Donnerstag, 16. September 2004

Fett wie das Leben und zweimal so hässlich



16. September 2004


Ein Mann von edlem Hause, der seinen Wohlstand durch sein Äusseres zum Ausdruck bringt. Geizig, egoistisch, kümmert sich einen Dreck um die anderen. Die Armen. Jene, die nicht mal annährend so viel haben, wie er selbst. Auf der einen Seite, die reichen mit ihren Festen, prunkvoll und überladen, wie das Tachmahal. Daneben das krasse Gegenstück. Die Armen, die verhungern. Daher mein Titel „Fett wie das Leben und zweimal so hässlich“ wie es. Hässlich gleich der Grausamkeit der Spezies Mensch mit Seinesgleichen. Doch im Schatten lauert immer der Tod. Die ganzen Hirnwindungen kreisen um diesen Gedanken:
Sterben muss jeder irgendwann.

Auch sehe ich darin den stetigen Wandel. Den langsamen Verfall, der bei der Geburt einsetzt und vermutlich erst dann aufhört, wenn der Tod einsetzt. Erst dann, wenn Gevatter Tod sich Deiner bemächtigt.

Das Bild eines jungen Mannes, daneben ein halb verwester Leichnam. Abgesehen vom Gesicht fast gänzlich verrottet. Von Würmern zerfressen. Ein zerfressner Leichnam.
Oh ja, ist denn nicht die Welt auch einer? Ein zerfetzter Leichnam? Meine ist es. Und dies nur wegen dem Giftmüll. Giftmüll. So masse ich mir an, die Menschheit zu nennen. Er modert, tötet, schlachtet, metzelt, zerstört und kommt damit auch noch durch. Macht sich aber in die Hose, wenn sich unsere Mutter Natur mal zur Wehr setzt. Zu viele Tote gibt es dann zu beklagen. Die Götter werden aus Verzweiflung verflucht. Zu unrecht. Denn es ist Eigenverschulden.

Mit einem Herzen, welches sich voll herbstmelancholischer Freude in ein schwärzeres Schwarz verfärbt, schrieb ich diesen Text.

Und am Ende wartet auf jeden und alles, kein Geringerer als Gefatter Tod.



© Navi M.

Dienstag, 13. April 2004

McDonald's im ICN

Es geschah im Jahr 2004...

Wo soll das alles noch hinführen?!
Sitzt man im ICN von Winterthur nach Olten. Mit dabei, im überfüllten Zug, eine indische Familie. Das ohnehin schon fette Kind schreit und brüllt und heult. Mama holt schnell diese uns allen bekannte braune Tüte hervor, jene mit dem gelben M auf rotem Hintergrund und holt eine Cola und eine Schachtel hervor. Noch immer schreit das fette Kind, welchem eine Schüssel voller Salat besser bekommen würde, wie dieses fetttriefende ungesunde Zeug, welches die gute und ebenfalls fette Mama in den Knaben hinzustopfen beginnt. Obwohl sich nun dieser unangenehme Geruch im ganzen Wagon ausbreitet, ja sich regelrecht in die Sitzbezüge frisst, hat das ganze einen Vorteil: Der fette Knabe schreit nicht mehr. Nein. Manch einer würde sich da glücklich schätzen. Aber nicht jemand, dem Schmatzgeräusche und Ge-ka-utes dermaßen gegen den Strich gehen! Denn der fette Bengel kaut mit offenem Mund, zermantscht diesen ohnehin schon eklig anzuschauenden Burger und schafft es doch irgendwie, nur Gott allein weiss wie, wieder zu schreien! Den Hals könnte ich dir umdrehen! Würde ich vielleicht auch machen, wenn ich nicht in der Angst leben würde, dass du mir dann dein Zerkautes anspucken würdest... Jedenfalls greift die werte Frau Mama, bereit alles zu geben um ihrem Kinde stets zu Hilfe zu kommen, vehement zum Colabecher. Wohlgemerkt: Large! Der fette Junge, im Alter von vielleicht neun Jahren, schafft es doch tatsächlich die Cola zu trinken OHNE dass     sein zermantschter Burger aus dem Mund quillt. Dafür gibts doch immerhin ein BRAVO!!! 

Anmerkung: Nein, der eben erwähnte Geruch ist nicht verflogen, im Gegenteil! Die Fressorgie hat eben erst begonnen: Das fette Kind hat doch tatsächlich diesen BigMac klein gekriegt und macht sich nun, vielleicht aus Angst zu verhungern?, über die große Packung Chicken-Nuggets her. 
Ich verbinde den Geruch so langsam mit dem Nebel in "The Fog- Nebel des Grauens". So furchtbar ist er! Er breitet sich aus. Frisst sich in meine Kleidung, unfähig es zu verhindern sitze ich da und sehe meinem Ende entgegen. Der Geruch hat einen Weg in meine Nase gefunden. Nun ist es aus!
"Nächster Halt, Lenzburg!"
Neeeeeiiiiiiiiin! Sie bleiben sitzen. Entweder weil das noch nicht ihre Station ist oder weil sie ihre Hintern, diese geradezu wuchtigen Hintern, nicht mehr hochkriegen. Wie auch immer, so oder so, mein Elend ist bestehend.
Mit dem Öffnen der Türen hat sich zumindest der üble Geruch etwas verzogen. Heil dir, oh du Sauerstoff! Unverbraucht und klar! Reinheit der Natur! Dir sei Dank!
Mit dem Gedanken, dass es nun nicht mehr schlimmer werden kann schaue ich aus dem Fenster. Eine Stimme: "Ist hier noch frei?" Ein Rentner, der sich ins Abteil neben dem meinigen pflanzt. So viel zum Thema, es kann nicht mehr schlimmer werden! Der MC-Geruch ist nur noch sekundär. Denn geradezu überwältigend ist der Geruch, welcher von diesem "Knochensarg" freigesetzt wird! Ich könnte kotzen. Einfach so auf den Boden kotzen! Wieso duschen die sich nicht mehr? Als ob das nicht schon genug wäre, fängt er an zu röcheln und zu schmatzen, wie die Senioren das so gut können und mich zur Weißglut treiben!
Der ältere Herr verlässt uns in Aarau jedoch. Dem Himmel sei Dank! 
Nun hoffe ich die Strecke bis Olten ohne meine Nase beleidigende Gerüche fortsetzen zu können. Kuhl! Hat geklappt, denn: "Nächster Halt Olten!"
Ich bin frei!!!

Mittwoch, 7. April 2004

Daath Uranos - Der Tod Gottes

- Vorwort - 
Dieser Text war reine Provokation. Ich war damals in meiner Gothic-Phase und ganz klischeehaft angetan von Satan, von der dunklen Seite (der Macht - ja mit hat Imperator Palaptine immer am besten gefallen), von Anton Szandor LaVey (dessen Werke ich noch immer in meiner Bibliothek führe, da seine sarkastischen Worte einfach wunderbar zu lesen sind) und von allem, was irgendwie mit Horror zutun hatte oder andere Menschen schockierte. Ich durfte einen Sargrucksack mein Eigen nennen, welcher für reichlich Gesprächsstoff bei den Einheimischen gesorgt hatte. 
Jedenfalls hatte ich erfahren, dass unser Lehrer, jener für den dieser Aufsatz bestimmt gewesen war, ein Vollchrist sei. Ein Jesusfreak. Ein Zeuge Jehovas. Aus Indiana Jones und der letzte Kreuzzug haben wir gelernt, dass sich Jehova im Lateinischen mit "I" schreibt. Also Zeuge Iehovas. 
Also betrachtete ich es als meine Pflicht, diesen Menschen zu provozieren. Und so lieferte ich eine vor lauter Klischees nur so triefende Erzählung ab, auf die ich auch noch stolz war. 
Nett, dass ich immerhin soviel Grösse besessen hatte, und nicht vom "Nekronomikon" sondern vom "Delomelanicon" geschrieben hatte. 
Meine Informationen hatte ich von einer Website, die Satan huldigte. 




7. April 2004

Tief in einer Welt, wo Gefühle nichtig sind, war er eingesperrt, vor Hass schon völlig blind. Die Rede ist von Haboryin, welcher aus der Unterwelt empor gestiegen kam, die Erde an sich zu reißen...

Nachdem gossen Krieg, der letzen Schlacht, dem Krieg zwischen Himmel und Hölle im Jahre 2666, hatte sich die Erde, so wie wir sie kannten verändert. Die Städte lagen in Schutt und Asche. Die Menschheit war beinahe gänzlich ausgerottet, von den Tieren ganz zu schweigen. Als Schlachtfeld zwischen Himmel und Hölle diente die Erde.  Haboryin und seine Höllenbrut gingen als Sieger hervor. Haboryin, Luzifer, Satanayel oder schlicht und einfach der Teufel, wie er von den Christen bezeichnet wird, war nun Herrscher der Erde. Gott ist tot, so die Gedanken vieler. Doch sie irrten. Denn es gab ihn noch. Haboryin und eine Gruppe rebellischer Menschen wussten um das Geheimnis den endgültigen Tod Gottes herbeizuführen. Das Delomelanicon. In Haut gefallener Engel gebunden und mit Menschenblut geschrieben birgt es die Geheimnisse aller Grimoiren und magischen Systeme. Dieses Wissen in des Teufels Händen oder eines anderen Höllenwesens würde das Aus für Gott und die Menschheit bedeuten. Haboryins Graf der unhimmlischen Engel Halphas hatte die Aufgabe seine Heere in die Erde hinauszuschicken, mit dem Ziel das Delomelanicon zu finden. 

Die noch wenigen Menschen glaubten sich verloren, was sie sicherlich auch gewesen wären, hätte es da nicht Van, Sohn des Valafar, dem Herzog der unhimmlischen Engel, und Velu mate, der Friedhofsmutter, gegeben. Unter den Menschen wurde gemunkelt, dass Van der Auserwählte sein müsse,  der aus der Unterwelt zur Erde gekommen, die Menschheit zu retten. Zweifel und großes Misstrauen  waren berechtigt, denn Van selbst ist ein Wesen der Unterwelt…

Van durchstreifte einen Friedhof, was er immer tat, wenn er seine Mutter sehen wollte. Vor einem großen keltischen Kreuz blieb er stehen und las die in Stein gemeißelten Zeilen: „Gewidmet all denen, die ihr Leben in der Letzen Schlacht ließen“ Es war ein Massengrab. Bei so vielen Menschen war dies die einzige Lösung, denn so viele Gräber wie es Leichen gab, hätte man gar nicht ausheben können. „Mutter?!“ Kaum hatte er ausgesprochen erschien ihm mit einem sanften Windstoss, die Reinkarnation seiner Mutter. „Van mein Sohn, höre mich an: Der Krieg zwischen dem Himmels- und Höllenreich hat viele Opfer gefordert. Die größten Zahlen findest du bei den Menschen, von welchen es nur noch wenige gibt. Einige Rebellen, die in der Letzten Schlacht gekämpft haben um ihren Planeten und einige verängstigte, die zufälligerweise noch am Leben sind. Van, diese Menschen haben alles verloren. Ihre Familien, ihre Freunde, ihre Heimat. Alles. Die Zahl der Rebellen sinkt von Tag zu Tag. Du weißt um die Macht des Delomelanicon und auch wo es sich befindet. Und genau dies ist wichtig! Haboryin weiß nicht um den Ort, wo es sich befindet. Van, es ist an dir die Erde zu retten und Haboryin dahin zurückzuschicken wo er hingehört! Ich weiß, dass es schwierig ist. Zumal Valafar dein Vater ist, und diese Tat Hochverrat bedeuten würde. Du würdest deinen Vater und sämtliche Dämonenwesen kränken und in so eine Rage versetzen, dass es ihnen egal wäre wer du bist und du einen elendigen Tod sterben würdest. Den Anfang würden deine Qualen am Vaitarane machen, dem Fluss auf dem Weg der Verdammten zur Hölle, der Urin, Eiter und Blut anstelle von Wasser führt. Was danach auf dich zukommen würde, will ich mir gar nicht vorstellen. Van, du bist der Einzige, der diese Macht besitzt. Du weißt um die Geheimnisse Narakas, unserer Heimat. Es tut mir weh, dich meinen einzigen Sohn mit dieser Aufgabe in den Kampf gegen Luzifer zu schicken. Van, es liegt nun an dir. Wirst du dich den Gefahren stellen und dem Bösen entsagen?“ Van saß mittlerweile neben dem Keltenkreuz. Ungläubig starrte er seine Mutter an. Er konnte nicht fassen, dass all die Geschichten, die von einem Auserwählten der Hölle erzählen, nun wahr werden würden und ER dieser jenige sein würde. „Mutter…ich …ich…ich kann nicht…ich …“ „Van, auch ich könnte auf Gottes Herrschaft verzichten. Aber was ist die Erde ohne die Menschen? Luzifer sieht das nicht. Wenn alle Menschen tot sind, wo bleibt dann meine Aufgabe? Ich bin Totenwächterin werde dann aber keine Toten mehr haben. Was ist mit Hananel, Pan, Grendel und all den anderen Dämonenwesen? Sie alle würden ihre Aufgaben verlieren und am Ende bliebe uns nur noch einander gegenseitig zu bekämpfen und zu töten. Wir würden uns auslöschen und jegliche Form von Leben mit dazu. Und am Ende gäbe es nichts mehr, außer ein paar Wenigen, die überlebt haben würden. Überlebt nur um sich dem Tod entgegen zu sehnen.“ Van nickte seiner Mutter zu und machte sich auf den Weg zu dem Ort wo vor einigen Jahren noch die Schweiz war. Er ging ein Bündnis mit den Rebellen ein, welche ihm auf der Suche nach dem Delomelanicon eine große Hilfe waren. Einige der Rebellen trauten dem Sohn des Dämonen nicht über den Weg andere schlossen Freundschaft mit ihm und waren gewillt für ihn zu sterben. 

Der Weg ins einstige Bern war ein Leichtes. Denn erst kurz davor wurden sie von Basasael, dem 13. der Gefallenen Engel entdeckt. In Naraka, dem Höllenreich gab es ein riesengroßes Aufsehen, da Van sich mit dem Feind verbündet hatte. Valafar war gewillt seinen Sohn zu quälen und zu töten, wie sie es für gewöhnlich mit den Engeln des Himmelreiches zu machen pflegten. Haboryin hatte nun den Anhaltspunkt, dass das Delomelanicon irgendwo im einstigen Bern sein musste. Sofort schickte er sämtliche Dämonen- und Höllenwesen dorthin, was für Van und die Rebellen höchste Gefahr zu bedeuten hatte. Denn was kann ein Mensch gegen einen Dämon ausrichten? Und mit wie vielen Dämonen würde ein Einzelner fertig werden? 

Vor den Ruinen der Landesbibliothek, in deren Innern sich das Delomelanicon befindet, wurden sie aufgehalten. Haboryin wusste nun wo das Delomelanicon war. Also konnte er den Befehl geben, die Rebellen töten zu lassen. Was er auch tat. 

Aus dem Nichts tauchten plötzlich die 3 Höllenhunde auf, welche sich sofort auf die Menschen stürzten. Van entkam mit einigen Rebellen in die Ruinen der Landesbibliothek. Er stieg immer weiter nach unten, die Menschen mit ihm. Zu unterst angekommen, schauten sie sich kurz um. Schon kam Hefaido Hen, geflügelter Götterkönig der Unterwelt, in höllischem Tempo angebraust. Die Rebellen waren ihm egal. Seine 3 glühend roten Augen waren ausschließlich auf Van gerichtet. Hefaido Hen ging zum Angriff über. Ehe Van abwehren konnte, kam schon Satael, einer der 200 gefallenen Engel, der es ebenfalls auf Van abgesehen hatte. Die Rebellen schossen mit Pfeil und Bogen und Gewehren und verteidigten sich mit Schwertern. Grendel, ein dämonisches Moorungeheuer, welches sich von Menschenfleisch ernährt, nahm sich ihrer an. Flink wie er ist, nagte er sich von einem Menschen zum anderen ohne verletzt zu werden. 

Van lag am Boden. In seinem Bauch klaffte eine große Fleischwunde. Hefaido Hen hatte mit seinen Klauen begonnen, Stücke aus Van zu reißen. Trotz entsetzlicher Schmerzen gelang es Van zum Dolch zu greifen und ihn in Hefaido Hens Auge zu stoßen, worauf dieser schrille und gleichzeitig krächzende Schreie ausstoßend die Flucht ergriff. Satael und Grendel gingen nun auf Van zu. Er wusste, dass dies wohl das Ende sein würde. In jener scheinbar ausweglosen Situation erschien auf einmal Babel, einer der heiligen 12 Engel. Er kam Van zu Hilfe damit dieser weiter in die Gemäuer der Bibliothek vordringen konnte um das Delomelanicon zu finden. Aus seiner Wunde rann Blut. Rotes Blut, was für einen Dämonen untypisch ist.  In einem der unzähligen Korridore stieß er auf eine Menge alter Bücher. Er wusste, dass da das Delomelanicon sein musste. Hinter sich hörte er schlurfende Schritte, wie es nur Grendel sein konnte. Umso mehr Grund für Van sich zu beeilen. Von Regal zu Regal arbeitete er sich vor und fand es schließlich in einem der hintersten Regale. Das Delomelanicon! Als Grendel, welcher inzwischen dicht bei ihm stand, das Delomelanicon sah, wich er voller Demut und einer Spur Angst zurück.

„Ateh! Malkuth! Ve-Geburah! Ve-Gedulah! Leolam! Amen!!!“ schrie Van die Formel, welche das Buch veranlasste, sich zu öffnen. Mit dem Öffnen des Buches war ein Donnergrollen zu hören. Violette und rote Blitze schossen umher. Windstürme wirbelten Bücher durch die Räume. Ein Getose gleich der Apokalypse… 

Sämtliche Dämonenwesen ergriffen in dem Getose die Flucht. Konnte es wirklich sein? Hatte er es wirklich geschafft? Hatte er das Böse besiegt? Denn die grauen Wolken welche seit der Letzten Schlacht den Himmel der Erde behangen hatten verzogen sich und strahlend blauer Himmel kam zum Vorschein. 

Alle Menschen, etwa 500 kamen im einstigen Bern zusammen um den vermeintlichen Helden zu feiern. 

Der Rest der Menschheit wurde im Krieg ausgelöscht. Man lebte auch in dem Glauben, die Dämonenwesen mit samt der Hölle wären vernichtet worden. 

Gott offenbarte Van sein Gesicht und zeigte seine Dankbarkeit, in dem er der Menschheit noch eine Chance gab. Aber sie sollten die Erde diesmal mit mehr Bedacht nutzen. 

Und am ersten Tag schuf Gott klaren Himmel und eine Erde, so wie sie vorher war und er sah, dass es gut war…

Tief im Höllenreich hörte man Haboryin schreien: „Daath – Uranos!!!!!“ Und so geschah es. Und Satan sah, dass es gut war…

© Navi M.

Montag, 8. März 2004

Das Bettelweib von Locarno


8. März 2004
- Eine Zusammenfassung -

Vor langer Zeit stand bei Locarno ein Schloss, in welchem ein betagtes Bettelweib, von der Hausfrau eingelassen, dem Marchesen gezwungen, sich trotz ihrer schlechten Verfassung, hinter den Ofen zu begeben, wobei sie stürzte und verstarb.
Etliche Jahre danach fanden sich Gäste im Schlosse ein, die einen Spuk erlebt zu haben glaubten. Der Marchese wollte der Sache nachgehen und fand sich samt Frau und Hund im Gästezimmer ein.
Um Mitternacht schrak der Hund auf und wich dem Unsichtbaren.
Bevor sie das Anwesen verlassen konnten, brannte das Schloss, von dem Marchesen entflammt, lichterloh. Noch heute liegen an des Bettelweibes Stelle, des Marchesen verbrannte Knochen in jener einstigen Zimmerecke.

© Navi M.

Dienstag, 13. Mai 2003

Entlang den Bahngleisen


 2003



Heut ist ein Schultag und wir ahnen nichts von dem Grauen, das noch folgen mag...

Auf dem Heimweg, wir sitzen im Zug, ich schaue aus dem Fenster und überlege mir, ob ich wohl den Gleisen entlang nach hause gehen soll – von Winterthur nach Olten. Sanfte Regentropfen, die an das Fenster prasseln holen mich aus meinen Gedanken. Das nächste woran ich mich erinnere ist, dass Kyra und ich den Bahngleisen entlang gehen. Kyra. Kyra hat braunes, lockiges Haar, welches ihr bis zu den Schultern reicht. Auch ihre Augen sind braun. Ihr blaues Sweatshirt ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Das merkwürdige daran ist, ich kenne diese Kyra nicht. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, so habe ich keine Ahnung wer dieses Mädchen war. Da schien sie meine beste Freundin zu sein. Ich fühlte, dass sie es war. Aber ich kenne dieses Mädchen nicht.
Wir gehen zwischen den Gleisen her und drehen uns abermals um, um zu sehen ob ein Zug angerollt kommt. Aber kein Zug weit und breit. Bis zu einem Bahnhof, welcher dem Zürcher Stadelhofen gleicht, denn dort rollt als einzige eine S-12 nach Brugg geräuschlos an uns vorbei. Heute frage ich mich, warum ich das nicht suspekt fand.
Neben den Bahngleisen sehen wir ein grosses Rohr aus Beton liegen. Es führt einen Hang hinunter,  zu einem alten Fabrikgebäude. Einem Labyrinth aus leer stehenden Lagerhallen. Wir überquerten die Gleise ohne auf etwaige Züge zu achten und rannten zu dem Betonrohr, kletterten hinunter zu den Lagerhallen.
Jene Hallen waren gross und lang aber nicht sehr breit. Hohe Wände aus Beton und ganz oben unter dem Dach eine Reihe mit kleinen Fenstern. Der Tag ging binnen weniger Sekunden in Nacht über. Kyra war nun nicht mehr bei mir. Es war James, eine Freundin aus der Schule, die nun an meiner Seite in jener düstren Baute stand. Wir schauten uns um. Es war unheimlich und dennoch gingen wir weiter, immer tiefer in das Gebäude rein. Eine Sirene ertönte, rote Lichter drehten sich wie verrückt im Kreise. Ein Alarm ging los. James und ich rannten davon. Aus einem oder gar mehreren Lautsprechern ertönte eine mechanische Stimme die folgenden Befehl sprach: Gehen Sie nicht weiter. Bleiben Sie sofort stehen! Das ist ein Befehl!  Ich drehte mich um und hörte wie der Lautsprecher diese Durchsage wiederholte. Immer und immer. Wir rannten davon, als wäre der Leibhaftige persönlich hinter uns her, aus diesem Gebäude. Doch wir rannten nicht wie geplant nach draussen sondern ins Innere einer anderen Halle. Wir betraten diese und sahen ganz weit hinten in weiter Ferne eine Lichtschimmer. Den Blick auf dieses Licht gerichtet marschierten wir weiter geradewegs auf diesen Lichtschimmer zu. Es war so dunkel, wie im inneren eines Scheisshauses auf dem Land. Und wieder heulte eine Sirene auf. Dann das rote wild rotierende Licht und schliesslich die Lautsprecherdurchsage. James rannte davon ich ihr zögernd hinter her. Doch als ich der Durchsage zuhörte, glaubte ich zu spinnen. Endgültig verrückt geworden zu sein, denn sie befahl uns nicht stehen zu bleiben sondern gab folgendes von sich: Nicht stehen bleiben. Laufen Sie weg! In wenigen Sekunden wird ein säurehaltiges Gas ausströmen, das sich in ihre Haut fressen wird! Laufen Sie um Ihr Leben! Auch als ich die Durchsage zum zweiten Mal hörte, konnte ich es noch immer nicht richtig fassen, was ich da hörte. Von der Angst gepackt rannte ich, wie ich noch nie zuvor gerannt bin. Raus. Ich wollte nur raus aus dieser verfluchten Halle. Raus und endlich daheim sein.
Als wir aus jener Halle raus kamen, war bereits wieder Tag und hinter uns lag nur eine Lagerhalle. James war verschwunden. An ihrer Stelle war dafür Kyra wieder bei mir. Es war, als ob James nie bei mir gewesen wäre. Kyra rannte und rannte. Sie kletterte die Betonröhre hinauf und ich schrie ihr von Pan besessen hinterher, dass sie auf mich warten solle. Doch als ich diese verdammte Röhre empor geklettert war, war Kyra nicht mehr da. Verschwunden, einfach so weg. Dafür lehnte sich ein blonder Junge lässig an dem Betonrohr und grinste mich an. Kyra sei weg, verkündetet er mir voller Stolz. Ich hätte ihm die Augen auskratzen könne, so wütend war ich. Doch sein Blick wurde ernst und er fügte hinzu, dass ich es ihr gleich tun solle. Es würde mir besser bekommen. Ich ahnte ja nicht, wie Recht er hatte… Dann verschwand er hinter Büschen, welche zuvor noch nicht da gewesen waren. Kyra war weg und der Junge genauso. An James konnte ich mich nicht mal mehr erinnern. Was blieb mir also anderes übrig, als mich allein auf den Heimweg zu begeben? Neben dem Betonrohr waren einzelne Sträucher und dazwischen verlief ein Weg hindurch, welcher vorhin auch noch nicht da war. Der Weg lag inmitten von Sträuchern, welche sich rechts und links des Weges befanden. Die Bahngleise waren etwas weiter weg als vorhin. Und, die Sträucher bedeckten einen Zaun, der es verhinderte, dass man von meinem Standpunkt aus auf die Gleise gelangen konnte. Aber zuvor waren wir ja auch über die Gleise dahin gelangt. Da war kein Zaun. Auch dieser verdammte Weg war noch nicht da gewesen.
Nicht mal zurück hätte ich gekonnt. Hinter mir war ein mächtiger Zaun und Sträucher und Bäume und der Weg zum Bahngleis war ja auch durch einen Zaun und die Sträucher versperrt. Irgendetwas wollte mich auf diesen Weg bringen. Irgendeine Macht. Dessen bin ich mir heute sicher.
Da ich keine andere Option hatte, ausser nochmals zu diesen unheimlichen Lagerhallen hinunter zu steigen oder diesen neuen Weg zu benutzen, wählte ich den neuen Weg. Die Sträucher waren grün und saftig, auch das Gras, das hoch gewachsen war. Die Sonne schien auf mich nieder und ich fühlte mich irgendwie geborgen. Es war ein herrlicher Sommertag, einer wie er im Buche steht. Nicht zu heiss und doch geht ein lauer Wind. Wunderbar!
Wie ich so den Weg entlang ging und den Sommertag am geniessen war, dachte ich zunächst an nichts Böses. Dann rollte eine S-Bahn geräuschlos an mir vorbei. Ich wunderte mich nicht mal darüber, dass die S-Bahn leise an mir vorbei schlich. Es war, als würde ich sie ohne Ton im Fernseher sehen.
Ein bisschen weiter vorne sah ich dann eine rote Bank. Wie ich so war, überlegte ich mir folgendes: „Hm… da könnte ich ja theoretisch übernachten.“ Aber als ich dann diesen Mann sah, der mit einer Sense das Gras schnitt, dachte ich, dass das wohl keine so gute Idee wäre. Obwohl der Mann freundlich aussah und nur am arbeiten war, dachte ich, dass vielleicht ein böser Mensch vorbei kommen könnte, während ich am schlafen war. Ein Mörder, Vergewaltiger oder sonst ein Psychopath. Meine Gedanken bildeten sich weiter aus, ohne dass ich es wollte. Ich dachte daran, ja stellte mir vor, wie ich da am schlafen bin und dieser Mann mit der Sense auf mich zu kommen würde und böse Absichten hatte.
Von meinen Gedanken so angewidert und verängstigt ging ich an der Bank vorbei. Ich wollte nur noch nach hause. Wiederum dachte ich, dass es ein so schöner Tag ist, an dem mir wohl kaum was passieren könne. Bis mir klar wurde, dass ich neben dem Mann mit der Sense die einzige Person war, die sich auf diesem Weg befand. Und schon wurde mir wieder etwas mulmig zumute. Ich ging an dem Mann mit der Sense vorbei. Er lächelte mich freundlich an und ich nickte ihm zu. Irgendetwas an seinem Blick irritierte mich jedoch. Ich drehte mich noch mal um und sah, dass sein Gesicht ein anderes war, als jenes, welches mich gegrüsst hatte. Es sah so böse aus. Ohne mir etwas anmerken zu lassen ging ich weiter. Noch nie war mir so unheimlich. Ich hatte Angst. Aber all diese Gedanken, dass er ein Mörder oder so sein könnte, all diese Gedanken um sein Gesicht. Ich schrieb es meiner Paranoia zu und ignorierte es. Trotzdem musste ich mich noch mal umdrehen und ich sah, dass sein Gesicht keine böse Fratze mehr war. Es sah wieder genau so freundlich aus wie zuvor. „Alles nur Einbildung! Schau dir noch mehr solcher Filme an. Lies noch mehr solcher Bücher… War nur Einbildung. Geh endlich mal zum Psychiater!“, sagte ich zu mir. Ich tat alles als Einbildung ab und schob es meiner Paranoia zu. Ich meine, wie oft kommt es im realen Leben vor, dass sich ein nett aussehender, arbeitender Mann in eine monströse Bestie verwandelt und mich verfolgt um mich umzubringen? Ich sage es euch: Nie! Ausser in Horrorfilmen passiert so was niemandem. Aber genau solche Gedanken hatte ich immer. Zum Beispiel wenn ich am Abend durch die Strassen ging und mir jemand entgegen kam, da dachte ich immer, es wäre ein Mörder, der mich umbringen will. Oder ich konnte nie auf den Dachboden, selbst nicht mal wenn das Licht an war. Ich dachte immer, dass da oben etwas sei. Ein Gespenst, ein Monster, der Typ aus Hellraiser… Oder wenn ich aus dem Keller kam, dann dachte ich auch immer, es würde mich jemand oder etwas verfolgen… Oder dann das berühmte Monster unter dem Bett…
Wie dem auch sei. Ich ging weiter. Bevor der Weg in einen kleinen Feldweg abzweigte, sah ich den Bahnhof von Zürich. Einen davon jedenfalls. Obwohl er so aussah wie der in Winterthur, war es einer von Zürich. Anstelle zum Bahnhof zu gehen und den nächsten Zug zu nehmen ging ich daran vorbei und bog in den Feldweg ein. Daneben lag eine Lagerhalle einfach so auf dem Feld. Das Gebäude passte überhaupt nicht in dieses Bild. Sie war gross und grau. Es sah so aus, als hätte man sie dort mal kurz zwischen gelagert und dann vergessen. Ich machte mir keine Gedanken mehr über die Halle, als ich ein brummendes Geräusch vernahm. Es war mir vertraut, doch konnte ich es nicht zuordnen. Es wurde immer lauter und ich verspürte eine Bedrohung, obwohl ich wusste, dass es ein harmloses Geräusch war. Als ich weiter ging und um die Lagerhalle bog, sah ich einen Mann mit einem roten Rasenmäher. Der Mann sah fast so aus, wie jener von vorhin mit der Sense. Den Rasenmäher kannte ich irgendwo her. Dann fiel mir nur der Name Stephen King ein. Der Rasenmähermann. Der hatte genau so einen Mäher. Mit einem Lächeln im Gesicht ging ich weiter. Ich fand das voll witzig, dass der Typ da genau so einen Rasenmäher hatte. Erst jetzt sah ich, dass nach der Lagerhalle nur noch Felder vor mir lagen. Nichts ausser diesem Weg und weiten Feldern, dahinter mal ein Wald, der gespenstisch aussah und in weiter Ferne lag. Ich tat was jeder andere auch getan hätte. Ich drehte um und ging zurück. Vorbei am Mann mit dem Rasenmäher. Als ich diesen ein Stück hinter mir gelassen hatte, hörte ich, dass der Rasenmäher lauter wurde, sprich er näher kam. Der Mann verfolgte mich. Er kam mit seinem Rasenmäher immer näher und wollte mir damit über die Füsse fahren. Schon mal gesehen, was so ein Mäher mit einem Fuss machen kann?! Ich rannte davon und der Typ jagte hinter mir her. Ich rannte und rannte, hinter mir der lärmende Rasenmäher, der immer näher kam. Ich hoffte dass es nur ein Traum sei und ich bald aufwachen würde. Denkste.
Als ich wieder bei der Verzweigung war, rannte ich nach rechts. Wieso ich nicht nach Links zum Bahnhof gerannt bin ist mir heute noch ein Rätsel. Als ich nicht mehr konnte hielt ich inne und der Typ kam immer näher. Ich versuchte dem Rasenmäher auszuweichen und gleichzeitig ihn dem Typen zu entreissen. Es ging um Leben und Tod. Entweder er oder ich. In meiner Todesangst, ich wurde geradezu von Pan getrieben, gelang es mir schliesslich, den Rasenmäher an mich zu reissen und ihm erstmal über die Füsse zu fahren. Er versuchte immer noch, mir den Mäher zu entreissen. Ich sah keine andere Wahl. Ich war in solch einem Wahn, dass ich nicht mehr klar denken konnte. Ich wollte nur noch eines und zwar diesem Albtraum entkommen. Ich machte ihn fertig. Nahm den Mäher und drückte ihn gegen seinen Bauch. Seine Eingeweide wurden zerkleinert. Blut spritze nur so durch die Luft. Als er am Boden lag ergriff ich meine Chance und machte Gebrauch vom Rasenmäher. Alles war voller Blut. Seine Schreie werden mich wohl noch bis an mein Lebensende verfolgen. Es war ein Gekreische. Die Klingen des Rasenmähers bearbeiteten  seinen ganzen Körper. Das Gesicht den Torso, die Arme, die Beine. Alles. Als er sich nicht mehr regte und wirklich alles voller Blut und Innereien war, schaltete ich den Mäher aus und machte mich davon. Natürlich trieften meine Kleider nur so vor Blut. Aber als ich mich einige Meter entfernt hatte, da waren sie sauber. So als wäre nie etwas passiert. Ich schaute mich um. Es war ein ganz normaler Tag. Ich konnte kein Blut an mir entdecken also begann ich mich zu fragen, ob ich mir das nur eingebildet hatte. Doch dem war nicht so. Denn als ich um das Gebäude bog sah ich ihn. Den massakrierten geschundenen Körper des Typen, den ich eben umgebracht zu haben glaubte. Blut tropfte… es war keine Spur von Haut mehr sichtbar. Seine Augäpfel hingen so im Gesicht… Er kam auf mich zu…

© Navi M.

Samstag, 18. Juli 1998

Die Areuse-Schlucht


Klassenlager in Vaumarcus, 2. Sekundarschule 1998 

Der Dienstagvormittag war sehr anstrengend. Wir mussten sehr früh aus den Federn. Für die meisten von uns war es sehr hart. Na ja, wir quatschten in der Nacht vom Montag auf den Dienstag sehr lange. Einige konnten ca. fünf Stunden - andere gerade mal eine Stunde schlafen. Es war ja auch die Rede von die Nacht durchmachen und so ähnlich.
Aber kommen wir besser wieder zurück zum Dienstag.
Der Grund für die frühe Hetzerei war das, was ich jetzt zu beschreiben versuche. Unser eigentliches Ziel galt der Areuse-Schlucht. Aber noch vor diesem zauberhaften Ort sollten uns grauenvolle Ereignisse bevorstehen... Lange Fußmärsche auf Asphalt oder Naturwegen. Es war grauenvoll. Meine Füße schmerzten zum Teil so schrecklich, dass ich dachte, es ginge dem Ende zu mit meinen armen und so wehrlosen Füßchen. "Oh, welch Tragödie, welch mit Schmerzen verbundenes Schicksal!" 

Wiederum etwas anderes waren die Naturpfade. Man schickte uns sozusagen unbewaffnet und als ahnungslose Opfer in den Dschungel. Auf jeder Seite lauerten Gefahren. Zu meiner Linken ging es steil die Schlucht hinunter, hinab ins mit Steinen durchsetzte Wasser. Zu meiner Rechten jedoch wartete der "Tod". Pflanzen, befallen von tödlichen Kreaturen, auch Zecken genannt. Wenn sich so ein Geschöpf im menschlichen Körper einnistet und man bemerkt dies nicht, so kann man daran zu Grunde gehen.

Wieder ging es steile und teilweise rutschige Steinwege hinunter. Doch glücklicherweise mussten wir nicht lange weitergehen, denn der Rastplatz wartete auf uns. Ein ziemlich feuchter Ort, welcher auch mit kleineren Lebensformen bewohnt war. Steffi und ich fanden auf dem Holztisch eine Leiche vor. Der Autopsiebericht (von mir festgestellt) ergab, dass das "Knuddelwürmchen" eines natürlichen Todes gestorben war. Tod durch austrocknen. Nach einer geraumen Zeit ging es weiter zum Hauptteil der Schlucht. Es war gefährlich, und trotzdem war der Ort eine natürliche Idylle, die einen Hauch Romantik ausstrahlte. Gefährlich war es da, weil die Steine so nass waren. Deshalb rutschte man häufig und leicht aus. Die Metallstangen, die als Festhaltemöglichkeit dienten, waren teilweise nicht aufzufinden oder beschädigt. Steffi und ich machten uns Gedanken darüber, wie es wohl wäre, wenn man da hinunter stürzen würde...
© Navi M.



- Nachwort- 

Als dieser Aufsatz entstanden ist, war ich in der Oberstufenklasse der Schule Pfaffenäcker in Oftringen. 
Unser Klassenlager, ein wahrlicher Bastard, sollte in Vaumarcus stattfinden. Ich erinnere mich noch gut an die Unterkunft in diesem brobdingnagischen Gebäudekomplex. Auch erinnere ich mich daran, dass der Bus nicht bis zur Anlage gefahren ist und wir einen weiten Weg zu Fuss zurücklegen mussten. Vaumarcus. Wie kommt man auf Vaumarcus?
Es gab zwei Massenschläge. Mädchen und Jungen waren getrennt. Wir hatten Stockbetten aus gelb bemaltem Metall und durchgelegenen weichen Matratzen. Das Zimmer der Jungen sah, und das wusste ich damals noch nicht, denn ich sollte erst später eines besuchen, einem KZ nicht ganz unähnlich. Die Lehrer und Betreuer hatten sich viel einfallen lassen. Eine ganze Woche musste geplant sein. An einem Tag sollten wir eine Wanderung zur Areuse-Schlucht unternehmen. Heute würde ich so etwas geniessen. Damals waren wir eher mit jammern beschäftigt. Undankbare Teenies eben. 
Ich erinnere mich, dass ich die Lagerschreiberin war und jeden Tag eine Eintragung darüber schreiben durfte, was wir gemacht hatten. Am zweitletzten Tag oblag uns die Aufgabe, einen Aufsatz über das Klassenlager zu verfassen. 
Meiner trug den Titel "Als ahnungslose Opfer im Dschungel". Obschon ich in obigem Text eigentlich nur mit Wehklagen beschäftigt war, waren meine Lehrer begeistert. Der Text wurde vor beiden Klassen vorgelesen. Bei Schulaufführungen wurde er ebenso zum Besten gegeben. 
Wieso habe ich nie etwas aus meinem Talent gemacht? Stephen King war 27, als ihm 400'000 Dollar für Carrie geboten worden waren.
Genau mein Alter... -_^