Dieser goldene Schädel, der mir von Belloq abgenommen worden war, war mir nicht genug. Ich hatte ihn ja nicht mehr. Dafür bekam ich das Amulett und den Stab des Rah. Ich verlangte nach mehr. Dabei hatte ich mit dem Amulett des Rah bereits alles, was ich mir je wünschen konnte. Nur hatte ich das nicht gesehen. Man strebt, ganz Indy-like, nach Reichtum und Ruhm und vergisst alles Irdische dabei. Jedenfalls machte ich mich auf, die Bundeslade zu finden. Aus dem Becher eines Zimmermanns hatte ich ja bereits getrunken (nicht in der Filmreihenfolge, aber wir sind hier beim kreativen Schreiben und nehmen uns diese Freiheit einfach!), der letzte Tempelritter hatte mir sein Schwert überlassen wollen und ich hatte eine Verfolgungsjagd in den Katakomben eines Museums überlebt - trotz einer hysterisch kreischenden Nazischlampe. Also machte ich mich auf, die Bundeslade zu suchen und fand sie dann auch nach kurzer Zeit. Von einer Bekannten hatte ich einen Tipp erhalten, wo sie sich befinden könnte. Und siehe da, sie war da! Diese gottverdammte Bundeslade sollte MEIN sein... 

So in etwa hatte ich ausgesehen, als ich mich ihr genähert hatte. Man könnte auch sagen, als ich die Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten hatte: 

Ich hatte die Bundeslade gefunden. Sie stand vor mir. Zum Greifen nah! Sie war mein! Ehrfürchtig nahm ich sie entgegen... behutsam öffnete ich sie... doch... nachdem der schwere goldene Deckel abgehoben worden war, befand sich in der Kiste nichts, denn Sand. 




Kaum hatte ich den Sand der Bundeslade durch meine Finger rieseln lassen, waren seltsame Lichter zu sehen. Sie kamen direkt aus der Bundeslade. Wer Indy gesehen hat (ich bereits damals als Kind - Merci, Erich! Dein Filmgeschmack ist einfach erlesen), weiss um die Gefahr. Ich schloss meine Augen. Ich verschloss meine Augen vor der Realität. Ich war kurz davor zu explodieren. Mein Gesicht sollte zu schmelzen beginnen, doch ich rannte davon, als wäre der Teufel persönlich hinter mir her! Noch ehe mich das hier unten gezeigte Schicksal ereilen konnte, ergriff ich die Initiative:


Ich dachte an Forrest Gump. An Jenny, die immer wieder rief: "Lauf, Forrest, lauf!"

Also rannte ich. "Von dem Tag an, bin ich nirgendwo hin mehr gegangen. Ich bin nur noch gelaufen!"
Schliesslich wurde ich von einer Kugel aus Stein? oder gottweisswas gejagt. Ich wurde gejagt! Gejagt als wäre ich ein verdammter Hai! Na? 😏 Ihr, oh meine Leser, wisst worauf das hinausläuft, wenn Eure werte Schreiberin das Wort "Hai" gebraucht. Genau. Wir kommen zu einer Randnotiz zu oder über JAWS. Ach, was hat Steven Spielberg uns doch gute Filme beschert! Wäre er nicht, wäre meine Kindheit wohl nicht so farbenfroh gewesen... Jedenfalls, fühlte ich mich plötzlich, wie dieser missverstandene Hai in JAWS. Von drei Typen grundlos gejagt. Im Begriff von einer Steinkugel zermalmt zu werden. Na, wunderbar! Es gab nur noch eines! Ich musste da raus! Ich musste raus aus diesem Erdloch! Also rannte ich! Schwang die Peitsche, zog mich über einen Abgrund und kam noch knapp unter einem sich schliessenden steinernen Tor hindurch, ehe ich für alle Ewigkeit Gefangene in diesem Erdloch sein sollte. 


Schliesslich karrte ich die, in eine stabile (mehr oder weniger, denn welche Holzkiste in der Geschichte aller Holzkisten konnte sich je gegen ein Brecheisen behaupten???) Holzkiste verpackte, Bundeslade durch ein brobdingnagisches Lagerhaus. Hier soll sie ruhen. Inmitten meiner anderen ehemaligen Arbeitgeber. Ruhet in Frieden... 


Als die Bundeslade weggekarrt und ich wieder zuhause war, sah mein Gesicht in etwa so aus: 


Wie man sich dem Fluch der Bundeslade entziehen kann:
Macht es wie Forrest Gump. Lauft! Lauft davon! Sobald sich die Lade geöffnet hat und die Geister entwichen sind, kann man nur noch die Augen schliessen. Sind die Geister abgezogen, einen Berg aus Leichen hinter sich lassen, kann man nur noch rennen!